Der andere Kafka oder “Das Wachsen der Kräfte durch Erinnerungen” – Prager Gespräche Kurzer Ausschnitt aus einer dialogischen Lesung mit Andreas Hartmann und André Reichart www.literaturzentrum-braunschweig.de ———————Textfragment das zu hören ist:———————- Im Gespräch über junge Schriftsteller sagte Franz Kafka:»Ich beneide die Jugend.«Ich bemerkte: »Sie sind ja noch nicht so alt.« Kafka lächelte: »Ich bin so alt wie das Judentum, wie der Ewige Jude.« Ich sah ihn von der Seite an. Kafka legte mir seinen Arm auf die Schulter.»Jetzt sind Sie erschrocken. Das war nur ein armseliger Versuch, einen Witz zu machen. Die Jugend beneide ich aber wirklich. Je älter der Mensch wird, um so breiter wird sein Horizont. Die Lebensmöglichkeiten werden aber kleiner und kleiner. Zum Schluß bleibt nur ein einziges Aufschauen, ein einziges Ausatmen. Der Mensch überblickt indem Augenblick wahrscheinlich sein ganzes Leben. Zum erstenmal und zum letztenmal.« ———– PS: Ich weiß, die Kamera ist nicht gut für Video-Aufnahmen geeignet 😉
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Der ewige Jude – Ahasver ist 2000 Jahre alt. Einst bat Jesus von Nazareth um Rast an seiner Haustür. Doch Ahasver verweigerte dieses. Seitdem findet er selbst keine Rast mehr, findet auch nicht den Tod, wandert durch die Welt, von einem steten Befehl getrieben: Geh! Hörbuch von Rainer Nowotny, gelesen von Thom Nowotny. Die Nacht geht schwanger mit dem Morgen, doch jede Morgenröte gebiert den Tod ihr. So geht die Nacht und sieht den Morgen eintreten, durch das Tor ins Sein, die Tür Vergänglichkeit und Wiederkehr. Gleiches muss dem neuen Tage widerfahren, der dennoch furchtlos sich beeilen wird – dem Ende hin. Der Tag ist der Vergänglichkeit ein Gleichnis, in seinem Kommen schon und auch in seinem Schwinden, verheißt den Drang, vernichten zu müssen, die Nacht durch ihre schönste Stunde und sich selbst alsbald.
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Dritter Fukushima-Reaktor explodiert

On March 15, 2011, in Schall und Rauch, by admin

Zwei neue Explosionen, diesmal am Reaktorblock 2 und 4, haben am Dienstagmorgen um 6:14 Uhr Lokalzeit stattgefunden. Die Schutzhülle soll diesmal beschädigt sein. Bereits sind bei zwei Reaktorblöcken, 1 und 3, Explosionen am Samstag und Montag passiert. Am Reaktor 4 soll seit dem ein Feuer brennen. Die Bevölkerung im Umkreis von 20 Kilometer sollte die Gegend verlassen haben und von 20 bis 30 Kilometer soll in ihren Häusern bleiben.

Die neuen Explosionen schockieren Japan. Laut Berichten sind die Strahlungswerte in Ibaraki, südlich von Fukushima, stark gestiegen. Der Betreiber TEPCO sagt, es werden ein Teil der Arbeiter vom Reaktor 2 evakuiert. Bereits während der Stunden vorher haben Arbeiter versucht mit Meerwasser die Brennstäbe zu kühlen, die freigelegt sind, damit sie nicht überhitzen.

Um 8:31 Lokalzeit waren die Strahlungswerte rund um der Atomanlage achtmal höher als Menschen in einem Jahr ausgesetzt sind.

TEPCO hat Stromrationierung für Tokyo angekündigt, die bis in den April andauern können. 45 Millionen Kunden des Stromerzeugers sollen davon betroffen sein. Tokyo soll in 5 Gebiete aufgeteilt werden, wobei jedes Gebiet für 3 bis 6 Stunden abwechselnd keinen Strom bekommt. Der Plan für die Stromabschaltung soll ab 6:20 Uhr Lokalzeit in Kraft treten. Das Stadtzentrum von Tokyo soll für eine Weile davon verschon werden, da viele Regierungsgebäude und die Zentrale von vielen Konzernen sich dort befinden.

Da die Konzerne nicht wissen, wie die Stromabschaltung sie treffen wird, haben viele ihre Produktion stillgelegt, wie Sony, Toyota, Nissan und Honda.

Der Nikkei-Index ist am Montag schon um 6 Prozent gefallen. Heute Dienstag eröffnete die Börse mit weiteren -5,9 Prozent. Nach den ersten Handelsstunden stürzte der Nikkei um -6,5 Prozent auf unter 9’000 Punkte.

Laut Wetterbericht wird die Temperatur im Katastrophengebiet im Nordosten in den kommenden Nächten unter null Grad fallen, was die Situation der Obdachlosen noch schwieriger macht.

Laut TEPCO ist eine Kernschmelze in Fukushima möglich.

Premierminister Naoto Kan wird eine Ansprache halten. Kabinettschef Kukio Edano wird um 11:00 Uhr Lokalzeit vor die Presse gehen.

Kan spricht zu den japanischen Bevölkerung über die Situation in Fukushima. Er sagt, “Alle Notstromgeneratoren sind in der Anlage ausgefallen. Es gab Wasserstoffexplosionen, Feuer und die Strahlenbelastung ist sehr hoch. Die Bewohner im Umkreis von 20 Kilomter sollten alle das Gebiet verlassen haben. Im Umkreis von 20 bis 30 Kilometer werden gebeten in ihren Häusern zu bleiben. Wir versuchen weiteren Austritt von radioaktiver Strahlung zu verhindern. Ich fordere die japanische Bevölkerung auf ruhig zu bleiben.

Danach spricht Edano. Wir versuchen weiter die Reaktoren abzukühlen. Am Reaktor Nr. 4 fand eine Explosion statt und es brennt seit dem ein Feuer. Danach gab es eine Explosion am Reaktor Nr. 2. Die Schützhülle wurde beschädigt. Die Radioaktivität an den Reaktoren hat jetzt eine Höhe erreicht, die gesundheitsgefährlich ist. Alle bis auf 50 Personen, die mit der Kühlung mit Meerwasser beschäftigt sind, wurden von der Anlage abgezogen. Alle Menschen im Radius von 20 Kilometer sollten evakuiert sein. Bis 30 Kilometer sollen die Bewohner die Fenster dicht schliessen und in ihren Häusern bleiben. Das raten uns die Experten.

Edano sagt, die Strahlung ist auf 400 Milisivert (mSv) am Reaktor Nr. 3 und 4 gestiegen, was eine sehr gefährlich Strahlendosis bedeutet. Für den Menschen treten zwischen 200 und 300 mSv Krankheitserschein- ungen wie ein verändertes Blutbild, Übelkeit, Entzündung der Schleimhäute oder Fieber ein. Ausserdem kann der radioaktive Rauch von Reaktor Nr. 4 durch den Wind verbreitet werden. Das grösste Problem ist das Feuer am Reaktor Nr. 4, das so schnell wie möglich gelöscht werden muss. Wenn man im Radius zwischen 20 und 30 Kilometer um Fukushima 1 sich ausserhalb aufgehalten hat, dann darf man die Kleidung und Schuhe nicht ins Haus nehmen, da kontaminiert.

Seit dem grossen Beben von 9,0 am Freitag sind bisher über 200 Nachbeben registriert worden.

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Die amerikanische Muppet-Show in Saudi Arabien versucht mit aller Härte die Proteste gegen das Königshaus zu unterdrücken. Am vergangenen Donnerstag hat die Polizei ohne Vorwarnung in Qatif auf Demonstranten geschossen, einer fast ausschliesslich von Schiiten bewohnten Stadt im Osten von Saudi Arabien. Dabei wurden drei Demonstraten verletzt. Sie wollen keine Revolution, auch nicht im Nachbarland. Deshalb sind jetzt 1’000 Soldaten nach Bahrain geschickt worden, um die ansteigenden Proteste gegen die Regierung dort zu unterdrücken.

Saudische Militärfahrzeuge auf dem Weg nach Bahrain:

Saudi Arabien sagt, sie reagieren auf eine „Sicherheitsbedrohung“. Unter der Vereinbarung der Gulf Cooperation Council der sechs Golfstaaten, wird eine “Bedrohung auf ein Mitgliedsland als Bedrohung für die Sicherheit aller Mitglieder angesehen“.

Saudische Offizielle meldeten am Montag, mehr als 1’000 Soldaten, teil der Schutztruppe der Golfstaaten, sind nach Bahrain entsandt worden.

Die Opposition in Bahrain sagt aber, sie betrachten jegliche militärische Intervention als Besetzung.

Wir empfinden die Ankunft von Soldaten oder Militärfahrzeuge auf das Territorium von Bahrain als Besetzung des Königreichs Bahrain und eine Verschwörung gegen die unbewaffnete Bevölkerung von Bahrain”, verkündete die Opposition in einer Verlautbarung.

Sie rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, “den Schutz der Menschen in Bahrain vor der Gefahr einer ausländischen Militärintervention zu sichern”.

Jetzt protestieren die Menschen auf den Perlenplatz auch gegen die Besetzung. Am Montag blockierten Demonstraten auch die Strassen zum Finanzdistrikt in Manama. Es gab auch Zusammenstösse an der Universität von Bahrain in der südlichen Stadt Sakhir. Bisher wurden sieben Demonstraten seit Beginn der Proteste Mitte Februar getötet.

Die Saudische Regierung hat bereits im Vorfeld Drohungen ausgesprochen, um Massenproteste im eigenen Land zu vermeiden. So wurde jegliche Art von öffentlichen Demonstration verboten. Für Freitag hatte die Opposition zu einem “Tag des Zorns” aufgerufen, aber die Proteste hielten sich in Grenzen.

In 11 saudischen Städten kam es wegen der massiven Sicherheitsvorkherungen nur zu kleinen Demonstrationen. In der Hauptstadt Riad sorgte am Freitag ein enormes Polizeiaufgebot mit Fahrzeugen und Helikoptern, das niemand sich zusammenfinden konnte. Da sie Bahrain als ihr Protektorat ansehen, dulden sie auch keine Demokratiebewegung dort.

Im amerikanischen Vasallenstaat Saudi Arabien gibt es keine Demokratie, keine freie Meinungsäusserung und auch keine Wahlen. Der Innenminister Prinz Naif ist schon seit 35 Jahren im Amt und Vertei- digungsminister Kronprinz Sultan schon seit 50 Jahren. Sie behaupten, hinter den Protesten in Saudi Arabien und Bahrain stehen die Schiiten, und die sind eine Art fünfte Kolonne des Iran.

Der Einmarsch von saudischen Truppen in Bahrain ist offensichtlich mit dem Weissen Haus abgesprochen, denn sie erfolgt nur zwei Tage nach dem Besuch von US-Verteidigungsminister Robert Gates in Manama, wo er Gespräche mit König Hamada bin Isa Al Khalifa hielt.

Wie kann man den Protest der eigenen Bevölkerung als Sicherheits- bedrohung ansehen? Offensichtlich ist das eigene Volk der Feind. Es wird hier nicht das Land bedroht, sondern die Herrschaft der Despoten. Damit ist auch die Behauptung endgültig vom Tisch, die Proteste in der arabischen Welt sind von der CIA inszeniert. Wenn schon dann vom Iran, denn nur sie würden von einem Sturz der amerikafreundlichen Diktatoren profitieren.

Verwandter Artikel:
Iran gewinnt, Amerika verliert

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Zweiter Fukushima-Reaktor explodiert

On March 15, 2011, in Schall und Rauch, by admin

Im dritten Reaktorblock des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi fand am Montag wieder eine Wasserstoffexplosion statt. Die Aussenwände sind zerstörte und nur das Stahlgerüst der Konstruktion steht. Die Explosion fand um 11:01 Uhr Lokalzeit statt.

Während des Morgens ereignete sich wieder ein Erdbeben in der Grösse von 6,2 um 10:02 Uhr Lokalzeit.

Tausende Leichen werden gefunden

Die eingesetzten Hilfskräfte finden immer mehr Leichen. An der Küste der Präfektur Miyagi seinen am Montag 2’000 Leichen gefunden worden, dies teilt die japanische Nachrichtenagentur Kyodo mitteilt. Tausend seien auf der Ojika-Halbinsel und Tausend bei Minamisanriku gefunden worden.

US-Flugzeugträger dreht ab

Nach dem die USS Ronald Reagan durch eine radioaktive Wolke fuhr und Besatzungsmitglieder verstrahlt wurden, haben die US-Streitkräfte damit begonnen, Schiffe und Flugzeuge abzuziehen. Die eigene Sicherheit geht vor. 17 Matrosen sollen kontaminiert worden sein.

Wieso müssen die Amis immer mit Soldaten und Kriegsgerät kommen, statt mit Hilfskräften? Statt mit Schaufeln kommen sie mit Gewehren in der Hand. In Haiti war es nach dem Erdbeben auch so.

Japanische Börse stürzt ab

Die Börse in Tokio gab angesichts der verheerenden Naturkatastrophe vom Freitag deutlich nach. Der Nikkei-Index ging um 633,94 Punkte oder 6,2 Prozent auf 9.620,40 zurück. Der massive Abverkauf an der Tokyoer Börse hat 23,5 Billionen Yen (206 Milliarden Euro) an Werten vernichtet. Die japanische Notenbank unterstützt die Märkte mit einem Einschuss von umgerechnet 157 Milliarden Euro!

Japan ist das am meisten verschuldete Industrielland der Welt, mit über 200 Prozent des BIP. Diese neue Katastrophe wird die Verschuldung weiter massiv steigern.

Wegen der unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen, was den Ölverbrauch Japans reduzieren wird, ist der Ölpreis unter 100 Dollar gefallen.

Bevölkerung macht Hamsterkäufe

In den unbeschädigten Gebieten von Tokyo stehen die Menschen Schlange vor den Supermärkten und decken sich mit Lebensmittel ein:

Unsere Politiker machen wieder eine Wende

Wie immer drehen die Marionetten sich nach dem Wind und der bläst ihnen von der aufgeschreckten Bevölkerung heftig ins Gesicht, die jetzt gegen die Atomenergie sind. Vorher waren die Politiker hörige Befehlsempfänger der Energie-Lobby und haben kräftig neue Atomprojekte befürwortet. Jetzt tun sie so, wie wenn ihnen die Sorgen der Menschen ernst sind und verlangen eine Überprüfung der Atomkraftwerke.

In der Schweiz hat Bundesrätin Doris Leuthard die laufenden Verfahren bei den Rahmenbewilligungsgesuchen für neue Atomkraftwerke in der Schweiz sistiert. Bis Freitag hatte sie noch die DREI neuen Projekte ganz toll gefunden. Jetzt guckt sie mit ihren grossen Augen in die Kameras und tut ganz scheinheilig.

In Deutschland hat sich FDP-Chef Westerwelle für eine Aussetzung längerer Laufzeiten ausgesprochen. Jetzt geht auf einmal die Sicherheit den Wirtschaftsinteressen vor. Ganz was neues. Alles nur Wahlkampf-Bla-Bla. Merkel sagt, die Sicherheit aller 17 Atomkraftwerke soll überprüft werden. Das Resultat kennen wir jetzt schon. Alles bestens. War nach Tschernobyl auch so.

Und dem Oberbefürworter der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke, Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), geht ganz schön die Muffe, wo doch sechs Atomkraftwerke in BW stehen. Die nukleare Katastrophe in Japan hat die Atomdebatte ins Zentrum des baden-württembergischen Wahlkampfs katapultiert. Aber, ob die braven Schwaben die CDU wirklich abwählen?

Bilder des Vulkanausbruchs am Shinmoedake vom Sonntag. Den Japanern wird wirklich nichts erspart:

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GÖTTINGEN. Die Göttinger CDU hat den Brandanschlag auf das Haus der Burschenschaft „Brunsviga“ scharf verurteilt. Die politisch motivierte Gewalt habe in Göttingen eine neue Dimension erreicht. Offenbar schreckten die Attentäter nicht einmal mehr vor der Gefährdung von Menschenleben zurück, sagte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, Holger Welskop, nach einem Bericht des Göttinger Tageblatts.

Gleichzeitig forderte der CDU-Politiker bei derartigen Anschlägen in Zukunft nicht mehr wegzuschauen. Dem Linksextremismus müsse die gleiche Aufmerksamkeit entgegengebracht werden, wie dem Rechtsextremismus. „Da hilft kein Schönreden mehr“, sagte Welskop. „Linksextrem motivierte Attentate sind die einzig wahrnehmbaren politischen Gewalttaten in Göttingen und mittlerweile ein großes Problem.“

Hintergrund ist der Brandanschlag auf das Verbindungshaus der Göttinger Burschenschaft „Brunsgiva“ in der Nacht zu Freitag, bei dem ein Schaden von etwa 1.000 Euro entstand. Unbekannte hatten nach Angaben der Polizei zwei Papiertonnen direkt vor die Einganstür gestellt und mit einem unbekannten Brandbeschleuniger in Brand gesetzt.

Nicht der erste Brandanschlag auf die „Brunsviga

Nur einem zufällig vorbeikommenden Radfahrer sei es zu verdanken gewesen, daß größere Schäden verhindert werden konnten, so die Polizei. Der 22 Jahre alte Mann habe die Flammen entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Weitere Passanten hätten die Hausbewohner verständigt, die sich durch einen Nebeneingang in Sicherheit bringen konnten. Die Ermittler schließen einen politischen Hintergrund nicht aus. Laut der Polizei hätten die Täter Verletzungen von Menschen billigend in Kauf genommen.

Der Vorfall ist nicht der erste Brandanschlag auf die „Brunsviga“. Bereits in den neunziger Jahren schütteten Unbekannte Brandbeschleuniger durch den Briefschlitz und entzündeten die Flüssigkeit. Mitglieder der Studentenverbindung konnten die Flammen jedoch rechtzeitig löschen und damit Schlimmeres verhindern. (krk)

BERLIN. Der Vorstoß von Union und FDP für eine teilweise Verschärfung der Zuwanderungsbestimmungen stößt bei den Deutschen offenbar auf Zustimmung. In einer am Sonntag veröffentlichten Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag (BamS) sprachen sich 68 Prozent der Befragten für eine Integrationspflicht im Grundgesetz aus. 57 Prozent stimmen außerdem der Aussage zu, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.

Den Vorschlag aus Reihen der Regierungskoalitionen, die dauerhafte Aufenthaltserlaubnis an einen bestandenen Sprachtest zu binden, befürworteten 80 Prozent, 19 Prozent der Befragten waren dagegen. 

Hintergrund der Umfrage ist die von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) entfachte Debatte über die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland. Friedrich hatte gesagt, es lasse sich nicht belegen, daß der Islam historisch gesehen ein Teil Deutschlands sei. Islamverbände und Grüne hatten Friedrich daraufhin heftig kritisiert unde dem Minister vorgeworfen, die Integration zu behindern. 

Kurze Zeit später hatte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für schärfere Integrations- und Zuwanderungsregeln ausgesprochen Auf dem politischen Aschermittwoch sagte der CSU-Vorsitzende, er wolle „bis zur letzten Patrone“ in der Koalition dafür kämpfen, eine Zuwanderung in die Sozialsysteme zu verhindern. Der ehemalige Staatssekretär Ulrich Kasparick (SPD) hatte Seehofer deshalb wegen Volksverhetzung angezeigt

Zentralrat der Juden: Islam ist Teil von Deutschland 

Unterdessen betonte der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, der Islam sei „ganz sicher Teil von Deutschland“. Die kulturhistorische Debatte bringe Deutschland jedoch nicht weiter, sagte Graumann im Interview mit der BamS. Aus dem Gegeneinander in der Integrationsdebatte müsse ein „herzliches Miteinander“ werden. 

Gleichzeitig warnte der Zentralratspräsident allerdings auch vor einem wachsenden Antisemitismus in den islamischen Gemeinden. Die Verantwortlichen der Islamverbände hätten in der Vergangenheit zu wenig gegen Judenfeindlichkeit getan. „Aus dieser Verantwortung werden wir sie nicht entlassen“, kündigte Graumann an. 

Scharfe Kritik äußerte Graumann auch an dem vor kurzem erfolgten Freispruch von NPD-Chef Udo Voigt im Verfahren um einen angeblich rassistischen WM-Planer der Partei aus dem Jahr 2006. Die Richter hätten mit ihrem Urteil der NPD einen „Freibrief für Rassismus“ ausgestellt. „Wir haben zu viele Richter, die für alles Verständnis haben, aber nichts begreifen“, kritisierte er. (ho)

BERLIN. Der Berliner Historiker Paul Nolte hat die ARD für die Ankündigung ihrer Vertriebenendokumentation „Fremde Heimat“ scharf kritisiert. Die Aussage, die Vertreibung der Deutschen „war die größte ethnische Säuberung in der europäischen Geschichte“, sei „skandalös angesichts des Holocausts und der anderen von den Deutschen ermordeten“ Menschen, sagte Nolte nach einem Bericht der Berliner Zeitung

Die Monstrosität und Tödlichkeit der Vertreibungen ständen in keinem Verhältnis zu den Verbrechen der Nazis, meinte der Historiker. Schon die Gegenüberstellung der Opferzahlen zeige die unterschiedlichen Dimensionen der Gewalt. Auf der einen Seite ständen 13 Millionen Todesopfer, die auf das Konto der Deutschen gingen und auf der anderen zwölf Millionen Deutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrem „Siedlungsgebieten“ deportiert wurden.

Im Mittelpunkt der zweiteiligen Dokumentation sollen laut ARD die Schicksale der Vertriebenen stehen, die nach ihrer Flucht in den Westen zum Teil auf erhebliche Widerstände getroffen seien. In der Sendung kommen zahlreiche Zeitzeugen zu Wort, die auch von Greueltaten der Tschechen, Polen und Sowjets berichten. (ho)

BERLIN. Der Vorsitzende der Marine-Offizier-Vereinigung, Konteradmiral a. D. Klaus-Peter Hirtz, hat die Rehabilitierung des abgesetzten „Gorch Fock“-Kommandanten Norbert Schatz gefordert. „Sollte sich das Ergebnis des Untersuchungsberichts so darstellen, wie es derzeit von der Presse berichtet wird, muß Kapitän Schatz wieder eingesetzt werden“, sagte Hirtz der JUNGEN FREIHEIT.

Er habe allerdings die Hoffung, daß durch den Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs (CSU) als Verteidigungsminister die Chance auf eine Rehabilitierung Schatz’ gestiegen sei. Schließlich sei der neue Minister, Thomas de Maizière (CDU), nicht für die offenbar vorschnell vorgenommene Absetzung verantwortlich.

Verletzung der Fürsorgepflicht

In dem Vorgang könne durchaus eine Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber Schatz gesehen werden, kritisierte der ehemalige Dozent der Führungsakademie der Bundeswehr. Hinzu komme, daß auch bei einer umfassenden Rehabilitierung des suspendierten „Gorch Fock“-Kommandanten dessen Ruf wohl nicht wieder vollständig hergestellt werden könne.

„Man wird aufgrund der Skandalisierung in den Medien, allen voran der Berichterstattung der Bild-Zeitung, den Namen von Kapitän Schatz auch immer mit dem Tod der Kadettin und den angeblichen Skandalen auf der ‘Gorch Fock’ in Verbindung bringen. Gerade deswegen hätten einige Journalisten bei ihrer Berichterstattung mehr Sorgfalt walten lassen müssen“, sagte der Vorsitzende der Interessensgemeinschaft aktiver und ehemaliger Marineoffiziere. Er jedenfalls habe Schatz in seiner Zeit an der Führungsakademie als „ruhigen, klar abwägenden aber auch sehr menschlichen Offizier“ kennengelernt.

Guttenberg hatte Schatz Ende Januar von seinem Kommando entbunden, nachdem die Bild-Zeitung im Zusammenhang mit einer im vergangenen November an Bord des Segelschulschiffs tödlich verunglückten Kadettin über angeblich unhaltbare Zustände auf der „Gorch Fock“ berichtet hatte. Eine eingesetzte Untersuchungskommission kam laut der Financial Times Deutschland jedoch zum Ergebnis, daß die Vorwürfe gegen Schatz sich „zum großen Teil als nicht haltbar“ erwiesen hätten.

Schärfere Auswahl der Kadetten

Zur Zukunft der „Gorch Fock“ sagte Hirtz, er hoffe, daß der Dreimaster auch weiterhin als Ausbildungsschiff der Marine dienen werde: „Ich halte den Einsatz auf diesem Schiff für notwendig, gerade um die Kadetten an die Gewalten der Meere zu gewöhnen. Hier erhalten die Offiziersanwärter die Erfahrung, die sie als künftige Kommandanten brauchen, um auch in Extremsituationen besonnen zu reagieren.“ Allerdings müsse künftig eine schärfere Auswahl unter den Kadetten getroffen werden. Dies gelte sowohl für die Tauglichkeit zur Borddienstverwendung als auch für das Aufentern in die Tagelage. (krk)

Libysches Bürgerkriegstagebuch V

On March 15, 2011, in Junge Freiheit, by admin

In Libyen liefern sich Aufständische und Gaddafi-treue Truppen heftige Kämpfe. Zur Zeit tobt eine Schlacht um Brega, eine Hafenstadt an der Großen Syrte. Beide Seiten behaupten, die Stadt erobert – beziehungsweise zurückerobert – zu haben.

Von Brega aus sind es noch 240 Kilometer bis Bengasi, wo sich bislang viele Journalisten aufgehalten haben, darunter auch unser Reporter Billy Six. Aus der 670.000-Einwohner-Stadt wird berichtet, daß Gaddafis Schergen offenbar gezielt Jagd auf westliche Medienvertreter machen. Angeblich hat der Diktator Agenten hinter den feindlichen Linien abgesetzt, die von dort aus gezielte Angriffe vornehmen.

Journalisten geraten dadurch zwischen die Fronten. Aus Angst vor diesen Kommandos gehen die Rebellen jetzt auch gegen westliche Ausländer vor, die sie für Gaddafi-Agenten halten. Billy Six wurde vorübergehend festgenommen. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Anders als mehrere deutsche Reporterteams, die die Stadt verlassen haben, harrt er in Bengasi aus und berichtet weiter für die JF. Hier ist sein Bericht:

11. März 2011

„Illegal“ begebe ich mich auf das Flughafengelände von Bengasi. Anders als in den meisten Berichten benannt, sind Rollbahn und Gebäude nicht zerstört. Dafür liegen hier zerschossene Busse und Flugzeuge rum. Sehr schnell werde ich von Zivilkommandos festgesetzt. Anschließend Verhaftung durch das Militär. Drei Stunden Verhör. Generäle und Leutnants sprechen sehr gutes Englisch, machen einen gebildeten Eindruck. Unter Tränen sagt ein Offizier, er wolle nur, daß seine Kinder endlich in einem freien Libyen leben können.

Anschließend heftige Wortgefechte zwischen Militärs und Abgesandten der Revolutionsregierung. Die Soldaten weigern sich, mich an angebliche Regierungsvertreter abzugeben, die sich nicht ausweisen können. Stattdessen kommen zwei Geländewagen mit sieben Bewaffneten und nehmen mich zur Kaserne mit. Hier nochmals drei Stunden Verhör. Papiere und Kamera werden zeitweise eingezogen. Anfangs haben sie Sorge, ich wäre ein Gaddafi-Spion. Bevor meine zwei mal drei Meter große Zelle abgeschlossen wird, gibt mit ein Mann sein Wort, daß er mich bei seiner Familie unterbringen und morgen wieder abliefern wird. Da er einen berühmten Namen besitzt und sein Großvater gegen die Kolonialmächte Italien und Großbritannien gekämpft hat, wird ihm Glauben geschenkt. Ich komme wieder frei.

12. März 2011

Den ganzen Tag im Haus der Familie. Gegen 21 Uhr kommt der Anruf von der Kaserne. Alles ist in Ordnung mit mir. Die Revolutionskräfte sorgen sich von nun an um meine Sicherheit. Angeblich machen Gaddafi-Geheimtrupps Jagd auf Journalisten. Tatsächlich wird in der Nacht ein Kameramann von Al Dschasira aus dem Hinterhalt erschossen. Hitziges Beerdigungsgebet gegen Mitternacht mit Hunderten Teilnehmern nach Mitternacht auf dem Revolutionsplatz von Bengasi. Ägyptische und libysche Reporter haben sich im Hafengebäude gesammelt, um im Konvoi zu ihrer Unterkunft zu fahren. Sie sagen, es habe vor kurzem mehrere Schüsse von Gaddafi-Leuten auf ihre Wohnung gegeben. Ich übernachte im (gesicherten) Hafengebäude.

Kaum haben die linksgrünen Multikutlifanatiker und dumm-naiven Gutmenschen die Bücher von Dr. Thilo Sarrazin und Richterin Kirsten Heisig so halbwegs verdaut, folgt auch schon der nächste Schlag.

Unter einem Pseudonym hat die Lehrerin einer Problemschule in einer deutschen Großstadt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ein unterhaltsames Buch über die „talentierten kulturellen Bereicherungen“ geschrieben.

Die BILD-Zeitung war so nett, hierüber ein paar Anekdoten zu veröffentlichen:

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