Glaube (26.6.2013)

 

Michael Winkler, der Mann mit Vision

Michael Winkler, der Mann mit Vision

Für die Juden ist Gott die Quelle alles Guten und alles Bösen, was sie aber nicht davon abhält, sich von den Deutschen für Gottes Bosheit entschädigen zu lassen. Was, konsequent zu Ende gedacht, die Deutschen über Gott stellt, da sie ja befähigt sind, Gottes Fehler wieder auszugleichen.

Für den gläubigen Menschen ist Gott überall. Er hört alles, sieht alles, weiß alles. Und bei Bedarf regelt er auch alles. Mit unserer Erde taumeln wir durch eine Galaxis, in der sich so etwa 100 Milliarden Sonnen herumtreiben. Diese Galaxis ist wiederum eine einzige der 100 Milliarden Galaxien in diesem Universum. Gehen wir nun davon aus, daß die Erde nicht der einzige durch Homo sapiens oder einer andere intelligente Lebensform infizierte Planet ist, dann hat der liebe Gott einen ganzen Haufen Schützlinge, bei denen er alles hören, alles sehen und alles wissen muß. Eine Quadrilliarde? Eine Quintillion? Eine Eins, gefolgt von 21, 24 oder noch mehr Nullen. Jedenfalls hat das himmlische FBI ganz schön viel zu überwachen.

Und jetzt kommen Sie und bestellen beim göttlichen Lieferservice, daß nächsten Samstag sechs ganz bestimmte aus 49 vorhandenen Kugeln gezogen werden, plus eine weitere aus einer Reihe von zehn. Da ist doch nur ein kleines Wunder, das erledigt der liebe Gott in der Pinkelpause während der Fernsehwerbung. Für jemanden, der ein ganzes Universum geschaffen hat, ist das doch keine Arbeit. Nur, leider, wollen ein paar Millionen Mitmenschen genau dasselbe, nur eben mit ihrem Zahlenvorschlag. Wenn nun jede Woche einer seine Zahlen bekommt, ist die halbe Ewigkeit vorbei, bis alle bedient worden sind. Und dann wären da auch noch die Majllaron-Spieler auf Kampaxtra. Beim Majllaron geht es darum, Düfte in einer Reihenfolge zu mischen, die den erwünschten Summenduft ergeben. Der Gewinner bekommt… Ach, schauen Sie es sich selbst an! Nehmen Sie die Intergalaktische Straße 47, fliegen Sie 36 Megaparsecs und biegen Sie dann 36,2° nach unten links ab, auf den Galaktozubringer Xi 8.

Schon die römischen Cäsaren haben gewußt, daß es nicht leicht ist, ein Gott zu sein. Einer! Und nun sind Sie DER Gott, mit der Gesamtverantwortung für das Universum, die Schöpfung und den ganzen Rest. Eine Quintillion mehr oder weniger intelligente Wesen betet auf sie ein, wünscht sich so elementare Dinge wie die Ampel, die doch bitte solange grün bleiben möge, bis der Betreffende an ihr vorbei ist. Gleich daneben bittet ein Anderer darum, daß genau dieselbe Ampel doch bitte endlich rot werde, damit seine auf Grün schaltet und ihm die Fahrt freigibt. Beraten, was zu tun sei, geht nicht, denn bis Sie den Beraterengeln das Dilemma geschildert haben, schaltet die Ampel ganz allein weiter.

Stellen Sie sich die Beschwerdeabteilung vor! Da fühlt sich doch ständig jemand ungerecht behandelt und schimpft. Auf allen Welten im Kosmos ist es generell zu warm, zu kalt, zu naß, zu trocken und überhaupt kann das Wetter ja nur von absoluten Dilettanten gemacht worden sein. Unwilligen Kindern mißfällt, daß all die gesunden Sachen nur in dem ekligen Gemüse stecken, anstatt in wohlschmeckenden Bonbons.

Weil wir schon dabei sind, stellen Sie sich doch mal vor, Sie seien der liebe Gott. Das heißt, beginnen Sie besser als Lehrling mit beschränktem Aufgabenbereich. Sieben Milliarden Menschen auf der Erde reichen durchaus, um Sie zu beschäftigen. 24 Millionen Juden schicken Ihnen die Gebete gleich doppelt, mit CC direkt zur Beschwerdestelle. Bei über einer Milliarde Muslime ist es leichter, die leiten alles über die Außenstelle Mekka, was dort nicht ankommt, dürfen Sie ignorieren. Bei den meisten Christen ist es noch einfacher, die haben das Beten eingestellt und belästigen Sie nicht weiter.

Fangen Sie jetzt an zu üben. Da ich Sie zum Hilfs-Reserve-Gott befördert habe, wäre ein kleines Entgegenkommen angebracht. Wirklich nur ein kleines, Sie brauchen nicht die Lottozentrale zu überzeugen, sich an meinen Zahlenvorschlag zu halten. Mir genügt schon eine grüne Welle, einmal pro Woche. Ehrlich. Wenn ich gelegentlich schimpfe und allen Volldemokraten Ohrfeigen, Fausthiebe und Tritte versetzen möchte, dürfen Sie das getrost ignorieren, auch wenn das noch so angebracht wäre.

Wenn das bei mir mit der grünen Welle funktioniert, dann erweitern wir das ein bißchen. Ich kenne jemanden in Duisburg, der Taxi fährt. Die Wahrscheinlichkeit, daß wir beide einmal an verschiedenen Straßen einer Kreuzung stehen, ist verschwindend gering, also können Sie diesem Bekannten auch eine grüne Welle gönnen. Und sollten wir uns doch einmal begegnen, dann bekommt er Vorfahrt, wenn er im Taxi unterwegs ist und ich, falls er privat fährt. Das sind doch wirklich ganz einfache Regeln, oder?

Wagen Sie sich jetzt mal an eine größere Regelung. Alle gebürtigen Deutschen bekommen grundsätzlich Grün und alle Zuwanderer, ob nun mit oder ohne deutschem Paß Rot. Ich weiß natürlich, daß wir keine Ausländer diskriminieren sollen, aber wenn Sie das tun, als Gottes Handlungsbevollmächtigter, ist das auf jeden Fall in Ordnung.

Ich hätte da noch ein paar Änderungen am Fernsehprogramm. Immer, wenn man uns Dokumödien über Hitler & Nazis zeigen will, soll statt dessen etwas mit Hans Albers laufen. Oder ein Film mit Otto Gebühr. Die nervigen Quatschkopfrunden werden durch alte Ufa-Filme ersetzt und Wetten dass…? durch jeweils drei Folgen Raumpatrouille. Deutsche Problemfilme stellen wir auch ab, statt dessen sehen wir lieber Peter Alexander, Heintje oder Rex Gildo. Was bleibt noch? Ach ja, die amerikanischen Ballerfilme. Die werden durch alte Shows mit Peter Frankenfeld ersetzt, ein wenig leichte Unterhaltung sollte schon sein.

Ich bin überzeugt, Ihnen, liebe Leser, fielen hunderterlei Verbesserungen ein, die der Hilfs-Reserve-Gott mit der ausschließlichen Zuständigkeit für die Erde vornehmen könnte. Selbst meine Aufwertung des Fernseh-Programms dürfte nicht auf umfassende Gegenliebe stoßen. Stellen Sie sich nun bitte das Chaos vor, das entstünde, wenn dieser Gottesvertreter Wünsche jeder Art umgehend erfüllt. Ich will Schlitten fahren, Sie ins Freibad… und Kurti, der Nachbarsjunge, wollte schon immer auf einem Dinosaurier reiten.

Ich glaube, jetzt verstehen Sie warum Gott mit der Erfüllung von Wünschen so zurückhaltend ist. Das ist allerdings ein kleiner Nachteil für die Priester, die uns schließlich zeigen wollen, daß ihr Gott, und nur dieser Gott allein, der einzig wahre und verehrungswürdige sei. Stellen Sie sich jetzt einfach nur einen Ameisenhaufen vor, auf den Sie aufrecht stehend herabschauen. So eine Ameise sei zwei Millimeter groß, Sie zwei Meter, also ist der Faktor 1:1000. Ein Teil der Ameisen, die katholischen, tragen auf dem linken Vorderbein eine gelb-weiße Binde. Die evangelischen haben ein kleines Kreuz auf ihrem Rücken tätowiert, die muslimischen tragen einen grünen Farbtupfer auf der Stirn. Die Atheisten gehen aus Protest gegen die Gottes-Idee im Paßgang, die Hindus nur auf ihren Klauenspitzen, die Juden haben ihre Fühler beschnitten und die Buddhisten ernähren sich ausschließlich von den Ausscheidungen der Blattläuse.

Sie starren aus mindestens anderthalb Metern Höhe auf die Tierchen hinab. Die Merkmale sind derart unauffällig, daß Sie diese gar nicht unterscheiden können. Sollten Sie sich wirklich eine einzige Ameise ausgucken, verschwindet diese binnen weniger Sekunden im Gewimmel. Jede einzelne Ameise glaubt, wegen ihres Abzeichens sei sie Ihr alleiniger Liebling, also Sie ihr persönlicher Mensch. Bis auf die Atheisten, natürlich, die sagen allen Anderen, daß es Sie gar nicht gäbe.

Warum ich Ihnen das erzähle? Verglichen mit dem Abstand zwischen Ihnen und dem Schöpfer des Universums sind Mensch und Mini-Ameise geradezu auf Augenhöhe. Eine Quintillion intelligenter Geschöpfe beten auf ihren Schöpfer ein. Und trotzdem – SIE bekommen die grüne Ampel! Mehr noch, Gott ist Ihnen gewogen, Sie finden sogar einen PARKPLATZ! Ist das nicht großartig? Tja, jetzt wird es kompliziert. Ihr Glaube hat Ihnen geholfen! Sehen wir Gott als Handwerker, ist er etwa ein Drittel so groß wie sein Meisterstück, das Universum, also etwa 10 Milliarden Lichtjahre. Und Sie? Seien wir großzügig, Sie haben dagegen die Größe eines Elektrons, wenn Gott ein gewöhnlicher Mensch wäre. Während Sie nicht wissen, was sich ein Elektron in Ihrer Augenbraue, auf dem dritten Haar ganz links, so denkt, weiß der liebe Gott das. Zumindest sieht es so aus.

Wie geht das? Gott hat ein perfektes Universum geschaffen, ganz einfach. Was Perfektion ist, sehen Sie an Ihrem Auto. Sie setzen sich hinein, drehen den Zündschlüssel, es springt an und Sie fahren los. Sie brauchen nicht lange nachzudenken, es funktioniert einfach. Bei einem Militärflugzeug ist das ganz anders. Eine Stunde in der Luft, fünf, zehn, ja zwanzig Wartungsstunden am Boden. Ihr Auto fahren Sie 300, vielleicht sogar 500 Stunden im Jahr und dann benötigt es zwei, drei Stunden Wartung im Rahmen einer Inspektion. Gottes Universum ist noch besser, das funktioniert seit Milliarden Jahren ohne eine einzige Stunde Wartung. Es sei denn, er schummelt, schaltet das Universum zwischendurch ab, bessert nach und setzt es wieder in Bewegung. Wir würden es nicht merken, wir würden nicht einmal merken, ob wir im ersten, hundertsten oder hunderttausendsten Universum leben. Nach unserer Anschauung funktioniert das Universum perfekt.

Perfekt heißt, daß der liebe Gott eben nicht durch das Universum fegt und einer Quintillion betender Wesen die Ampeln steuert, einen Parkplatz besorgt oder das Fernsehprogramm verbessert. Perfekt ist ein selbstregelndes System, das ohne diese Eingriffe auskommt. Noch perfekter ist das System, wenn es den Beteiligten Einfluß überläßt.

Die Atheisten – die Ameisen, die im Paßgang umherwanken – leugnen die Existenz des großen Fußes, der sie zertritt. Zumindest leugnen sie, daß der Fuß die Absicht hat sie zu zertreten. Das sei alles Zufall, sagen die Paßgang-Ameisen. Das Porsche-Cabrio, das mir gerade den ersehnten Parkplatz freimacht, wäre ganz bestimmt auch ohne göttlichen Eingriff weggefahren. Aber wer hat mir zuvor den Lkw geschickt, der mich eine Minute aufgehalten hat, weshalb ich genau zu dem Zeitpunkt an der Stelle war, als der Porsche losgefahren ist? Na? Ach so, auch Zufall. Wir leben in einer reinen Zufallswelt, und wenn unsere Kanzlerin häßliche Hosenanzüge trägt, ist das natürlich ebenfalls Zufall.

Wie wäre es, wenn Sie tatsächlich Macht hätten? Also nicht die Macht, einen Porsche vom Parkplatz zu jagen, sondern die Macht, sich einen freien Parkplatz zu… wünschen? Sicher, das geht, bei der Scientology zahlen Sie so 250.000 Dollar für eine gründliche Gehirnwäsche und eine Urkunde, auf der “OT irgendwas” steht. Dann postulieren Sie einen freien Parkplatz und… schon wissen Sie, daß Sie noch ein paar Kurse für 120.000 Dollar benötigen.

Die wunderbare Macht haben Sie aber auch so. In Ihnen glimmt ein Fünkchen Schöpfungsmacht! Sie sind sich dieser Macht allerdings nicht bewußt, zumindest die meisten Menschen haben keine Ahnung, daß dies in ihnen steckt. Die Schöpfungsmacht wirkt scheinbar banal, denn wenn Sie ein Haus bauen wollen, genügt es nicht zu beten. Sie brauchen Geld, einen Architekten, Bauarbeiter – alles ganz und gar ungöttlich. Und doch, das Haus entsteht durch IHREN Willen, durch IHRE Schöpfungsmacht. Da gibt es keinen Zufall, da kippt keiner einen Haufen Ziegel aus einem Flugzeug und unten türmen die sich schön Stein auf Stein aufeinander, zu einem Haus. Oh nein!

Sie besitzen den freien Willen und die Schöpfungsmacht, aus diesem freien Willen heraus etwas zu schaffen. Sie müssen nur glauben. An sich. An Gott. An die Möglichkeiten, die Gott Ihnen im perfekten Universum gegeben hat. Dem gegenüber steht das “Ich kann nicht.” Dabei gibt es ein “Ich kann nicht” gar nicht, es ist immer ein “Ich will nicht!” Wenn Sie sagen: “Ich will!”, wird Gott schließlich nicken und Ihren Wunsch erfüllen. Er muß dazu keinen Finger rühren, denn er hat das Universum perfekt geschaffen. Das Universum ist so eingerichtet, daß es Ihre Wünsche erfüllen wird.

Es gibt nur eine kleine Einschränkung, denn das Universum wird auf Ihr “Ich will!” mit der Frage antworten: “Willst Du das wirklich?” Dann müssen Sie das Universum davon überzeugen, daß Sie dies tatsächlich wollen. Die Weisheit dieses Vorgehens erkennen Sie, wenn Sie auf Ihre Wünsche achten, die Sie so tagsüber haben. Sollte sich die Bundeskanzlerin eines Tages vor laufender Kamera in eine häßliche Kröte mit zu engem Hosenanzug verwandeln, dann wäre das ein Hinweis, daß sich zumindest meine Wünsche plötzlich schlagartig erfüllen. Aber, wie gesagt, das Universum verhindert das derzeit noch.

“Ich will dickere Muskeln als Arnold Schwarzenegger” ist ein durchaus realistischer Wunsch. Da heißt es trainieren, auf die Ernährung achten… Das Rezept ist durchaus bekannt. Wenn dieser Wunsch aber mit “Ich will heute im Bett bleiben” oder “Ich will Bier trinken mit meinen Freunden” kollidiert, dann wird aus den dicken Muskeln vermutlich nichts werden. Dann hat das Universum herausgefunden, daß Sie diese Muskeln nicht wirklich haben wollten.

Damit Sie nicht herausfinden, ob Sie gewisse Dinge wirklich haben wollen, oder ob das nur eine Laune des Augenblicks ist, haben geschäftstüchtige Menschen die Ratenzahlung erfunden. Kaufe jetzt, zahle später. Noch besser: SONDERANGEBOT! Sie schlagen spontan zu und kaufen Dinge, die Sie sich nicht leisten können oder auch gar nicht brauchen. Keine Sorge, ich habe diesbezüglich ebenfalls Lehrgeld bezahlt, und ich bin mir nicht sicher, ob ich vor solchen Versuchen dauerhaft gefeit bin. Nur von Ratenzahlung bin ich kuriert, hoffe ich.

Eine der besten Geschichten zum freien Willen ist ein Judenwitz. Ja, leider. Ach, ich erzähle ihn trotzdem. Der ehrbare jüdische Kaufmann Schlomo Schmierenstein betet jeden Morgen: “Herr, mach, daß ich gewinn den großen Preis in der Lotterie!” Tagein, tagaus, jahrein, jahraus. Immer wieder: “Herr, mach, daß ich gewinn den großen Preis in der Lotterie!” Eines Tages wird es sogar Jahwe zu viel. Er antwortet: “Schlomo, gib mer a Chance, kauf a Los!”

Ihr “Job” gefällt Ihnen nicht? Zu schlecht bezahlt? Zu mies behandelt? Wir haben hier in Würzburg eine Wallfahrtskirche, das Käppele. Da können Sie jeden Tag hochlaufen, gerne auch mal auf Knien die Treppen hochrutschen, und um einen besseren “Job” beten. Das Universum wird Ihren Wunsch erfüllen. Ehrlich. Garantiert! Ihr Wunsch ist, tagtäglich zum Käppele hochzulaufen und dort über Ihren “Job” zu klagen. Das dürfen Sie gerne, Jahre, ja Jahrzehnte lang. Sie wollen ja keinen besseren “Job” oder gar einen richtigen Beruf. Sie zeigen dem Universum nicht, daß genau das Ihr Wunsch ist. Sie klagen ja nur! Würden Sie eine andere Arbeit suchen, eine, die Sie gerne tun, hätten Sie gar keine Zeit, zum Käppele zu robben. Sie würden das Abendgymnasium besuchen, einen Fernlehrgang absolvieren, Stellenanzeigen wälzen, sich bewerben. Dann weiß das Universum, was Sie wollen, und Sie haben dem Universum gezeigt, daß Sie diesen neuen Arbeitsplatz wirklich haben wollen. Dann wird es Ihnen diesen Wunsch schließlich erfüllen.

Es gibt massenhaft Bücher, die Ihnen den einfachen Weg versprechen. Bestellen Sie doch einfach beim Universum, und wenn es Ihren Wunsch nicht umgehend erfüllt, reklamieren Sie beim Universum! Sie können auch ganz heftig positiv denken, oder das Geheimnis erlernen, zu visualisieren. Scientology hilft Ihnen auch, das ist die teuerste Möglichkeit, die gewöhnlichen Motivations-Gurus und Erfolgsberater sind deutlich billiger. Und hey, auch dieser Wunsch wird Ihnen erfüllt! Sie beherrschen nach dieser Lektüre eine Menge Motivationstechniken. Sie können visualisieren, Sie können positiv denken. Ach so, Sie wollten einen Porsche… Den haben Sie doch auch wirklich beim Universum bestellt? Nein, Sie haben keinen Porsche gewollt, sondern Sie wollten sich diesen Porsche wünschen. Wenn Sie wirklich einen Porsche haben wollen, müssen Sie leider arbeiten und sparen. Oder sich verschulden. Dann glaubt Ihnen das Universum den Porsche.

Ja, aber was ist dann mit dem Glauben? Mit dem Beten? Mit Gott? Sie dürfen gerne glauben, Sie dürfen gerne beten, Sie dürfen natürlich ein gottgefälliges Leben führen. Jesus Christus, Allah, Jahwe – aber auch Kali, Shiwa, Wishnu, Teutates, Jupiter, Osiris… An Göttern hat es der Menschheit nie gefehlt. Und an Priestern, die Ihnen sagen, was Sie wo zu opfern hätten, um diesen Gottheiten gefällig zu sein. So ziemlich jeder dieser Götter hat Gebete erhört und seinen Gläubigen geholfen, sonst wäre er ganz schnell seine Anhänger losgeworden.

Nur, brauchen Sie diese Götter? Es ist keine Schande, mit Ja zu antworten. Wenn Ihnen Gott dadurch begreifbar wird, zum Gegenüber, zum Gesprächspartner, ist das völlig in Ordnung. Das zehn Milliarden Lichtjahre große Wesen, das von einer Quintillion Wesen angebetet wird, ist nun einmal sehr unanschaulich. Ein bißchen Holz, an dem die Figur eines geschundenen Menschen hängt, ist dagegen nahe, ist greifbar. Es ist IHR Weg, der Ihres Nächsten kann ein ganz anderer sein.

Begreifen Sie aber, daß Ihr Glaube Ihnen nicht hilft! Sogar an jener Stelle im Neuen Testament, in dem Jesus sagt, der Glaube habe geholfen, ging diesem ein aktives Tun voraus, ein Aufsuchen des Gottessohnes, die direkte Bitte um Hilfe. Zu Jesus Christus können Sie nicht mehr hinlaufen, aber zu einem Firmenchef, um dort nach einer freien Stelle zu fragen. Wenn Sie fest an sich glauben, treten Sie überzeugend auf. Dann hat Ihnen der Glaube letztlich doch geholfen, aber nicht in der Form, daß Sie sich einschließen und glauben, glauben, glauben.

Gott ist in Ihnen und mit Ihnen, aber nur, wenn Sie sich stetig strebend bemühen, wird er Sie letztlich erlösen. Sie sind der Meister Ihres Lebens, wenn Sie es wagen, diese Meisterschaft, diese Schöpfungskraft tatsächlich einzusetzen. Wunder müssen jedoch erarbeitet werden. Wer Veränderungen will, muß das Gewohnte aufgeben, muß sich aus der Sicherheit des Alltäglichen herauswagen. Und, leider, man kann dabei sogar verlieren, trotz allen Glaubens. Wer jedoch nichts wagt, wird nie etwas verändern, und hat damit verloren.

Ich möchte noch eine letzte Sache hier anfügen. Ich habe 1995 einen Fehler begangen, der mich sehr viel Geld gekostet hat. Ein Fehler, für den ich mich am liebsten in mein Hinterteil gebissen hätte, und das nicht nur einmal. Aber ohne diesen Fehler wäre mein Leben anders verlaufen. Ohne diese damalige Dummheit wären diese Zeilen nie geschrieben worden. Ich möchte es so formulieren: Fehler kann niemand vermeiden, doch es ist unsere Entscheidung, ob wir aus diesen Fehlern lernen und letztlich Nutzen ziehen, oder ob wir sie in anderer Form wiederholen.

©Michael Winkler

Einer der Berichterstatter in Istanbul der Jenk Kose heisst hat regelmässig eine kleine Drohen die mit einer Kamera ausgestattet war über den Taksim-Platz während der Proteste fliegen lassen. An einen der Tage als die Polizei wiedermal die friedlichen Demonstranten angegriffen hat, wurde seine Drohne abgeschossen. Die Polizei will wohl nicht, dass man sie aus der Luft beobachtet und ihren Einsatz filmt.

Wegen dem Absturz und Aufprall auf dem Boden wurde das letzte Video nicht korrekt auf der SD-Karte gespeichert. Kamera und Drohne wurden dabei beschädigt. Das folgende Video ist von einem Flug über den Taksim-Platz vorher:

Hier die Aufnahme wie die Drohne abgeschossen wurde:

Deutschland ist gleich Sklavenland

On June 25, 2013, in Schall und Rauch, by admin

Wenn man die deutschen Medien verfolgt dann beobachtet man wie ein Skandal über die Ausbeutung von Leiharbeitern nach dem anderen abläuft. Der neueste ist die Berichterstattung über die unmenschlichen Bedingungen in den deutschen Schlachthäusern, wo Leiharbeiter aus Bulgarien und Rumänien zu Hungerlöhnen von 3 Euro die Stunde schuften. Sie werden von Schleppern mit dem Versprechen über einen Monatsverdienst von 1’200 Euro nach Deutschland gelockt, in überfüllten Massenlagern untergebracht und dann gnadenlos ausgebeutet. Ohne einen Arbeitsvertrag zu erhalten sind sie rechtlos und werden mit 600 bis 700 Euro abgespeist, wenn sie überhaupt jemals Geld sehen. Von Sozialleistung im Krankheitsfall keine Spur. Deutschland ist zu einem Sklavenland verkommen und die Politiker und Wirtschaftsexperten rühmen sich auch noch dafür von wegen Wettbewerbsfähigkeit.

Deutschland ist zum China von Europa geworden, wo die Löhne über die letzten 15 Jahre massiv gesenkt und die Rechte der Arbeitnehmer erheblich eingeschränkt wurden. Dabei kräftig mitgeholfen haben ausgerechnet die Gewerkschaften und die Sozies. Sie haben ihr Klientel komplett verraten. Gibt es überhaupt noch Gewerkschaften in Deutschland? Merken tut man nichts davon und das Parteiprogramm der SPD unterscheidet sich keinen Deut von den Schwarzen und Gelben. Schon lange vorbei sind die Zeiten wo Deutschland die höchsten Löhne und besten Sozialleistungen in Europa hatte.

Ausgerechnet die rot-grüne Regierung von Gerhard Schröder hat nicht nur als erste die deutsche Bundeswehr in einen illegalen Krieg geschickt, den Balkankrieg, sondern auch die schärfsten Einschnitte im Arbeitsmarkt in der Nachkriegszeit durchgezogen. Sie kürzte nicht nur die Sozialleistungen drastisch, sie ermöglichte vor allem neue Formen der Beschäftigung. Eine davon sind die Werksverträge. Sie erlauben es Unternehmen, ganze Arbeitsbereiche auszulagern und an externe Firmen zu vergeben. Diese wiederum offerierten Dumpingpreise, weil sie Leiharbeiter aus dem Osten zu Hungerlöhnen beschäftigen. Damit setzen sie eine Spirale der Sklavenhaltung und Verelendung in Gang.

Die deutschen Politiker zeigen mit dem Finger auf die Südländer und beschimpfen sie mit den Vorwürfen, die Krisenstaaten wären selber für ihre Misere schuld, weil sie zu hohe Löhne haben und deshalb im internationalen Vergleich zu teuer sind. Dabei beruht der “Erfolg” der deutschen Wirtschaft mit der Agenda 2010 hauptsächlich auf Sklavenarbeit zu Dumpinglöhnen. Die zweifelhafte Auszeichnung der Exportweltmeister zu sein beruht nicht auf Fleiss und Innovation, sondern auf dem Buckel vieler Arbeitnehmer, die zu Hungerlöhnen schuften. Die Südländer sind nicht zu teuer, sondern Deutschland ist zu billig geworden. Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist total pervers und unmenschlich.

Diese Lohndrückerrei hat zu einer totalen Verelendung in Deutschland geführt, da die Einkommen immer mehr schrumpfen. Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten und die Steuern und Abgaben. Nicht zu verstehen ist deshalb die Aussage die wie eine Mantra ständig widerholt wird, uns geht’s doch gut. Ach ja? Wie blind und taub muss man sein um dieses Sklavendasein auch noch gut zu finden? Ist alleine die Tatsache eine Beschäftigung zu haben von der man gerade so lala existieren kann gut genug? Wie muss man sich selbst belügen wenn man meint, solange man noch bei Aldi und Lidle einkaufen kann geht’s ja noch und nicht in der Suppenküche für Lebensmittelpakete anstehen muss, wie viele es in Deutschland eh schon machen.

Obwohl realistisch und ohne rosarote Brille gesehen der Lebensstandard in Deutschland seit 10 Jahren ständig sinkt, ist die Merkel-Regierung laut verschiedenen Umfragen so beliebt wie noch nie. Da muss man sich an den Kopf greifen. Jetzt kommt mir nicht mit, aber mich hat man nicht gefragt. Dabei lebt in Berlin inzwischen jedes dritte Kind in einer Familie mit Hartz IV, das sind 168’006 arme Kinder. Das geht aus einer am vergangene Freitag veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor.

Dann, die Aussichten für ein junges Ehepaare jemals ein eigenes Häuschen oder eine Wohnung erwerben zu können tendiert immer mehr in Richtung null. Wie wollen sie jemals genug Eigenkapital ersparen, wenn sie gerade so durchkommen? Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland seinen Nachbarn beim Wohnen in den eignen vier Wänden deutlich hinterher und ist ein Land der Mieter. Dabei ist eine Immobilie fast der einzige Weg wie der “kleine Mann” langfristig einen Vermögensaufbau zustande bringt.

Wann wachen die Deutschen endlich auf und verlangen mehr Lohn? Wieso akzeptiert man die Blockade eines Mindestlohns? Wann wird der ausbeuterischen Leiharbeit und das Ankarren von rechtlosen Sklavenarbeitern aus dem Osten ein Ende gesetzt? Mit ihrer Akzeptanz unter Billiglöhnen zu arbeiten schaden die Deutschen nicht nur sich selber sondern die Nachbarländer auch.

Sogar das “Wall Street Journal” hat neulich Deutschland kritisiert, wegen der Priorität nur auf Exporte und der Vernachlässigung des Binnenmarktes. “Indem sie sich selbst aushungern, hungern die Deutschen auch ihre Nachbarn aus“, stellte das Blatt fest und forderte höhere Löhne für den Mittelstand. Aber nur von Exporten zu leben wird eh nicht mehr lange andauern. Durch den Sparzwang den die Troika den ganzen Krisenländern der Eurozone auferlegt fehlt das Geld deutsche Produkte zu kaufen.

Wer mit dem Existenzkampf beschäftigt ist braucht kein neues deutsches Auto. Was Merkel und Schäuble an Einschränkungen von Südeuropa verlangen ist ein Schuss ins eigene Knie. Das dicke Ende kommt dann nach den Wahlen. Dann wird die Rechnung präsentiert. Aber wählt die CDU/FDP nur wieder und gebt der Mutti noch eine Amtszeit. Man bekommt immer was man verdient. Wie sagte Goethe? “Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.

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Weil Berlin mehr Geld braucht, können sich neue Studenten womöglich bald über 300 Euro Begrüßungsgeld freuen (Foto: Flickr/NazarethCollege).

Weil Berlin mehr Geld braucht, können sich neue Studenten womöglich bald über 300 Euro Begrüßungsgeld freuen (Foto: Flickr/NazarethCollege).

Berlin die Hauptstadt, die Stadt der klammen Kassen. Die Aufstellung des Haushaltes ist für die Berliner Abgeordneten keine wirkliche Freude. Berlin ist „arm aber sexy“, um es mit Wowereits Worten zu sagen. Einziger Lichtblick waren bisher große Bauprojekte, mit denen man die Gelder des Bundes anzapfen konnte, und der Länderfinanzausgleich. Bei letzterem zählte Berlin seit Jahren zu den Gewinnern – zu den Nehmerländern. Doch der neue Zensus zeigt: Die Stadt hat eigentlich zu viele Gelder über den Finanzausgleich bekommen. Es wohnen weniger Menschen in Berlin, als angenommen. Das heißt für die Stadt, es wird in Zukunft weniger Geld als Ausgleich nach Berlin geschoben werden.

Doch Berlin wäre nicht Berlin, wenn man nicht doch einen skurrilen Weg finden würde, um dieses Dilemma zu lösen. Der Senat will nun mehr Studenten in die Stadt locken. Und was brauchen viele Studenten am meisten: Geld. Deshalb erwägt man nun, das Begrüßungsgeld für neue Studenten anzuheben. Wenn neue Studenten zukünftig ihren Hauptwohnsitz nach Berlin verlagern, sollen sie 300 Euro Begrüßungsgeld erhalten, so der RBB. Zuletzt waren es einmalig 50 Euro. Denn, je höher die Einwohner mit Hauptwohnsitz in Berlin, umso höher der Länderfinanzausgleich, da die Ausgleichsbeträge pro Einwohner festgelegt werden.  Am Dienstag will der Berliner Senat darüber beraten.

Der letzte Zensus hatte gezeigt, dass Berlin 5, 2 Prozent weniger Einwohner hat, als angenommen. Nämlich nur 3,292.365 – 180.000 weniger als gedacht. Bei einem Ausgleichswert von 2.500 Euro pro Einwohner sind das sehr hohe Fehlbeträge.

147.000 Studenten waren im vergangenen Studienjahr dem Senat zufolge an Hochschulen der Stadt immatrikuliert. Ein Drittel der 31.000 neu immatrikulierten Studenten kamen nicht aus Berlin, sondern waren aus anderen Bundesländern zugezogen  –  ein Drittel kam aus dem Ausland. Bei 2.500 Euro, die Berlin über den Länderfinanzausgleich für neue Studenten, die ihren Erstwohnsitz in Berlin anmelden, erhielte, sind 300 Euro theoretisch nicht viel.

Die Devise ist klar, Geld ausgeben, um mehr Geld einzunehmen. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Kalkulationen des Senats tatsächlich aufgehen werden. Überfüllte Hörsäle und zunehmend schwierigere Bedinungen bei der Wohnungssuche dürften Berlin zumindest nicht von dem Vorhaben abhalten.

Aber Berlin ist in finanziellen Dingen kein Vorbild und glücklos. Ein Stadtschloss, das die Mehrheit nicht will und dessen Finanzierung noch immer nicht geklärt ist, soll wieder aufgebaut werden. Verschwendete Steuern in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro (hier), ein Flughafen-Desaster, in das der Bund auch verwickelt ist, und eine aus dem Ruder laufende Sanierung der Staatsoper Unter den Linden sind nur ein paar Beispiele. Die Kosten für die Sanierung der Staatsoper etwa belaufen sich derzeit 46 Millionen Euro über den veranschlagten 242,3 Millionen Euro, so der Tagesspiegel. Auch hier ist im Übrigen der Bund beteiligt – immerhin mit 200 Millionen Euro.

Schon bald könnte Italiens neuer Premier Letta gezwungen sein, auserechnet die unbeliebte Troika um ein Bailout ersuchen zu müssen (Foto: Consilium).

Schon bald könnte Italiens neuer Premier Letta gezwungen sein, auserechnet die unbeliebte Troika um ein Bailout ersuchen zu müssen (Foto: Consilium).

Die Ankündigung der Fed und die straffe Geldpolitik der Zentralbank Chinas haben weltweit für Kursrutsche gesorgt. In Folge dessen stiegen auch wieder die Renditen für die Länder Südeuropas. Besonders für Italien könnte dies schnell zu einem Bailout-Bedarf führen.

Die zweitgrößte italienische Bank, Mediobanca, warnt in einer vertraulichen Notiz an ihre Kunden, dass Italien schon in sechs Monaten ein Bailout brauchen könnte. Vor allem, wenn die Refinanzierungskosten weiter steigen. Der Index für das Bonitätsrisiko zeige deutliche Warnsignale, zitiert der Telegraph die Bank. „Die Zeit läuft schnell“, so der Top-Analyst der Bank, Antonio Guglielmi . „Die makroökonimosche Situation hat sich im vergangenen Quartal nicht verbessert.“ Im Gegenteil, „rund 160 große italienische Unternehmen haben massive Finanzierungsschwierigkeiten“, so Guglielmi.

Italien sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe 2,1 Billionen Euro und ist damit der weltweit drittgrößte Schuldner nach den USA und Japan. Bisher schützte das Land vor allem die geringe Verschuldung der italienischen Bevölkerung selbst. Doch die Rezession im Land dreht dies gerade um. Viele Italiener befinden sich neuesten Angaben zufolge nah an der Armut (hier).  In den vergangenen zehn Jahren, sei die Industrieproduktion um 25 Prozent gefallen und die verfügbaren Einkommen hätten sich um neun Prozent reduziert, heißt es in der Mediobanca-Notiz.

Die Zinskosten für zehnjährige italienische Anleihen sind um 100 Basispunkte auf mittlerweile 4,8 Prozent gestiegen.Bisher profitierte Italien wie Spanien von den Ankündigungen der EZB, wieder in den Anleihenmarkt einzugreifen. Doch die unklare Situation über die Geldpolitik der Fed und der Zentralbank Chinas wird derzeit noch verschärft durch das noch ausstehene Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Anleihekäufe der EZB. Die Rendite für Spanien kletterte auf 5,1 Prozent und für Portugal auf 6,7 Prozent.

Italien hatte in der Vergangenheit bereits von den alten Anleihekäufen (SMP) der EZB in großem Umfang profitiert.Trotzdem das Land noch kein Bailout-Programm hatte, kaufte die EZB von Italien mehr Anleihen als von Griechenland und Portugal (hier). Der Grund liegt auf der Hand, Italien ist das Rädchen am Wagen. Kracht es hier, wackeld die Eurozone gänzlich. Auch der neue Rettungsschirm ESM ist nicht groß genug, um ein Bailout für Italien zu finanzieren (mehr hier).

Ein notwendiges Bailout für Slowenien könnte ein italienisches Bailouts ebenfalls schnell notwendig machen, so Mediobanca. Aber auch die Entwicklungen in Argentinien seien entscheidend, da die italienische Wirtschaft stark mit Argentinien verwoben sei. „Vor allem Argentinien macht uns Sorgen, weil hier eine neue Staatspleite sehr wahrscheinlich ist“, so Guglielmi. Argentinien kämpft mit der Rückzahlung von umgeschuldeten Anleihen, die zu Krisenzeiten Argentiniens nicht von einem Schuldenschnitt betroffen waren. Die Begleichung der auslaufenden Kredite könnte das Land an den Rand einer erneuten Inslovenz führen.

1992 befand sich Italien schon einmal in solch einer Krise. Doch anders als damals kann das Land diesmal die eigenen Währung nicht abwerten. „Es könnte mehr als zehn Jahre dauern,bis Italien das Vorkrisenniveau erreicht“, schreibt Mediobanca.

Problematisch sind in diesem Zusammenhan auch die Prozesse gegen den ehemaligen Premier Berlusconi. Erst am Montag wurde dieser in erster Instanz erneut von einem Gericht schuldig gesprochen. Das  belastet die derzeitige Regierung und drückt ebenfalls auf den Anleihenmarkt (mehr hier).

In fast der Hälfte aller Fälle werden Immobilien von Paaren erworben. (Foto: Flickr/_dChris)

In fast der Hälfte aller Fälle werden Immobilien von Paaren erworben. (Foto: Flickr/_dChris)

Obwohl 40 Prozent der Wiener eine Immobilie besitzen, ist das Wissen über die rechtlichen Details lückenhaft, so eine Studie der Österreichischen Notariatskammer. Wiener besitzen österreichweit die wenigsten Immobilien. Dennoch ist der Wiener Immobilienmarkt mit 4,6 Milliarden Euro pro Jahr der umsatzstärkste in Österreich. Die Salzburger besitzen die meisten Immobilien. Hier hat jeder Zweite eine Immobilie.

In 45 Prozent der Fälle werden Immobilien in Wien mit dem Partner gekauft. Nur 18 Prozent erwerben die Immobilie alleine. Knapp ein Viertel hat die Immobilie geerbt. Enorme 16 Prozent bekommen die Immobilie geschenkt. Mehr Schenkungen gibt es nur in Niederösterreich mit 17 Prozent.

Der Hauptgrund für den Immobilienkauf ist die Schaffung eines Eigenheims. Dies sagten 60 Prozent der Wiener Befragten. Jeder Zweite sieht in der Immobilie auch eine Vermögensanlage. Zudem erwartet ein Drittel beim Immobilienkauf einen Gewinn durch Wertsteigerung. Weitere Gründe für den Erwerb einer Immobilie sind die Altersvorsorge (36 Prozent) sowie Einnahmen durch Vermietung und Verpachtung (30 Prozent).

„Für die meisten Menschen ist der Kauf einer Immobilie die kostspieligste Anschaffung im Leben. Oft wird jahrelang gespart und später jahrzehntelang finanziert“, sagt Werner Schoderböck, Präsident der Notariatskammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Die Wiener liegen beim rechtlichen Wissen unter dem österreichischen Durchschnitt. So wissen nur rund 68 Prozent, dass die Immobilie und der Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden müssen. Nur 7 Prozent der Wiener sagen, dass sie sehr gut über die treuhändige Verwahrung des Kaufpreises Bescheid wissen.

Die UN prangert die ausufernde staatliche Überwachung an. Mittels modernster Technik haben die Staaten fast die komplette Kontrolle der Bürger erreicht. (Screenshot 1984)

Die UN prangert die ausufernde staatliche Überwachung an. Mittels modernster Technik haben die Staaten fast die komplette Kontrolle der Bürger erreicht. (Screenshot 1984)

Ein aktueller UN-Bericht sagt, die derzeitige staatliche Überwachung verletze die Menschenrechte der Bürger. Aufgrund des technischen Fortschritts ist es den Staaten heute möglich, die Tele- und Online-Kommunikation fast komplett zu kontrollieren.

„Meinungsfreiheit kann nicht gewährleistet werden, wenn die Privatsphäre bei der Kommunikation nicht respektiert wird“, sagte Frank La Rue bei der Präsentation seines Berichts über die Folgen der staatlichen Überwachung. Der UN-Sonderbeauftragte für den Schutz der Meinungs- und Informationsfreiheit sagte, der weitverbreitete Einsatz von Überwachungs-Technologien durch die Staaten verletzte die Menschenrechte auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit.

„Sorgen über die nationale Sicherheit und Kriminalität können in Ausnahmefällen die Überwachung der Kommunikation rechtfertigen“, sagte La Rue. „Dennoch sind die nationalen Gesetze, die regulieren, was notwendiges, legitimes und verhältnismäßiges staatliches Eingreifen darstellt, oft unangemessen oder sie existieren einfach nicht.“

Die Überwachung von Menschenrechtsaktivisten und Journalisten sei gut dokumentiert, so der UN-Sonderbeauftragte. Die Staaten verschafften sich etwa Zugang zu E-Mails. Zudem verfolgen sie die Bewegungen von Mobilfunkgeräten und fingen Anrufe und Textnachrichten ab.

„Indem die Staaten die faseroptischen Kabel anzapfen, durch welche die Mehrheit der digitalen Kommunikation fließt, und Wort-, Stimmen und Spracherkennung einsetzen, können sie fast die komplette Kontrolle der Tele- und Online-Kommunikation erreichen“, sagte La Rue. Der technologische Fortschritt ermögliche die massive Überwachung und Zensur der Web-Aktivitäten.

Der amerikanische Geheimdienst NSA sammelt seit zwölf Jahren die Daten von Millionen US-Bürgern auf Vorrat. Die  Telekommunikations-Anbieter werden von der US-Regierung gezwungen, die Daten ihrer Kunden täglich an den Geheimdienst NSA weiterzugeben (mehr hier).

US-Behörden verbieten Bitcoin-Verein

On June 25, 2013, in Endzeit, by admin
Nach den Rekordpreisen im April oberhalb von 200 Euro zahlt man derzeit circa 80 Euro für einen Bitcoin. Die Preise schwanken noch immer sehr stark. (Grafik: bitcoincharts.com)

Nach den Rekordpreisen im April oberhalb von 200 Euro zahlt man derzeit circa 80 Euro für einen Bitcoin. Die Preise schwanken noch immer sehr stark. (Grafik: bitcoincharts.com)

Die Finanzaufsicht von Kalifornien hat die Bitcoin Foundation dazu aufgefordert, den Betrieb einzustellen. Die gemeinnützige Organisation führe Geldtransfers durch, ohne dazu berechtigt zu sein.

Das Schreiben der Behörde trägt das Datum vom 30. Mai. Es gibt der Bitcoin Foundation 20 Tage Zeit, ihren Betrieb einzustellen. Welche Schritte eingeleitet wurden, darauf geht John Matonis, Vorstandsmitglied der Bitcoin Foundation, in seinem Gastbeitrag für Forbes nicht ein.

Die Bitcoin Foundation informiert über die alternative Währung und kümmert sich zudem um die technische Standardisierung. Der Organisation drohen bis zu 2.500 Dollar Bußgeld pro Tag. Hinzu kommen die Kosten für die Strafverfolgung. Sogar Gefängnisstrafen sind möglich.

Matonis schreibt, es handle sich um ein Missverständnis. „Eine Aktivität, an der sich die Foundation nicht beteiligt, ist das Geschäft mit dem Besitz, der Kontrolle oder der Geldübertragung.“ Dies widerspreche auch der Satzung der Organisation.

Für Unruhe sorgte vergangenes Wochenende auch eine Ankündigung der größten Bitcoin-Börse Mt.Gox, sie werde zwei Wochen lang keine Überweisungen in US-Dollar mehr durchführen. Dies sei nötig, um die Verkaufs-Engine zu verbessern.

Die dezentralisierte Währung wurde 2009 eingeführt. Sie verspricht Unabhängigkeit von Kreditkarten und Banken. Zudem können die Behörden Zahlungen nicht nachvollziehen, wenn die Währung vom Nutzer richtig verwendet wird.

Trotz des Vorgehens der Behörden gegen Bitcoin, wächst die Zahl Nutzer weltweit. Im Mai hat die Zahl der neuen Bitcoin-Nutzer vor allem in China massiv zugenommen (mehr hier). Das Land bietet enorme Wachstums-Chancen für die Alternativ-Währung, da diese dort bisher kaum bekannt.

Egal, warum zusätzliche Kosten auf die Deutsche Bahn zukommen, am Ende sollen es Kunde und Steuerzahler zahlen.

Egal, warum zusätzliche Kosten auf die Deutsche Bahn zukommen, am Ende sollen es Kunde und Steuerzahler zahlen.

Die Deutsche Bahn AG rechnet nach der jüngsten Flut-Katastrophe mit Schäden in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Weil die Bahn seit 2007 keinen Versicherung für Hochwasser-Verwüstungen mehr hat, sollen nun die Kunden über höhere Preise dafür aufkommen.

Das ließ Rüdiger Grube, der Vorstandvorsitzender der Deutschen Bahn AG, in einem Interview mit der Bild-Zeitung durchblicken. Auf die Frage, ob die Schäden, die der Bahn durch die Flut entstanden sind, über höhere Preise von den Kunden bezahlt werden, sagte Grube:

„Zu den Preisen können wir erst im Herbst etwas sagen. Aber klar ist: Unsere Kostenbelastung steigt weiter – vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren.“

Grube spart auch nicht mit Kritik an der Energiewende. Durch diese werde Bahnfahren bestraft. „Wir haben unsere ICE-Flotte im Frühjahr auf Ökostrom umgestellt“, so der Bahn-Chef. Statt diese Umstellung zu fördern, solle das Unternehmen künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen. „Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollen, auch noch bestraft. So darf es nicht sein“, sagte Grube.

Vergangene Woche wurde deutlich, dass die Bahn aus Kostengründen seit dem Jahr 2007 keine Flut-Versicherung mehr unterhält. Diese Nachricht des Vorstands sorgte im Aufsichtsrat für einigen Unmut. „Die Bahn weiß genau, dass am Ende eh der Bund zahlt. Da hat sie sich die Ausgaben wohl einfach gespart“, zitiert der Spiegel ein Mitglied. Schließlich habe der Bund nach der Jahrhundert-Flut von 2002 zugesagt, niemand solle nachher schlechter dastehen als zuvor. „Das galt ja auch für die Bahn“. Und ein anderer Aufsichtsrat sagte: „Das ist typisch Bahn: Wenn es schlecht läuft, ist sie ein Staatskonzern, wenn es gut läuft, ein unabhängiges Unternehmen.

So wird der deutsche Steuerzahler bei der Bahn bald doppelt zur Kasse gebeten. Einmal über eine mögliche Entschädigung für die Flutschäden durch den Bund und natürlich über höhere Preise.

Auch der Europäischen Kommission ist die Verbindung zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund ein Dorn im Auge. Erst vergangene Woche warf die EU-Kommission Deutschland vor, die Bahn möglicher Weise durch eine unzureichende Rechnungsführung quer zu subventionieren.  Denn die Bahn finanziert ihre Tochter-Unternehmen teilweise mit Steuergeldern, die sie vom Bund für den Ausbau des Schienen-Netzes erhält. Zudem geriet die Deutsche Bahn auch ins Visier der Staatsanwaltschaft, von jahrzehntelanger Korruption ist hier die Rede (mehr hier).

Über tierische Produkte kommen die in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika auch in den menschlichen Organismus. (Foto: Flickr/Taryn)

Über tierische Produkte kommen die in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika auch in den menschlichen Organismus. (Foto: Flickr/Taryn)

Der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tiermast zieht große Probleme für die menschliche Gesundheit nach sich. Immer mehr bakterielle Organismen werden den Mitteln gegenüber resistent und können in der Humanmedizin nicht mehr mit den gängigen Methoden behandelt werden. Dadurch wird der Schutz von Infektions-Krankheiten durch Antibiotika massiv ausgehöhlt – meist, ohne dass die behandelnden Ärzte eine Ahnung haben, warum der Patient bei bestimmten Medikamenten keine Heilungserfolge erlebt.

Der Grund kann eine Bockwurst sein.

Oder ein Grill-Würstel.

Oder ein Steak.

In den vergangenen Jahren sei es in Europa zu einem explosionsartigen Anstieg resistenter Mikroorganismen gekommen, heißt es dazu in einer am Montag veröffentlichten Studie. Hauptursache sei der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. In Deutschland werden dafür heute mehr als doppelt so viel Antibiotika eingesetzt wie im gesamten Humanbereich – nämlich 1700 Tonnen pro Jahr. Das fördere massiv die Entwicklung von Resistenzen.

Die im Auftrag der Grünen Fraktion im Europaparlament erarbeitete Studie sieht in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit starker Fleischproduktion große Versäumnisse. So hätten die Niederlande die Verkaufszahlen für Antibiotika im Tierbereich innerhalb von drei Jahren um 50 Prozent reduziert. Dänemark habe ein strenges Kontrollsystem eingeführt, bei dem Betriebe mit auffälligem Antibiotika-Gebrauch entsprechend bestraft werden. „In diesen Ländern hat Verbraucherschutz anscheinend Vorrang vor Wirtschaftsinteressen – anders als in Deutschland“, sagt die Autorin der Studie, Kathrin Birkel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

In Deutschland wird seit mehr als einem Jahr darüber diskutiert, das Arzneimittelgesetz zu ändern. Geschehen ist nichts – obwohl die Folgen des Antibiotika-Fleisches gravierend sein dürften: „Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einem Zeitalter, in dem Antibiotika gegen Bakterien nichts mehr ausrichten können. Die Regierung muss den Antibiotika-Verbrauch in der Landwirtschaft so eindämmen, dass die Gesundheit der Bürger und Bürgerinnen nicht aufs Spiel gesetzt wird“, so Birkel weiter. Grundvoraussetzung dafür sei die Förderung einer tiergerechten Haltung.

Als Zielvorgabe solle sich die EU bis zum Jahr 2018 selbst eine Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung um 50 Prozent gegenüber dem Niveau von 2012 verschreiben. Als Mittel dazu wird unter anderem die Erfassung aller Antibiotika-Einsätze in der Tierhaltung in einer zentralen Datenbank gefordert. So soll verhindert werden, dass Länder mit strengeren Regeln von der Nachlässigkeit anderer Länder nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Deutschland ist noch weit von einem verantwortungsvollen Umgang mit den Antibiotika entfernt. Es empfiehlt sich beim Kauf von Fleisch, genau auf die Herkunft zu achten.

Beim Massen-Kauf des in den deutschen Schrebergärten beliebten Grill-Gutes gilt dagegen: „Über Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Landwirtschaftsministerin oder den Apotheker.“

Weboy