Sheryl Sandberg 42 ist die Geschäftsführerin von Farcebook. Anlässlich einer Ansprache vor Studenten der Havard Business School am Donnerstag machte sie eine Aussage die bemerkenswert ist. Es zeigt wie verzweifelt die Top-Etage von Farcebook nach dem IPO sein muss. Sie bat die Studenten, sie sollen doch bei ihrem Besuch der Seite auf die Werbung klicken.

Der Kurs der Farcebook-Aktie stand am Freitagabend bei 31,47 Dollar. Zu Erinnerung, am IPO-Tag vor einer Woche wurde die Aktie mit 38,00 Dollar auf den Markt gebracht, stieg auf 45,00 und fällt seit dem kontinuierlich. Die Erstkäufer haben somit einen riesen Verlust bisher erlebt, trotz des ganzen Medien-Hype im Vorlauf.

Mittlerweile haben Aktionäre eine Sammelklage gegen die Ausgabebanken eingereicht, wie Morgan Stanley und Goldman Sachs. Sie sagen, die IPO-Banken hätten tiefere Einnahmevorhersagen die ihnen bekannt waren gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen. Farcebook hat nämlich das Problem, die Werbung auf der Seite wird von den Benutzern zu wenig beachtet und somit nicht angeklickt.

Der katastrophale Kursverlauf und die Werbeprobleme haben wohl Sandberg zu dem Hilferuf veranlasst. Sie sagte den Havard-Studenten der Abschlussklasse während ihrer Rede:

Bleibt verbunden via Farcebook; das ist wichtig für euren zukünftigen Erfolg. Und da wir jetzt am Markt sind, könnt ihr auf eine Werbung klicken oder zwei während ihr dort seid?

Man kann das als Witz auffassen, aber es zeigt die Angst die im Management von Farcebook herrscht, vor der fallenden Benutzerzahl und der Auswirkung auf die Einnahmen. Der Börsengang hat sich zu einem Debakel entwickelt. Nicht nur wegen dem miesen Verlauf des IPO, die offensichtliche Absocke der gutgläubigen Aktionäre durch die Insider, sondern auch wegen der Verletzung der Datenschutzrechte, was noch für juristischen Ärger sorgen wird.

Aber zu den Banken wird auch die Nasdaq Techbörse selber verklagt. Es gibt Experten die meinen, es stehen so grosse Verlustbeträge im Raum, diese könnten den Banken und der Nasdaq das Genick brechen. Mark Zuckerberg ist der lachende Dritte. Er warf eigene Aktien auf den Markt und kassierte 1,13 Milliarden Dollar dadurch. Das zeigt nicht gerade viel Vertrauen in die eigene Firma.

Noch einer der am Freitag riesig absahnte war Paypal-Gründer Peter Thiel. Aus einer Investition von 500’000 Dollar 2004 hat er jetzt 633 Millionen abgezockt. Ein anderer ist Mark Pincus, Chef der online Game-Firma Zynga. Er gab Zuckerberg 2004 einen Scheck über 40’000 Dollar. Jetzt kassierte er 38 Millionen. Die Venture-Firma Accel Partners investierte 2005 12,7 Millionen Dollar und hat jetzt Aktien im Wert von 1,9 Milliarden verkauft. Alles auf Kosten von Neuaktionären die am vergangenen Freitag kauften.

Sheryl Sandberg ist seit 2008 die Geschäftsführerin von Farcebook und war vorher Stabschefin des US-Schatzamtes unter Finanzminister Larry Summers in der Clinton-Regierung. An “Kompensation” erhielt sie für das Jahr 2011 fast 31 Millionen Dollar, bestehend aus 300’000 Grundgehalt und 30,5 Millionen an Aktien. Sie profitiert selber massiv vom IPO und wird damit Billionärin. Mit den Aktien und Aktienoptionen die sie hält kann sie 1,45 Billionen Dollar einsacken.

Bevor Sandberg zu Farcebook ging, war die Firma hauptsächlich damit beschäftigt eine “coole Seite” zu bauen, Profit war nebensächlich und würde irgendwann folgen. Sehr schnell überlegte sie sich, wie man eine Geldmaschine aus Farcebook machen kann. Sie überzeugte die Macher auf Werbung zu setzen, in dem diese “diskret erscheint”. 2010 war das erste Jahr wo die Firma einen Gewinn auswies. Sandberg ist nicht nur Geschäftsführerin, sondern auch zuständig für Verkauf, Marketing, Personal, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Sandberg könnte für den Aufstieg und für den Fall verantwortlich sein.

Namen haben eine Bedeutung, von wegen Zuckerberg und Sandberg. Mit Zucker hat man die gierigen Investoren in die Falle gelockt. Jetzt merken sie der Landen ist auf Sand gebaut.

Hier das Video ihrer Ansprache, ab Min 21:00 sagt sie es:

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Ich hab mal wieder tagesschau.de gelesen – ja schafft den Müll der Welt nach Deutschland wir können es verkraften:

Zitat:

Umweltorganisationen fordern Informationen Viele offene Fragen zum Giftmüll aus Bhopal

Giftstoffe vom Gelände der Pestitizidfabrik in Bhopal sollen in Deutschland entsorgt werden (Archivbild). Die mögliche Entsorgung von Giftmüll aus dem indischen Bhopal stößt bei Umweltschutzorganisationen auf Kritik. Der Bund für Naturschutz bezweifelt mit Hinweis auf internationale Abkommen, dass die giftigen Stoffe überhaupt Indien verlassen dürfen. Die Chemieexpertin Claudia Baitinger sagte in der "Berliner Zeitung", dass zudem der Verdacht bestehe, dass Profitinteressen hinter der Idee stünden.
Informationen zu Entsorgungskonzept verlangt

Manfred Santen, Chemiker der Umweltschutzorganisation Greenpeace, forderte öffentliche Informationen darüber, um welches Gift es sich handle und wie das geplante Entsorgungskonzept aussehen solle. Der BUND will mit einer Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz ebenfalls klären, welche Stoffe wo entsorgt werden sollen und wann der Import vorgesehen ist. In Deutschland kommen laut BUND-Einschätzung mehrere Sonderabfallverbrennungsanlagen für den Müll infrage: eine Anlage im bayerischen Baar-Ebenhausen, bei der BASF im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen, eine Anlage im hessischen Biebesheim sowie nordrhein-westfälische Verbrennungsanlagen in Leverkusen, Dormagen und Herten und eine Anlage in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein.


Gestern war bekanntgeworden, dass die staatliche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) – ein vorrangig in der Entwicklungsarbeit tätiger Dienstleister der Bundesregierung – mit Indien Gespräche über eine mögliche Entsorgung von Giftmüll aus Bhopal führt. Ein Vertrag ist aber noch nicht unterschrieben. "Wir haben noch keinen Auftrag", sagte GIZ-Sprecher Hans Stehling. Allerdings habe die GIZ Erfahrung mit solchen Aufträgen. In den vergangenen Jahren habe sie mehrfach Giftstoffe aus anderen Ländern entsorgt, unter anderem Pestizide aus Nepal. Die indische Regierung will am 8. Juni über eine mögliche Entsorgung des Giftmülls in Deutschland entscheiden.

25.000 Tote nach Chemieunfall

In Bhopal waren am 3. Dezember 1984 aus der Pestizidfabrik des US-Konzerns Union Carbide etwa 40 Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat (MIC) ausgetreten. Durch die Freisetzung starben nach Angaben indischer Mediziner in den ersten Tagen bis zu 10.000 Menschen. Etwa 100.000 Betroffene litten in der Folge unter chronischen Erkrankungen. Bis 1994 starben den Angaben zufolge etwa 25.000 Menschen an den Folgen des Unglücks.

Der indische Ableger von Greenpeace ist nicht generell gegen eine Entsorgung des Giftmülls in Deutschland. Allerdings forderte die Organisation, dass nach dem Verursacherprinzip das Unternehmen Dow Chemicals als Nachfolger des Bhopal-Fabrikbetreibers Union Carbide die Kosten übernehmen müsse. "Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass die indische Regierung öffentliche Gelder dafür verwenden soll, um den Dreck zu beseitigen, den Union Carbide hinterlassen hat", sagte Rampati Kumar von Greenpeace Indien. Wenn Dow Chemicals zahle, könnten die Gefahrenstoffe allerdings überall hingebracht werden, wo sie sicher entsorgt werden könnten. Kumar nannte ausdrücklich Deutschland als Beispiel.

Greenpeace Deutschland hatte gestern allerdings eine Entsorgung in Deutschland abgelehnt. "Wir möchten nicht, dass hochgiftige Substanzen um die halbe Welt gefahren werden", hatte Santen erklärt. Die Technologie müsse notfalls an den Ort gebracht werden, wo sie benötigt werde.


Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/bhopal130.html

Wie bei allen tagesschau.de Berichten lohnt sich ein Blick auf die Diskussion unter dem Bericht – zeigt ein wenig Volkes Meinung…

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Ich hoffe euch gefällt das Lied Daumen hoch !

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Die Antifa treibt mal wieder eine neue Sau durchs Dorf. In Uelzen wollen sie ein Taxiuntnehmen ruinieren, weil der Besitzer "rechte T-Shirts" trägt und einen ganz passablen Musikgeschmack hat.
Roter Terror in Reinkultur!

Zitat:

Hinweise auf rechtsextremes Gedankengut“ – keine Schülerbeförderung mehr
Stadt kündigt Taxibetrieb

Uelzen. Binnen kürzester Zeit hat die Stadt Uelzen auf ein Schreiben der Antifaschistischen Aktion (Antifa) Lüneburg/Uelzen reagiert, in dem die Antifa darauf hinweist, dass der Besitzer eines Uelzener Taxiunternehmens seine offensichtlich extrem rechte Gesinnung öffentlich zur Schau trägt.

Ute Krüger, Pressesprecherin der Stadt, gestern auf Nachfrage der AZ: „Unmittelbar, nachdem das Schreiben bei uns im Rathaus eingegangen ist, haben wir die Inhalte geprüft und bei dem Taxiunternehmer im Internet deutliche Hinweise auf rechtsextremes Gedankengut gefunden. Da das Taxiunternehmen für die Stadt Uelzen auch Fahrten zur Schülerbeförderung durchführt, haben wir gestern die Schülerbeförderung durch das Taxiunternehmen ausgesetzt und einen Notfallplan zur Beförderung der Schüler aufgestellt.“

Damit nicht genug – Ute Krüger: „Wir haben gegenüber dem betroffenen Taxiunternehmen angekündigt, dass wir den schriftlichen Vertrag kündigen. Diese Kündigung wird derzeit vorbereitet.“ Nach Mitteilung der Pressesprecherin sei die Stadt nicht nur durch das Antifa-Schreiben, sondern auch durch Hinweise aus Schulen auf den Taxiunternehmer aufmerksam geworden.

Hintergrund: Die Antifa hatte geschrieben, dass „mehrfach von Schülerinnen und Schülern berichtet worden war, dass während der Fahrten mit dem Taxiunternehmen in den Taxen neonazistische Musik gehört worden war“. Auf der Facebook-Seite verweise der Besitzer des Taxiunternehmens unter anderem auf die Band „Lunikoff-Verschwörung“. Diese Musikgruppe gelte nach Informationen der Antifa als eine der bekanntesten Gruppen der Neonaziszene. Auf der sogenannten „Schulhof-CD“ der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) zur Bundestagswahl 2009 sei die „Lunikoff-Verschwörung“ mit dem Lied „Frei geboren“ vertreten gewesen.

Mehrere Fotos, die der Antifa nach eigenen Worten vorliegen, würden den Besitzer des Uelzener Taxiunternehmens mit in der Naziszene beliebten T-Shirt-Aufdrucken – beispielsweise „Masterrace (englisch: Herrenrasse“) und der unter Hooligans beliebten Marke „Ostdeutscher Freistil“ – zeigen.

„Ein Blick auf Facebook und ins Internet würde genügen – der Unternehmer macht keinen Hehl aus seiner politischen Gesinnung“, betonte Olaf Meyer von der Antifa Lüneburg/Uelzen. Privat wolle Meyer dies nicht bewerten, „doch im Zusammenhang mit Fahrten zur Schülerbeförderung muss die Stadt reagieren“.

Der Taxiunternehmer selbst wollte sich gestern gegenüber der AZ nicht äußern. „Dazu kann ich nichts sagen, dazu gebe ich keine Antwort“, so seine Aussagen. Erst am Freitag wolle er sich äußern, ergänzte er.

Von Andreas Becker


Quelle: http://www.az-online.de/nachrichten/…b-2331008.html

Zitat:

„Neonazistische Gesinnung“ – Stadt handelt, Landkreis prüft
Couragierter Taxifahrer kündigt Job

Uelzen. Nach der morgendlichen AZ-Lektüre stand für Olaf Sadetzky fest: „Mit einer neonazistischen Gesinnung möchten ich und meine Familie nichts zu tun haben. Ich kündige meine Arbeitsstelle bei dem betroffenen Taxiunternehmen sofort.“

Zur Erinnerung: Wegen „deutlicher Hinweise auf rechtsextremes Gedankengut“ hatte die Stadt Uelzen den Vertrag über die Schülerbeförderung mit einem Taxiunternehmen aus der Uhlenköperstadt am Mittwoch ausgesetzt. Sobald alle Formalitäten eingehalten sind, wird die schriftliche Kündigung an das Taxiunternehmen gesandt. Im Internet zeigen Bilder den Besitzer des Taxibetriebes mit in der Naziszene beliebten T-Shirt-Aufdrucken. Zudem gibt es Hinweise von Schülern, dass in den Taxen während der Schülerbeförderung Musik mit rechtsextremen Inhalten gespielt werde.

Taxifahrer Sadetzky, der 18 Monate bei der Taxifirma beschäftigt gewesen war, möchte sich nach eigenen Worten seine und die Zukunft seiner Kinder nicht versauen. „Deshalb distanziere ich mich auf das Schärfste von rechtsextremen Symbolen und Musikgruppen. Damit möchte ich in keinster Weise in Verbindung gebracht werden.“ Während sich Sadetzky couragiert von seinem Arbeitgeber absetzt, maulen andere Uelzener Taxiunternehmen lediglich hinter vorgehaltener Hand – „aus Angst vor Repressalien“, wie betont wird. Und: „Das schwarze Schaf befleckt unsere gesamte Taxibranche. Der zieht unser Gewerbe in den Dreck“, ist aus der Droschkenszene zu vernehmen.

Transparent und konsequent geht die Stadt Uelzen vor. „Wir haben die 29 betroffenen Schüler gestern auf zwei andere Taxibetriebe verteilt, so dass ab heute die Schülerbeförderung wieder hundertprozentig klappt. Gestern mussten aufgrund der unvorgesehenen Notmaßnahme einige Eltern ihre Kinder ausnahmsweise einmal selbst zur Schule fahren“, teilte Ute Krüger, Pressesprecherin im Rathaus, mit.

Offen und offensiv die Stadt – verhalten und defensiv der Landkreis: „Wir prüfen die im Raum stehenden Vorwürfe umgehend und werden eine entsprechende Bewertung vornehmen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wird der Landkreis konkrete rechtliche Konsequenzen in Erwägung ziehen.“ Mehr konnte und wollte Kreissprecher Martin Theine gestern auf AZ-Nachfrage nicht sagen.

Mit anderen Worten: Ob der Landkreis als Genehmigungsbehörde dem betroffenen Taxiunternehmen die Konzession entzieht, bleibt (noch) offen.

Von Andreas Becker


Quelle: http://www.az-online.de/nachrichten/…n-2332598.html

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Fußball und Gewalt

On May 25, 2012, in Analysen zum Zeitgeschehen, by admin

Ach was hört man zurzeit wieder so vieles über das schlechte Benehmen von Fußballfans. Das Land Niedersachsen und der Verein Hannover 96 sind sich einig – da muss durchgegriffen werden. Ultras und Hooligans schlagen demnach immer wieder über die Stränge, und sei es nur mit unerlaubten Leuchtfeuern, auch in Hannover und nicht nur in Düsseldorf oder Berlin. Eine verstärkte Videoüberwachung soll nun her, zur Not auch höhere Preise für die Fankurve oder gar die Abschaffung aller Stehplätze, das schwebt dem 96-Boss Martin Kind so vor.

Fußballgewalt geht naturgemäß von jungen Leuten aus, denn ältere lassen zwar ihren Emotionen verbal freien Lauf, prügeln sich aber nicht mehr und suchen auch nicht mehr den Reiz des Verbotenen. Zufällig ist es heute aber auch die jüngere Generation, die an diese viel gepriesene Demokratie nicht mehr so recht glauben will und ihren Wahlen sowie den dargebotenen Parteien zunehmend fernbleibt. Warum auch nicht? Bist du jung und deutsch, dann hast du in dieser Gesellschaft sowieso nichts mehr zu melden, denn die Jugend unseres Volkes ist längst eine Minderheit. Was willst du denn tun, inmitten von deutschen Rentnern und jungen Nichtdeutschen? Letztere sollen ja laut unseren Politikern die Zukunft unseres Landes darstellen, während du als junger Deutscher oder junge Deutsche angeblich zu so was wie den letzten Mohikanern gehörst. Zumindest unterschwellig macht sich da Frust breit, über dessen Ursachen sich die Betroffenen aber oft gar nicht bewusst sind.

Doch wer nur eine undefinierbare Wut verspürt, der könnte sich natürlich auch in Gorleben austoben, oder er geht zu den Piraten, wo er sich als ganz frecher Revoluzzer fühlen kann, ohne staatliche Repression fürchten zu müssen. Wem aber dieser ganze linksliberale Quatsch solcher Gruppen zuwider ist, dem bleibt letztlich nur der Fußball. Darum können Vereine und DFB auch noch so viele teure Fanprojekte „gegen rechts“ ins Leben rufen, sie werden die vermeintlich „rechten“ Geister niemals los.

Irgendwie erinnert das alles stark an die Endzeit der DDR. Dort war die Fußballrandale in den 80ern heftiger als im Westen, wo man damals allerdings kaum etwas davon mitbekam. Es war ein maroder Staat, mit einer Jugend, die längst nicht mehr an ihn glaubte, aber keine Möglichkeit hatte, irgendwas zu ändern. Der Fußball war da ein willkommenes Ventil lange vor den ersten Montagsdemos. Ob sich die Geschichte wiederholt? Wir hoffen das Beste!

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Endlich ist sie wieder da. Die 18. Ausgabe der radikal rechten Zeitung (eigene Angabe), der HIER UND JETZT! Und unser aller Lieblingsblatt kommt wieder mit einer ungeheueren Bandbreite an Inhalt auf 168 Seiten daher. Das Oberthema dieser Ausgabe ist „Ausnahmezustand“. Und so beschäftigen sich wieder allerlei scharfsinnige Leute auf unterschiedlichste Art mit diesem Themenkomplex. Außerdem gibt`s noch jede Menge Tonträger- und Buchtipps, wie man sie sonst nirgends findet und auch jede Menge Kultur. Eben alles, was man sonst so nirgends findet. Und alles „radikal rechts“.

Also: Schnell auf hier-und-jetzt-magazin.de ein Heft bestellen, oder besser gleich ein Jahresabo abschließen. Und dann: Lesen, lesen, lesen! Viel Spaß dabei!

(142)

Jetzt wissen wir warum Henry Kissinger in Berlin war und zu welcher Veranstaltung der Parteichef der Piraten Bernd Schlömer eingeladen wurde. Es handelte sich um die Verleihung des Henry-A.-Kissinger-Preis 2012 an den ehemaligen US-Aussenminister George P. Shultz. Die Medien schreiben darüber, es wäre ein Stelldichein der Altersweisen gewesen. Für mich war das eher eine Versammlung von Altersverbrechern, denn beide haben so viel Blut an den Händen und sind Mumien. Kissinger wird am Sonntag 89 und Shultz ist 91.

Da hat wohl Schlömer sich mehr vorgestellt mit seiner Ankündung, er würde Kissinger treffen, als nur Zuschauer bei seiner Preisverleihung zu sein. Obwohl er anschliessend getwittert hat: “Eindruck bei ‪#Kissinger‬ Ich habe die Urheberrechtsposition der ‪#Piraten‬ swie den Nutzen von Beteiligung und Transparenz verteidugt“. Die Tippfehler sind vom ihm übrigens. Einen eigenen Bericht über das Treffen haben wir bisher noch nicht gesehen.

Wie die Medien dieses Treffen der Atlantik-Verbrecher schönreden ist wieder typisch. Die Blöd-Zeitung titelt ihren Artikel:

Ex-US-Außenminister Shultz mit dem Kissinger-Preis in Berlin geehrt – Verbündete für den Frieden“.

Frieden? Den Frieden den die meinen kennen wir, den eines Friedhofs. Dann hat Kissinger in seiner Lobrede auf seinen Amtsvorgänger gesagt: „George Shultz sprach 1984 als Erster von politischem Terrorismus.” Klar, sie haben ja auch den Terrorismus erfunden, als ihnen die Sowjetunion als Feind abhanden kam. Hey, ohne Terroristen als Feind kann man die ganzen Kriege, das Geschäft für die Rüstungsindustrie und die Eroberungspolitik der NATO in den Ländern die zufällig auf Öl sitzen nicht begründen.

Der Tagesspiegel nannte die Versammlung noch heuchlerischer:

Verleihung des Kissinger-Preises – Die Weisheit der Demokratie

Die Demokratie die damit gemeint ist kennen wir auch. Die wird mit NATO-Bomben gegen die Bevölkerung des Ziellandes durchgesetzt, ob sie wollen oder nicht. Die Länder die von der NATO bisher “befreit” und “demokratisiert wurden, können ein Lied davon singen, leben in totalen Chaos und Zerstörung, wünschen sich ihren “Diktator” zurück, so schlimm ist das Leben für sie geworden.

Westerwelle musste auch seinen Lob aussprechen und sagte über George P. Shultz: “Ihre Inspiration, Ihre Vision und Ihr Rat werden noch immer gebraucht“. Er hob seine Verdienste um die transatlantischen Beziehungen hervor. Das heisst im Klartext, wie Deutschland als Vasallenstaat von Washington gehalten wurde und ja nicht selbstständig handeln und nach Osten schauen darf.

Weitere “illustere Gäste” die gesichtet wurden waren: Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Michael Hoffman (American Academy), Hans-Ulrich Klose mit Frau Anne, Italiens Botschafter Michele Valensise mit Frau Elena, Giovanna Stefanel-Stoffel und Ludwig Stoffel, US-Botschafter Philip D. Murphy, Botschafter Israels Yakov Hadas-Handelsman, Maren Otto von der Otto-Stiftung, Finanzminister Wolfgang Schäuble mit Tochter Juliane, Axel-Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner und Peer Steinbrück.

Wie “weise” und “aktuelle informiert” gewisse alte Herren sind, sieht man an der Aussage von Helmut Schmidt 93, der auch sein Lob über Shultz aussprach. Er sagte in einem Interview im Februar 2012, er hätte kein Handy und sehe das Internet als Bedrohung an. Und auf die Frage ob er auf Facebook wäre, antwortete er, “was ist das?“.

Wer ist George P. Shultz? Na als aller erstes selbstverständlich ein Bilderberger, der bis 2008 regelmässig bei ihren Treffen dabei war. Er war auch mehrmals bei Bohemian Grove anwesend. Genau genommen war er und ist er noch der Oberfadenzieher und Präsidentenbestimmer in den Staaten, ein Teil der Schattenregierung. Er war auch mindestens Mitwisser bei der Iran/Contra Affaire (Drogen gegen Waffen), wie bei einer Kongressanhörung später herauskam. Shultz wusste Oliver North war in der Hilfe für die Contras involviert und das Raketen in den Iran geliefert wurden.

Shultz war auch einer der Gründer des “Committee To Liberate Iraq”, welches zusammen mit der israelischen Regierung die Invasion des Irak und dessen “Befreiung” für US-Investitionen und Kontrolle vorantrieb. Er war Berater für die Wahlkampagne von George W. Bush 2000 und ein ranghohes Mitglieder der “Vulcans”, eine Gruppe von Politikberater für Bush, wo auch Dick Cheney, Paul Wolfowitz und Condoleezza Rice Mitglieder waren.

Shultz ist Vorsitzender der International Advisory Council von JPMorgan Chase und Direktor des Institute for International Economics. Er ist Mitglied der Hoover Institution an der Stanford Universität, dem Washington Institute for Near East Policy, der New Atlantic Initiative und dem Komitee on the Present Danger. Er ist auch Ehrenvorsitzender von The Israel Democracy Institute. Shultz war früher im Vorstand der Bechtel Corporation, Charles Schwab Corporation und von Gilead Sciences.

Wenn einer Einfluss hat, dann ist es er.

Mal schauen ob die jüngere Generation der Piraten ihren Chef ausfragen, was er bei dieser Preisverleihung so erlebt hat.

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(132)

Präsident Rafael Correa ist das Musterbeispiel eines gut ausgebildeten, selbstbewussten, linksgerichteten südamerikanischen Politiker, der sein Land so unabhängig wie möglich zum Wohle der Bevölkerung führen will. Sein Programm besteht aus der Beteiligung breiter Bevölkerungs- schichten an der Entscheidungsfindung und dem Reichtum im Lande, gegen den übermächtigen Einfluss inländischer wirtschaftlich-politischer Eliten einerseits und ausländische Einflüsse in Politik und Wirtschaft durch Weltbank, IWF und die USA auf der anderen Seite. Er lehnt Fremdeinmischung ab und befürwortet die lateinamerikanische Solidarität.

Correa ist seit 2007 Präsident und wurde 2009 für eine zweite Amtszeit gewählt. Er hält einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften und war Professor an verschiedenen Universitäten vor seiner politischen Karriere. Am 30. September 2010 kam es zu einem gewalttätigen Aufstand von Polizisten und Soldaten gegen den Präsidenten wegen Lohnkürzungen. Correa löste den Ausnahmezustand aus und sprach von einem Putschversuch gegen ihn, der vom Ex-Präsidenten Lucio Gutiérrez organisiert worden sei. Als grössten Gegner bezeichnet er aber die privaten Medien des Landes, die im Besitz reicher Familien und Konzerne sind und die Interessen der Elite vertreten. Die Mehrheit der Bevölkerung steht aber hinter ihrem Präsident.

Hier die 6. Folge aus der Interview-Reihe von Julian Assange, die ich auf Deutsch übersetzt habe mit dem Titel:

Auf der Suche nach revolutionären Ideen, welche die Welt von Morgen ändern kann“.

Siehe Interview-Video unten:

Correa: Wo sind sie? In England?

Assange: Ich bin in England unter Hausarrest schon seit 500 Tagen ohne Anklage.

Correa: 500 Tage!

Assange: Was ist die Perspektive aus Sicht Ecuadors auf die Vereinigten Staaten? Wie sehen die Menschen den Einfluss der USA in Südamerika und in Ecuador?

Correa: Das einzige Land welches keinen Umsturz erleben kann sind die Vereinigten Staaten selber, weil sie keine US-Botschaft haben.

(beide lachen)

Jedenfalls möchte ich sagen, einer der Faktoren die zur Unzufriedenheit der Polizei führte war die Tatsache, wir unterbanden die Finanzierung der US-Botschaft für sie. Vor und nach dem wir das Amt antraten dauerte es eine Weile, um das zu korrigieren. Es gab ganze Polizeieinheiten, Schlüsseleinheiten, die komplett von der US-Botschaft bezahlt wurden, dessen kommandierende Offiziere vom US-Botschafter ausgewählt wurden. Und so haben wird die Bezahlung der Polizei erheblich erhöht. Aber, da ihre Gehälter von wo anders kamen, haben sie es nicht gemerkt. Wir haben das alles erledigt, aber es gibt einige die diese Zeiten zurück wollen, die nie mehr sein werden.

Was die USA betrifft, unsere war immer eine Beziehung basierend auf Zuneigung und Freundschaft, aber in einem Rahmen von gegenseitigem Respekt und Souveränität. Ich lebte vier Jahre in den USA und habe zwei akademische Titel von dort. Ich liebe und bewundere die US-Bevölkerung sehr. Glauben Sie mir, anti-US ist das letzte was ich bin. Aber ich nenne das Kind beim Namen und wenn es internationale US-Politik gibt, die schädlich für unser Land ist, und für Lateinamerika, dann werde ich sie scharf verurteilen und werde niemals die Verletzung der Souveränität meines Landes dulden.

Assange: Ihre Regierung hat die US-Militärbasis in MANTA geschlossen (US-Luftwaffenstützpunkt im September 2008). Können Sie erzählen warum Sie das gemacht haben?

Correa: Würden Sie eine ausländische Basis in Ihrem Land akzeptieren Julian? Jedenfalls, es ist ganz einfach, wie ich es damals sagte, es gibt kein Problem mit einer US-Basis in Ecuador, so lange wir die Erlaubnis bekommen eine ecuatorianische Militärbasis in Miami zu errichten.

(da Assange darüber lacht)

Haben Sie viel Spass bei diesem Interview Julian? Ich auch.

Assange: Ich geniesse ihr Witze sehr, ja. Präsident Correa, warum haben Sie uns die Erlaubnis gegeben, alle Depeschen zu veröffentlichen?

(es geht um die Diplomaten-Depeschen des US-Aussenministeriums die von der US-Botschaft in Ecuador stammen)

Correa: Wir haben nichts zu verbergen. Wenn überhaupt, die Wikileaks haben uns stärker gemacht, da die Hauptbeschuldigungen welche die Botschaft äusserte, wegen unseren ausgeprägten Patriotismus waren und der Verteidigung unserer Souveränität der Regierung von Ecuador. Selbstverständlich sind wir Patrioten und selbstverständlich verteidigen wir die Souveränität unseres Landes.

Auf der anderen Seite, viele der Wikileaks-Depeschen sprachen über die Interessen der Medien des Landes, über die Machtgruppen die nach Unterstützung und Beziehungen bei ausländischen Botschaften suchen und von den Kontakten zu den Botschaften profitieren. Wir haben nichts zu befürchten, lasst sie alles über die Regierung Ecuadors veröffentlichen. Aber Sie werden sehen, wie viele Sachen über die, welche die Volksrevolution in Ecuador verhindern, ans Licht kommen, Sachen die mit Opportunismus, Verrat und Selbstbereicherung zu tun haben.

Assange: Als Konsequenz aus der Veröffentlichung der Depeschen durch Wikileaks, haben Sie die US-Botschafterin aus dem Land geworfen. Warum haben Sie das gemacht? Ich würde meinen, da Sie sahen wie Sie denkt, wäre es nicht besser gewesen den Teufel zu behalten den Sie kennen?

Correa: Es wurde ihr das gesagt. Aber die war so voller Arroganz, sie sagte sie hätte nichts zu rechtfertigen. Sie war eine Frau völlig gegen unsere Regierung, eine Rechtsgerichtete die zurückgeblieben ist im Kalten Krieg der 60-Jahre. Und der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte war Wikileaks, wo sie berichtete, ihre eigenen Kontakte in Ecuador hätten ihr gemeldet, einer der Faktoren die zur Unzufriedenheit der Polizei geführt hätten war, der Polizeichef den sie selber den Posten gegeben hätte wäre korrupt, im vollen Wissen er war korrupt, um ihn kontrollieren zu können. Die Botschafterin wurde kontaktiert und gebeten eine Erklärung abzugeben, aber mit ihrer Überheblichkeit, Arroganz und imperialistischen Gehabe, die sie an den Tag legte, sagte sie, sie hätte nichts zu rechtfertigen. Und da wir Verantwortung für unser Land tragen haben wir sie rausgeschmissen.

Dazu möchte ich sagen, vor einem Monat oder mehreren Monaten, nach fast einem Jahr an Untersuchungen, wurde Kommandant Hurtado – der in den Depeschen durch die Botschafterin falsch beschuldigt wurde – als völlig unschuldig aller Klagen befunden und alle Untersuchungen die man deswegen gegen ihn führte sind eingestellt worden. Dies zeigt wie böswillig die US-Offiziellen waren, wegen ihrer Feindschaft gegenüber progressiven Regierungen, die eine Veränderung suchen, die alles berichten was grundlos ist, basierend auf Gerüchten und Klatsch, was ihnen durch Kontakte zugetragen wurde, die für gewöhnlich gegen unsere Regierung sind.

Assange: Präsident Correa, wie fanden sie es mit den Chinesen zu verhandeln? Die sind eine Grossmacht. Tauschen Sie einen Teufel mit dem anderen aus?

Correa: Erstens verhandeln mir nicht mit Teufeln. Wenn jemand als Teufel zu uns kommt dann sagen wir ihm einfach, vielen Dank. Zweitens, sie sehen etwas an Ausverkauf, Versnobtheit, sogar Neokolonialismus in gewissen Medien. Als 60% unseres Handels und Investitionen hauptsächlich aus den USA kamen und wir nur 20 Cent bekamen, um Entwicklung zu finanzieren, war es kein Thema. Jetzt wo wir ein Land sind, wo das meiste chinesische Investment in der Region stattfindet, die Chinesen weder gross, noch rot, noch leuchtende Augen haben, jetzt ist es ein Thema – sie sind Teufel und so weiter. Aber sogar die USA werden von China finanziert. Wie schön ist es wenn sie Ecuador finanzieren. Wie wunderbar ist es wenn sie die Ölsuche finanzieren, oder den Bergbau und Wasserkraftwerke. Wir erhalten nicht nur chinesische Mittel, sondern auch welche aus Russland und Brasilien. Wir haben unsere Märkte erweitert und auch unsere Finanzierungsquellen. Aber es gibt Leute die mit einem Joch um den Hals geboren wurden, die es vorziehen mit der bisherigen Abhängigkeit weiterzumachen. Das ist alles.

Assange: Präsident Correa, für viele Jahre habe ich einen Kampf für die Meinungsfreiheit geführt, für das Recht der Menschen zu kommunizieren, für das Recht wahre Information zu veröffentlichen. Wie werden ihre Reformen nicht zu einer Unterdrückung echter Informationen führen?

Correa: Na ja Julian, Sie sind ein gutes Beispiel wie die Presse ist, wie auch die Organisation wie die Inter American Press Association, ein Zusammenschluss der Zeitungsbesitzer in Lateinamerika. Viele Bücher sind über Wikileaks in Lateinamerika geschrieben worden, das letzte von zwei argentinischen Autoren, wo es eine Analyse nach Ländern gibt und im Falle von Ecuador zeigt es, die Medien haben auf schamlose Art die Depeschen und Nachrichten die sie betrafen nicht veröffentlicht. Zum Beispiel die Auseinandersetzungen zwischen den Nachrichtenmedien. Am Schluss, um sich nicht zu diskreditieren, haben sie sich geeinigt keine eigene dreckige Wäsche zu veröffentlichen.

Ich lese ihnen einer der Wikileaks vor, welche die Presse von Ecuador nie veröffentlichte. “Die Presse fühlt sich frei die Regierung zu kritisieren, aber da sie nicht in der Lage ist es mit einem flüchtigen Banker zu tun und seinem Familienunternehmen, spricht es Bände in welchen Händen die Macht in Ecuador sich befindet.” Das sind Nachrichten die Wikileaks an die Öffentlichkeit brachte, aber die Press nie gezeigt hat. Damit sehen sie mit was wir es in Ecuador und Lateinamerika zu tun haben. Wir glauben, lieber Julian, dass die einzigen Sachen die gegen Informationsaustausch geschützt werden müssen, sind die welche in internationalen Verträgen festgeschrieben sind, in der interamerikanischen Konvention der Menschenrechte; die Würde und den Ruf von Personen und die Sicherheit der Menschen und des Staates. Für den Rest, je mehr Leute etwas herausfinden je besser.

Sie haben die Befürchtung geäussert, die Journalisten im guten Glauben wiederholen, die aber Stereotypen sind, die Angst der Staat wird die Meinungsfreiheit einschränken. So etwas ist fast nie passiert in Lateinamerika. Das sind nur Mythen. Bitte denken Sie daran, hier war die Medienmacht, und sie ist wahrscheinlich immer noch, stärker als die politische Macht. Tatsächlich hat es für gewöhnlich eigennützige politische und soziale Macht, insbesonders, informative Macht. Die welche die Medien kontrollierten waren die grossen Wähler, die mächtigen Gesetzesmacher, die gewaltigen Richter und sie haben Regierungen unterdrückt, wie auch Präsidenten und die Justiz. Lasst uns mit dem Image von armen und mutigen Journalisten aufhören, von heiligen Medien die versuchen die Wahrheit zu verkünden und Tyrannen, Autokraten und Diktatoren die das verhindern wollen. Es ist nicht wahr. Es ist genau umgekehrt. Die Regierungen versuchen etwas für die grosse Mehrheit zu tun, die von den Journalisten verfolgt wird, die denken sie haben ein Tintenfass und ein Mikrophon, dabei sind wir ihnen völlig gleichgültig. Oft beleidigen und verleumden sie nur aus Abneigung; Medien die den privaten Interessen dienen. Bitte, lassen Sie die Welt wissen was in Lateinamerika passiert.

Es gab keinen einzigen staatlichen TV-Sender, sie waren alle privat und fünf davon gehören Banker. Sie können sich vorstellen, wenn ich etwas gegen Banken unternehmen möchte, um etwa die Krise und den Missbrauch der in Europa und speziell in Spanien stattfindet zu verhindern, werde ich von einer gnadenlosen TV-Kampagne konfrontiert, welche die Interessen ihrer Besitzer verteidigt, die Eigentümer dieser TV-Sender, die Banker sind. Machen wir uns nichts vor. Julian, es ist genau umgekehrt wie Sie sich das vorstellen. Diese Leute, verkleidet als Journalisten, versuchen Politik zu machen, um unsere Regierungen zu destabilisieren, damit es keine Veränderungen in unserer Region gibt, aus Angst sie verlieren die Macht, die sie immer paradiert haben.

Assange: Präsident Correa, ich stimme ihrer Beschreibung der Medien zu. Wir haben es immer wieder gesehen, wie grosse Medienorganisationen mit denen ich gearbeitet habe, wie der Guardian, El Pais, New York Times und der Spiegel, unser Material zensiert haben gegen unsere Abmachung, aus politischen Gründen oder weil sie Oligarchen schützen, wie Julia Timoschenko aus der Ukraine, die ihr Vermögen in London versteckt, oder grosse italienische Ölfirmen die in Kasachstan tätig sind. Wir können das beweisen, weil wir die Originaldokumente haben und vergleichen können, was die Medien daraus entfernt haben. Für mich ist der Weg wie man mit diesen Monopolen und Kartellen fertig wird, entweder in dem man sie zerstückelt oder in dem man es leicht macht für neue Teilnehmer in den Markt zu kommen. Sollten sie nicht Rahmenbedingungen schaffen, damit es leichter ist für neue Verleger und gleichzeitig Individuen geschützt sind und die grossen zerteilt werden?

Correa: Das versuchen wir ja Julian. Seit über zwei Jahren hat es eine Debatte gegeben über ein neues Kommunikationsgesetz, damit das Spektrum des Radio und Fernsehens sich verändert, also nur ein Drittel aller Radio und TV-Sender privat sind und Profit machen können, ein Drittel gemeinnützig und im Eigentum der Gemeinschaft sind und der Rest im staatlichen Besitz. Nicht nur durch die Zentralregierung, aber auch durch lokale Behörden, Städte und Gemeinden. Obwohl es sich um eine Verfassungsartikel handelt, der 2008 durch eine Wahl genehmigt wurde, von der Bevölkerung Ecuadors getragen wird, trotz alle dem ist dieses neue Gesetz systematisch von den Medien blockiert worden. Sie haben Abgeordnete im nationalen Parlament bestochen, die ihre Interessen verteidigen und bezeichnen es als “Maulkorberlass”. Das versuchen wir zu machen: die Information zu demokratisieren, die soziale Kommunikation, den Besitz der Medien, aber wir stehen einer heftigen Opposition von Medienbesitzern gegenüber und ihren Sprechern in der politischen Arena von Ecuador.

Assange: Ich habe kürzlich mit dem Präsidenten von Tunesien gesprochen und ihn gefragt, war er überrascht wie wenig Macht ein Präsident hat um etwas zu verändern? Erleben sie ähnliches?

Correa: Schauen Sie, sie haben sogar versucht die Führer zu dämonisieren. Einer der Hauptkrisen in Lateinamerika während der 90 und am Anfang dieses Jahrhunderts, während der langen und traurigen neuliberalen Nacht, war die Führungskrise. Was ist Führung? Die Gabe andere zu beeinflussen. Man kann gute Führung haben, welche diese Eigenschaft benutzt um andere zu dienen, oder schlechte Führung. Leider haben wir viel von dem in Lateinamerika, Führung die andere ausnutzt. Ich glaube Führung ist etwas sehr wichtiges, besonders wenn man Veränderungen durchführen will.

Kann man sich die Unabhängigkeit der USA ohne grosse Führer die dahinter standen vorstellen? Kann man sich den Wiederaufbau Europas nach dem II. WK ohne grosse Führer vorstellen? Aber um diese neuen Veränderungen zu verhindern, gehen sie her und nennen die Führer Tyrannen, die Populismus betreiben, wie wenn es etwas schlechtes wäre. Und diese Art von Führung ist um so wichtiger … Julian, lassen Sie mich die Idee fertigdenken … in Ecuador, in Lateinamerika, verwalten wir nicht ein System, sondern verändern es. Weil das was wir über die Jahrhunderte hatten, hat total versagt. Es hat uns in die ungleiche Region der Welt verwandelt, eine Region voll mit Armut und Leid, dabei haben wir alles was es benötigt um am wohlhabendsten im Universum zu sein. Es ist nicht wie in den USA. Was ist der Unterschied zwischen Republikaner und Demokraten? Ich meine, es gibt mehr Unterschied in dem was ich am Morgen und was ich am Nachmittag denke; weil sie nur ein System managen. Hier verändern wir ein System und man benötigt Führung, legitime demokratische Macht, um die institutionellen Strukturen in unserem Land zu ändern, zum Vorteil der Mehrheit.

Assange: Es sieht für mich so aus, wie wenn Präsident Obama nicht in der Lage ist, die immensen Kräfte die um ihn herum sind zu kontrollieren. Ist das nicht der Fall bei allen Führungen? Wieso sind sie in der Lage so viel zu ändern in Ecuador? Ist es der Zeitgeist, ist es ihre persönliche Führungsstärke, ist es ihre Partei? Was ist die Kraft die ihnen erlaubt etwas zu tun, was Barack Obama nicht machen kann?

Correa: Erlauben sie mit dem Ende anzufangen. Der Kompromiss, der Konsens ist etwas wünschenswertes, aber es ist nicht das Ende selber. Für mich wäre es ganz einfach einen Kompromiss einzugehen, zu diesem Konsens, aufgeben und einknicken, und es würde viele Leute glücklich machen, aber es würde nichts verändern. Es würde die Mächte in diesem Land gefallen, aber alles würde gleich bleiben. Manchmal ist es unmöglich einen Konsens zu finden. Manchmal ist es essenzial sich auseinanderzusetzen. Mit der Korruption, mit dem Machtmissbrauch, das müssen wir angehen, oder die Lügen. Soziale Laster wie diese, die so schädlich für unsere Gesellschaft sind, dürfen wir nicht dulden.

Was wir in Ecuador erreicht haben ist nicht nur wegen mir. Das ist ein Missverständnis. Die Leute selber verändern. Länder verändern sich nicht nur wegen der Führung. Die koordinieren vielleicht, aber es kommt auf den Willen aller Menschen an. Was uns zur Macht führte war die Empörung der Bevölkerung von Ecuador. Ich glaube das ist was in den USA notwendig ist, damit Präsident Obama die wirklichen Veränderungen im Land vornehmen kann. Die Empörung, die durch “Occupy Wall Street” in der Bevölkerung zum Ausdruck kam, ist der Protest gegen das System der stärker wird, mehr organisch, mehr dauerhaft und ermöglicht Obama die notwendigen Veränderungen durchzuführen.

Assange: Ich möchte schauen wo Ecuador langfristig hingeht. Es sieht so aus wie wenn grossartige Sachen in Südamerika passieren, der Lebensstandard hat sich erhöht, der Einfluss der Vereinigten Staaten und anderen Ländern ausserhalb ist zurückgegangen. In welche Richtung geht es in 10 oder 20 Jahren?

Correa: Sie sagen, der US-Einfluss geht schrittweise zurück und das wäre gut. Deshalb haben wir gesagt, Lateinamerika verändert sich vom Konsens mit Washington zu einem Konsens ohne Washington. Und das ist grossartig, denn die Politik die der Norden uns diktierte, hatte nichts mit unseren Bedürfnissen in Lateinamerika zu tun, sondern den Interessen dieser Länder. Ausserdem waren sie nur für die finanziellen Interessen dieser Länder. Wenn man eine Analyse der Wirtschaftspolitik macht, in aller Bescheidenheit, da ich etwas davon verstehe, zeitweise war diese Politik gut oder schlecht, aber sie hatte eine gemeinsamen Faktor, sie waren nur zu Gunsten ihrer finanziellen Interessen. Und glücklicherweise verändert sich das. Ich habe grosse Hoffnung und bin aber realistisch. Obwohl wir ein grosses Stück des Weges zurückgelegt haben, gibt es noch eine lange Strecke vor uns. Ich weiss, der zurückgelegte Weg ist noch nicht umkehrbar. Ich weiss, wenn wir die gleichen Leute die wir hatten wieder die Länder führen lassen, dann kehrt alles wieder zurück wie es war.

Aber ich bin optimistisch. Wir glauben Lateinamerika verändert sich und wenn wir weitermachen auf diese Weg der Veränderung, dann wird diese für immer sein. Es ist keine Epoche der Veränderung, es ist eine Veränderung der Epoche, die Lateinamerika durchläuft und wenn wir diese souveräne Politik fortsetzen, mit einer Wirtschaftspolitik, wo die Gesellschaft den Markt bestimmt und nicht der Markt die Gesellschaft, die Menschen und das Leben in Ware und Produkte verwandelt. Wenn wir mit der Politik der Gerechtigkeit und sozialer Gleichheit weitermachen, die vielen Ungerechtigkeiten der Jahrhunderte überwinden, unsere indigene und Afro-Abkömmlinge etc. respektieren, dann wird Lateinamerika eine grosse Zukunft haben und es ist die Region der Zukunft. Wir haben alles was es braucht für eine prosperierende Zukunft. Wir haben es noch nicht erreicht, wegen schlechter Führer, schlechter Politik und schlechten Regierungen und das ist aber was in unserem Amerika sich verändert.

Assange: Danke Präsident Correa.

Correa: Es war ein Vergnügen sie zu treffen, Julian, wenigsten auf diese Weise und Kopf hoch! Willkommen im Klub der Verfolgten.

Assange: Passen Sie auf sich auf, lassen Sie sich nicht ermorden.

Correa: Wir versuchen das jeden Tag zu vermeiden.

Kommentar: Die Veröffentlichung der Diplomaten-Depeschen durch Wikileaks hat dazu geführt, dass die US-Botschafterin in Ecuador ihre Koffer packen und das Land verlassen musste. Heather Hodges wurde zur ‘persona non grata’ erklärt. Kein Wunder hat Washington ein “Kopfgeld” auf Assange ausgesetzt. Aus dem Interview kommt auch die Erkenntnis, wie die Medien das Material selektiv veröffentlicht haben, gegen die Vereinbarung mit Julian. Sie habe nur das gebracht was banal war und nicht den Regierungen oder Bonzen schaden konnte. Jetzt verstehen wir auch warum speziell die deutschen Medien so ein Theater wegen der Timoschenko machen, die 200 Millionen ausser Landes brachte, sie aber als Heilige darstellen. Assange vorzuwerfen, er wäre ein Teil der Vertuschung oder würde sogar für die CIA arbeiten, ist auch wegen der 500 Tage Hausarrest völlig absurd.

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Lachen gegen die Angstformel

On May 25, 2012, in Junge Freiheit, by admin

Laut Friedrich dem Großen, dessen 300. Geburtstag Potsdam feiert, muß eine Regierung „sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt“. Angesichts der akuten Staatsschulden- und der damit verbundenen Eurokrise schien es deshalb nur folgerichtig, daß Thilo Sarrazin – der als Finanzsenator Berlins einst die Neuverschuldung Berlins beendet hatte – seinen neuen Buchtitel „Europa braucht den Euro nicht“ im Nikoalaisaal Potsdam erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Bereits seinen Vorgängertitel „Deutschland schafft sich ab“ hatte Sarrazin hier zuerst vor allgemeinem Publikum präsentiert. Während der Veranstaltungsort damals von einem Großaufgebot der Polizei geschützt werden mußte, weil eine aufgebrachte „antirassistische“ Menschenmenge gegen die Veranstaltung protestierte, war diesmal vor Veranstaltungsbeginn kein einziger Demonstrant auszumachen. Der geparkte Polizeibus erschien eher wie eine deplazierte Requisite.

Wirkmächtige „Angstformel“

Während schon am Vormittag – zur Pressevorstellung im Hotel Adlon – keine einzige seriöse Frage gestellt wurde, die Sarrazin fachlich zum Widerspruch herausgefordert hätte, wirkte der Auftritt in Potsdam wie ein Heimspiel. Während der vormalige Bundesbanker zunächst eine hypothetische Regierungserklärung für den Fall, er würde unter Merkel zum neuen Bundesfinanzminister berufen, vortrug und in diesem Zusammenhang ein fiktives Gespräch zwischen Merkel und Hollande schilderte, in dem die Kanzlerin dem französischen Präsidenten damit droht, notfalls aus der Europäischen Währungsunion auszutreten, brandet im Saal anhaltender Applaus auf.

In Merkels Diktum, demzufolge das Scheitern Euros zugleich das Scheitern Europas bedeute, sieht Sarrazin eine wirkmächtige „Angstformel“, die ihre Truppen beisammen halten soll. Sein Buchtitel sei daher als eine „gelassene Antwort“ darauf zu verstehen, die helfen soll, dieses „Raunen von Endzeitgeschehen“ zu beenden.

Ein wenig davon versucht der Moderator des Abends Klaus Rost, Chefredakteur der Märkischen Allgemeinen, dennoch zu retten, indem er gegen Sarrazin drei mühsam konstruierte Kritikpunkte ins Feld führt, darunter den hanebüchenen Vorwurf, der Autor würde für seine Euro-kritischen Thesen den Holocaust instrumentalisieren.

Deutschland hat keine Verhandlungsposition

Als Sarrazin den überforderten Chefredakteur vor vollbesetztem Saal nochmal aufgeklärt hat, daß es doch gerade die politische Klasse sei, die diesen Zusammenhang herstelle, greift Rost zum vermeintlich letzten rettenden Strohhalm – und faßt daneben: Als er Sarrazin herausfordern will, indem er von namhaften Kollegen spricht, die ihn kritisierten, fragt Sarrazin trocken: „Wen???“ – da dem Moderator vor Schreck kein einziger Name einfällt, lacht ihn der ganze Saal aus, es hat etwas befreiendes. Letzteres scheint überhaupt das geheime Motto des Abends zu sein: Die „Angstformel“ Merkels und des beherrschenden medialen Mainstreams einfach wegzulachen.

Nachdem Chefredakteur Rost die Pflicht-„Kritik“ absolviert hat, beginnt die eigentliche Kür des Abends. Auf die Frage, warum Merkel – wie von Sarrazin hypothetisch skizziert – es nicht wage, die eigenen Positionen deutlich zu behaupten, wechselt Sarrazin ins Abstrakte: „Große Politiker erkennen das Einfache, kleine Politiker halten sich an das Komplizierte.“

Entscheidend für Deutschlands Schwäche sei aber der Umstand, daß es gar „keine Verhandlungsposition“ besitze. Deshalb sei es „erpreßbar“. Mit Blick auf das fiskalische Schuldbewußtsein Deutschlands wies er zudem darauf hin, daß das deutsche Schuldenaufkommen als Rechtsnachfolger des Dritten Reiches bereits 1953 geregelt worden sei.

Sarrazin gegen deutsches Spardiktat

Wichtig sei aber auch die Relation, so Sarrazin. Die Hellenen hätten bislang schon 350 Milliarden Euro an Rettungsmaßnahmen erhalten – „wenn wir ähnlich hilfebedürftig wie Griechenland wären, bräche die Weltwirtschaft zusammen.“ Auch seien die so oft zitierten Export-Erfolge in Europas Süden eine Täuschung, denn „die erzielen wir ja nur, weil wir deren Schulden tilgen“.

Zugleich warnte Sarrazin davor, in den hochverschuldeten Euro-Ländern ein deutsches Spardiktat einzuführen. Die Wirkung dürfte ähnlich sein wie die der Besser-Wessis in der einstigen DDR. „Viel Spaß“, lautete sein lakonischer Kommentar.

Unterhaltsam geriet auch der Rückblick auf die einstigen europäischen Währungen, in dem Sarrazin die Drachme als etwas beschrieb, das nur „infinitesimal“ darzustellen gewesen sei. Große Erheiterung löste am Ende auch Sarrazins Fazit aus: „Ich kenne keine einzige Drachme, die den Weg in die deutsche Staatskasse gefunden hätte“.

Euro-Einführung als „Maßnahme zur Vertrauensbildung“

Zu den Euro-Legenden, mit denen Sarrazin aufräumen will, gehört auch die Theorie, derzufolge der Euro der französische Preis für die Schaffung der deutschen Einheit gewesen sei. Tatsächlich, so Sarrazin, sei die deutsche Einheit mit der Währungsunion schon längst besiegelt gewesen. England und Frankreich hätten – im Gegensatz zur UdSSR und den USA – keine relevante Rolle gespielt.

Kohl habe die Deutsche Mark gegen den Euro getauscht als eine „Maßnahme zur Vertrauensbildung – das war ein politisch völlig unnötiger Preis“. Das Publikum in Brandenburg indes wird davon keine Kenntnis erhalten, zumindest nicht im Radio. So hatte eine Mitarbeiterin des RBB-„Rotfunks“ für den Hörfunk-Pool der ARD durchweg zustimmende Zuschauerstimmen aufgenommen – offenbar die falschen Meinungen für den Sendebetrieb des RBB-Rundfunks.

Die für den Folgetag im Hauptsender der Landesanstalt geplante Ausstrahlung wurde dem betreffenden Moderator von der Sendeleitung nicht zur Verfügung gestellt, Begründung: Man brauche das Thema nicht mehr.

> Sarrazins Buch „Europa braucht den Euro nicht“ im JF-Buchdienst

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