Als Fortsetzung meines Artikels: “Lake Powell straft die Klimatologen der Lüge” hier das Update vom 4. Juli 2011 – Die Amerikaner feiern ihren Unabhängigkeitstag auf besondere Art. Es liegt immer noch so viel Schnee in den Rocky Mountains, sie können im Sommer Skifahren:

Einige Skifans berichten, sie konnten seit Herbst 2010 bis jetzt 200 Tage auf der Piste verbringen, ein neuer Rekord!

Und wie sieht es “Downunder” aus? Der australische Skiort Thredbo meldet tiefsten Winter und beste Bedingungen. Hier der Schneebericht von heute:

Was haben die Klimahysteriker noch gesagt? “Schneefall ist etwas aus der Vergangenheit!” Innerhalb weniger Jahre wird Schneefall „sehr selten und eine Sensation sein“ und Kinder werden nicht mehr wissen was Schnee überhaupt ist.

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog


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KOPENHAGEN. Dänemark hat Kritik aus Deutschland an den neuen Grenzkontrollen des Landes zurückgewiesen. Der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Søren Espersen, sagte: „Ich bekomme Schüttelfrost, wenn jemand anfängt, die EU zu einer Religion zu machen.“ Der dänische Minister für Zoll und Steuern, Peter Christensen, versicherte, sein Land baue keine neuen Grenzen auf, sondern führe Zollkontrollen im Rahmen des Schengenabkommens durch.

Dänemark hat am Dienstagvormittag die Grenzkontrollen wieder eingeführt, die nach dem Beitritt zum sogenannten Schengenraum im Jahr 2001 entfallen waren. 50 neue Zollbeamte nahmen die Arbeit auf. 30 von ihnen sind an der deutschen Grenze eingesetzt und sollen zunächst für mehr Präsenz sorgen. Jeweils zehn sollen ankommende Fähren kontrollieren, und zehn überwachen den Verkehr über die Öresundbrücke nach Schweden.

Die dänische Mitte-Rechts-Regierung hatte diesen Schritt im Mai angekündigt. Die offizielle Begründung lautet, Dänemark wolle sich vor Kriminalität schützen. Dazu sind nun wieder stichprobenartige Kontrollen geplant, die später auch noch ausgeweitet werden sollen.

Ungehinderter Zustrom von Afrikanern

Tatsächlich wird diese Maßnahme als Schritt gegen ungehinderte Zuwanderung gewertet. Vorausgegangen war der Zustrom afrikanischer  Zuwanderer nach Italien. Seit den Revolutionen in Nordafrika konnten diese relativ ungehindert nach Italien übersetzen. Die italienische Regierung unterstützte diese Zuwanderer bei der Weiterreise in andere europäische Länder. Aufgrund der fehlenden Grenzkontrollen war und ist dies in 25 EU-Staaten vergleichsweise einfach.

Dennoch zeigen EU-Vertreter und deutsche Politiker wenig Verständnis für die neue dänische Regelung. So verlangen die EU und die Bundesregierung eine strikte Einhaltung der Schengen-Bestimmungen, also weitgehende Reisefreiheit. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) spekulierte, die neuen Kontrollen könnten „zu einem Menetekel für die Freiheit in Europa“ werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) forderte „mehr  offene Grenzen, mehr Personenverkehr und mehr Wirtschaftsverkehr“. Hessens stellvertretender Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP) rief die Deutschen sogar als Boykottmaßnahme zum Urlaub in Österreich oder Polen auf. Søren Espersen von der Volkspartei nannte Hahn daraufhin einen „fanatischen Extremisten“, berichtet Spiegel Online. (rg)

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Ursache der Großen Depression von 1929: Friedmans Delle oder Rothbards Falschgeld?

von Gérard Bökenkamp


Weiße Mäuse im Versuchslabor der Weltwirtschaft

Aus Fehlern sollte man lernen, und Geschichtsforschung wird auch deshalb betrieben, damit man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen ist allerdings gar nicht so einfach, da man sich erst einmal darauf einigen muss, was eigentlich der Fehler war, und das gelingt selten. Gerade der Versuch, Fehler zu vermeiden, kann auch Fehlentscheidungen verursachen. In der Ödipustragödie versucht Laios, der König von Theben, der Prophezeiung, dass sein Sohn ihn töten und seine Mutter ehelichen wird, zu umgehen, in dem er seinen Sohn als Kind die Füße durchstechen und aussetzen ließ und genau damit den Weg zur Erfüllung der Prophezeiung ebnete. Nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise von 2007 versuchte man, Lehren aus der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu ziehen. Die bittere Ironie könnte sein, dass gerade der Versuch, aus der einen Katastrophe zu lernen, eine neue Katastrophe heraufbeschwören kann.

Wenn die Vertreter eines Wissenschaftszweigs ehrlich wären, dann würden sie einräumen: Wir wissen wenig, und was wir wissen, ist umstritten. Im Namen DER Wissenschaft aufzutreten, erlaubt allerdings ein größeres Selbstbewusstsein, geht aber damit einher, dass man die Uneinigkeit der Wissenschaft einfach unter den Teppich kehrt. Über 80 Jahre danach sind die gebotenen Erklärungen für die Weltwirtschaftskrise immer noch alles andere als unumstritten. Im Jahr 1963 veröffentliche Murray Rothbard sein Buch „America´s Great Depression“, im Jahr 1964 Milton Friedman zusammen mit Anna Jacobson Schwartz „A Monetary History of the United States.“ Beide Bücher wurden von Autoren geschrieben, die im weitesten Sinne dem Liberalismus zugeordnet werden, beide Autoren gehören aber verschiedenen Schulen an, Friedman der Chicagoer Schuler und Rothbard der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Beide Werke beschäftigen sich mit demselben Untersuchungsgegenstand – der großen Depression – und beide kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen und damit auch zu entgegengesetzten Schlussfolgerungen.

Milton Friedmans Erklärung für die Weltwirtschaftskrise von 1929

Die Friedman’sche Story geht so: Die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren eine Blüte des amerikanischen Kapitalismus, die Produktivität und der Wohlstand wuchsen, das Automobil und andere technische Neuerungen hoben den Lebensstandard. Die Zentralbank versäumte es aber, die zusätzliche Geldmenge zur Verfügung zu stellen, um die Preise stabil zu halten und die Wirtschaft wachsen zu lassen. Der monetäre Anzug wurde für den wachsenden Wirtschaftskörper zu klein. Ganz katastrophal wurde es nach dem Crash von 1929. Statt nun ordentlich nachzulegen und zusätzliche Zahlungsmittel zu schaffen, habe die Zentralbank die Geldmenge nicht ausgeweitet. Die Geldmenge habe um fast ein Drittel abgenommen. Die große Tragik bestand darin, dass der starke Mann des amerikanischen Zentralbankwesens Benjamin Strong kurz vorher erkrankt und gestorben war. Er hätte das Ruder herumgerissen und die Katastrophe verhindern können.

Friedmans Buch hat Furore gemacht. Es ist die enorme Masse statistischen Materials, mit dem er seine Thesen zu untermauern verstand, die ihm Ruhm und Anerkennung sicherte. In seinem Buch hatten er und Schwartz Daten aus 93 Jahren Geld- und Wirtschaftsgeschichte ausgewertet. Für Friedman ist die Geldmenge das Schicksal der Wirtschaft. Die Phasen großer Stabilität in der US-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte seien auch Phasen stabiler Geldmengenzunahme, die Zeit der Wirtschaftskrisen auch die Zeit des Rückgangs der Geldmenge gewesen. Besonders einflussreich im Hinblick auf die große Depression ist die Friedmansche „Dellen-Theorie.“ In den Charts, die die Geldmengenentwicklung zeigen, sieht man in der ersten Hälfte der Dreißiger Jahre eine deutlich wahrnehmbare Delle – also einen Rückgang der Geldmenge. Heureka! Die Ursache der großen Depression, für Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit war für Friedman gefunden und quasi durch den Verlauf der Grafik sichtbar gemacht:

„Für die Vorgeschichte der Depression gab es keine Parallele in den fünfzig Jahren, für die wir monatliche Daten verfügen. Wie wir im vorangegangenen Kapitel beschrieben haben, war keinem Abschwung davor eine so lange Zeitspanne vorausgegangen, in dem die Geldmenge nicht gestiegen war. Die Entwicklung der Geldmenge während der Wirtschaftskrise ist sogar noch verblüffender. Vom Höhepunkt des Konjunkturaufschwungs im August 1929 bis zum konjunkturellen Tiefpunkt im März 1933 fiel die Geldmenge um über dein Drittel. Das ist mehr als das Dreifache der vorhergehenden Einbrüche in unserer Reihe, dem neunprozentigen Rückgang zwischen 1875 und 1879 und von 1920 bis 1921.“

Murray Rothbards Erklärung für die Große Depression

Weniger Aufmerksamkeit erhielt Murray Rothbard für seine Darstellung der großen Depression. Rothbard erzählte auch eine ganz andere Geschichte: Nach dem Ersten Weltkrieg war die Welt nicht zu dem alten Goldstandard zurückgekehrt, sondern zu der Karikatur eines Goldstandards, bei dem es nur noch eine lockere Koppelung zwischen Goldreserven und Papiergeld gab. Dies ermöglichte es den Regierungen und der Zentralbank, über die Reserven hinaus Geld zu drucken und Kredite aus dem Nichts zu schaffen. Die treibende Kraft dahinter war die Bank von England und ihr Gouverneur Montagu Norman. England hatte durch die Schlagkraft der Gewerkschaften seine Wettbewerbsfähigkeit verloren und übte nun Druck auch auf die US-Notenbank für eine Politik des leichten Geldes aus. Diese Niedrigzinspolitik und die Ausdehnung der Zahlungsmittel in der Verantwortung des Leiters der New Yorker Notenbank, Benjamin Strong, führte den Boom der 20er Jahre herbei, der schließlich in Crash und Depression münden musste. Bei Rothbard liegt die Erklärung der großen Depression in der Geldpolitik, ihre Dauer allerdings in der Arbeitsmarktpolitik. Präsident Hoover verhinderte durch seine Interventionen am Arbeitsmarkt eine Anpassung der Reallöhne, wodurch erst die Massenarbeitslosigkeit bis dahin nicht gekannte Ausmaße erreichte. Ohne diese Intervention hätten sich Preise und Löhne angepasst, die Rezession hätte zu einer gesünderen Produktionsstruktur geführt, und die Krise wäre nach wenigen Jahren überwunden worden.

Wer hat nun Recht? Ist die Geldmenge gestiegen oder ist sie gefallen. Kam es zur Weltwirtschaftskrise weil die Federal Reserve zu viel oder weil sie zu wenig Geld gedruckt hat? Befand sich die US-Wirtschaft am Ende der Zwanziger Jahre in einem inflationären Boom, der nur durch einen Crash geheilt werden konnte, oder erlebte Amerika eine wirtschaftliche Blüte, die nur durch einen Betriebsunfall bei der Zentralbank ein jähres Ende fand? Zwei Schulen, zwei Wissenschaftler, zwei Bücher, zwei Meinungen, eine Kontroverse.

Streit über die Entwicklung der Geldmenge und der Preise

Es fängt bei dieser Kontroverse schon damit an, dass schon Grundbegriffe wie „Geldmenge“ umstritten sind. Das ist ein häufiges Phänomen in der Wissenschaft, man benutzt einen Begriff – sei es Geldmenge, Wirtschaftswachstum, soziale Ungleichheit, Demokratie, Armut, Unterbewusstsein oder Kultur – und streitet anschließend mit Furor darüber, was mit dem Begriff eigentlich gemeint ist.
Je nachdem was man bei der Geldmenge rein oder rausrechnet, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da Rothbard einige Elemente in die Berechnung der Geldmenge einbezieht, die Friedman nicht einbezieht, kommt er zu einem höheren Geldmengenwachstum als Friedman. Friedman nimmt für die 20er Jahre eine Zunahme der Geldmenge um 46 Prozent an und Rothbard eine Zunahme von fast 62 Prozent. Was es Friedman ermöglicht, von einem moderaten Anstieg der Geldmenge zu sprechen, und was es Rothbard ermöglicht, zu unterstreichen, dass die 20er Jahre eine inflationäre Phase waren.

Rothbard argumentiert, zwar sei die Geldmenge im Zahlungsverkehr weitgehend konstant geblieben, expandiert wären aber die Geldsubstitute. Diese seien es gewesen, die das Kreditwachstum angetrieben hätten. An dieser Stelle streifen wir den Bereich der Philosophie: Was ist Geld? Je nachdem wie die Antwort darauf ausfällt, kommt man auch für die Praxis zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen – wie man in diesem Fall sehr gut erkennen kann. Für Rothbard ist Geld Gold.
Anders als Friedman definiert Rothbard Inflation daher nicht als Zunahme der Geldmenge, sondern als Zunahme der Zahlungsmittel, die nicht durch Gold oder andere Basiswerte gedeckt sind. Nicht die Zunahme der Menge an Geld, sondern an „gefälschtem Geld“, so nennt Rothbard die nicht gedeckten Dollars, habe zu dem Boom geführt. Die nicht gedeckte Geldmenge habe um 63,4 Prozent zugenommen, die Goldreserven der USA hätten sich im selben Zeitraum nur um 15 Prozent vergrößert. Die Differenz war aus seiner Sicht das Problem.
Friedman lehnt den Begriff der Inflation für die 20er Jahre auch mit dem Verweis auf die Preisentwicklung ab. Rothbard hält hingegen den Preisindex für wenig aussagekräftig, das sich verschiedene Trends überlagern können. In den 20er Jahren sei der inflationäre Trend zu höheren Preisen von der Steigerung der Produktivität überlagert worden. Entscheidend sei, dass die Preise höher waren als sie ohne Kreditexpansion gewesen wären.

Beide kritisieren die US-Notenbank, aber aus unterschiedlichen Gründen

Beide Autoren sind sich also darin einig, dass die Zentralbank versagt hat. Uneinig sind sie sich darüber, worin ihr Versagen bestand. Während bei Friedman das Versagen der Zentralbank darin zu sehen ist, dass diese den Geldhahn nicht aufgedreht hat, um den Rückgang der Geldmenge zu verhindern, sieht Rothbard in der Kreditexpansion der Notenbanken die eigentliche Ursache der Krise. Während also Friedman die Depression durch seine „Delle“, also die Stagnation und Abnahme der Geldmenge erklärt, erklärt Rothbard die Depression durch das „Falschgeld“, also durch die expansive Wirkung des Geldes und der Geldsubstitute, die nicht durch Gold gedeckt waren. Dementsprechend widersprüchlich sind auch die aus dem historischen Geschehen abgeleiteten Konsequenzen für die Geldpolitik. Während Friedman der Zentralbank empfahl, es in Zukunft besser zu machen – nämlich sich an seine Vorschläge zu halten und den Markt möglichst gleichmäßig expansiv mit Liquidität zu versorgen, forderte Rothbard, sie solle es lieber ganz lassen und sich am besten in Luft auflösen.

Diese historische Debatte könnte man als Glasperlenspiel von theorie- und datenverliebten Ökonomen abtun, wenn nicht die Richtigkeit oder Falschheit der einen oder anderen historischen Interpretation in der aktuellen Lage über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden würde. Friedmans Delle oder Rothbards Falschgeld – das ist hier die Frage, und diese Frage ist von fundamentaler Bedeutung.

Der Praxistest im Versuchslabor der Weltwirtschaft

Denn die Interpretation der Weltwirtschaftskrise von 1929 bestimmt die Konfliktlinien der Gegenwart. Hinter Friedmans „Monetary History“ steht Ben Bernanke und die US-Zentralbank, hinter Rothbards Interpretation der großen Depression stehen Ron Paul und die Teaparty-Bewegung. Ben Bernanke ist Wissenschaftler und ausgewiesener Kenner der großen Depression und Anhänger der Friedman’schen Thesen. Es ist bemerkenswert, dass ein Mann mit diesem theoretischen Hintergrund just in dem Augenblick die Führung übernahm, als ihm eine Art von Krise begegnete, über die er jahrzehntelang geforscht hatte. Deshalb flutet er die Märkte mit Geld, um eine Delle im Geldangebot nicht entstehen zu lassen, die Friedman für die große Depression verantwortlich machte. Bernanke kann man sicher anders als seinem Vorgänger nicht vorwerfen, dass er das nicht aus Überzeugung tut. Wohl selten in der Geschichte hatte ein Professor die Chance, sein Lehrgebäude auf diese Art zu testen.
Es ist fast so, als hätte ein höheres Wesen, dem durch Zufall die Bücher zweier liberaler Ökonomen aus den Sechziger Jahren unter gekommen waren und sich fragte, welchem Autor es glauben schenken sollte, eine den Planeten umfassende Versuchsanordnung geschaffen, um eben das herauszufinden. Wenn durch das Fluten der Märkte mit Geld die Krise überwunden werden kann und alles in schönster Harmonie endet, dann behält Friedman Recht, wenn die Weltwirtschaft ins Chaos stürzt, dann kann Rothbards Werk über die Große Depression die Geldgeschichte Friedmans als historischen Klassiker verdrängen. Von diesem weltumspannenden Experiment könnte man fasziniert sein, und wie einst Ernst Jünger, der mit dem Burgunderglas in der Hand die Bombenangriffe auf Paris verfolgte, dies mit stoischem Interesse betrachten, wenn man nicht gewahr wäre, dass man selbst nicht nur Betrachter, sondern auch Teilnehmer an diesem Experiment ist, so wie eine weiße Maus im Versuchslabor der Weltwirtschaft.

Literatur:
Milton Friedman und Anna Jacobson Schwartz: A Monetary History of the United States, 1867-1960 Monetary History of the United States, 1867-1960.

Murray N. Rothbard: America’s Great Depression

Quellenangabe: http://ef-magazin.de

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Ursache der Großen Depression von 1929: Friedmans Delle oder Rothbards Falschgeld?

von Gérard Bökenkamp


Weiße Mäuse im Versuchslabor der Weltwirtschaft

Aus Fehlern sollte man lernen, und Geschichtsforschung wird auch deshalb betrieben, damit man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen ist allerdings gar nicht so einfach, da man sich erst einmal darauf einigen muss, was eigentlich der Fehler war, und das gelingt selten. Gerade der Versuch, Fehler zu vermeiden, kann auch Fehlentscheidungen verursachen. In der Ödipustragödie versucht Laios, der König von Theben, der Prophezeiung, dass sein Sohn ihn töten und seine Mutter ehelichen wird, zu umgehen, in dem er seinen Sohn als Kind die Füße durchstechen und aussetzen ließ und genau damit den Weg zur Erfüllung der Prophezeiung ebnete. Nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise von 2007 versuchte man, Lehren aus der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu ziehen. Die bittere Ironie könnte sein, dass gerade der Versuch, aus der einen Katastrophe zu lernen, eine neue Katastrophe heraufbeschwören kann.

Wenn die Vertreter eines Wissenschaftszweigs ehrlich wären, dann würden sie einräumen: Wir wissen wenig, und was wir wissen, ist umstritten. Im Namen DER Wissenschaft aufzutreten, erlaubt allerdings ein größeres Selbstbewusstsein, geht aber damit einher, dass man die Uneinigkeit der Wissenschaft einfach unter den Teppich kehrt. Über 80 Jahre danach sind die gebotenen Erklärungen für die Weltwirtschaftskrise immer noch alles andere als unumstritten. Im Jahr 1963 veröffentliche Murray Rothbard sein Buch „America´s Great Depression“, im Jahr 1964 Milton Friedman zusammen mit Anna Jacobson Schwartz „A Monetary History of the United States.“ Beide Bücher wurden von Autoren geschrieben, die im weitesten Sinne dem Liberalismus zugeordnet werden, beide Autoren gehören aber verschiedenen Schulen an, Friedman der Chicagoer Schuler und Rothbard der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Beide Werke beschäftigen sich mit demselben Untersuchungsgegenstand – der großen Depression – und beide kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen und damit auch zu entgegengesetzten Schlussfolgerungen.

Milton Friedmans Erklärung für die Weltwirtschaftskrise von 1929

Die Friedman’sche Story geht so: Die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren eine Blüte des amerikanischen Kapitalismus, die Produktivität und der Wohlstand wuchsen, das Automobil und andere technische Neuerungen hoben den Lebensstandard. Die Zentralbank versäumte es aber, die zusätzliche Geldmenge zur Verfügung zu stellen, um die Preise stabil zu halten und die Wirtschaft wachsen zu lassen. Der monetäre Anzug wurde für den wachsenden Wirtschaftskörper zu klein. Ganz katastrophal wurde es nach dem Crash von 1929. Statt nun ordentlich nachzulegen und zusätzliche Zahlungsmittel zu schaffen, habe die Zentralbank die Geldmenge nicht ausgeweitet. Die Geldmenge habe um fast ein Drittel abgenommen. Die große Tragik bestand darin, dass der starke Mann des amerikanischen Zentralbankwesens Benjamin Strong kurz vorher erkrankt und gestorben war. Er hätte das Ruder herumgerissen und die Katastrophe verhindern können.

Friedmans Buch hat Furore gemacht. Es ist die enorme Masse statistischen Materials, mit dem er seine Thesen zu untermauern verstand, die ihm Ruhm und Anerkennung sicherte. In seinem Buch hatten er und Schwartz Daten aus 93 Jahren Geld- und Wirtschaftsgeschichte ausgewertet. Für Friedman ist die Geldmenge das Schicksal der Wirtschaft. Die Phasen großer Stabilität in der US-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte seien auch Phasen stabiler Geldmengenzunahme, die Zeit der Wirtschaftskrisen auch die Zeit des Rückgangs der Geldmenge gewesen. Besonders einflussreich im Hinblick auf die große Depression ist die Friedmansche „Dellen-Theorie.“ In den Charts, die die Geldmengenentwicklung zeigen, sieht man in der ersten Hälfte der Dreißiger Jahre eine deutlich wahrnehmbare Delle – also einen Rückgang der Geldmenge. Heureka! Die Ursache der großen Depression, für Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit war für Friedman gefunden und quasi durch den Verlauf der Grafik sichtbar gemacht:

„Für die Vorgeschichte der Depression gab es keine Parallele in den fünfzig Jahren, für die wir monatliche Daten verfügen. Wie wir im vorangegangenen Kapitel beschrieben haben, war keinem Abschwung davor eine so lange Zeitspanne vorausgegangen, in dem die Geldmenge nicht gestiegen war. Die Entwicklung der Geldmenge während der Wirtschaftskrise ist sogar noch verblüffender. Vom Höhepunkt des Konjunkturaufschwungs im August 1929 bis zum konjunkturellen Tiefpunkt im März 1933 fiel die Geldmenge um über dein Drittel. Das ist mehr als das Dreifache der vorhergehenden Einbrüche in unserer Reihe, dem neunprozentigen Rückgang zwischen 1875 und 1879 und von 1920 bis 1921.“

Murray Rothbards Erklärung für die Große Depression

Weniger Aufmerksamkeit erhielt Murray Rothbard für seine Darstellung der großen Depression. Rothbard erzählte auch eine ganz andere Geschichte: Nach dem Ersten Weltkrieg war die Welt nicht zu dem alten Goldstandard zurückgekehrt, sondern zu der Karikatur eines Goldstandards, bei dem es nur noch eine lockere Koppelung zwischen Goldreserven und Papiergeld gab. Dies ermöglichte es den Regierungen und der Zentralbank, über die Reserven hinaus Geld zu drucken und Kredite aus dem Nichts zu schaffen. Die treibende Kraft dahinter war die Bank von England und ihr Gouverneur Montagu Norman. England hatte durch die Schlagkraft der Gewerkschaften seine Wettbewerbsfähigkeit verloren und übte nun Druck auch auf die US-Notenbank für eine Politik des leichten Geldes aus. Diese Niedrigzinspolitik und die Ausdehnung der Zahlungsmittel in der Verantwortung des Leiters der New Yorker Notenbank, Benjamin Strong, führte den Boom der 20er Jahre herbei, der schließlich in Crash und Depression münden musste. Bei Rothbard liegt die Erklärung der großen Depression in der Geldpolitik, ihre Dauer allerdings in der Arbeitsmarktpolitik. Präsident Hoover verhinderte durch seine Interventionen am Arbeitsmarkt eine Anpassung der Reallöhne, wodurch erst die Massenarbeitslosigkeit bis dahin nicht gekannte Ausmaße erreichte. Ohne diese Intervention hätten sich Preise und Löhne angepasst, die Rezession hätte zu einer gesünderen Produktionsstruktur geführt, und die Krise wäre nach wenigen Jahren überwunden worden.

Wer hat nun Recht? Ist die Geldmenge gestiegen oder ist sie gefallen. Kam es zur Weltwirtschaftskrise weil die Federal Reserve zu viel oder weil sie zu wenig Geld gedruckt hat? Befand sich die US-Wirtschaft am Ende der Zwanziger Jahre in einem inflationären Boom, der nur durch einen Crash geheilt werden konnte, oder erlebte Amerika eine wirtschaftliche Blüte, die nur durch einen Betriebsunfall bei der Zentralbank ein jähres Ende fand? Zwei Schulen, zwei Wissenschaftler, zwei Bücher, zwei Meinungen, eine Kontroverse.

Streit über die Entwicklung der Geldmenge und der Preise

Es fängt bei dieser Kontroverse schon damit an, dass schon Grundbegriffe wie „Geldmenge“ umstritten sind. Das ist ein häufiges Phänomen in der Wissenschaft, man benutzt einen Begriff – sei es Geldmenge, Wirtschaftswachstum, soziale Ungleichheit, Demokratie, Armut, Unterbewusstsein oder Kultur – und streitet anschließend mit Furor darüber, was mit dem Begriff eigentlich gemeint ist.
Je nachdem was man bei der Geldmenge rein oder rausrechnet, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da Rothbard einige Elemente in die Berechnung der Geldmenge einbezieht, die Friedman nicht einbezieht, kommt er zu einem höheren Geldmengenwachstum als Friedman. Friedman nimmt für die 20er Jahre eine Zunahme der Geldmenge um 46 Prozent an und Rothbard eine Zunahme von fast 62 Prozent. Was es Friedman ermöglicht, von einem moderaten Anstieg der Geldmenge zu sprechen, und was es Rothbard ermöglicht, zu unterstreichen, dass die 20er Jahre eine inflationäre Phase waren.

Rothbard argumentiert, zwar sei die Geldmenge im Zahlungsverkehr weitgehend konstant geblieben, expandiert wären aber die Geldsubstitute. Diese seien es gewesen, die das Kreditwachstum angetrieben hätten. An dieser Stelle streifen wir den Bereich der Philosophie: Was ist Geld? Je nachdem wie die Antwort darauf ausfällt, kommt man auch für die Praxis zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen – wie man in diesem Fall sehr gut erkennen kann. Für Rothbard ist Geld Gold.
Anders als Friedman definiert Rothbard Inflation daher nicht als Zunahme der Geldmenge, sondern als Zunahme der Zahlungsmittel, die nicht durch Gold oder andere Basiswerte gedeckt sind. Nicht die Zunahme der Menge an Geld, sondern an „gefälschtem Geld“, so nennt Rothbard die nicht gedeckten Dollars, habe zu dem Boom geführt. Die nicht gedeckte Geldmenge habe um 63,4 Prozent zugenommen, die Goldreserven der USA hätten sich im selben Zeitraum nur um 15 Prozent vergrößert. Die Differenz war aus seiner Sicht das Problem.
Friedman lehnt den Begriff der Inflation für die 20er Jahre auch mit dem Verweis auf die Preisentwicklung ab. Rothbard hält hingegen den Preisindex für wenig aussagekräftig, das sich verschiedene Trends überlagern können. In den 20er Jahren sei der inflationäre Trend zu höheren Preisen von der Steigerung der Produktivität überlagert worden. Entscheidend sei, dass die Preise höher waren als sie ohne Kreditexpansion gewesen wären.

Beide kritisieren die US-Notenbank, aber aus unterschiedlichen Gründen

Beide Autoren sind sich also darin einig, dass die Zentralbank versagt hat. Uneinig sind sie sich darüber, worin ihr Versagen bestand. Während bei Friedman das Versagen der Zentralbank darin zu sehen ist, dass diese den Geldhahn nicht aufgedreht hat, um den Rückgang der Geldmenge zu verhindern, sieht Rothbard in der Kreditexpansion der Notenbanken die eigentliche Ursache der Krise. Während also Friedman die Depression durch seine „Delle“, also die Stagnation und Abnahme der Geldmenge erklärt, erklärt Rothbard die Depression durch das „Falschgeld“, also durch die expansive Wirkung des Geldes und der Geldsubstitute, die nicht durch Gold gedeckt waren. Dementsprechend widersprüchlich sind auch die aus dem historischen Geschehen abgeleiteten Konsequenzen für die Geldpolitik. Während Friedman der Zentralbank empfahl, es in Zukunft besser zu machen – nämlich sich an seine Vorschläge zu halten und den Markt möglichst gleichmäßig expansiv mit Liquidität zu versorgen, forderte Rothbard, sie solle es lieber ganz lassen und sich am besten in Luft auflösen.

Diese historische Debatte könnte man als Glasperlenspiel von theorie- und datenverliebten Ökonomen abtun, wenn nicht die Richtigkeit oder Falschheit der einen oder anderen historischen Interpretation in der aktuellen Lage über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden würde. Friedmans Delle oder Rothbards Falschgeld – das ist hier die Frage, und diese Frage ist von fundamentaler Bedeutung.

Der Praxistest im Versuchslabor der Weltwirtschaft

Denn die Interpretation der Weltwirtschaftskrise von 1929 bestimmt die Konfliktlinien der Gegenwart. Hinter Friedmans „Monetary History“ steht Ben Bernanke und die US-Zentralbank, hinter Rothbards Interpretation der großen Depression stehen Ron Paul und die Teaparty-Bewegung. Ben Bernanke ist Wissenschaftler und ausgewiesener Kenner der großen Depression und Anhänger der Friedman’schen Thesen. Es ist bemerkenswert, dass ein Mann mit diesem theoretischen Hintergrund just in dem Augenblick die Führung übernahm, als ihm eine Art von Krise begegnete, über die er jahrzehntelang geforscht hatte. Deshalb flutet er die Märkte mit Geld, um eine Delle im Geldangebot nicht entstehen zu lassen, die Friedman für die große Depression verantwortlich machte. Bernanke kann man sicher anders als seinem Vorgänger nicht vorwerfen, dass er das nicht aus Überzeugung tut. Wohl selten in der Geschichte hatte ein Professor die Chance, sein Lehrgebäude auf diese Art zu testen.
Es ist fast so, als hätte ein höheres Wesen, dem durch Zufall die Bücher zweier liberaler Ökonomen aus den Sechziger Jahren unter gekommen waren und sich fragte, welchem Autor es glauben schenken sollte, eine den Planeten umfassende Versuchsanordnung geschaffen, um eben das herauszufinden. Wenn durch das Fluten der Märkte mit Geld die Krise überwunden werden kann und alles in schönster Harmonie endet, dann behält Friedman Recht, wenn die Weltwirtschaft ins Chaos stürzt, dann kann Rothbards Werk über die Große Depression die Geldgeschichte Friedmans als historischen Klassiker verdrängen. Von diesem weltumspannenden Experiment könnte man fasziniert sein, und wie einst Ernst Jünger, der mit dem Burgunderglas in der Hand die Bombenangriffe auf Paris verfolgte, dies mit stoischem Interesse betrachten, wenn man nicht gewahr wäre, dass man selbst nicht nur Betrachter, sondern auch Teilnehmer an diesem Experiment ist, so wie eine weiße Maus im Versuchslabor der Weltwirtschaft.

Literatur:
Milton Friedman und Anna Jacobson Schwartz: A Monetary History of the United States, 1867-1960 Monetary History of the United States, 1867-1960.

Murray N. Rothbard: America’s Great Depression

Quellenangabe: http://ef-magazin.de

(95)

Liberaler Europaminister fordert zu Dänemark-Boykott auf


Zu einem förmlichen Urlauberboykott gegen Dänemark fordert der hessische Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) auf. Gegenüber BILD erklärte er: „Wenn Dänemark zur Urlaubszeit wieder Grenzkontrollen einführt, kann ich nur dazu raten, auf der Stelle umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen.“ Gleichzeitig sieht Hahn durch das dänische Verhalten – und noch dazu in der Urlaubstzeit – die Axt an die Europäische Idee gelegt.

Die nächste bundesdeutsche Europaminister-Konferenz soll nun nach dem Willen Hahns für eine offizielle Mißbilligung dieser jüngsten Wahrung dänischer Souveränitätsrechte durch die Bundesrepublik sorgen.
Die teilweise Rückkehr zum alten Grenzkontrollsystem in Dänemark wird von der EU, wie auch von der deutschen Bundesregierung mit Unbehagen gesehen. Nach außenhin sieht man darin eine Gefährdung der Reisefreiheit innerhalb der Europäischen Union, tatsächlich aber befürchtet man wohl eher das schlechte Beispiel, das auf längere Sicht gesehen, möglicherweise auch andere Staaten dazu bewegen könnte, dem Druck ihrer Bevölkerungen nachzugeben und zu alten Grenzkontrolle zurückzukehren.

Dies umso mehr, da sich die gegenwärtige Freizügigkeit immer mehr als El Dorado für Kriminelle und Wirtschaftsflüchtlinge wahrgenommen wird.
Eine wirkliche Beeinträchtigung des Urlauberverkehrs nach Dänemark findet auch jetzt nicht statt.

Es entbehrt in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Komik, daß ausgerechnet die am lautesten über die angebliche Einschränkung der Reisefreiheit in Dänemark schreien, die auch hierzulande am liebsten alle Bahnhöfe und Flughäfen per Video und Nacktscanner überwachen möchten, vom Brief-, Telefon- und Internetverkehr gar nicht erst zu reden.

Quellenangabe: http://de.altermedia.info/

(94)

Der hessische Europaminister Jörg-Uwe Hahn hat deutsche Urlauber zu einem Dänemark-Boykott aufgerufen. Hintergrund sind die seit Dienstag wieder eingeführten stichprobenartigen Grenzkontrollen.

“Wenn Dänemark zur Urlaubszeit wieder Grenzkontrollen einführt, kann ich nur dazu raten, auf der Stelle umzudrehen und lieber in Österreich oder Polen Urlaub zu machen”, so Hahn gegenüber BILD. Er hofft auf “eine Abstimmung mit den Füßen, mit der man der dänischen Regierung zeigen könnte, was man von ihrer Politik hält.”

Filed under: Ausland, Deutschland, Politik

(100)

(ots.at) Der Ring Freiheitlicher Jugend Österreich veranstaltete wie jedes Jahr das traditionelle Sommerseminar in Zell am Moos bei Oberösterreich. Eines war dieses Jahr jedoch besonders: die Jungfreiheitlichen forcierten die Arbeit auf europaweiter Ebene.

Der Einladung folgte die Front-National-Jugend aus Frankreich. “Für viele ist es ersichtlich, dass die vorhandenen Probleme einfach nur auf EU-Ebene gelöst werden können und deswegen forcieren wir eine europaweite Zusammenarbeit”, betont RFJ-Bundesobmann LAbg. Dominik Nepp. Der Einladung folgte die Front National Jugendorganisation aus Frankreich. Die Jungpolitiker landeten in Salzburg, wo sie vom Ring Freiheitlicher Jugend in Empfang genommen wurden. “Im Rahmen einer Führung, wurde unseren Freunden aus Frankreich der Salzburger Landtag und die Stadt Salzburg gezeigt. Mich persönlich freut die Zusammenarbeit immens, da wir noch viele Probleme in Europa gemeinsam zu beseitigen haben”, erklärt Salzburgs Landesobmann der Jungfreiheitlichen Markus Steiner.

Beim diesjährigen Sommerseminar durfte auch der FPÖ-Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Mag. Franz Obermayr, begrüßt werden, welcher für diverse Fragen im Rahmen einer Diskussion zur Verfügung stand. “Wir sind hoch erfreut über den Verlauf des diesjährigen Sommerseminars, denn der Front National ist für uns ein wichtiger Partner im Rahmen einer europäischen Zusammenarbeit”, ergänzt RFJ-Bundesobmann Nepp zum Abschluss.

>> Ziel ist Verschärfung des Asylrechts: Strache (FPÖ) und Le Pen (Front National) beschließen Einleitung von EU-weitem Volksbegehren

Filed under: Ausland, Politik

(128)

(pro-koeln.org) Einwanderung und Integrationspolitik in Köln zwischen „Melting-Pot“-Wunschtraum und „Salad-Bowl“-Realität :

Der integrationspolitische „Bullshit“, den die Verwaltung mit dem so genannten Konzept zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft auf Steuerzahlerkosten produziert hat, fand auf dieser Seite bereits ausreichend Kritik . Nun liegt mittlerweile die Schlussversion dieses Konzeptes im Hochglanzdruck vor. Damit diese herbei phantasierte heile Multi-Kulti-Welt aus “1001 Nacht” nicht unschön mit den wirklichen Tatsachen kollidiert, hat der Kölner Integrationsrat nun eine ebenso hochglänzende wie in ihrem fachlichen Inhalt nutzlose Begleitbroschüre erstellen lassen. Unter dem Titel „100% Köln“ widmet sich diese ebenfalls durch den Steuerzahler finanzierte Broschüre den Migrantenmilieus und zeigt dazu zahlreiche bunte Bilder aus der heiteren Multi-Kulti-Traumwelt.

Neben den Ergebnissen einer Sinus-Milieustudie über die Migrantenmilieus in ganz Deutschland werden in der Broschüre auch Kölner Zahlen präsentiert. Diese wollen aber so gar nicht zu der beschworenen heilen Welt passen, die den Träumen des Kölner Integrationsratsvorsitzenden Tayfun Keltek und denen anderer Gutmenschen entspringt. Denn obwohl der Kölner Migrantenanteil stadtweit inzwischen schon bei 31,4% liegt, bedeutet das nicht unbedingt einen gesellschaftlichen Mehrwert für Köln. In der Broschüre müssen die Herausgeber nämlich zugeben, dass diese Migranten zwar in der Regel jünger als die autochthone deutsche Bevölkerung sind, allerdings auch über ein niedrigeres Haushaltsnettoeinkommen verfügen. Bei einer prognostizierten Steigerung des Migrantenanteils, die aus einem aktuellen Anteil der Kinder unter 6 Jahren mit Mitgrationshintergrund von 52% abgeleitet wird, bedeutet dies für die Zukunft ein Wachstum des unter prekären sozialen Bedingungen lebenden Bevölkerungsanteils in Köln.

Eine aktive und positive Teilhabe der Migranten an der deutschen Leitkultur und Lebenswirklichkeit, also eine Integration im Wortsinn, ist somit wohl zumindest bei einem Großteil der Migranten nicht zu erwarten. Und der Kölner Integrationsrat macht deutlich, dass dies auch nicht sein Ziel ist. Denn eigene Migrantenmilieus, wie sie in der Studie des Sinus-Instituts, die der Integrationsrat in seiner Broschüre präsentiert, untersucht werden und deren jeweilige Kölner Vertreter in der Broschüre gezeigt werden, dürfte es bei erfolgreicher Integration gar nicht geben. Die Migranten wären dann Teil der bestehenden deutschen Milieus.

So scheitert der Kölner Integrationsrat zuletzt immer an dem Gegensatz der kulturellen Integrationsmodelle von „Melting Pot“ und „Salad Bowl“. Im Modell des „Melting Pot“ (Schmelztiegel) wird davon ausgegangen, dass sich alle Zuwanderer in die bestehende Kultur integrieren wohingegen bei dem Modell des „Salad Bowl“ (Salatschüssel) keine Integration im eigentlichen Sinne stattfindet, sondern die Migranten Parallelgesellschaften bilden. Letzteres ist die Realität in Köln, nur gibt der Kölner Integrationsrat das gerne als gelungene Integration aus.

Filed under: Deutschland, Politik

(116)

Weboy