Video Rating: 0 / 5

Zerschlag deine Ketten Sturmwehr

(155)

Für die Amerikaner und Israelis ist es normal geworden, ihre Drohnen nach Belieben über Länder zu schicken und deren Souveränität zu verletzen, um dort aus der Luft zu spionieren oder per Fernsteuerung Menschen zu ermorden. Jetzt ist es umgekehrt passiert. Am Samstag ist eine unbekannte Drohne vom Mittelmeer aus über das südliche Israel geflogen und wurde erst nach geraumer Zeit über dem Sinai von einem Kampfjet der IDF abgeschossen. Bis jetzt hat das israelische Militär die Herkunft der Drohne nicht gemeldet, was zu einigen Spekulation führt.

Entweder stammt sie von einem “befreundeten” Staat und deshalb wird Stillschweigen geübt, oder sie ist vom “Feind” und sie wollen die Blamage über dessen Fähigkeit im israelischen Luftraum ungehindert eindringen zu können nicht zugeben. Egal, während des Fluges bis zur Zerstörung konnte die Drohen wahrscheinlich ihre Bilder über das Gebiet das überflogen wurde “nach Hause” schicken.

Der Sinai ist ein hochempfindliches Gebiet für Israel, denn dort befinden sich die Atomanlage von Dimona, wo Israels Atombomben entwickelt werden, die Lager und die Abschussrampen für das Atomwaffenarsenal, die Waffenplätze wo Munition ausprobiert und Angriffe geübt werden, sowie diverse Luftwaffenbasen, mit den Flugzeugen die Atombomben ans Ziel bringen können. Eine fremde Drohne, die dieses Gebiet auskundschaftet, muss bei den Israelis alle Alarmglocken auslösen.

Es ist Kritik laut geworden, wie überhaupt so ein Versagen der Sicherheit passieren konnte. Michael Ben Ari, Mitglied des Komitees für Aussenpolitik und Verteidigung der Knesset, hat die IDF wegen Versagen angegriffen. Er sagte:

Der Fall ist ein “ernsthaftes Versagen der Sicherheit” und er verlangt eine Untersuchung. Er fragte, “wie eine feindliche Drohne ohne Warnung in unseren Staat eindringen konnte, warum sie nicht sofort abgeschossen wurde und warum sie erst als sie über den Wald von Yatir sich befand, tief innerhalb Israel, sie heruntergeholt wurde.

Hier das Video über den Abschuss:

Laut Angaben des israelischen Militärs wurde die Drohne “um ca. 10 Uhr abgefangen” und Soldaten würden das Absturzgebiet nach Trümmern absuchen. Es ist schon sehr merkwürdig, dass keinerlei Behauptungen vom wem sie stammt zu hören sind, wo doch sonst die israelische Regierung immer sehr schnell die “üblichen Verdächtigen” beschuldigt, wie Hamas, Hizbollah und den Iran sowieso.

Ein ehemaliger libanesischer General sagte gegenüber Press TV in einem Interview, die Drohne wurde wahrscheinlich von den Amerikanern eingesetzt, da sie vom Mittelmeer angeflogen kam.

Sie muss von einem amerikanischen Flugzeugträger oder von einer amerikanischen Basis in Saudi Arabien gekommen sein (auf dem Rückweg). Das ist die einzige Möglichkeit, bis wir nach einer Untersuchung mehr wissen,” sagte General Hisham Jaber am Samstag.

Sollte Israel nach einer Untersuchung weiter Stillschweigen bewahren und den Fall schliessen, dann bedeutet das, sie kam von befreundeter Seite und es ist nicht in ihrem Interesse darüber zu reden,” fügte Jaber hinzu.

Nur, warum sollten die Amerikaner ihren “Freund und Alliierten” ausspionieren? Und dann noch ausgerechnet dort, wo das israelische Atomwaffenprogramm sich befindet.

Zur Erinnerung, bereits im Dezember 2010 wurde ein „Unidentifiziertes Fliegendes Objekt“ über den Atomreaktor von Dimona abgeschossen. Weitere Meldungen von wem und was es war gab es danach nicht mehr. Auch im Nahostkrieg 1967 hat eine Luftabwehrrakete einen eigenen beschädigten israelischen Kampfbomber, der in die Flugverbotszone über die Atomanlagen eingedrungen war, abgeschossen, so empfindlich reagieren die Israelis.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog


(129)

Der Wert der Riten

On October 7, 2012, in Junge Freiheit, by admin

Was heißt eigentlich „Religion haben“? Die meisten Menschen der meisten Epochen der meisten Kulturkreise würden antworten: „Einen Gott verehren.“ Das ist nicht dasselbe wie: „An einen Gott glauben.“ „Glauben“ ist ein Spezifikum der neueren Religionen, eigentlich nur der monotheistischen, und setzt ein inneres Verhältnis zu einer transzendenten Macht voraus, hängt mit der Vorstellung von einem personalen Gott zusammen, der ein „Wesen“ hat, an das sich der Gläubige wenden kann und das Interesse an ihm nimmt.

Dagegen hat man es im Normalfall der Religionsgeschichte mit einer wesentlich nüchterneren Vorstellung zu tun: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft definiert sich über die Riten. Entscheidend ist, ob man die heiligen Handlungen vollzieht oder nicht vollzieht, ob man das Opfer auf die vorgeschriebene Weise zu den vorgeschriebenen Zeiten darbringt oder nicht darbringt, ob man die Menge an festgelegten Gebeten auf die richtige Art spricht oder nicht spricht.

Ein sicheres Mittel zur Kontrolle der Gemeinde

Der Vorzug dieser Art von Pragmatismus liegt auf der Hand: In der Feststellung der Teilnahme an rituellen Abläufen hat die Führung ein sicheres Mittel zur Kontrolle der Gemeinde. Aber selbstverständlich spielt für die Stabilität des Konzepts auch Verhaltenssicherung eine Rolle. Das hat mit jener „Entlastung“ zu tun, von der Arnold Gehlen sprach, und die die Fraglosigkeit des Ritus dem einzelnen vermittelt, weshalb nicht überrascht, daß auch die Religionen, die an sich auf Glauben setzen, den institutionellen Vorteil nutzen, den der regelhafte Vollzug hat.

Im Fall des Christentums kann man das vor allem an den älteren Formen, den orientalischen und orthodoxen Kirchen, dann dem Katholizismus, sehr genau beobachten, und noch die Rückkehr der Anglikaner zu Messe und Priestertum nach einer Anfangsphase protestantischer Radikalität gehört in denselben Kontext. Allerdings war der Ablauf im Einflußbereich der Reformation sonst ein anderer, neigte man hier immer dazu, die Verinnerlichung bis zum Letzten zu treiben und „das Äußerliche“ abzuwerten. Daß das konsequent, aber unklug war und man die Religion einer ihrer wichtigsten Stützen beraubt hat, ist heute unverkennbar.

Es geht vor allem um Ritualreste

Deshalb wirkt die Suche evangelischer Kirchenobrigkeit nach – ausdrücklich so genannten – neuen Ritualen nicht nur unfreiwillig komisch, sondern auch tragisch. Tragisch insofern, als die Einsicht in den Nutzen von ritualisierten Handlungen diese nicht hervorzubringen vermag. Wenn, dann muß man auf den erstaunlich zählebigen Bestand zurückgreifen, der sich trotz wachsender Kirchenferne und innerer Distanziertheit zu den tradierten Glaubensinhalten hält und den aufzugeben sogar jenen schwerfällt, die längst ihren Austritt erklärt haben.

Es geht dabei vor allem um Ritualreste: die Teilnahme am Weihnachtsgottesdienst, in landwirtschaftlich geprägten Gebieten auch am Erntedankfest, der Wunsch nach Lebensfeiern, von der Taufe und Erstkommunion oder Konfirmation über die kirchliche Hochzeit bis zum Auftreten des Geistlichen am Grab bei der Beerdigung. In den Zusammenhang gehört auch der Widerstand gegen die Preisgabe von Kirchengebäuden, die faktisch ohne Gemeinde sind, aber eben zum Dorfbild gehören, oder die mehr oder weniger überraschenden Einstellungen, die eine jüngst veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach zutage förderte.

Mehrheit ist gegen eine Gleichstellung von Christentum und Islam

Denn angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen der großen Kirchen, des kontinuierlichen Rückgangs der Gottesdienstbesucher und des um sich greifenden Säkularismus erstaunt doch, daß sich die Mehrheit der Befragten gegen eine Gleichstellung von Christentum und Islam ausspricht, daß christliche Feiertage nicht einmal für die weitgehend konfessionslosen Mitteldeutschen zur Disposition stehen und die christliche Basis der nationalen wie der europäischen Kultur betont wird.

Das hat weniger mit „christlichen Werten“ zu tun, die Allensbach zur Interpretation bemüht, mehr mit einer bestimmten Verhaltensprägung, die im allgemeinen kein Gegenstand der Reflexion ist, aber stärker ins Bewußtsein tritt, je deutlicher sich Konkurrenz abzeichnet und nicht nur eine bestimmte Art zu denken in Frage gestellt wird, sondern auch eine bestimmte Art zu leben.

„Kulturchristentum“ als Rückkehr in den Normalfall

Derartige Verhaltensprägungen können noch sehr lange weiterbestehen, selbst wenn die dahinterstehenden Begründungsmuster verschwunden sind oder niemand mehr den eigentlichen Zweck zu erklären weiß. Insofern könnte man die neue Art von „Kulturchristentum“ auch als Rückkehr in den religionssoziologischen Normalfall deuten:

Man weiß zwar nicht, warum diese Formel aufzusagen oder diese Handbewegung zu machen ist, warum man sich an diesem Tag versammelt und das Gotteshaus so und nicht anders aussieht, aber es gibt eine Menge an Gewohnheiten, die damit verknüpft sind und die aufzugeben man scheut. Das ist dann allerdings auch eine Grenzbeschreibung, denn das, was es noch gibt, hängt von einer Basis ab, die sich erkennbar nicht regeneriert.

Man wird zwangsläufig an die Feststellung Georges Sorels erinnert, daß die, die vor uns waren, von einem Schatten lebten, und wir vom Schatten eines Schattens, weshalb unabweislich die Frage zu stellen bleibt, wovon man nach uns leben wird.

JF 41/12

 

(148)

Free WordPress Theme