Reise durch den Iran – Tag7

On September 28, 2012, in Schall und Rauch, by admin

Mir ist bei meiner Reise durch den Iran aufgefallen, der Basar einer Stadt liegt meistens in der Nähe der Hauptmoschee. Basar ist das persische Wort für Markt und ist eine Aneinanderreihung von Geschäften die oft die gleichen Waren anbieten. In Teheran findet vor dem Basar im Freien auch ein Treffen der Geldwechsler statt, die dort Banknoten kaufen und verkaufen.

—————————————————

Ich wollte unbedingt die Menschen und Einrichtung besuchen, welche am meisten durch die Sanktionen des Westen leiden. Zum Beispiel wie die private Wohltätigkeitsorganisation MAHAK und die krebskranken Kinder die dort betreut und behandelt werden. MAHAK wurde von einer Mutter vor 20 Jahren gegründed, die selber ein Kind hatte, welches unter Krebs gelitten hat.

Durch diese Erfahrung entschloss sie sich eine Hilfsorganisation zu gründen, welche sich speziell um diese Kinder kümmert. Durch freiwillige Spenden aus der iranischen Bevölkerung und von Sponsoren konnte ein modernes Spital 2007 gebaut werden. Bisher wurden über 18’000 krebskranke Kinder behandelt, die Hälfte erfolgreich.

Mittlerweile habe ich erfahren, es sind nicht unbedingt die Pharmahersteller die den Iran boykottieren, sondern der Iran kann die Medikamente nicht bezahlen, weil der Westen iranische Banken vom SWIFT-System abgeschaltet hat. Es können keine Zahlungen und Geldüberweisungen vorgenommen werden.

Das heisst, wenn man bei den westlichen Regierungen reklamiert, eine Boykott von Medikamenten verstösst gegen die UN-Charta und ist illegal, dann wird geantwortet, Medikamente fallen nicht unter die Sanktionen. Das stimmt, nur wenn der Iran sie nicht bekommt, weil kein Geld zu den Lieferanten transferiert werden kann, dann kommt es aufs gleiche raus.

Ein fieser Trick die Menschen im Iran auf diese Weise leiden zu lassen.

Besuch des MAHAK-Spital in Teheran:

Es leiden aktuell 8’000 Kinder unter Krebs, die von der MAHAK behandelt werden. Viele davon kommen aus Nachbarländer, denn die Wohltätigkeitsorganisation betreibt das grösste medizinische Zentrum für diese unter Krebs leidenden Kinder im Mittleren Osten. Das besondere ihrer Mission ist, die Eltern werden mit den Kindern zusammen betreut. So können zum Beispiel die Mütter im Zimmer des Kindes wohnen und bei den Behandlungen immer dabei sein.

Obwohl die Sprecherin des Spital nicht auf meine Frage wegen der Ursache der Krebserkrankungen eingehen wollte, ist für mich klar, die ständige Umweltvergiftung durch die Kriege in dieser Region muss eine schlimme Wirkung auf Gene der Eltern und damit auch auf ihre Nachkommen haben. Der Iran litt acht Jahre durch den Angriffskrieg des Irak und grosse Landstriche wurden mit Chemikalien verseucht.

Das gleiche gilt für Afghanistan im Osten und Irak im Westen des Iran, wo die Amerikaner und die NATO Tausende Tonnen Uranmunition verschossen und zur Explosion gebracht haben. Der radioaktive Staub liegt in der ganzen Gegend herum und die Menschen nehmen es mit dem Trinkwasser und der Nahrung auf.

Gibt es noch was verbrecherischeres, als diese Form der Kriegsführung des Westens? Eine die nicht nur die Gegner im Kampf tötet, sondern für die nächsten Jahrhunderte ganze Generationen von Zivilisten erheblich schädigt. Es kommen missgebildete Babys zur Welt oder sie erkranken in jungen Jahren an den schlimmsten Krebs. Das kleine Mädchen, welches ich oben zeige und besucht habe, leidet unter Leukemie.

Die speziellen Medikamente für die Chemotherapie werden laut MAHAK wegen der Finanzsanktionen immer schwieriger aus Europa zu beschaffen sein. Ich fragte ob sie auch alternative Behandlungsmethoden anwenden und sie sagten ja, wenn die Eltern das wünschen. Es gibt eine deutsche Organisation, die der MAHAK hilft: Iranische Kinderkrebshilfe e.V. Webseite: www.ikkh.de

Ihr könnt gerne der Sprecherin der MAHAK einige netten Zeilen zur Aufmunterung für die tolle Pflege der kleinen Kinder durch die Organisation senden und auch dafür, dass sie mir ihre Arbeit mit den Kinder im Spital gezeigt hat. Frau Saba Kamkar hat in Deutschland studiert und spricht perfekt Deutsch. s.kamkar@mahak-charity.org

—————————————

Antwort der Firma Küschall AG in der Schweiz auf die Frage, warum sie keine Rollstühle mehr in den Iran für querschnittgelähmte Menschen liefern:

Sehr geehrter Herr xxxx

Vielen Dank für Ihre email. Am 10. August wurden die Handelsgesetze in den USA geändert, wodurch ausländische Tochtergesellschaften von US- amerikanischen Unternehmen in ihrem Verkauf in den Iran eingeschränkt werden. Insbesondere muss das Gesetz “Iran Treat Reduction” und “Syrien Human Rights Act” 2012 beachtet werden, welches in Kraft getreten ist.

Küschall ist eine Tochtegesellschaft der Invacare Corporation, deren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika ist. Aufgrund dieser neuen Gesetzgebung dürfen Küschall und andere Invacare- Unternehmen aus rechtllichen Gründen nicht mehr in den Iran liefern.

Es ist unsere Mission, unseren Kunden, die unsere Produkte nutzen die Erfahrungen des Lebens zu ermöglichen.

Wir sind aber auch ein gesetzestreues Unternehmen und wir sind verantwortlich dafür, dass die Gesetze der Länder in denen wir arbeiten eingehalten werden.

Da wir einem US- amerikanischem Unternehmen angehören müssen wir dieses Gesetz befolgen und nach diesem handeln.

Mit freundlichen Grüssen,
Küschall AG

Das ist wohl die unverschämteste Ausrede die ich je gehört habe, “wir sind ein gesetzestreues Unternehmen”. Ja, die Gesetze können aber auch illegal sein, weil sie die Menschenrechte verletzen. Die Nürneberger Rassengesetze waren auch ein Gesetz, mit dem die Juden “legal” verfolgt wurden. Was soll diese Antwort? Nur weil das kriminelle US-Regime ein Gesetz beschliesst, muss sich eine Schweizer AG daran halten? Habt ihr kein Gewissen, querschnittgelähmte Menschen deshalb leiden zu lassen? Pfui, schämt euch!!!

Hierhin könnt ihr eure Meinung senden: jott@invacare.com

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog


(200)

Einigen von euch wird der folgende Filmausschnitt der Science-Fiction-Komödie “Idiocracy” gar nicht mehr so fiktiv vorkommen, denn neben der Tatsache, dass das deutsche Volk nur halbsoviel Kinder wie nötig hervorbringt, kommt auch noch das harte Los der Negativauslese hinzu.

Tatsächlich gehört es in “normalen Verhältnissen” dieser Republik im Durchschnitt eher zum verantwortungsbewusst guten Ton, höchstens ein Kind in die Welt zu setzen. Und da es auch in Deutschland kein Geheimnis ist, dass gerade die “sozial Schwachen” die meisten Kinder haben, muss es natürlich auch nicht verwundern, dass Jahr für Jahr immer mehr Kinder auffällig werden und später natürlich auch jene Elterngeneration darstellt, die noch mehr “sozial Schwache” hervorbringt.

Diese “soziale Schwachheit” zieht sich durch alle Generationen dieser Familien hindurch wie ein roter Faden und wird immer weiter vererbt. Und da der Individualismus zu allem Unglück auch noch der ausgeprägteste Zug “unserer fortschrittlichen Gesellschaft” ist, wird die ohnehin schon erblich benachteiligte Nachkommenschaft vernachlässigt und bleibt sich oft selbst überlassen.

Die Negativauslese beschleunigt den Volkstod, was gerade im Osten der Republik immer deutlicher wird. Denn dazu kommt, dass gerade jene Menschen, die bereit waren oder bereit sein mussten, Haus, Hof und Familie zu verlassen, um ihr “Glück” in der Fremde zu suchen, gleichzeitig auch die Leistungsstärksten waren. Was bleibt, ist ein ausgeblutetes Land, mit den Resten eines Volkes, das in wenigen Jahrzehnten weniger dem ähnelt, für das es in der Welt bekannt wurde, als den fiktiven Charakteren US-amerikanischer Filme…

(453)

Mehr Geld für Opfer extremistischer Gewalt

On September 28, 2012, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Der Bundestag will die Mittel zur Entschädigung von Opfern extremistischer Gewalt verdoppeln. Der Haushaltsausschuß des Bundestags beschloß am Mittwoch einstimmig, die Gelder für die sogenannten Härteleistungen im Etat des Bundesjustizministeriums für den Haushalt 2013 von derzeit 500.000 Euro auf eine Million Euro zu erhöhen.

Der zusätzliche Betrag sei aufgrund der massiv gestiegenen Fallzahlen während der Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle notwendige geworden, begründeten die Abgeordneten ihre Entscheidung. Finanziert werden soll die Erhöhung durch Einsparungen im Justizetat, zum Beispiel durch verringerte Ausgaben für Informationstechnologie.

„Wichtiges Signal an alle Opfer extremistischer Verbrechen“

Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle (CDU), sagte laut der Nachrichtenagentur dapd, die Verdopplung des Budgets sei gerade vor dem Hintergrund der mutmaßlich von der rechtsextremen Zwickauer Zelle begangenen Verbrechen „ein wichtiges und richtiges Signal an alle Opfer extremistischer Verbrechen“.

Für die Verwaltung der Gelder und die Entscheidung über Entschädigungsanträge von Opfern extremistischer Gewalt ist seit 2007 das Bundesamt für Justiz zuständig. Die rot-grüne Bundesregierung hatte 2001 erstmals Gelder für Opfer rechtsextremer Gewalt zur Verfügung gestellt. Das Budget betrug damals zehn Millionen D-Mark. Entschädigt wurden allerdings ausschließlich Opfer rechtsextremer, antisemitischer oder fremdenfeindlicher Gewalt.

Dies änderte sich unter der schwarz-gelben Koalition. Seitdem können alle Gewaltopfer von Extremisten, auch von Linksextremisten und Islamisten, einen Antrag auf Härteleistungen stellen. (krk)

(184)

Schweizer Parlament gegen Burka-Verbot

On September 28, 2012, in Junge Freiheit, by admin

BERN. Das Schweizer Parlament hat sich gegen ein nationales Verbot von Gesichtsverschleierung ausgesprochen. Eine entsprechende Initiative des Kantons Aargau wurde mit knapper Mehrheit (93 Ja- zu 87 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen) abgelehnt.

Das Verbot hätte sowohl das Tragen muslimischer Burkas als auch die Vermummung von militanten Linksextremisten unter Strafe gestellt. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) hatte den Gesetzentwurf auch mit Verweis auf die Gleichstellung von Mann und Frau unterstützt.

Parlament liegt weitere Initiative für Burka-Verbot vor

Bereits vor einem Jahr hatte die SVP einen ähnlich lautenden Entwurf in den Nationalrat eingebracht, der damals im Ständerat, der Vertretung der Kantone, abgelehnt wurde.

Derzeit liegt dem Parlament eine weitere Initiative gegen Ganzkörperverschleierungen vor. Der Züricher Nationalratsabgeordnete Hans Fehr (SVP), der selbst vor eineinhalb Jahren Opfer vermummter, linksextremer Schläger wurde, hat eine Initiative gestartet, die mittlerweile von 134 Ratsmitgliedern unterzeichnet worden ist. (tb)

(172)

BERLIN. Der Deutsche Presserat hat das Satire-Magazin Titanic wegen der Verunglimpfung von Papst Benedikt XVI. öffentlich gerügt. Die Zeitschrift hatte das katholische Kirchenoberhaupt auf dem Titelbild der Juli-Ausgabe in Anspielung auf das Bekanntwerden von Interna aus dem Vatikan mit urinbefleckter Soutane abgebildet. Die Überschrift dazu lautete: „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“. Hiergegen waren 182 Beschwerden beim Presserat eingegangen.

Das Abbilden des Papstes als inkontinent sei „entwürdigend und ehrverletzend“, urteilte der Beschwerdeausschuß des Presserats am Donnerstag und erteilte der Titanic deshalb eine öffentliche Rüge.

Das Satire-Magazin habe mit der Darstellung gegen den Pressekodex verstoßen. Nach diesem widerspreche es „journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen“.

Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten

Zwar habe Satire die Freiheit, Kritik an gesellschaftlichen Vorgängen mit den ihr eigenen Stilmitteln wie Übertreibung und Ironie darzustellen, im vorliegenden Fall sei die Grenze der Meinungsfreiheit jedoch überschritten worden, begründete der Presserat seine Entscheidung. Es habe keinen Sachbezug zur Rolle des Papstes in der „Vatileaks“-Affäre gegeben.

Die öffentliche Rüge ist die schärfste Form der Zurechtweisung durch den Presserat. Sie bleibt aber wie alle Feststellungen des Gremiums folgenlos.

Titanic-Chefredakteur Leo Fischer erwiderte auf die Rüge, der Presserat könne offenbar Papst Benedikt nicht an seiner Dienstkleidung erkennen. Dieser sei in vollem Ornat und mit typischer Handbewegung seines Berufsstands abgebildet gewesen. Zudem habe der Papst nicht als Privatperson Joseph Ratzinger, sondern ausdrücklich in seiner Funktion als katholisches Kirchenoberhaupt gegen die Titanic auf Unterlassung geklagt.

Zu einem Prozeß war es allerdings nicht gekommen, weil der Vatikan einen Tag vor der Verhandlung vor der Pressekammer des Hamburger Landgerichts seinen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Zeitschrift zurückgezogen hatte. (krk)

(206)

Steinbrück soll SPD-Kanzlerkandidat werden

On September 28, 2012, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN. Die SPD wird voraussichtlich mit dem ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. Frank-Walter Steinmeier, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Bundestag, steht demnach nicht als Spitzenkandidat zur Verfügung, berichtet die Bild-Zeitung.

Bereits am kommenden Montag soll Parteichef Sigmar Gabriel Steinbrück im Parteivorstand offiziell als Kanzlerkandidat vorschlagen. Eigentlich wollte sich die SPD erst im Frühjahr 2013 auf einen Kandidaten festlegen. Steinbrück gilt laut Umfragen als erfolgsversprechender Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Könnten sich die Wähler zwischen Merkel und Steinbrück entscheiden, würde die CDU-Politikerin nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Forsa auf 50 Prozent der Stimmen kommen. Steinbrück erhielte 28 Prozent. Steinmeier käme auf 26 Prozent (Merkel 49 Prozent) und Sigmar Gabriel auf 16 Prozent (Merkel 60 Prozent). (ho)

(220)

Band: Stahlgewitter Platte: Germania über alles Titel: Meine Knochen könnt ihr brechen

(235)

Islamist wegen Bibelschändung angeklagt

On September 27, 2012, in Junge Freiheit, by admin

KAIRO. Die ägyptische Staatsanwaltschaft in Kairo hat gegen den radikalen Prediger Mohammed Abdullah Anklage wegen Blasphemie erhoben. Der Salafist soll während der gewalttätigen Proteste vor der amerikanischen Botschaft eine Bibel in englischer Sprache geschändet haben. Menschenrechtsaktivisten hatten Abdullah, der den Propagandasender Al Ummah TV besitzt, daraufhin angezeigt.

Ein Video auf der Internetplattform Youtube zeigt Abdullah, wie er Seiten einer Bibel zerreißt und von seinen Anhängern verbrennen läßt. Auf einem anderen Video kündigt er an, auf eine Bibel urinieren zu lassen, sollten die Beleidigungen des Islams anhalten. Al Ummah TV kämpft laut eigenem Selbstverständnis gegen alle Formen von „Christianisierung und Freimaurerei“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

 

Auch das Mitglied der säkularen Verfassungspartei, Albert Saber, ist von der Staatsanwaltschaft wegen Blasphemie angeklagt. Während der Gewaltausschreitungen rettete die Polizei den koptischen Christen vor einem Lynchmob. Es hieß, Saber habe den Film auf seiner Internetseite zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu Abdullah ist Saber seitdem inhaftiert. Sabers Mutter wirft den Behörden vor, ihren Sohn im Gefängnis zu foltern und durch andere Häftlinge mißhandeln zu lassen. (FA)

(162)

Kassandra von Neukölln

On September 27, 2012, in Junge Freiheit, by admin

Nach dem Erdbeben schlage man auf die Seismographen ein, meinte Ernst Jünger. Ein solcher Seismograph ist Heinz Buschkowsky. In seinem soeben erschienenen Buch „Neukölln ist überall“ will er den Schleier der politischen Korrektheit fortreißen, der den Blick auf eine Gesellschaft im demographischen und ethnischen Umbruch verstellt.

„Es soll später keiner sagen können, er hätte es nicht gewußt“ – dieser Satz eines Bürgers habe ihn motiviert, sich noch einmal deutlich zu Wort zu melden.

Es ist bemerkenswert, daß es neben dem Sozialdemokraten Thilo Sarrazin mit Buschkowsky wiederum ein Politiker der SPD ist, der – im Gegensatz zu „bürgerlichen“ Politikern – Tacheles redet. Offenbar findet öffentlich nur Gehör, wer als „Linker“ linke Lebenslügen entzaubert. Buschkowsky weiß: „Links, das sind die Guten, voller Verständnis und Hinwendung“, wer sich dem verweigere, sei „rechts, konservativ, latent oder in echt rassistisch und überhaupt von gestern“.

Buschkowsky will „den Laden zusammenhalten

Der barocke Bezirksbürgermeister, der mit seiner klaren Aussprache auch hartgesottenen Arabern und Türken Respekt abnötigt, will, daß endlich durchgegriffen wird. Er will „den Laden zusammenhalten“, dafür sei jedoch notwendig, mit dem „vollmundig-inhaltsleeren Gequatsche“ aufzuräumen. Ein „devoter Gesellschafts-Masochismus“ und eine „Sozialromantik“ des „Alles-Entschuldigens, der Nachsicht, des Laisser-faire“ verhindere, die Dinge beim Namen zu nennen.

Buschkowsky steht in Neukölln buchstäblich an der Front. Hier bündeln sich wie in einem Brennglas soziale und ethnische Tendenzen, die auch in anderen Regionen Deutschlands abzusehen sind, wo der Anteil der Einwanderer die 50-Prozent-Grenze erreicht oder schon überschritten hat. Er sieht sowohl „deutsche Multiproblemfamilien, seit Generationen Arbeitsplatzsicherer im Sozial- und Jugendamt“ als auch Familien mit der „eingeflogenen Importbraut“, die sich in einem Leben auf Kosten des Sozialstaates einrichten.

In was für eine Gesellschaft soll integriert werden?

Von der schnörkellosen Lageanalyse führt Buschkowsky den Leser jedoch wieder auf sozialdemokratische Holzwege. So wenn er für alle Kinder verpflichtend Ganztagsschulen und die Abgabe von Einjährigen in der Kindertagesstätte als Patentrezept fordert und für weitere Einwanderung plädiert.

Buschkowsky erzählt von seiner Jugend, wo „niemand von uns auch nur im Traum auf die Idee“ gekommen sei, für privaten Konsum im Rathaus „die Kohle anzufordern“. Als Arbeiterkind hat er sich hochgekämpft. Er will einen Staat, der eine härtere Integration einschlägt und konsequent auftritt, statt Sozialleistungen wie Sedativum oder Schutzgeld zu verteilen, um Unruhen zu vermeiden. Doch hier wird es dünn. Denn: In was soll integriert werden? Eine Gesellschaft, die sich „auflöst“ (Sarrazin), einfach nur „bunt“ sein will, wirft Neubürger auf ihre eigene Identität zurück.

JF 40/12

 

(176)

Die Schlacht um Abu Duhur

On September 27, 2012, in Junge Freiheit, by admin

Wie konnte es so weit kommen in einer Region, in der die örtlichen Beduinenstämme hinsichtlich ihrer Positionierung zur Regierung in Damaskus zerstritten sind? Nach übereinstimmenden Berichten hätten die Soldaten der Armee ausschließlich in die Luft geschossen, als sich ab Oktober 2011 doch Unmut in den Straßen von Abu Duhur abzeichnete.

Anschließend wären die Streitkräfte, darunter angeblich auch iranische Einheiten, zurück in den „Matar“, die Luftwaffenbasis, gezogen und hätten der Dinge geharrt. Das Rätsel von Abu Duhur bleibt ein einzelner Mann, der Ende August 2012 mit einer unbekannten Waffe in Richtung Flugplatz gefeuert haben soll, so die Darstellungen von Rebellen und Einheimischen. Niemand könne diese Figur einordnen. Der Vorfall hatte weitreichende Folgen: Sechs Tage lang hätten Kampfflieger vom Typ Mig21, Mig23 und Suchoi sowie die Hubschrauber MI8 und MI26 Abu Duhur zu Teilen in Schutt und Asche gelegt. Die Bevölkerung habe noch am selben Tage die Flucht ergriffen.

Rebellen kamen aus der gesamten Umgebung

Überall aus dem Nordwesten Syriens seien jedoch Aufständische herbeigeeilt, um „unsere Brüder zu verteidigen“. Zahlen sind wie immer mit Vorsicht zu genießen: Mal ist von 200, später von 500 oder gar 800 Kämpfern die Rede.

Dieselben Informanten ändern mitunter auch ihre Darstellungen – je nach Tageslaune. Einig sind sie sich nur darüber, daß Jamal Mahrouf aus den fernen Sawija-Bergen ihr offizieller Anführer ist, eine Belohnung dafür, daß er eroberte Kampfpanzer ins Schlachtfeld gebracht hat. Doch nur gut die Hälfte der Bewaffneten, so ist zu vernehmen, würde sich der Struktur der Freien Syrischen Armee einordnen. Die Zahl der Einzelakteure, stets im Sinne Allahs versteht sich, ist ungewöhnlich hoch. Ist es da noch Zufall, daß die meisten Krieger abgezogen und Jamal Mahrouf in die Türkei gereist sein soll?

Zurückgeblieben ist eine kaputte Stadt und Flüchtlinge, die von der verschont gebliebenen Bevölkerung versorgt werden.

Hilfe von außen ist nirgends zu erblicken: Weder humanitär, noch militärisch. Die angegebenen Opferzahlen: 70 bis 100 aus der Zivilbevölkerung, fünf unter den Rebellen. Ob dieses Verhältnis stimmt, läßt sich nicht nachprüfen. Ebenso wenig wie die „unglaublich vielen“ Toten der Gegenseite. Einzig ein Bild auf dem Mobiltelefon zeigt zwei Leichen in Uniform, die auf dem Grasland zwischen Stadt und Flughafen in den Prozeß der Verwesung übergegangen sind.  

Assad hat auch Unterstützer aus dem Volk

Wie wenig sicher die Lage in der „von Rebellen gehaltenen Stadt“ ist, stellt nicht nur eine Armee-Leuchtkugel unter Beweis, die zu später Stunde Abu Duhur grell erhellt. In einer Nebenstraße hat sich ein gutes Dutzend Kämpfer zur Beratung versammelt. Sie zeigen einen Ring, ausgestattet mit eingebauter Technik: „Dieses Ding hat irgendein Verräter vor unser Haus geworfen, damit die Flugzeuge uns orten können“, so die Männer.

Der Ring läßt sich aufschrauben. Darin ist ein Sender. Schwer einzuschätzen, ob er tatsächlich diesem Zweck dienen sollte – zumal in einem Kulturkreis, in dem die Erzählungen über Geheimdienste geradezu blühen. Klar ist nur eines: Die Lage ist aussichtslos. Für beide Seiten. Oder, um es mit den Worten von Yasene, früher Student, jetzt Kämpfer, auszudrücken: „Niemand kann diesen Krieg gewinnen. Unser Land ist am Ende.“

(191)

WordPress主题