Der Bundestag nickt ab, was in den Hinterzimmern beschlossen wurde: Alles nur, um das politische Projekt Euro zu retten. Im Bild Bundeskanzlerin Angela Merkel und die FDP-Politikerin Birgit Homburger. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Der Bundestag nickt ab, was in den Hinterzimmern beschlossen wurde: Alles nur, um das politische Projekt Euro zu retten. Im Bild Bundeskanzlerin Angela Merkel und die FDP-Politikerin Birgit Homburger. (Foto: DWN/Laurence Chaperon)

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Wenn man die Nachrichten so hört, könnte man den Eindruck gewinnen, die Krise sei vorüber. Ist das Schlimmste überstanden?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Ja, selbstverständlich ist die Krise vorüber oder haben Sie den Politikern Barroso, Schäuble und Rajoy nicht richtig zugehört? Sie alle haben verkündet, dass die Krise vorbei ist. Nun aber einmal Spaß beiseite. Die Krise ist natürlich nicht vorbei. Das Gegenteil ist leider der Fall. Die volkswirtschaftliche Schadens-Maximierung seitens der Politik, der EU und der Notenbanken hat sich enorm beschleunigt. Bedauernswerterweise ist vieles von dem, was wir in unserem Buch vorhergesagt haben, bereits mit einer Dynamik die selbst uns überrascht (Bail in, Enteignung der Sparer in Zypern etc.), eingetroffen. Wir erleben gegenwärtig die größte Insolvenzverschleppung in der Geschichte der Menschheit. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Griechenland, Irland, Portugal, Spanien de facto bankrott sind. Wir gehen sogar weiter und zählen auch Italien und Frankreich dazu –  plus die Niederlande. Wir beide sind eine brisante Mischung: Schwaben und Ökonomen. Für uns zählen ausschließlich Fakten. Diese sehen in vielen Ländern Europas absolut verheerend aus! Lassen wir doch mal die Fakten sprechen und betrachten die volkswirtschaftlichen Daten einiger Länder in Europa genauer.

Italien hat über die Jahre einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Die Staatsverschuldung ist bei über 2 Billionen Euro. Die Arbeitslosenzahl ist die höchste seit der Datenerhebung (1977). Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei verheerenden 40,5%. Die Industrieproduktion befindet sich auf dem Niveau von 1987. Die dramatische Lage hat sogar Berlusconi wieder auf die politische Bühne gespült. Ob der nun rechtskräftig verurteilte Berlusconi das Land „abermals retten“ wird, halten wir für äußerst fragwürdig, eher wird er es in eine neue Krise stürzen, da ihm sein persönliches Wohl voraussichtlich wichtiger ist, als das von Italien und seinen Bürgern.

Griechenland ist absolut bankrott! In Griechenland steht der zweite Schuldenschnitt vor der Tür. Der Anteil der Arbeitslosen beträgt beschämende 27,6% bei den Jugendlichen sind sogar katastrophale 64,9% ohne Arbeit. Die Industrieproduktion ist auf dem Stand von 1978 – kurzum Griechenland befindet sich in einer schweren Depression und kann mit einer wirtschaftlichen Leistung auf dem Stand von 1978 niemals seine Schulden von heute begleichen.

Die Buchautoren Mark Friedrich und Matthias Weik: Das Ende wird verheerend sein. (Foto: DWN)

Die Buchautoren Mark Friedrich und Matthias Weik: Das Ende wird verheerend sein. (Foto: DWN)

Spanien ist ebenfalls extrem verschuldet. Die Kreditausfälle sind mit 11,2% oder 170 Milliarden Euro auf einem Rekordhoch. Die Arbeitslosenquote beträgt ca. 27% und unter den Jugendlichen sogar 57,22%. Gut ausgebildete junge Menschen verlassen vermehrt das Land und ein Land ohne Jugend ist ein Land ohne Zukunft.

Portugal ist das Armenhaus der EU und ebenfalls Pleite. Es wird niemals von alleine auf die Beine kommen. Die Arbeitslosenquote beträgt 17,8% und die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 42,5%. Normalerweise wäre diese weitaus höher, wenn nicht tausende junge Portugiesen bereits ihr Land auf der Suche nach einer besseren Zukunft verlassen hätten.

Frankreich ist alles andere als reich. Das Land mit den am stärksten gestiegenen und gegenwärtig sehr hohen Lohnstückkosten sowie der höchsten Steuer- und Abgabenlast der Euro-Zone trudelt immer weiter in die Krise. Von 2008 – 2012 stieg die Staatsverschuldung von 65% auf über 90%. Die Arbeitslosenquote beträgt 11,2% und unter den Jugendlichen sind bereits 26,5% ohne Job. Parallel geht die französische Automobilindustrie in die Knie. Sie produziert mittlerweile 40% weniger PKWs als 2005. Überleben kann der defizitäre PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) momentan anscheinend nur auf Grund fragwürdiger Staatshilfen.

Bei unseren Freunden in den Niederlanden ist die Immobilienblase geplatzt. Seit 2008 sind die Immobilien-Preise um 20,6% eingebrochen. Insgesamt haben die Banken Hypothekenkredite von rund 650 Milliarden Euro in den Büchern. Im Februar 2013 musste die SNS-Bank, immerhin das viertgrößte Geldinstitut des Landes, verstaatlicht werden. In den Niederlanden herrscht die höchste Privat-Verschuldung im EU-Raum mit ca. 250% des verfügbaren Einkommens.

Summa summarum: Die Krise ist vorbei. Die fatale europäische Rettungspolitik hat ganze Arbeit geleistet und in allen Krisenländern als Brandbeschleuniger die Situation noch weiter verschärft.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Wo lauert die größte Gefahr?

Marc Friedrich und Matthias Weik:  Dies ist schwierig zu beantworten, denn momentan sind so viele extrem gefährliche Variablen im Spiel, wie selten zuvor, die alle brandgefährlich sein können. Auslöser für einen fatalen Dominoeffekt könnte Japans Kamikaze-Wirtschaftspolitik sein, das Platzen der Staatsanleihen-Blase, ein enormer Börsencrash, Europa mit seiner bankrotten Südschiene, Berlusconi, der die italienische Regierung in die Krise stürzen kann, Chinas Schattenbanken, der Nahe Osten mit einem weiter eskalierenden Krieg in Syrien der sich leicht zu einem Flächenbrand ausbreiten kann etc. Es ist nur eine Frage der Zeit, welcher Dominostein als erster umkippt.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Wie beurteilen Sie den Bond-Markt – man könnte ja bei den aktuellen Zinsen fast Lust bekommen, italienische Papiere zu kaufen…

Marc Friedrich und Matthias Weik: Das wäre ein mutiges Unterfangen. Wenn Sie denken, dass man Schulden mit Schulden bezahlen kann – bitte kaufen Sie, „italienische Papiere“. Uns persönlich ist dies zu heiß, denn früher oder später wird das Spiel zu Ende sein. Wir denken, dass nach der Bundestagswahl die Karten auf den Tisch gelegt werden und vieles bisher Unmögliche dann doch möglich sein wird.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Was ist mit dem Gold-Crash – was geht hier vor?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Das ist eine berechtigte Frage. Es ist durchaus bemerkenswert, dass sich der Goldkurs kurz nach dem Rasieren der Sparer auf Zypern, negativ entwickelt hat. Was genau hier vor sich geht, können wir nicht sagen und wir werden uns auch nicht zu wilden Spekulationen hinreisen lassen.

Manche sprechen von einer gezielten Aktion, andere von einer Blase die geplatzt ist. Wir persönlich denken, solange die Märkte mit unendlich viel Fiatgeld ausgestattet werden, ist der physische Besitz von Gold und auch Silber bestimmt nicht verkehrt. Gold und Silber waren schon immer Geld und sind durch die Natur limitiert.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: In den USA sind gerade üble Machenschaften der Banken im Rohstoff- und Energiebereich aufgeflogen. Ist das Bankensystem ein systematisches Betrugssystem?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Einige Banken machen alles, um diese Aussage zu untermauern. Wir befürchten aber, dass dies erst der Anfang war, und noch vieles ans Tageslicht gefördert wird. Nach unserem Verständnis sind die Banken verpflichtet, der Allgemeinheit, der Wirtschaft und den Menschen zu dienen. Dieser Ansatz wurde aber vor über 20 Jahren „ad acta“ gelegt. Der zügellose, ungesunde und völlig pervertierte Profitwahn ist an dessen Stelle getreten. Dies gilt es zu ändern! Solange aber die Strafen, die die Banken berappen müssen, unter den Gewinnen liegen, die sie mit ihrer ungeheuerlichen kriminellen Energie verdient haben, werden sie weiter machen wie bisher und rein gar nichts ändern. Die Hybris der Finanzbranche ist unendlich und wird ihr im Endeffekt selbst das Genick brechen. Wir fordern eine persönliche Haftung der Verantwortlichen – mit Haus und Hof sowie wirkungsvolle Strafen! Wir sind fest davon überzeugt, dass in diesem Fall zahlreiche riskante Wetten nicht stattfinden würden.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Je mehr Skandale ans Licht der Öffentlichkeit kommen, desto schwerer wird es den Banken fallen ihr negatives Image wieder aufzupolieren.

Marc Friedrich und Matthias Weik: Dem können wir nur zustimmen. Die Bevölkerung wacht vermehrt auf und lässt sich nicht mehr von sinnfreien Werbespots der Finanzbranche „einlullen“.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Welche Folgen wird die Banken-Union in Europa haben?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Wir denken, niemand kann die Folgen einer Bankenunion absehen, da die Thematik schlicht und einfach zu komplex ist. Unserer Meinung ist die Banken-Union alles andere als eine gute Idee. Es geht wieder einmal um Zeitgewinn – Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Ist die gemeinsame Haftung für die Schulden zu verhindern?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Wir hoffen das doch sehr. Falls nicht, wäre dies absolut fatal für uns alle. Allerdings wird dieser politische Irrsinn wohl oder übel ebenfalls durchgeboxt werden. Dann wird der Euro nicht nur die europäische Idee im Kern zerstören und weiter einen Keil zwischen die Völker treiben, sondern auch noch unseren aller Wohlstand auffressen. Eigentlich wurden, um genau das zu verhindern, Gesetze beschlossen, die nun am laufenden Band von oberster Stelle gebrochen werden. Ein Skandal! Es wundert uns sehr, dass nicht Millionen auf der Straße sind und dagegen protestieren. Selbst ein Bahnhof in Stuttgart schafft es, 100.000 Menschen auf die Straße zu bringen. Wenn unsere Demokratie ausgehebelt wird, sollten die Straßen in ganz Deutschland und in ganz Europa voll mit empörten Menschen sein.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Wie kann sich der Anleger heute eigentlich noch sinnvoll bewegen – überall wird manipuliert…

Marc Friedrich und Matthias Weik: Was wir bis jetzt erfahren haben, wird leider nur die Spitze des Eisberges sein. Es wird noch sehr viel mehr auf uns zukommen – Dinge die wir uns heute nicht einmal ansatzweise vorstellen können. Die Finanzbranche entlarvt sich tagtäglich selbst und wird, wenn sie so weiter macht, an ihrer maßlosen Gier ersticken. Überall wird manipuliert, betrogen und gelogen. Das System zerstört sich langsam aber sicher von selbst. Wir haben es deutlich in unserem Buch geschrieben: Raus aus Papierwerten und rein in Sachwerte. Wir persönlich investieren ausschließlich in Sachwerte, die wir verstehen und die wir anfassen können. Aktien und sonstige Papierwerte gehören hierzu nicht. An Papierwerten möchten zu viele mit verdienen und im Endeffekt ist es wie im Kasino: Die Bank gewinnt immer! Die Finanzbranche kreiert Produkte nicht zum Gemeinwohl, sondern um Geld zu verdienen. Diese beiden Punkte sollten jedem Anleger bewusst sein.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Viele Crashs kommen mit einem Schwarzen-Schwan-Ereignis. Wer könnte der dieser Schwarze Schwan sein?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Die Pleite eines Südeuropäischen Staates, ein Bankenrun, China mit seinem Schattenbankensystem, ein Krieg im Nahen Osten….                                                    

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Wie gefährlich ist die Derivaten-Bombe wirklich?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Es geistern viele große Zahlen umher, aber im Endeffekt haben die Wenigsten einen Überblick, wer welche Wette am Laufen hat. Entscheidend ist das „Netting“, und dies ist auf jeden Fall kleiner als die Summen, die kommuniziert werden, aber immer noch groß genug, um massive Verwerfungen an den Finanzmärkten zu erzeugen. Auf jeden Fall ist die Derivate-Bombe mittlerweile gigantisch groß und brandgefährlich. Wann und in welchem Ausmaß sie in die Luft geht, kann jedoch auf Grund der Komplexität niemand sagen.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Hat die Politik die Lage noch im Griff?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Wenn ich die Entscheidungen seit 2008 betrachte, bin ich mir da nicht so sicher. Seit 2008 wurde alles für die Banken und nichts für die Menschen getan. Es wurde schlicht und einfach volkswirtschaftliche Schadensmaximierung betrieben und zwar auf Kosten der Allgemeinheit. Des Weiteren wird die Halbwertszeit der Rettungspakete immer kürzer, und die Einschläge werden immer heftiger, kommen immer näher und werden vor allem immer teurer. Bizarrer Weise sind die Krisenverursacher die Krisengewinner – verkehrte Welt würden wir sagen. Die Finanzwelt ist wieder in bester Ordnung – es werden wieder Rekordgewinne verbucht und die Boni fließen wieder reichlich.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Immer wieder wird über Währungsreformen spekuliert. Werden wir eine solche in absehbarer Zeit erleben?

Marc Friedrich und Matthias Weik: Wir haben leider keine Kristallkugel. Rein mathematisch kommt bei jedem, auf Zinseszins basierenden und somit exponentiell wachsenden, Finanzsystem nach einer bestimmten Zeit zu einem großen Knall dessen Folge eine Währungsreform sein kann. Wann dies der Fall sein wird können wir jedoch nicht sagen. Dies kann in 1 Woche, 1 Monat oder eine 1 Jahr oder später sein. Fakt ist, dass der Euro jetzt schon gescheitert ist, und nur durch massive Rettungsmaßnahmen und Stützungen überhaupt noch am Leben ist. EZB Direktor Jörg Asmussen hat vor einigen Wochen in einem Interview mit der FAZ ganz nebenbei zugegeben, dass der Euro im Sommer 2012 vor dem „chaotischen Zerfall“ stand und nur durch immense Anstrengungen der EZB gerettet wurde. Nachweislich wurde der Euro 7 mal seit 2008 gerettet. Geld, das man retten muss, ist für uns als Ökonomen kein funktionierendes Geld.

Deutsche  Wirtschafts Nachrichten: Welchen Zeithorizont sehen Sie – wie lange kann die Politik einen Crash noch hinausschieben?

Marc Friedrich und Matthias Weik: So lange die Menschen den Politikern Glauben schenken. Sie müssen bedenken, dass der Euro, der Dollar, das Pfund, der Yen … nur mit einem gedeckt sind – unserem Vertrauen. Verschwindet dieses Vertrauen, geht es ganz schnell. Aber seien sie sich sicher: Die Politik und die Verantwortlichen aus der Finanzbranche werden alles tun, um den Status Quo zu so lange wie möglich zu erhalten, weil sie von diesem System profitieren und weil der Euro eine politische Währung ist. Sie werden alles in den Ring werfen, um Zeit zu gewinnen – auch wenn es absoluter, ökonomischer Irrsinn ist. Die Lebensdauer unseres Finanzsystems ist nun mal mathematisch begrenzt. Seit 2008 wurde der Bogen schon sehr weit ausgedehnt und überspannt. Unser System hat Krebs der übelsten Sorte im Endstadium und ist praefinal. Es gibt keine Heilung. Gegenwärtig geht nur um eines – um Zeitgewinn bis zur nächsten Wahl, bis zum nächsten Krisengipfel. Das Problem ist nur, sobald ein Brandherd gelöscht wurde, entfachte irgendwo ein neues Feuer. Wir sind sicher, dass wir nach der Bundestagswahl einiges zu sehen bekommen. Wir werden noch Eurobonds sehen, Solidarsteuer, Steuererhöhungen, noch mehr Versprechen bezüglich der Einlagensicherung, Schuldenschnitte, Marshallpläne etc. Es wird auf Gedeih und Verderben am Euro festgehalten werden – den Schaden werden wir alle tragen. Es wird verheerend!

Matthias Weik und Marc Friedrich sind Ökonomen, Querdenker, Finanzexperten und Bestsellerautoren. Die beiden haben zusammen das Buch „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ geschrieben, das im Mai 2012 im kleinen Wissenschaftsverlag Tectum erschienen ist. Das Buch ist seit über einem Jahr in allen wichtigen Bestsellerlisten vertreten (Spiegel, Manager Magazin, Handelsblatt etc.). So war es das erfolgreichste Finanzbuch 2012 mit Platz 10 der Jahresbestsellerliste 2012 des „Spiegel“, Sparte Sachbuch. Im Manager Magazin war es dreimal auf Rang 1. Seit einigen Monaten sind Friedrich und Weik häufige Interviewpartner und Gäste von TV- und Radiosendern. In Ihrem Buch haben Marc Friedrich und Matthias Weik vorhergesagt, dass die „dot.com 2.0“ Aktien (Facebook, Zynga, Groupon etc.) massiv korrigieren werden sowie das die nächste Bankenrettung unter Einbeziehung der Sparer (bail in) über die Bühne gehen wird und haben somit die aktuellen Entwicklungen z.B. in Zypern und der EU in Ihrem Buch folgerichtig prophezeit. 

(203)

Mario Draghi freut sich über die Unterstützung durch bekannte Ökonomen. Impulsgeber der Initiative ist ein langjähriger Mitarbeiter des EZB-Chefs. (Foto: Flickr/European Parliament)

Mario Draghi freut sich über die Unterstützung durch bekannte Ökonomen. Impulsgeber der Initiative ist ein langjähriger Mitarbeiter des EZB-Chefs. (Foto: Flickr/European Parliament)

Einer der Hauptvorwürfe gegen die Entscheidungs-Prozesse der Zentralbanken lautet: Die Zentralbanker sind samt und sonders Theoretiker, die am lebenden Objekt experimentieren, ohne dass es Erfahrungen über die Auswirkungen der Maßnahmen gibt.

Meist stellt sich erst heraus, ob eine Maßnahme erfolgreich war, wenn es zu spät ist.

Das ist das Milieu der Akademiker.

Daher erfreuen sich die Entscheidungen von EZB-Chef Mario Draghi großer Beliebtheit.

Vor allem, wenn sie jenen applaudieren dürfen, mit denen sie auch außerhalb des Elfenbein-Turms enge Kontakte unterhalten.

Knapp 200 Wirtschaftswissenschaftler haben einen Aufruf unterzeichnet, der die Geldpolitik der EZB unterstützt. Die zum Teil heftige Kritik daran ist für die Ökonomen nicht nachvollziehbar. Weder ein Bruch des Verbots monetärer Staatsfinanzierung noch die stetige Machterweiterung der Zentralbank noch der damit verbundene Verlust an Unabhängigkeit sind für sie ein Argument.

Die Angriffe auf die EZB seien inhaltlich falsch, in der Absicht fehlgeleitet und schädlich für Europa und die Weltwirtschaft, heißt es in dem Aufruf. Die meisten der Unterzeichner stammen von Universitäten und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen aus Europa. Zu den fünf Initiatoren des Aufrufs gehört auch der erst seit kurzem amtierende Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

Dieser verteidigt den Direktankauf strauchelnder Euro-Staaten als notwendige Maßnahme. „Wenn es dieses Programm oder die Ankündigung nicht gegeben hätte, stände Europa heute sicherlich sehr viel schlechter da. Die Krise wäre sehr viel tiefer“, zitiert der DLF den DIW-Präsidenten. Die EZB-Politik habe viel Gutes bewirkt, so Fratzscher. Sie habe die Risiken für alle Mitgliedstaaten gesenkt, auch für Deutschland.

Im Text zur Petition werden aus geldpolitisch unkonventionellen Maßnahmen schnell Standard-Vorgehensweisen: „Das OMT-Programm ist ein wesentliches geldpolitisches Element für die EZB, um ihren Hauptauftrag – das Sicherstellen von Preisstabilität – zu erfüllen.“ Diese Darstellung entbehrt nicht einer gewissen Brisanz. Gerade die Gefahr einer ausufernden Inflation ist für Kritiker ein Hauptproblem des Anleiheprogramms (OMT-Programm – Open Monetary Transactions).

„Weltweit haben zahlreiche Zentralbanken mit ähnlichen gesetzlichen Beschränkungen und Befugnissen wie die EZB aktiv und erfolgreich Programme zum Ankauf von Staatsanleihen aufgelegt. Das OMT-Programm ist daher ein erprobtes und in Krisenzeiten keinesfalls ungewöhnliches Instrument“, schreiben die Petitions-Urheber weiter. Doch es geht noch eindeutiger. Die EZB handelt für sie offensichtlich nicht nur gut, sondern ausgezeichnet:

„Die Ankündigung des OMT-Programms im Sommer 2012 war eine der geschicktesten und erfolgreichsten geldpolitischen Kommunikationsmaßnahmen seit Jahrzehnten. Ohne auch nur einen einzigen Euro auszugeben, ist es der EZB gelungen, die Liquidität zu erhöhen, einen Ansturm auf die Banken zu verhindern, Unsicherheiten und Schwankungen an den Finanzmärkten einzudämmen, die Kreditkosten für Regierungen, Banken und Unternehmen zu senken (vor allem in den besonders gefährdeten Ländern) und das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Euro und die Wirtschaftsaussichten der Eurozone zu stärken.“

Zum besseren Verständnis über diese gewagt positive Interpretation der OMT-Programme bietet sich ein Blick in die Arbeits-Biographien der wichtigsten Initiatoren an. Marcel Fratzscher ist erst seit Anfang des Jahres Präsident des DIW, Deutschlands ältestem Wirtschaftsforschungs-Institut. Vor seiner Ernennung arbeitete er von 2001 bis 2012 für die EZB. Zuletzt leitete er dort die Abteilung Internationale wirtschaftspolitische Analysen.

Auch die Motivation der restlichen Initiatoren des Aufrufs lässt sich durchaus erahnen. Francesco Giavazzi war sowohl unter Romano Prodi als auch unter dem seit 2004 amtierenden Jose Manuel Barroso wirtschaftlicher Berater des EU-Kommissionspräsidenten. Dasselbe gilt für einen weiteren Initiator des Ökonomen-Aufrufs, Richard Portes.

Beatrice Weder di Mauro sitzt im Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS. Daneben ist sie im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp und im Verwaltungsrat von Hoffmann-La Roche. Zu ihrem Lebenslauf gehört auch ein Sitz im Aufsichtsrat der Ergo Versicherungsgruppe (2005-2010) und die Tätigkeit als Beraterin des österreichischen Vizekanzlers Josef Pröll von der konservativen ÖVP in den Jahren 2009 bis 2011.

Abgesehen von der recht eindeutig scheinenden Verortung der genannten Personen könnte ihr Aufruf zumindest in Ökonomen-Kreisen die dringend notwendige Diskussion über den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB neu anstoßen. Schließlich kennt auch das gegnerische Lager das öffentlichkeitswirksame Mittel des „Aufrufens“ nur zu gut. Im Juli 2012 starteten zahlreiche bekannte Wirtschaftswissenschaftler eine ähnliche Aktion – jedoch mit gänzlich anderem Inhalt. Die EZB werde Europa in die Inflation führen, argumentierten die OMT-Kritiker rund um Hans-Werner Sinn damals energisch. Was folgte war ein medienwirksamer Schaukampf zwischen Deutschlands Wirtschaftsforschungs-Elite.

Mehr ist auch von der aktuellen Initiative nicht zu erwarten. Die EZB wird ihre Anleihenkäufe jedenfalls bis auf weiteres fortsetzen – ob mit oder ohne wirtschaftswissenschaftlicher Schützenhilfe.

(200)

Das physische Gold der Deutschen Bundesbank ist weit weg. Die Verluste, die die Bank mit dem Papiergold einstecken musste, sind erheblich.

Das physische Gold der Deutschen Bundesbank ist weit weg. Die Verluste, die die Bank mit dem Papiergold einstecken musste, sind erheblich.

Noch Ende des letzten Jahres bewertet die Deutsche Bundesbank ihre Goldbestände mit 138 Milliarden Euro. Ende Juni war das Gold der Bundesbank nur noch 100 Milliarden Euro wert. Diese enormen Verluste stehen enormen Gewinnen in den Vorjahren gegenüber.

Das deutliche Minus in der Bewertung des Bundesbank-Goldes im ersten Halbjahr 2013 ist auf den Preissturz um circa 25 Prozent zurückzuführen, der sich im zweiten Quartal dieses Jahres ereignete. Die Bundesbank gibt sich davon unbeeindruckt. Den Deutschen Wirtschafts Nachrichten sagte die Bundesbank, man habe das Gold nicht, um es mit Gewinn zu veräußern.

Die letzte große Änderung der Goldbestände war im Jahr 1999, so die Bundesbank. Damals übertrug sie im Rahmen der Schaffung des Eurosystems 12 Milliarden Euro an die EZB. Davon wurden 15 Prozent in Gold an die EZB übertragen, was damals 232 Tonnen entsprach (bzw. 7,46 Millionen Feinunzen, siehe Grafik).

Seitdem hat sich die Goldmenge der Deutschen Bundesbank kaum verändert. Im Jahr 2000 blieb die Menge konstant bei knapp 112 Millionen Feinunzen. In den folgenden Jahren bis 2012 verkaufte die Bundesbank kleinere Goldmengen an die Bundesregierung zur Münzprägung. Ende 2012 waren noch 109 Millionen Feinunzen Gold übrig.

Trotz des Preisrückgangs sind die Goldreserven der Bundesbank langfristig alles andere als ein Verlust. So bewertete die Bundesbank ihre Goldbestände Ende 1999 mit 32 Milliarden Euro, Ende Juni dieses Jahres lag die Bewertung bei 100 Milliarden Euro. Das entspricht immerhin einer jährlichen Rendite von 8,8 Prozent.

Die Federal Reserve hat im ersten Halbjahr ihre Goldreserven bei konstant 8.133 Tonnen belassen und somit auf dem Papier einen Verlust von circa 110 Milliarden Dollar verzeichnet. Auch die Zentralbanken Italien, Frankreich und China haben in diesem Zeitraum Verluste in Milliardenhöhe gemacht.

Seit Ende Juni ist der Goldpreis wieder auf circa 980 Euro pro Unze gestiegen. Dieser erneute Preisanstieg um mehr als 6 Prozent hat der Deutschen Bundesbank in diesem Zeitraum einen theoretischen Gewinn von circa 6,5 Milliarden Euro beschert.

Circa 45 Prozent des Bundesbank-Goldes lagert in New York. Doch zuletzt hatten der Schweizer Investor Marc Faber (hier) und eine Reihe von Goldexperten (hier) starke Zweifel daran geäußert, dass das Gold der Bundesbank sich noch bei der US-Zentralbank befindet.

Die Goldbestände der Bundesbank lagen Ende 2012 bei etwa 109 Millionen Feinunzen (3.391 Tonnen). Seit 1999 hat sich der Wert des Goldes in Euro mehr als verdreifacht. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Die Goldbestände der Bundesbank lagen Ende 2012 bei etwa 109 Millionen Feinunzen (3.391 Tonnen). Seit 1999 hat sich der Wert des Goldes in Euro mehr als verdreifacht. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

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Die Solar-Energie steht vor dem Aus. Die Solar-Unternehmen werden sich nach dem Börsensturz nicht wieder erholen. (Foto: Flickr/ ricketyus)

Die Solar-Energie steht vor dem Aus. Die Solar-Unternehmen werden sich nach dem Börsensturz nicht wieder erholen. (Foto: Flickr/ ricketyus)

Die Blase ist geplatzt. Die Börsenkurse von Solar-Unternehmen sind schlagartig gefallen und haben ein Investitionsvolumen von 15 Milliarden Euro vernichtet. China beliefert Europa mit Solar-Anlagen, die viel billiger produziert und verkauft werden können.

Die Subventionierung von Solar-Energie im Zuge der Energiewende hat  die Kurse der börsennotierten Anbieter für Solar-Anlagen in die Höhe getrieben. Anleger stürzten sich auf die Möglichkeit und investierten. Doch der Hype ist nun vorbei. Die Energiewende kann als größte politische Fehlleistung von Kanzlerin Merkel angesehen werden (mehr hier).

Zu den größten Verlierern des Solar-Hypes zählt die Firma Solarworld. Seit dem Höchststand der Aktie hat das Unternehmen 5,29 Milliarden Euro an Wert verloren, berichtet Format. Im Januar 2013 folgte dann der Crash (mehr hier). Auf dem Finanzmarkt ist das Unternehmen derzeit nur noch 57,76 Millionen Euro wert.

Das Unternehmen Q-Cells hat derzeit einen Marktwert von 3,88 Millionen Euro. Der Preisverfall ist aber noch viel höher als bei Solarworld. Seit dem Höchststand der Aktie ist der Kurs von Q-Cells um 11,1 Milliarden Euro eingebrochen. Nirgendwo zeigt sich das Platzen der Börsenblase so deutlich wie hier.

Die Liste der Pleite-Unternehmen ist lang. Die Firma Conergy hat zuletzt Insolvenz angemeldet  (hier). Auch die Unternehmen Solon und Solar Millennium sind pleite. Die Firma Centrotherm hatte zwar Insolvenz angemeldet, wurde aber Ende 2012 wieder saniert.

Seitdem die EU im Solar-Streit mit China klein beigegeben hat, ist die Branche in der EU dem Untergang geweiht (mehr hier). Strafzölle gegen billige Importe aus dem Reich der Mitte hätten die Solarindustrie in Europa noch retten können. Allerdings nur bei hoher Subvention durch die EU und ihre Mitgliedstaaten.

Nicht nur die Anleger haben Verluste gemacht. Die Stromkunden müssen aufgrund der Umlage der Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kräftig draufzahlen. Auch die Unternehmen des Mittelstandes sind von dem Preisanstieg betroffen (hier).

Die Stromkonzerne nutzen die EEG-Umlage, um die Energie-Preise weiter in die Höhe zu treiben. In Deutschland hat das gut funktioniert. Deutschland hat die höchsten Energie-Preise in ganz Europa (hier).

(195)

Ein Sanierungsplan soll Auto Teile Unger wieder auf die Beine helfen. Die Vertriebsstruktur gilt als größtes Potenzial der Werkstattkette. (Foto: ATU)

Ein Sanierungsplan soll Auto Teile Unger wieder auf die Beine helfen. Die Vertriebsstruktur gilt als größtes Potenzial der Werkstattkette. (Foto: ATU)

Der operative Gewinn der Werkstattkette Auto Teile Unger (ATU) ist im Geschäftsjahr 2012/2013 um 40 Prozent auf 61,9 Millionen Euro gesunken, berichtete ATU am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Ausschlaggebend hierfür seien die „schlechte Situation im Gesamtmarkt“ und die „eingetrübte Stimmung der Kfz-Teilebranche“.

Trotz Einsparungen von 25 Millionen Euro im vergangenen Jahr konnte die Situation nicht nachhaltig verbessert werden. „Das vergangene Geschäftsjahr ist zweifelsohne enttäuschend, zeigt uns aber auch klar auf, welche Chancen wir ausgelassen haben und wo jetzt unsere Handlungsfelder liegen“. Sagte Hans-Norbert Topp, seit kurzem neuer Vorsitzender der Geschäftsführung von ATU.

Topp war im Juli von Sixt zu ATU gewechselt und hat dort den bis dahin amtierenden Geschäftsführer Manfred Ries abgelöst. Ries war selbst erst 2011 für Michael Kern ins Amt gehoben worden. Mit dem neuen Vorstands-Chef soll die Personalpolitik aber vorerst beendet sein. Hans-Norbert Topp will sich mehr auf das Online-Geschäft konzentrieren und die Vertriebsstruktur aus 650 Filialen und über 12.000 Mitarbeitern besser nutzen.

Tatsächlich ist es jedoch nicht der Markt, sondern die gewaltigen Schulden, die das Unternehmen an den Rand der Crashs drücken.

Vorher muss sich Topp aber um die Konsolidierung der Finanzen Gedanken machen. ATU hat über 600 Millionen Euro Schulden angehäuft – Tendenz steigend. „2010 wurde ein Minus von 56,5 Millionen Euro erwirtschaftet“, 2011 waren es 81,4 Millionen, berichtet Motor Talk. Das im laufenden Jahr erwirtschaftete Geld reicht nur bis zum Ende des Jahres. An eine Tilgung der Schulden ist nicht zu denken.

Der US-Finanzinvestor und Mehrheitseigentümer KKR hatte bereits vor fünf Jahren Zusatzkapital in Höhe von 140 Millionen Euro an ATU nachgeschossen. Um den Bedarf an Eigenkapital zu decken, forderte der zweite Großinvestor, Centerbridge, erneute Zahlungen von KRR im dreistelligen Millionenbereich, berichtet das Handelsblatt.

Der Fluch der Schulden bei ATU kommt aus dem verheerenden Geschäftsmodell der Finanzinvestoren – KKR gilt als einer der aggressivsten in der Private Equity Branche. Als KKR die damals florierende ATU im Jahr 2004 übernahm, taten die Amerikaner das, was solche Investoren immer tun: Sie bürdeten den Großteil des Kaufpreises in Höhe von 1,45 Milliarden Euro dem Unternehmen auf.

Damit haben sich die Finanzinvestoren schon einmal aus dem Risiko begeben. Offenbar hat KKR aber wegen des unsicheren konjunkturellen Umfeldes keinen neuen Käufer gefunden und muss sich nun erneut mit einer Krise herumschlagen.

Die Geschäftsführung hofft, dass die Gesellschafter gerade wegen des 2008 unerwartet einzuschießenden Kapitals nicht die Reißleine ziehen werden. Man habe „bereits zahlreiche Gespräche“ geführt, sagte Topp. „Mit einem Ergebnis rechnen wir spätestens bis zur Vorlage des endgültigen Geschäftsberichts Ende Oktober.“ Bis dahin soll das neue Sanierungskonzept stehen. Eckpunkte daraus hat Topp bereits vorgestellt. „E-Commerce und Flottenmanagement sind nach wie vor die richtigen Wachstumsbereiche, auf die sich A.T.U konzentriert“, sagte Topp.

Zudem will sich ATU stärker auf den Markt für Autoglas konzentrieren. Das soll die Werkstatt-Kette wetterunabhängiger machen. Die Einnahmen aus dem Reifengeschäft unterliegen je nach Witterung starken Schwankungen. Hinzu kommt, dass sich die Automobil-Industrie in der schwersten Krise seit Jahrzehnten befindet. Eine Rückkehr zu Wachstumsraten wie in Vorkrisenzeiten erwarten Automobilexperten indes nicht (mehr hier).

Für die Finanzinvestoren könnte damit aus dem einst Cash-Flow-starken Unternehmen eine endlose Geschichte werden – an deren Ende sogar Verluste stehen können.

Die Krise hat eben auch für die gefinkelten M&A-Experten von KKR stets neue Überraschungen parat.

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Mit seinem Übernahme-Angebot hat Carlos Slim die Aktie des niederländischen KPN-Konzerns in die Höhe getrieben. (Grafik: Finanzen.net)

Mit seinem Übernahme-Angebot hat Carlos Slim die Aktie des niederländischen KPN-Konzerns in die Höhe getrieben. (Grafik: Finanzen.net)

Der Telekommunikations-Markt ist in Bewegung. Carlos Slim, Chef des mexikanischen Telefon-Anbieters América Móvil hat dem niederländischen Kontrahenten KPN ein Übernahmeangebot unterbreitet. Slim will KPN für 7,2 Milliarden Euro schlucken. Der Auslöser für dieses Angebot ist der deutsche Mobilfunkanbieter E-Plus.

E-Plus ist die deutsche Sparte des KPN-Konzerns und sollte eigentlich von O2 Telefónica für sieben bis acht Milliarden Euro übernommen werden. Das hätte O2 mit einem Schlag zum größten Anbieter in ganz Europa gemacht (mehr hier).

Eine derart starke Position auf dem europäischen Markt ist nicht im Interesse von Carlos Slim. Der Deal droht zu scheitern. Die Verantwortlichen bei KPN erklärten, das Übernahmeangebot von Carlos Slim prüfen zu wollen.  Damit ist der Kampf um den finanziell angeschlagenen KPN-Konzern in die nächste Runde gegangen.

Angaben von Reuters zufolge bietet América Móvil pro KPN-Aktie 2,40 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 35 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage. América Móvil ist bereits mit 30 Prozent an KPN beteiligt. Seitdem bekannt ist, dass KPN mit Telefónica in Verhandlungen steht, sollen auch die restlichen Anteile aufgekauft werden.

In der kommenden Woche sollen die KPN-Aktionäre über den Verkauf der E-Plus sparte abstimmen. Dann wird sich zeigen, wer beim Kampf um die Assets der KPN den längeren Atem hat. Experten erwarten, dass Telefónica ein Gegenangebot macht, um die Übernahme von E-Plus nicht zu gefährden.

 

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Entwicklung der Investitionen in italienische Staatsanleihen der drittgrößten italienischen Bank, Monte dei Paschi. (Grafik: Zero Hedge)

Entwicklung der Investitionen in italienische Staatsanleihen der drittgrößten italienischen Bank, Monte dei Paschi. (Grafik: Zero Hedge)

Im Juni hat die älteste Bank der Welt, Monte dei Paschi, italienische Staatsanleihen im Wert von über drei Milliarden Euro gekauft. Damit hat die Bank ihr Investitionsvolumen bei den italienischen Staatsschulden fast verdoppelt. Paradoxer Weise sind Italiens Schulden die beste Sicherheit, die sich die Bank wünschen kann.

Denn die italienische Regierung muss die drittgrößte Bank Italiens immer wieder mit Finanzhilfen am Leben erhalten. Anderenfalls reißt sie den Staat noch tiefer in den Schuldensumpf. Monte dei Paschi besitzt italienische Staatsanleihen im Wert von 29 Milliarden Euro (siehe Grafik), so viel wie nie zuvor, berichtet Zero Hedge.

Die italienische Regierung erhöht also ihre ohnehin schon enormen Staatsschulden für Kredite und Garantien an eine Bank, die eigentlich zahlungsunfähig ist. Diese soll mit dem Geld wiederum italienische Schulden kaufen.

Die Rettung stellt nichts anderes als eine klassische Rettung der Bank durch den Steuerzahler dar – also einen Bailout.

Anders als Spanien verfolgt die Regierung in Rom jedoch die Strategie, ihre Banken-Problem noch nicht mit EU-Geldern, sondern intern zu lösen (mehr hier).

Der Fall der Monte ist besonders interessant, weil bis heute die Rolle von EZB-Chef Mario Draghi ungeklärt ist, der während der Zeit eines höchst umstrittenen Zukaufs bei der italienischen Bankenaufsicht für die Monte war, sich jedoch nach Bekanntwerden des Deals umgehend einen Freispruch von seinen Nachfolgern beim Regulierer hat geben lassen (mehr zu diesem Krimi, bei Goldman Sachs eine wichtige Rolle spielte – hier).

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Bombendrohung in Paris: Eiffelturm evakuiert

On August 10, 2013, in Endzeit, by admin
Eine Twitter-Userin machte ein Foto von der Evakuierung und schrieb: “Der Eiffelturm wird evakuiert! Wir müssen alle die Treppen runter gehen… Was ist Grund?” (Foto: maryttan via Twitter)

Eine Twitter-Userin machte ein Foto von der Evakuierung und schrieb: “Der Eiffelturm wird evakuiert! Wir müssen alle die Treppen runter gehen… Was ist Grund?” (Foto: maryttan via Twitter)Eine Twitter-Userin machte ein Foto von der Evakuierung und schrieb: “Der Eiffeltum wird evakuiert! Wir müssen alle die Treppen runter gehen… Was ist Grund?” (Foto: maryttan via Twitter)

Nach einer Bombendrohung hat die Polizei in Paris den Eiffel-Turm evakuieren lassen. Von wem die Drohung stammt ist nicht bekannt. Nach zwei Stunden konnte Entwarnung gegeben werden, der Turm ist nun wieder geöffnet.

Am Freitagnachmittag wurde der Eiffel Turm vollständig evakuiert, nachdem eine Bombendrohung bei der Polizei in Paris eingegangen ist. Wie Reuters berichtet, war das 324-Meter hohe Touristenziel bis 16.30 komplett gesperrt.

Weitere Details zu der Drohung wollte die Pariser Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen nicht preisgeben.

Der Eiffel-Turm wurde 1889 gebaut und ist einer der bekanntesten Türme der Welt. Sieben Millionen Menschen aus der ganzen Welt besuchen das Pariser Wahrzeichen jedes Jahr. Pro Tag sind es etwa 30.000.

Der Eiffel-Turm wurde schon öfter wegen Bombendrohungen evakuiert. Meistens stellt sich jedoch schnell heraus, dass es sich um einen Schwindel handelt.

Die Zeitung Ouest France berichtet, dass auch andere Kunst-Denkmäler in Paris unter besonderen Schutz gestellt wurden. Offenbar verfolgen die Behörden Hinweise auf Terror-Aktivitäten.

(169)

Der Mainzer Hauptbahnhof hält dieser Tage für die Fahrgäste jederzeit neue Überraschungen bereit. Über jeden Zug der fährt, ist man froh (Foto: Screenshot DWN).

Der Mainzer Hauptbahnhof hält dieser Tage für die Fahrgäste jederzeit neue Überraschungen bereit. Über jeden Zug der fährt, ist man froh (Foto: Screenshot DWN).

Am Mainzer Hauptbahnhof herrschen chaotische Zustände. Regionalzüge fallen immer wieder aus, der Fernverkehr ist nahezu lahmgelegt. Und alles nur, weil das Stellwerk im Augenblick nicht über genügend Personal verfügt, so die Deutsche Bahn. Doch sowohl im Eisenbahn-Bundesamt als auch im Bundesverkehrs-Ministerium sieht man sich nun genötigt, einzugreifen.

So hat das Eisenbahn-Bundesamt nun ein Verfahren „wegen eines möglichen Verstoßes der DB Netz AG gegen ihre Betriebspflicht eingeleitet“, teilte der Pressesprecher der Behörde den Deutschen Wirtschafts Nachrichten mit:

„Nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) sind die Eisenbahninfrastrukturunternehmen verpflichtet, ihre Infrastruktur in einem betriebssicheren Zustand für den Eisenbahnverkehr vorzuhalten.“

Man erwarte nun, dass sich die Bahn dazu äußere, „ mit welchen Maßnahmen sie dafür sorgen wird, dass der sichere Betrieb in Mainz unverzüglich wieder aufgenommen werden kann“, so die Sprecherin. Über das weitere Vorgehen werde dann entschieden.

Im Bundesverkehrs-Ministerium herrsche auch „großes Unverständnis“ für die aktuelle Situation in Mainz, sagte eine Sprecherin des Ministeriums den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Das ist ein unhaltbarer Zustand, das darf nicht vorkommen.“ Noch heute werde es deswegen ein Treffen mit dem zuständigen Staatssekretär Michael Odenwald und Bahnchef Grube geben.

Die „aktuelle Situation mit der weitgehenden Abkopplung des Mainzer Hauptbahnhofes in den Abend- und Nachtstunden“ ist „aus verkehrspolitischer Sicht nicht akzeptabel“, schreibt Staatssekretär Odenwald in einem Brief an den Vorstand der Deutschen Bahn für Infrastruktur, Volker Kefer. Wichtige Knotenpunkte und Landeshauptstädte müssen durchgängig erreichbar sein, so Odenwald in dem Schreiben, das den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegt.

Der Staatssekretär fordert darin auch den Vorstand auf, zu prüfen, ob Mitarbeiter nicht gegebenenfalls aus dem Urlaub zurückgeholt werden oder schon für Mainz geschulte Mitarbeiter von anderen Standorten abgezogen werden können. „Ferner erwarte ich, dass künftig sichergestellt wird, dass auch in Urlaubszeiten ausreichende Personalreserven vorhanden sind“, so Odenwald. Die Bahngewerkschaft EVG geht jedoch davon aus, dass allein bei den Fahrdienstleistern bundesweit mindestens 1.000 Mitarbeiter fehlen (hier).

(178)

Geht es nach den Schweizer Politikern, es in der Schweiz bald eine bunte Banknote weniger geben (Foto: Flickr/rosmary).

Geht es nach den Schweizer Politikern, es in der Schweiz bald eine bunte Banknote weniger geben (Foto: Flickr/rosmary).

Der Schweizer Franken ist sehr beliebt. Wie die aktuellen Zahlen der Schweizerischen Nationalbank zeigen, befanden sich im Mai 2013 Banknoten und Münzen im Wert von insgesamt fast über 59 Milliarden Franken im Umlauf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat (Mai 2012) ist das immerhin eine Steigerung von mehr als 5 Milliarden Franken. Vor allem der 1.000-Franken-Schein erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Im Mai dieses Jahres befanden sich 1.000-Franken-Scheine im Umfang von über 36,67 Milliarden Franken im Umlauf. Das entspricht beinahe 60 Prozent des gesamten Wertes aller Banknoten und Münzen in der Schweiz. Die Zahl der 1.000er Noten ist seit 2009 drastisch gestiegen. Waren es 2009 noch Geldscheine im Umfang von 29,23 Milliarden Franken, so waren es im Mai vergangenen Jahres schon 1.000-Franken-Scheine im Wert von 32,60 Milliarden Franken. Demzufolge ist der Anstieg des Schweizerischen Bargelds insgesamt hauptsächlich auf eine deutlich größere Anzahl von 1.000-Banknoten zurückzuführen.

Diese Entwicklung spricht dafür, dass die Schweizer Währung mittlerweile vor allem auch als Wertaufbewahrungsmittel fungiert und nicht nur zum Bezahlen. Das Vertrauen in das Bankensystem ist deutlich zurückgegangen. Die Bürger greifen zunehmend auf die Möglichkeit zurück, das Geld von der Bank zu holen. Banknoten mit einem sehr hohen Nennwert werden dafür bevorzugt. Angesichts der neuen Maßnahme der Schweizer Bankenaufsicht Finma könnte sich die Flucht ins Bargeld noch beschleunigen. Seit Mittwoch werden Bankkunden der UBS und der Credit Suisse zur Abwicklung im Insolvenzfall auch zur Kasse gebeten (hier).

Um die Flucht ins Bargeld jedoch einzudämmen, plädieren etliche Schweizer Politiker dafür, die 1.000-Franken-Scheine einfach aus dem Verkehr zu ziehen. Denn die Flucht ins Bargeld heißt auch, sich der Kontrolle über die eigenen Bankkonten zu entziehen.

Doch die Politiker selbst geben an, dass man die Banknote abschaffen sollte, weil sie vor allem für die Geldwäsche genutzt werden könnte. Der hohe Wert der einzelnen Note unterstütze illegale Praktiken, weil er den Transport von großen Barsummen erleichtere, zitiert der Schweizer Tagesanzeiger die SP-Abgeordnete Margret Kiener Nellen. Deshalb müsse etwas unternommen werden. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Susanne Leutenegger Oberholzer: Im Zeitalter des elektronischen Geschäfts- und Zahlungsverkehrs seien diese großen Geldscheine überholt.

Eine ähnliche Debatte gibt es derzeit auch bezüglich der 500-Euro-Note, die ebenfalls als Förderer der Geldwäscherei bezeichnet wird. Im April flammte die Debatte um die Abschaffung der 500-Euro-Banknote wieder auf. Die EZB denkt derzeit darüber nach. Und wie stark der Drang der EU ist, Bargeld abzuschaffen, zeigte zudem der Vorschlag der EU-Kommission, sogar die 1 und 2 Cent-Stücke aus dem Verkehr zu ziehen (hier).

Doch so wie es beim Euro zumindest formell in der Hand der EZB liegt, Banknoten abzuschaffen, ist dies auch in der Schweiz der Fall. Eine Sprecherin der Schweizerischen Nationalbank sagte den Deutschen Wirstchafts Nachrichten, dass die Zentralbank dem Zahlungsmittelgesetz zufolge die Entscheidungshoheit hat. Insofern müssten die Politiker die Zentralbank von der Notwendigkeit, die 1.000 Franken-Note abzuschaffen, überzeugen. Für die neue Notenserie des Schweizer Franken, die frühestens 2015 in Umlauf gebracht wird, ist aber bisher noch eine 1.000-Franken-Note geplant, so die Nationalbank.

Die Anzahl der 1.000-Franken-Scheine ist innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen (Grafik: SNB, DWN).

Die Anzahl der 1.000-Franken-Scheine ist innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen (Grafik: SNB, DWN).

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