stahlgewitter – du glaubst

On March 16, 2011, in Liedtexte und Gedichte, by admin

stahlgewitter – du glaubst
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Leuren Moret ist eine Geophysikerin, unabhängige Wissenschaftlerin und internationale Expertin über Strahlung und öffentliche Gesundheit. Sie hat sich sehr intensiv mit der Aufklärung der Bevölkerung über die zerstörerische Eigenschaften von Uranmunition beschäftigt, die von den USA, den NATO-Staaten und Israel in den Kriegen eingesetzt wird. In dieser Eigenschaft hält sie Vorträge, informiert Medien und spricht mit Parlamentarier und Kongressabgeordneten. Sie schrieb ihre Dissertation basierend auf ihre Forschung über den Staub in der Atmosphäre und wie dieser über die ganze Erde transportiert wird. Sie hat aufgezeigt, wie die Umweltverschmutzung in Form von Staub in weniger als einer Woche von Asien nach Nordamerika gelangt. Sie sagt, wir sind global gesehen eine Umwelt. Wenn man etwas in einem Land rauslässt, dann wird es irgendwann wo anders landen, egal wie viele Kontinente und Ozeane dazwischen liegen.

Leuren Moret hat auch in dem Film “BLOWIN’ IN THE WIND” vom zweimaligen Oscar-Nominierten und bekannten Dokumentarfilmemacher David Bradbury als Hauptakteurin mitgemacht. Der Film beleuchtet das geheime Abkommen, welches dem US-Militär erlaubt in Australien ihre Uranmunition zu testen und ihre Soldaten auszubilden. Er zeigt auch auf, wie Babys im Irak mit schlimmen Missbildungen geboren werden. Ausserdem werden die Lügen der britischen Regierung über ihre Atombombentest die in Australien stattgefunden haben gezeigt. Der Film schockierte, erzürnte und überraschte viele Zuschauer bei den Filmfestivals in Sydney und Brisbane.

Frage: Können sie uns kurz ihre Erfahrung im Bereich radioaktive Strahlung erzählen?

Moret: Ich habe in zwei Atomwaffenlaboratorien gearbeitet. Wurde von Marion Falk ausgebildet, ein Wissenschaftler des Manhatten Projekts, der am Lawrence Livermore Laboratorium unter anderem die Wasserstoffbombe entwickelt hat. Ich habe die Auswirkungen von Atomtests auf die amerikanische Bevölkerung und anderen Gruppen erforscht, auf den Fischfang in den Ozeanen und auch die Wirkung von Atomkraftwerken.

Frage: Sind sie der Meinung, die Weltbevölkerung ist einem Risiko wegen der Ereignisse in den japanischen Atomkraftwerken ausgesetzt?

Moret: Basierend auf meiner Erfahrung und auf der Erfahrung von top Wissenschaftlern im Strahlungsbereich und der wissenschaftlichen Gemeinschaft allgemein, sind wir sehr über die Situation in Japan alarmiert.

Frage: Eindeutiger geht’s wohl nicht. Wie sehen Sie und ihre Gruppe die zukünftige Entwicklung ablaufen? Was wird als nächstes passieren?

Moret: Ich kann ihnen sagen, wir sind alle sehr beängstigt. Die Radioaktivität hat sich schon ausgebreitet. Zwei Kontaktleute die ich in Japan habe und sich entsprechend auskennen, sind bereits mit ihren Familien nach Okinawa geflüchtet (Japans südlichste Präfektur).
Die ganze nördliche Hemisphäre ist einem Risiko ausgesetzt. Das liegt an der Luftzirkulation rund um den Planeten. Der Äquator bildet dabei eine Barriere. Wenn in der nördlichen Hemisphäre Radioaktivität freigesetzt wird, dann bewegt sie sich in verschiedenen Richtungen, je nach Höhe. Der Jetstream ist eine sehr effektive Art wie radioaktive Partikel über grosse Distanzen transportiert werden. Die Luft bewegt sich von West nach Ost auf dem gleichen Breitengrad. So hab ich zum Beispiel nach den atmosphärischen Atombombentests die Krankheitsbilder auf Landkarten festgehalten. Dabei hab ich festgestellt, es gibt eine Häufung der gleichen Krankheiten auf dem gleichen Breitengrad und eine starke Zunahme seit 1945, was auf die Atombombentests zurückzuführen ist.

Frage: Die japanische Regierung sagt, sie haben die radioaktive Strahlung im Griff. Glauben sie das?

Moret: Ich würde nichts was eine Regierung sagt glauben und speziell nicht was die Stromkonzerne sagen. Ich habe mit japanischen, kanadischen und amerikanischen Regierungsvertretern zu tun gehabt und die meisten sagen nicht die Wahrheit. Die glaubwürdigsten Aussagen kommen von gewissen Wissenschaftlern die ich kenne und vertraue, und auch von gewissen Aktivisten die ich rund um die Welt kenne. Denn sie sind vor Ort, dort wo die Ereignisse passieren, sie messen und beobachten die Strahlungsintensität auf der ganzen Welt. Sie sind sehr über die Situation in Japan besorgt und liefern die besten Information und Daten.

Frage: Sie benutzen das Wort „beängstigend“. Ist das die richtige Bezeichnung für die Situation?

Moret: Ich glaube es ist der richtige Ausdruck, denn einige der Wissenschaftler aus Russland und Europa, sind selber durch die Katastrophe in Tschernobyl betroffen worden. Ich war in den Testgebieten in Nevada, hab die Auswirkungen der Atombombentests auf die indianische Bevölkerung gesehen, wie die Verseuchung auf ihre Stammesgebiete sich ausbreitete. Ich war auf der ganzen Welt und habe die Bevölkerung die einer Strahlung ausgesetzt war studiert. Ich kenne mich deshalb sehr gut mit den Schäden aus, welche die radioaktive Strahlung anrichten kann, besser als die meisten Experten die von den Medien befragt werden und ihre Meinung verkünden.

Frage: Verringert sich nicht die Intensität der Strahlung, bis sie zum Beispiel an die Küste von Kalifornien über den Pazifik kommt?

Moret: Nein, die radioaktiven Teilchen bleiben zusammen wie eine Blase. Wenn es dann regnet, wird in dem Gebiet wo der Regen fällt die Bevölkerung und die Landschaft davon betroffenen und es können die verschiedenen durch Strahlen verursachten Erkrankungen entstehen. Diese Verseuchung wirkt sich auch auf die Gene aus und wird auf zukünftige Generationen übertragen.

Frage: Klingt ziemlich schlimm. Wo halten sie sich gerade auf?

Moret: Ich bin in Berkeley Kalifornien, auf der anderen Seite der Bucht von San Franzisko.

Frage: Also direkt gegenüber von Japan. Warum sind sie dort, wenn sie meinen es ist riskant?

Moret: Ich beobachte und messe die Strahlungswerte hier. Wenn sich was wegen Fukushima tut, dann werde ich warnen und bin danach weg.

Frage: Wie lange meinen sie wird es noch dauern bis es zu einem GAU kommt?

Moret: Es wird jeden Tag schlimmer dort. Es gibt keinen richtigen Zugang zu der Anlage mehr, alles muss mit Hubschraubern eingeflogen werden, die Stromgeneratoren wurden durch den Tsunami zerstört, die Kühlung funktioniert nicht. 90 Minuten nach dem Tsunami, als die Kühlung ausfiel, begann die Überhitzung der Kernbrennstäbe. Ein Teil der Brennstäbe sind komplett im Freien, haben zu schmelzen begonnen. Es gab Wasserstoffexplosionen, Brände, Radioaktivität ist in die Umwelt gelangt, die Messwerte rund um die Anlage sind in gefährliche Höhen gestiegen. Es kann jederzeit noch schlimmeres passieren.

Frage: Das einzig positive aus den Ereignissen in Japan ist der Stimmungswandel in Europa, was die Einstellung zur Kernernergie betrifft. In Deutschland wurde heute ein dreimonatiges Moratorium und die vorübergehende Stilllegung von 7 der 17 Atomkraftwerke beschlossen, um sie zu überprüfen. Was halten sie davon?

Moret: Das wäre ein richtiger Schritt wenn es permanent wäre. Aber die Befürworter der Atomenergie ziehen sich jetzt nur vorübergehend zurück, um dann wenn alles vorüber und vergessen ist genau so weiterzumachen. Die meisten Politiker sind von den Stromkonzernen gekauft, da kann man keinen wirklichen Wandel erwarten. Es ist viel zu viel Geld im Spiel.

Danke für das Interview, das ich morgen wegen der Aktualität fortsetzen möchte.

Moret: Gerne.

© Copyright 2011: Freeman – Alles Schall und Rauch Blog

Die neuesten Meldungen aus Japan lauten, weil die Strahlenbelastung auf dem AKW-Areal inzwischen viel zu hoch ist, um noch vernünftig arbeiten zu können, hat die Betreibergesellschaft von den 800 Mitarbeitern einen Grossteil abgezogen. 50 bleiben noch, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen. Die Strahlenwerte auf dem Areal haben laut der japanischen Regierung inzwischen 400 Milli-Sievert pro Stunde erreicht. Bei diesen Werten kommt es nach 30 bis 40 Minuten zu akuten Symptomen der Strahlenkrankheit, wie Übelkeit und Erbrechen. Dann ist am Reaktor 4 erneut ein Brand ausgebrochen. Dort lagern ausgebrannte Brennstäbe. Die Löscharbeiten seien in Gang. Im stillgelegten Meiler war es bereits am Dienstagmorgen zu einem Brand und einer Explosion gekommen.

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BERLIN. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hat  dem neuen Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU), Roland Jahn, wegen seiner Amtsantritts-Rede „zu viel Eifer“ vorgeworfen. „Ich glaube nicht, daß er sich damit einen Gefallen getan hat“, sagte Wiefelspütz der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). 

Es sei nicht die Hauptaufgabe Jahns, die „wenigen Mitarbeiter der Behörde, die früher mal bei der Stasi waren, loszuwerden“, bemängelte der SPD-Politiker. Ein Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes müsse hier gelassener vorgehen. 

Jahn hatte in seiner Antrittsrede am Montag die Beschäftigung von ehemaligen Stasi-Leuten in der BStU als „unerträglich“ bezeichnet. Daß diese ausgerechnet in der Behörde säßen, die für die Aufarbeitung der Verbrechen der Staatssicherheit verantwortlich ist, sei ein „Schlag ins Gesicht der Opfer“. Es könne nicht sein, „daß diejenigen, die mehr als zwanzig Jahre ihre Mitarbeit für das Ministerium für Staatssicherheit verschwiegen haben, weiter Karriere machen“.

„Stasi-Mitarbeiter sind ein Schlag ins Gesicht“ 

Der neue Chef über die Stasi-Unterlagen forderte deshalb, der Öffentlichkeit den Zugang zu den Akten auch weiterhin zu ermöglichen. Solange die „Täter der Diktatur“ sich ihrer Verantwortung entzögen und menschenrechtswidriges Handeln leugneten, müsse man sie beim Namen nennen und ihr Wirken offenlegen. 

Unterstützung bekam Jahn vom Liedermacher Wolf Biermann. „Ich fand seine Rede genau richtig“, sagte er der MZ. Gesetze die Jahns Plänen entgegenstünden, müßten notfalls geändert werden. Insgesamt arbeiten derzeit 50 ehemalige Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit in der Behörde für die Stasi-Unterlagen. 

Kritisch äußerte sich dagegen auch der Vorsitzende des Beirates der BStU, Richard Schröder. Schon unter Joachim Gauck hätte die Behörde Prozesse gegen Angestellte verloren, die wegen ihrer Stasi-Tätigkeit entlassen wurden. „So wird es auch jetzt kommen“, warnte Schröder. Der erfolgreiche Start für Roland Jahn stehe nach dieser Rede in Frage. (ho)

MÜNSTER. Der Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalens hat den Nachtragshaushalt der rot-grünen Minderheitsregierung für das Jahr 2010 für verfassungswidrig erklärt. Die Richter bestätigten damit die Auffassung der Landtagsfraktionen von CDU und FDP, die gegen den im Dezember 2010 beschlossenen Nachtragsetat geklagt hatten.

„Mit seinem heutigen Urteil hat das Verfassungsgericht die massive Verletzung der Interessen unserer Kinder und Enkelkinder durch die Schuldenpolitik von Frau Kraft für verfassungswidrig erklärt“, kommentierte der CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen laut der Presseagentur dpa die Entscheidung. Damit sei die rot-grüne Landesregierung des Verfassungsbruchs überführt, sagte der Bundesumweltminister.

Neuwahlen immer wahrscheinlicher

Das Gericht zweifelte vor allem an der Begründung des Etats, der die Neuverschuldung des Landes um rund 2,8 Milliarden Euro erhöht hatte. Von der Verschuldungsgrenze in der Landesverfassung dürfe nur zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts abgewichen werden. Es fehle jedoch an einer hinreichenden Darlegung, daß und wie die erhöhte Kreditaufnahme dazu geeignet sei, betonte der Präsident des Gerichtshofs, Michael Bertrams, in der mündlichen Urteilsbegründung.

Mit der Entscheidung des Verfassungsgerichts werden Neuwahlen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland immer wahrscheinlicher. Als frühstmöglicher Zeitpunkt käme bei einer Auflösung des Landtags der 17. Juli in Frage. (cs)

Libysches Bürgerkriegstagebuch VI

On March 16, 2011, in Junge Freiheit, by admin

13. März 2011

Ich habe den ganzen Tag im Hafengelände verbracht. Hier gibt es Satelliten-Weltnetz und Dutzende junge Revolutionsaktivisten. Rebellen zeigen mir Amateur-Aufnahmen vom Einsatz von Flugabwehr-Kanonen gegen friedliche Demonstranten durch Gaddafis Truppen. Es sind häßliche Bilder von zerfetzten Menschen.

Von hier führen wir auch Telefonate mit Einwohnern von Ajdabija und Brega. Die Rebellen behaupten, daß die Front nach wie vor stabil sei, und der Rückzug aus Ras Lanuf taktischer Natur gewesen sei. Mittlerweile habe der Gegenangriff begonnen und die Front verlaufe wieder 50 km jenseits von Brega. 70 Gaddafi-Soldaten sollen in Gefangenschaft gegangen sein.

Auch in Misrata soll sich der Aufstand halten. Mehrere Soldaten sollen übergelaufen sein. Mir wurden außerdem Bilder von Exekutierten aus der Ras Lanuf Gegend gezeigt, die sich Gaddafis Befehl widersetzt haben sollen.

Lybisches Kriegstagebuch ILybisches Kriegstagebuch IILybisches Kriegstagebuch IIILybisches Kriegstagebuch IVLybisches Kriegstagebuch V

 

 

 

 

BERLIN. Die Asylanträge in Deutschland sind erneut stark gestiegen. Laut dem Bundesinnenministerium stellten im Februar 3.290 Personen einen Erstantrag auf Asyl in der Bundesrepublik. Dies bedeutet im Vergleich zum Februar 2010 einen Anstieg um annähernd 40 Prozent. 

Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl um 458 Anträge ( minus 12,8 Prozent). Die meisten Asylbewerber kamen wie in den vergangenen Monaten aus Afghanistan (540), gefolgt vom Irak (500), Serbien (365), Iran (242) und Syrien (160).

Im laufenden Jahr stiegen die Asylbewerberanträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,3 Prozent (2.104 Personen). Insgesamt wurden 2011 bisher 1.172 Anträge bewilligt. Für weitere 419 Personen verhängte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein Abschiebeverbot. Über 23.589 Anträge auf Asyl wurde noch nicht entschieden.

Bereits im Januar war die Zahl der Anträge um nahezu 41 Prozent gestiegen. (ho)

DRESDEN. Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow hat den Vorsitzenden der Linksfraktion, André Hahn, wegen dessen Kritik am Verhalten der Polizei während einer NPD-Demonstration in Chemnitz scharf angegriffen. „Nachdem sich Wolfgang Thierse mit seinen unsäglichen Äußerungen ins politische Abseits gestellt hat, folgt ihm nun André Hahn nach. Daß Hahn kein Bundestagsvizepräsident ist, sondern ‘nur’ sächsischer Fraktionschef der SED-Nachfolgepartei, macht die Äußerungen nicht erträglicher“, sagte Zastrow der JUNGEN FREIHEIT.

Hintergrund ist ein Interview Hahns in der Jungen Welt. Darin hatte der Linken-Politiker Thierses Kritik am Einsatz der Polizei während einer Demonstration der NPD-nahen Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland in Dresden verteidigt. Gleichzeitig warf Hahn der Polizei vor, bei einer Demonstration der NPD in Chemnitz Anfang März „mit massiver Gewalt demokratischen Protest beiseite geräumt und den Marsch der Rechten durch die besten Lagen der Innenstadt erzwungen“ zu haben.

Dem entgegnete Zastrow: „Natürlich finde auch ich es widerlich, Nazi-Demonstranten durch die Straßen ziehen zu sehen“, dennoch hätten Behörden, Gerichte und Polizei die Pflicht, Gesetze zu vollziehen. „Die Zeiten, in denen André Hahns Partei entschieden hat, für wen Grundrechte gelten und für wen nicht, sind gottlob vorbei“, sagte der sächsische FDP-Fraktionschef. (krk)

Japan vor der Atom-Katastrophe

On March 16, 2011, in Nation, by admin
Japan vor der Atom-Katastrophe
Die letzten 50 Arbeiter

Der innere Schutzmantel von Block 2 des AKWs in Fukushima ist beschädigt. Und in Block 4 soll mit Hubschraubern Wasser geschüttet werden. Die Strahlenwerte in Tokio sind deutlich erhöht.

TOKIO dpa | Verzweifelt kämpfen die letzten 50 Arbeiter in Fukushima gegen die atomare Katastrophe. Die ganze Hilflosigkeit zeigt der Versuch, mit Wasser aus Hubschraubern die Brennstäbe im havarierten Block 4 zu kühlen. Zuvor hatte eine Explosion erstmals den inneren Schutzmantel des Reaktors in Block 2 beschädigt. Der AKW-Betreiber Tepco sprach von einer "sehr schlimmen" Lage und warnte vor Kernschmelzen. Selbst in der japanischen Hauptstadt Tokio wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen.

Die Behörden fürchten, dass vier Tage nach dem gewaltigen Erdbeben und dem Tsunami die Zahl der Toten auf über 10 000 steigt. Die offizielle Zahl der Toten stand am Dienstag bei 3.373, wie die Zeitung Japan Times berichtete.

In Block 4 ist nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens NHK geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher in das teilweise zerstörte Dach zu schütten, um die Brennstäbe im Innern zu kühlen. Zuvor war bekanntgeworden, dass sich die Wassertemperatur im Abklingbecken der Brennstäbe bedrohlich erhöht hatte. Als eine Explosion die Hülle von Reaktor 2 beschädigte, stiegen die Strahlungswerte dramatisch und der Betreiber Tepco war gezwungen, alle bis auf 50 Arbeiter aus dem Kernkraftwerk abzuziehen.

Block 4 ist der derzeit einzige unter den havarierten Meilern, der sich aus technischen Gründen nicht aus unmittelbarer Nähe mit Meerwasser kühlen lässt. Am Dienstag brach dort ein Feuer aus, das kurze Zeit später gelöscht wurde. In der Außenwand des Reaktorgebäudes klafften nach einer Explosion am Dienstag zwei acht Quadratmeter große Löcher, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press unter Berufung auf das Industrieministerium berichtete.

Mittlerweile sind vier der sechs Blöcke nach mehreren Explosionen schwer beschädigt. Nach Regierungsangaben ist in drei der vier betroffenen Reaktorblöcke eine Kernschmelze möglich. Über den genauen Zustand der beschädigten Meiler in Fukushima I gab es weiter nur unzureichende Angaben. Die Regierung zeigte sich verärgert über die Informationspolitik des Betreibers und richtete einen Krisenstab im Hauptquartier von Tepco in Tokio ein.

Die radioaktive Strahlung im Umkreis des Unglücks-Kraftwerks erreichte gefährliche Werte. "Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann", sagte Regierungssprecher Edano. In einzelnen Bereichen des Reaktors wurden nach seinen Angaben 400 Millisievert gemessen – dies übersteigt den Grenzwert der Strahlenbelastung für ein Jahr um das 400-Fache, schrieb Kyodo. Die japanische Regierung stellt in einem ersten Schritt rund 265 Millionen Euro als landesweite Notfallhilfe bereit.

Auch in der 35-Millionen-Metropole Tokio wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen. Die Belastung sei um das 22-Fache höher als üblich, berichtete der Fernsehsender NHK. Viele Bewohner hatten sich aus Angst vor den Folgen des Atomunfalls schon auf den Weg in den weiter entfernten Süden des Landes gemacht.

Das Technische Hilfswerk (THW) brach seinen Einsatz in dem Katastrophengebiet des Erdbebens ab. Rund 100 Stunden nach dem Beben und dem Tsunami gebe es praktisch keine Chancen mehr, dass es in den Katastrophengebieten noch Überlebende gebe, sagte Teamleiter Ulf Langemeier der Nachrichtenagentur dpa.

Das Auswärtige Amt erließ am Dienstag eine "Teil-Reisewarnung" für den Nordosten Japans. Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der folgende Tsunami hatten am Freitag weite Teile des asiatischen Landes verwüstet. Am Dienstag erschütterten mehreren Nachbeben mit Stärke 6 und mehr das Land.

Quelle: http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/a…n-50-arbeiter/


Unterliegt die NPD der absoluten Zerüttung?

On March 16, 2011, in Nation, by admin
Bei tagesschau.de stieß ich auf folgenden Artikel:

Zitat:

NPD in Sachsen-Anhalt "Junker Jörg" gibt Ratschläge zum Bombenbau

Der NPD-Spitzenkandidat für die Wahl am 20. März in Sachsen-Anhalt hat in einem internen Forum offenbar über mögliche Anschläge und den Bau von Bomben diskutiert. Informationen von tagesschau.de legen es nahe, dass der NPD-Funktionär unter seinem Pseudonym "Junker Jörg" zudem dazu aufrief, Frauen zu "schänden".
Von Patrick Gensing, tagesschau.de
"20 Koffer, 20 Mann, 20 Bahnhöfe. Bundesrepublik lahmgelegt. Alles legal. Kosten unter 1000,-€. Wo ist das Problem?", fragt "Junker Jörg" in einem Internet-Forum, welches tagesschau.de komplett vorliegt. In einem Unterforum mit dem Titel "Waffen" beschrieb "Junker Jörg" in sieben Schritten genau, wie Sprengstoff hergestellt werden könne. Experten schätzen die Einträge als strafrechtlich relevant ein, da auch erklärt wird, wie die Substanzen dosiert werden müssen.
[Bildunterschrift: Nach außen gibt sich die NPD in Wahlkampfzeiten betont bürgerlich, intern wird aber Klartext gesprochen. ]
Hinter dem Pseudonym "Junker Jörg" steht mutmaßlich der NPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder. Das Forum selbst ist bei der Internet-Registrierstelle Denic auf den NPD-Fraktionschef im Sächsischen Landtag, Holger Apfel, registriert. Apfel leitet den Wahlkampf seiner Partei in Sachsen-Anhalt – und gilt als enger Vertrauter von Heyder.
Fotos, Dokumente und abfällige Bemerkungen

Dass Heyer offenbar hinter dem Pseudonym "Junker Jörg" steht, wird aus seinen Hunderten Einträgen seit 2004 deutlich. So beschrieb "Junker Jörg" bereits vorab detailliert die NPD-Strategien für den Wahlkampf, diskutierte mit Kameraden über Fotos, welche Heyder zeigen und die in Werbebroschüren zum Einsatz kommen sollten – und stellte Entwürfe für Flugblätter vor, welche auf einem Server Heyders liegen. Dort finden sich beispielsweise auch persönliche Dokumente von Heyders Angehörigen.
Dossier:


Rechtsextremismus Die Entwicklung der rechtsextremen Bewegung in Deutschland [mehr]

Zudem verbreitete "Junker Jörg" immer wieder Insider-Wissen aus der NPD-Spitze – oft wenig Schmeichelhaftes allerdings. So lästerte er mehrmals über seine Kameraden, besonders Parteichef Udo Voigt bekommt sein Fett weg. Dieser habe "nicht mehr alle Latten am Zaun", schrieb "Junker Jörg" im Februar 2009. Zudem habe Voigt seine Geliebte als "Pressehostess einstellen lassen" – trotz der desolaten finanziellen Situation der NPD. Der Partei drohen nämlich wegen Fehlern in einem Rechenschaftsbericht erhebliche Strafzahlungen, ein Berliner Gericht entscheidet in diesem Jahr darüber.
Möglicherweise könnten noch weitere Konsequenzen folgen: Denn "Junker Jörg" behauptet, nach Angaben von Parteichef Voigt waren noch weitere Berichte fehlerhaft. Voigt habe daher, so schrieb es "Junker Jörg" zumindest, über Strafzahlungen in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro spekuliert – was gleichbedeutend mit dem Ende der Partei wäre.
"Die brauchen einen Führer"

[Bildunterschrift: Sie bräuchten einen "Führer" – so urteilt der NPD-Spitzenkandidat Heyder über die Parteispitze. ]
Überhaupt hält "Junker Jörg" das Führungspersonal der NPD nur für bedingt qualifiziert: "Pastörs, Voigt, Apfel" und weitere seien "für sich überzeugend und ehrlich". Allerdings seien sie "nicht teamfähig", urteilte er, daher bräuchten sie "einen Führer der sie richtig diszipliniert".
Offenbar waren auch Kameraden aus der NPD über Heyders Verhalten zwischenzeitlich wenig begeistert. So berichtete "Junker Jörg" im September 2009, der Parteivorstand wolle auf seiner nächsten Sitzung über einen Antrag auf Parteiausschluss gegen ihn entscheiden. Anlass war demnach ein Artikel von Heyder, in dem er die NPD kritisierte.
Außerdem rief der Neonazi in dem Forum die "tapferen Nationalisten" im Bezug auf die Linkspartei dazu auf, "ihre Frauen zu schänden". Konkret bezog sich "Junker Jörg" auf eine namentlich genannte sächsische Landtagsabgeordnete, deren Internet-Seite verlinkt wurde.
Heyder droht mit strafrechtlichen Konsequenzen

Heyder sagte auf Anfrage von tagesschau.de, er bezweifle, dass er jemals in diesem Forum etwas geschrieben habe. Allerdings wusste er sofort, dass es sich um ein geschlossenes Angebot handelt: Es sei nicht zulässig, daraus zu zitieren, behauptete Heyder. Er wolle dies nicht weiter kommentieren. Er drohte aber strafrechtliche Konsequenzen wegen "Datendiebstahls" an. Das Forum, aus dem die Informationen stammen, war wenige Stunden nach der Anfrage an Heyder nicht mehr online.
"Widerliche Facette der Menschenverachtung"

[Bildunterschrift: Innenminister Hövelmann ist Verfechter eines erneuten NPD-Verbotverfahrens. ]
Der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann, sagte zu den Kommentaren von "Junker Jörg": "Wenn sich bewahrheiten sollte, dass der NPD-Spitzenkandidat hinter den Einträgen steckt, wäre das eine neue Qualität. Dass die NPD vom demokratischen Rechtsstaat und seinen Gesetzen nichts hält, haben wir immer gewusst. Aber mit Planspielen zum Bombenbauen wird die Grenze der Legalität überschritten." Nach diesen Enthüllungen könne zudem niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, was hinter der dünnen bürgerlichen Fassade der NPD stecke. "Solche Leute haben in keinem Parlament etwas verloren", so Hövelmann weiter.
Besonders schockiert zeigte sich der Minister über die "schmierigen Phantasien, die in den Aufruf münden, Nationalisten sollten linke Frauen ‘schänden’". Damit werde "eine besonders widerliche Facette" der Menschenverachtung gezeigt.
"Kunstland Sachsen-Anhalt"

Die NPD will am 20. März in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen. Es wäre das dritte ostdeutsche Landesparlament, in dem die Rechtsextremisten vertreten wären. Laut Umfragen kann die NPD auf rund fünf Prozent der Stimmen hoffen. Neben Spitzenkandidat Heyder setzt die NPD auf ihrer Landesliste vor allem auf Nachwuchskräfte aus der neonazistischen Nachwuchsorganisation JN. Diese gelten als besonders radikal.
[Bildunterschrift: Sonntagsfrage ]

Heyder hat der Partei allerdings ein moderates Image im Wahlkampf vorgeschrieben, in dem internen Forum feixen die Rechtsextremisten offen über das bürgerliche Auftreten. Doch "Junker Jörg" verteidigt die Strategie: "Wir haben gemerkt, daß die HARTZIVler uns zwar wählen würden, aber nicht wählen gehen. Wir müssen also in die Schichten, die Angst haben, knapp dran sind und dennoch noch so aktiv, daß sie wählen gehen."
An eine Identität der Bürger in dem Bundesland glaubt er ohnehin nicht, es handele sich bei Sachsen-Anhalt um ein "Kunstland".


Wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, bleibt natürlich offen. Dennoch werden für mich zwei Dinge deutlich: Die innere Zerüttung der NPD und die m.E. zu hohe Gewaltbereitschaft.

Thomas Weber – Hitlers erster Krieg

On March 16, 2011, in Nation, by admin
Vorab, ich habe das Buch nicht gelesen, möchte aber die Eindrücke aus dem Programm Andruck des DLF gerne weitergeben.
Das Buch soll ein wenig die Soziologie der Soldaten beschreiben und anhand dessen werden auch Rückschlüsse auf die spätere Entwicklung vollzogen. So geht der Autor explizit nicht davon aus, dass der (deutsche) Nationalsozialismus an der Front des Ersten Weltkrieges geboren wurde.
An sich hört das Werk sehr interessant an und wird gewiss irgendwann in meinem Bücherregal landen.
Anbei noch der Auszug aus ANDRUCK.

Angehängte Dateien
Dateityp: mp3 Weber – Hitlers erster Krieg.mp3 (3,18 MB)
Weboy