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Attentat vom 20. Juli 1944

Das Fernschreiben mit dem abgeänderten Text der eigentlichen Operation Walküre

Der Völkische Beobachter vom Tage nach dem Attentat

Das Attentat und der versuchte Staatsstreich vom 20. Juli 1944 unter dem Namen Operation Walküre waren die sichtbarsten Zeichen der Opposition gegen den Nationalsozialismus. Die Beteiligten der Verschwörung stammten aus vielen Schichten der Bevölkerung und hatten vielfältige Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Unter den 200 später wegen der Erhebung Hingerichteten gab es Kommunisten und Landesverräter, die mit den Westmächten zusammenarbeiteten, und konservative Oppositionelle, die nichts mit Landesverrat zu tun haben wollten. Sie vertraten die Ansicht, durch die Ermordung Adolf Hitlers dem deutschen Volk zu nutzen und das Vaterland vor der weiteren Zerstörung zu bewahren. Dies war freilich ein Trugschluß; denn der Zweite Weltkrieg wurde weder gegen Adolf Hitler noch den Nationalsozialismus geführt, sondern gegen Deutschland und das deutsche Volk insgesamt. Zur letztgenannten Oppositionsgruppierung gehörten Carl-Friedrich Goerdeler, der als Reichskanzler vorgesehen war, Josef Wirmer, der als Reichsjustizminister eingeplant war und Claus Schenk von Stauffenberg, der „20. Juli-Attentäter”. Graf von der Schulenburg war in diesem Schattenkabinett als Reichsaußenminister vorgesehen.

Was wir im deutschen Widerstand während des Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt: Daß der Krieg schließlich nicht gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.

– Eugen Gerstenmeier, Bundestagspräsident ab 1954, während des Krieges Mitglied der „Bekennenden Kirche im Widerstand“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 1975

 

Die Kultur eines Volkes und die geistige Größe erkennt man sehr  schön an seinen Briefmarkenausgaben…wie dieser von 1964:

 

 

DÜSSELDORF. Die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld hat die Bundestagsabgeordneten für ihr Abstimmungsverhalten bei den Entscheidungen zur Euro-Rettung scharf kritisiert. Die Abläufe erinnerten sie an die DDR-Volkskammer, sagte sie dem Handelsblatt Online.

„Wenn Abgeordnete, wie bei der jüngsten ESM- und Fiskalpaktabstimmung geschehen, über einen Text abstimmen, obwohl er nicht vollständig vorliegt, heißt das, sie nehmen sich selbst nicht ernst“, geißelte die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin das Verhalten der Parlamentarier.

„Parlament hat seine Kontrollfunktion aufgegeben“

Wenn die Abgeordneten es zudem zuließen, daß die Regierung Informationen zurückhalte und diese auch nach mehrmaliger Mahnung nicht zugänglich mache, das Parlament dann aber trotzdem so stimme, wie die Regierung es vorgebe, „hat es seine Kontrollfunktion aufgegeben und gleicht immer mehr der Volkskammer der DDR, die nichts zu sagen hatte, als einer selbstbewußten Körperschaft, die sich ihrem Souverän verpflichtet fühlt“, beklagte Lengsfeld.

Der Bundestag hatte am Donnerstag mit großer Mehrheit ein Hilfspakt für spanische Banken in Höhe von 30 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm ESFS beschlossen. (krk)

> In der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (30-31/12) warnt die Publizistin Vera Lengsfeld vor der zunehmenden Bedrohung der Freiheit in Deutschland.

BERLIN. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Verlegung des feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr vom Reichstag in den Bendlerblock verteidigt. Die Entscheidung beruhe auf einer Absprache mit Bundestagspräsident Norbert Lammer (CDU), sagte de Maizière im ARD-Morgenmagazin.

Der Platz zwischen Kanzleramt und Reichstag stehe für das Zusammenwirken von Regierung und Parlament, „daß wir eine Armee haben, wie sie ausgerüstet ist und in welche Einsätze wir sie schicken“, begründete der Verteidigungsminister die Verlegung des Gelöbnisses.

Der Platz am Bendlerblock zwischen Verteidigungsministerium und Ehrenmal stehe dafür, wie die Bundeswehr geführt werde, wie die Einsätze geführt würden und welche harte Folgen das haben könne. „Wir erinnern dort an die gefallenen Soldaten“, betonte de Maizière. Das eine betrachtet, sei das „ob“, das andere das „wie“. Dies abwechselnd in den Mittelpunkt zu stellen, halte er für richtig.

Wehrbeauftragter kritisiert Verlegung

In den vergangen Jahren war das feierliche Gelöbnis der Bundeswehr am Jahrestag des Attentates auf Hitler von Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944 vor dem Reichstag abgehalten worden.

Kritik an der Verlegung in den Bendlerblock war unter anderem vom Wehrbeauftragten des Bundestags, Hellmut Königshaus, geäußert worden. „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und kein Ministerialheer“, unterstrich der FDP-Politiker gegenüber der Welt. Er hätte es eine schöne Tradition gefunden, wenn das Gelöbnis immer vor dem Reichstag abgehalten würde. (krk)

Laut den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung hat das Schiff der US Navy die indischen Fischer nicht gewarnt, bevor das Feuer eröffnet wurde. Der Polizeichef von Dubai wies die Behauptungen der Amerikaner zurück, sie hätten alles getan um den Vorfall zu vermeiden. Ein indischer Fischer wurde dabei getötet und drei schwer verletzt, als die USNS Rappahannock mit Maschinengewehrsalven auf sie schoss.

Die indischen Fischer wurden nicht von der US Navy gewarnt sich fern zu halten,” sagte General Dahi Khalfan.

Die Mannschaft erzählte der Polizei von Dubai, sie haben sich dem Schiff nicht genähert und stattdessen versucht es zu vermeiden.” Sie hätten die Vorbeifahrt abgewartet und wären dann hinter dem Schiff durch, ein klares Anzeichen sie sind keine Bedrohung.

Laut unseren Untersuchungen und Aussagen der Verletzten glaube ich sie sagen die Wahrheit,” fügte Khalfan hinzu.

Die indische Regierung hat die UAE aufgefordert die Schiesserei zu untersuchen.

Khalfan hat auch die Art und Weise wie das Navy Schiff nach dem Vorfall reagiert hat kritisiert. Sie hätten den Verletzten nicht geholfen, sondern wären in internationale Gewässer davongefahren. Die Polizei von Dubai würde den Fall als Mord behandeln, sagte er.

Offizielle des US-Verteidigungsministerium haben in ihrer Version der Ereignisse erzählt, das Fischerboot hätte die Warnungen missachtet sich nicht zu nähern und die Matrosen an Bord hätten deshalb darin eine Bedrohung gesehen und das Feuer eröffnet.

Mittlerweile kreuzen immer mehr Kriegsschiffe der US Navy im Persischen Golf herum und der nervöse Finger am Abzug der US-Matrosen zeigt, wie angespannt die Lage dort ist. Die kleinste Provokation kann einen Krieg gegen den Iran auslösen.

Brzezinski warnt vor einem Krieg

Der ehemalige Sicherheitsberater des Präsident, Zbigniew Brzezinski, hat die Obama-Regierung gewarnt, eine Militärkonfrontation mit dem Iran würde verheerend für die amerikanische Wirtschaft sein.

Ein Krieg im Mittleren Osten, im aktuellen Kontext, könnte Jahre dauern,” sagte Brzezinski in einem Interview mit Newsmax.TV am Mittwoch.

Und die wirtschaftlichen Konsequenzen dessen werden verheerend für den durchschnittlichen Amerikaner sein; hohe Inflation, Instabilität, Unsicherheit,” fügte er hinzu.

Er warnte die US-Regierung, nicht sich in einen Krieg mit dem Iran zu stürzen und er sagte, die Konsequenzen eines weiteren Militärangriffs im Mittleren Osten wären “ganz sicher sehr teuer für die Vereinigten Staaten.

Er meint, die mögliche Schliessung der Strasse von Hormuz durch den Iran, als Resultat eines Angriffs durch die USA, auch nur für eine kurze Zeit, würde den Ölpreis explodieren lassen.

Er kritisierte auch die Einschnürung des Iran, denn so könnte man keine Resultate aus den Verhandlungen über das Atomprogramm erzielen.

Wenn die Verhandlungen nur das Ziel haben, den Iran zu erniedrigen und sie auf eine Art ins Abseits zu stellen, anders zu behandeln wie alle anderen Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrages, dann wird man wahrscheinlich keine Einigung erzielen.

Kommentar: Die Warnung von Brzezinski ist nur scheinheilig, weil er einen Krieg nicht aus Prinzip ablehnt, sondern nur weil er die schädlichen Konsequenzen für Amerika befürchtet. Die US-Wirtschaft ist jetzt schon in einer tiefen Depression und der Staat völlig bankrott. Wenn der Ölpreis durch die Decke geht und die Tankerlieferungen ausbleiben, dann steht alles still, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Ohne Öl läuft mal gar nichts.

Verwandter Artikel:
US-Navy schiesst und tötet im Persischen Golf

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BERLIN. Der Ehrenpräsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, hat sich dafür ausgesprochen, Spieler, die sich weigern, die Nationalhymne zu singen, aus der Nationalmannschaft auszuschließen.

„Der Bundestrainer muß die Singpflicht durchsetzen. Notfalls in einem Vier-Augen-Gespräch. Er sagt immer, er könne sie nicht zwingen. Ich sage aber: Klar kann man die Spieler zwingen. Wenn sich einer der Spieler dann immer noch beharrlich weigert, dann wird er eben nicht mehr eingeladen“, sagte Mayer-Vorfelder in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Wenn Joachim Löw einem seiner Spieler sage, daß er singen muß, weil er ihn sonst nicht nominiere, werde dieser ganz schnell springen.

Die Begründung von Nationalspielern wie Mesut Özil oder Sami Khedira, sie sängen die Nationalhymne aus Respekt vor dem Heimatland ihrer Eltern nicht mit, ließ Mayer-Vorfelder nicht gelten:

„Man kann nicht so tun, als wäre man nur ein halber Deutscher“

„Das glaubt doch kein Mensch, daß Khedira nicht mitsingt, weil er so einen großen Respekt vor Tunesien hat. Der Migrationshintergrund ist für mich keine ausreichende Begründung, stumm zu bleiben“, unterstrich der DFB-Ehrenpräsident. Man könne nicht für die DFB-Auswahl auflaufen und alle Vorteile einstreichen, dann aber so tun, als wäre man nur ein halber Deutscher.

Bereits vor drei Jahren hatte Mayer-Vorfelder im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT betont, in der Nationalmannschaft könne nur spielen, wer die deutsche Staatsbürgerschaft besitze. Dies schließe Spieler aus Einwandererfamilien nicht aus. Aber: „Wer Deutscher ist, muß sich auch zu unseren deutschen Grundwerten bekennen, und ich erwarte, daß er etwa die Nationalhymne mitsingt. Man kann nicht nur partiell Deutscher sein, das geht nicht!“

Als Kultusminister von Baden-Württemberg (1980-1991) hatte sich der CDU-Politiker seinerzeit dafür ausgesprochen, daß sich Grundschüler in der vierten Klasse mit allen drei Strophen des Deutschlandliedes auseinandersetzen. Er könne nichts Schlimmes daran finden, wenn Kinder auch die ersten beiden Strophen auswendig lernten, sagte Mayer-Vorfelder 1986 gegenüber der Zeit. Wichtig sei, „daß die erste und die zweite Strophe zur Nationalhymne gehören, daß sie bewußt nicht ausgeklammert worden sind“. (krk)

 

Die Verschwörer des 20. Juli von links bis rechts, ob Militärs, Adlige, Bürger oder die Vertreter der Arbeiterschaft, sie einte dreierlei: Sie wollten den Krieg beenden. Sie wollten Deutschland von der Schande befreien, die in der Person Hitlers verkörpert war. Sie wollten Deutschland als selbstbestimmten politischen Faktor erhalten. Ihre außenpolitischen Überlegungen bauten allerdings auf Illusionen.

Enttäuscht vermerkten die Gestapo-Beamten, die die Verhöre in den sogenannten „Kaltenbrunner-Berichten“ zusammenfaßten, daß die Verschwörer keinen gangbaren Weg zu einem Friedensschluß jenseits der bedingungslosen Kapitulation weisen konnten. Doch nicht das ist der Grund, warum der 20. Juli trotz aller staatlicher Lippenbekenntnisse der Bundesrepublik wie eine querliegende Fischgräte im Halse steckt. Seine latente Provokation liegt darin, daß die Beteiligten an einem emphatischen Begriff vom eigenen Land festhielten und dieses Bekenntnis mit ihrem Blut bezeugten.

Ein bundesrepublikanisches Tabu

Der Publizist und FAZ-Herausgeber Joachim Fest schrieb in seinem 1994 erschienenen Buch „Staatsstreich“ zutreffend, der deutschen Öffentlichkeit sei „mit dem dramatischen Gesamtbild, das von diesem Geschehen so unablösbar ist, auch das Vermächtnis des Widerstands abhanden gekommen“. Unsicher wurde Fest bei der Begründung der Amnesie. Er wich der Frage, warum die Westmächte den deutschen Widerständlern jede Unterstützung verweigerten, ins Unpolitische, nämlich in die Vermutung aus, daß der „grenzüberschreitende Moralismus“ des Widerstands „noch immer zu früh gekommen“ sei.

Die Erwägung, daß Hitler ein nicht unwillkommener Vorwand war, um Tabula rasa zu machen und Deutschland als machtpolitischen Faktor endgültig auszuschalten, konnte sich Fest als Etablierter des Medienbetriebs nicht leisten. Hier verläuft die Grenze der bundesrepublikanischen Publizistik und Geschichtsschreibung und beginnt das politische Tabu.

Der 20. Juli wird zwar gewürdigt, aber in vorsichtiger Dosierung. Als erinnerungspolitischer Identitätsanker und Bezugspunkt ist er unerwünscht. Auschwitz als „Gründungsmythos“ (Joschka Fischer) der Bundesrepublik kann keine Konkurrenz dulden. Nicht einmal Stauffenberg spielt im allgemeinen Bewußtsein eine größere Rolle. Die Versuche rechtsalternativer Kreise, daran etwas zu ändern, versprechen keinen durchschlagenden Erfolg, dazu wäre Unterstützung aus der Kulturindustrie nötig. Aber auch die ist – siehe Theodor Adorno – Teil des Systems.

Eine psychologische Schwierigkeit ergibt sich daraus, daß die Verschwörer gegen Hitler real Gescheiterte sind. Um aber die tragische Größe nachzufühlen, die gerade im Scheitern und Leiden liegen kann und für die Namen wie Hölderlin, Kleist, Grabbe, Günderode stehen, fehlen das Sensorium und die kulturgeschichtliche Bildung. Auch der Opferstatus, der im postaristokratischen, postbürgerlichen und postheroischen Zeitalter so populär ist, soll den Männern des 20. Juli nicht zuerkannt werden, denn sie haben sich nicht vom „Tätervolk“ absentiert, sondern traten weiterhin für seine geschichtliche und politische Würde ein.

20. Juli verunsichert heutige Opportunitätsdemokraten

Eine Wende schien sich mit dem Hollywood-Star Tom Cruise anzubahnen, der 2008 seinen Stauffenberg-Film „Valkyrie“ präsentierte. Sogar die FAZ hoffte damals, der Film würde das Bild Deutschlands weltweit positiv verändern. Gerade diese Aussicht alarmierte die deutschen Politiker und Medien jedoch mehrheitlich. Schon vorab setzte eine Kampagne ein, die darauf abzielte, die Wirkung des Film zu minimieren.

Ein bald danach im Orkus versunkener Verteidigungsminister (Franz Josef Jung) weigerte sich zunächst, den Bendler-Block, wo sich 1944 die Verschwörer-Zentrale befand, als Drehort zur Verfügung zu stellen. Als Vorwand diente die Zugehörigkeit des Hauptdarstellers zur Scientology-Kirche. „Der mutige deutsche Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur“, sagte ein nachrangiger CDU-Politiker, „darf nicht für die PR-Zwecke einer gefährlichen und totalitären Psycho-Organisation wie Scientology mißbraucht werden.“

Gefürchtet wurde in Wahrheit nicht der Mißbrauch des Umsturzversuchs – den gab es nicht –, sondern seine endlich massenwirksame Würdigung und die kollektive Katharsis, die sie hätte auslösen können. Als Vorwurf wird formuliert, daß die Männer des 20. Juli mehrheitlich keine Demokraten waren, jedenfalls nicht im heutigen Sinne. Nun ist es ebenso unhistorisch wie kleinlich, den eigenen Bewußtseinsstand, der in aller Regel nur das gesellschaftliche Ensemble der Gegenwart reflektiert und schon morgen als überholt oder widerlegt gelten kann, als richterlichen Maßstab an die Vergangenheit anzulegen.

Besseres im Demos durch niedere Kräfte unterdrückt

Doch auch Eifersucht und Verunsicherung spielen eine Rolle: Die Massen- und Opportunitätsdemokraten – um solche handelt es sich ja im Durchschnitt – ahnen, daß die Verschwörer einen Bekenntnismut und menschlichen Anstand unter Beweis gestellt haben, über die sie selber nicht verfügen. Daraus ergibt sich die für sie unerträgliche Einsicht, daß ein Nicht- oder Antidemokrat einem Demokraten moralisch, sittlich und ästhetisch ohne weiteres überlegen sein kann.

Das Unbehagen hat zudem einen politisch-operativen Grund: Bereits die antiken Denker, angefangen bei Platon, wußten, daß die Demokratie entgleiten und das Übel der Tyrannis und Ochlokratie hervorbringen kann. Es entstehen dann informelle Mechanismen, durch die das Bessere, das im Demos schlummert, durch niedere Kräfte und Instinkte unterdrückt und unwirksam gemacht wird, ohne daß die äußeren Regeln und Abläufe formal außer Kraft gesetzt sind. Der scharfblickende Oswald Spengler beschrieb 1924 die Gefahr, daß in der politischen Klasse eines Landes „ein letzter heimlicher Wunsch“ aufdämmern kann, „schurkischer als alle, die vorausgegangen sind: der Wunsch, sich den Folgen einer Umstimmung des Volkes endgültig dadurch zu entziehen, daß man (…) sich als Vollzugsorgan von den Gegnern legitimieren und seine Stellung damit von jeder inneren Krise unabhängig machen läßt“.

Dann ist es sinnlos geworden, weiterhin auf die Vernunft der Mehrheitsbeschlüsse zu setzen, der Entschluß zur Gegenwehr legitimiert sich dann wie am 20. Juli 1944 ausschließlich aus einem unanfechtbaren Ich.

JF 29/12

 

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