In der Nacht des 20. Dezember 1950 setzten zwei Heidelberger Studenten – René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld – zusammen mit zwei Journalisten von Cuxhaven in einem Kutter nach Helgoland über. Die Insel war zu diesem Zeitpunkt menschenleer. Die deutsche Militärbesatzung wurde nach der Kapitulation 1945 in Gefangenenlager auf dem Festland verbracht, die Zivilbevölkerung hatte man schon während des Krieges evakuiert.

Zurückkehren durfte sie auf Weisung der britischen Militärverwaltung nicht. Denn ab 1947 war Helgoland Zielgebiet für Bombardierungen durch die Royal Air Force. Die Abwürfe dienten anfangs der Zerstörung der Bunker, danach Übungszwecken. Allerdings vernichtete man nicht nur die Gebäude und die Infrastruktur, sondern drohte, die Insel selbst „zu versenken“.

Trotz massiver Proteste der deutschen Seite setzten die Briten das Bombardement mehr als zwei Jahre fort. Angesichts dessen war in Leudesdorff und Hatzfeld der Entschluß zu einem spektakulären Schritt gewachsen, mit dem sie die Weltöffentlichkeit auf das Schicksal Helgolands aufmerksam machen wollten. Nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten, hißten sie die Fahne der Europa-Bewegung mit dem grünen „E“ und die neue Bundesflagge Schwarz-Rot-Gold.

Öffentliches Interesse wuchs

Allerdings mußten Leudesdorff und Hatzfeld wegen der schlechten Wetterbedingungen schon nach zwei Tagen auf das Festland zurückkehren. Dort wurde mittlerweile nach ihnen gefahndet, was auch die Suche nach dem Schiff für eine zweite Überfahrt erschwerte. Erst am 27. Dezember gelang es Leudesdorff und Hatzfeld, jetzt in Begleitung von Helgoländern, wieder auf die Insel zu kommen.

Obwohl das Interesse von Zeitungen und Rundfunk an dieser friedlichen „Besetzung“ mittlerweile gewachsen war, dürfte für die Wirkung letztlich ausschlaggebend gewesen sein, daß am 29. Dezember Mitglieder der „Deutschen Aktion“ (DA) die Insel erreichten.

Die DA stand unter der Führung von Hubertus Prinz zu Löwenstein. Löwenstein, Hitler-Gegner, Emigrant, Heimkehrer in der „Stunde Null“, der unermüdlich das „andere Deutschland“ verteidigte, war in der Nachkriegszeit eine moralische Instanz. Was Leudesdorff und Hatzfeld bewogen hatte, ihm zuvorzukommen, obwohl sie von seinen Absichten zur friedlichen „Invasion“ Helgolands gewußt haben müssen, ist bis heute ungeklärt. Allerdings ordneten sie sich Löwenstein unter, nachdem er mit seinen Leuten – darunter ein US-Amerikaner und ein Schweizer – angekommen war.

Passiver Widerstand Gandhis als Vorbild

René Leudesdorff (l.) und Georg von Hatzfeld stoßen im Dezember 1950 im Flakbunker auf der Insel Helgoland an Foto: picture alliance / Jochen Blume | Jochen Blume

Löwenstein hatte vor allem dafür gesorgt, daß die internationale Presse über die „Aktion Helgoland“ im Bilde war. Gerade weil er wußte, wie sehr das Vorgehen die britische Seite reizen mußte, tat er alles, um das Abgleiten in ein „Indianerspiel“ zu verhindern. Sein Handlungsmuster war der passive Widerstand Gandhis.

Als Sprecher der „Invasoren“ verhandelte er deshalb mit einer britischen Delegation, die am 2. Januar 1951 in Begleitung von 15 westdeutschen Polizisten erschien. Löwenstein gelang es, eine schriftliche Erklärung zu erhalten, in der bei Fortsetzung der „Aktion“ Gewaltmaßnahmen angedroht wurden. Erst danach ließ er sich mit den übrigen Besetzern abführen, während die Polizisten respektvoll Spalier bildeten und aus ihrer Sympathie keinen Hehl machten.

Obwohl Großbritannien die Bombardierungen nach der Räumung wieder aufnahm, war die „Aktion Helgoland“ letztlich ein Erfolg. Eine wesentliche Ursache dafür lag in der Breite der Protestbewegung, die nun entstand. Im Januar 1951 beschloß der Bundestag einstimmig eine Erklärung, in der die Rückgabe der Insel gefordert wurde.

Die britische Regierung suchte zwar den Eindruck zu vermitteln, daß sie die Kontrolle Helgolands aufrechterhalten wolle, sah sich aber letztlich zum Nachgeben gezwungen. Am 1. März 1952 wurde Helgoland Teil des Bundesgebietes. Damit war das entscheidende Ziel der „Aktion Helgoland“ erreicht.

„Helgoland ist deutscher Boden!“

Schon Hatzfeld hatte sich von Anfang an entsprechend geäußert: „Egal, ob Helgoland ein Symbol ist, auf jeden Fall ist es deutscher Boden, der zu Deutschland gehört. Dies muß nicht nur gesagt, es muß demonstriert werden!“ Und Löwenstein ging noch einen Schritt weiter, als er schrieb: „Im Rechte der Helgoländer wird das Recht aller Heimatvertriebenen verteidigt.“ Es sei insofern immer um mehr gegangen als die Rettung der Insel vor weiterer Zerstörung, „Helgoland“ sollte zur Chiffre werden für „die zwölf Millionen Deutschen, die aus den Provinzen östlich der Oder-Neiße-Linie ausgetrieben wurden“.

Typisch für Löwensteins idealistisches Politikverständnis war, daß er sogar die Überwindung des „Haßkomplexes“ auf der Siegerseite und eine deutsch-britische Verständigung erhoffte, die die Wiedervereinigung unter Einschluß der Ostgebiete vorbereiten würde. Damit sollte ein erster Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines antisowjetischen europäischen Blocks gemacht werden.

Dessen Bestand war aus der Sicht Löwensteins allerdings nur zu sichern, wenn er auf dem Fundament der abendländischen Tradition erstand. Auch aus diesem Grund hatte er nach seiner Ankunft auf Helgoland ein großes Kreuz aus den Balken zerstörter Gebäude errichten lassen.

JF 52/20

(0)

1 Response » to “„Aktion Helgoland“„Für das Recht aller Heimatvertriebenen“”

  1. Sam Hyde says:

    Der wahre Grund, warum die Massenzuwanderung und die Vermischung so forciert wird:

    Das Höchste und Heiligste, das dem Menschen von der
    Natur für sein Dasein mitgegeben wird, ist sein
    E r b g u t . Dieses Gut läßt sich nicht durch Geld und
    Gold erwerben oder mehren, und umschließt nicht
    Dinge, die gekauft oder veräußert werden können. Es ist
    ein Gut, das zu verwalten und weiterzugeben wir von
    unserem Schöpfer anvertraut bekamen. Es liegt verborgen in tausend und abertausend lebendigen
    Zellen, die wie Schatzkammern in unserm Körper schlummern. Sie sind die
    Träger unseres Lebens und Schicksals und enthalten alle Erbtümer des Leibes
    und der Seele unserer Ahnen seit Jahrtausenden. Gestalt und Wesen, Gefühl und
    Wille, Gedanke und Tat haben in diesen unscheinbaren Gebilden ihren
    Ursprung, schöpfen aus ihnen Kraft und Eigenart.

    Dies Erbgut entscheidet über
    Glück und Leid, Erfolg oder Verderben eines Menschen; es macht ihn gut oder
    schlecht, stark oder schwach, begabt oder unbegabt.
    Dies kostbare Gut mußt auch du kennen und pflegen; du mußt die
    Lebensgesetze des Blutes verstehen und ihnen so dienen, daß du ihnen dein
    ganzes Leben weihst. Du mußt vor allem die wertvollen Anlagen und guten
    Eigenschaften, die von deinen Ahnen her in dein Blut geflossen sind, hegen und
    pflegen, sie fördern und zur Entfaltung bringen, sie gegen die Not und Ungunst
    der Umwelt erhalten und durchsetzen. Aber du mußt auch die Dunkelheiten, die
    durch dein Blut huschen, und die bösen Neigungen, die in dir spuken, mit
    offenen Sinnen erkennen. Du sollst wissen, wo bei deinen Ahnen ein Zweig
    schwach geworden war, und weshalb die Nachkommen des einen oder anderen
    Ahnengliedes entarteten und verkamen. Oft war der Alkohol der Schädling, der
    die Keimzelle, diesen wundersamen Behälter der Erbschätze untauglich machte
    oder zerstörte. Auch ein erbkrankes Glied kann Unglück und Fluch,
    unausrottbare Krankheit oder Minderwertigkeit in den Erbstrom bringen. Vor
    allem achte auf die Krankheiten und Todesursachen, die auffallend häufig unter
    deinen Vorfahren auftreten. Vor ihnen mußt du besonders auf der Hut sein und
    dich durch eine gesunde und natürliche Lebensweise,
    durch richtige Gesundheitspflege und vernünftige Leibesübungen kräftigen
    und stählen.

    Du kannst deine schwachen Anlagen und bösen Neigungen zwar nicht
    ausmerzen, aber kannst sie in dir unterdrücken, und sollst vor allem die
    wertvollen Kräfte in dir entfalten und steigern.
    Du kannst das Erbgut deiner Ahnen schänden oder ehren, kannst es
    verantwortungslos vergeuden oder verantwortungsbewußt im Lebenskampf
    einsetzen. In dieser Hinsicht bist du Herr deines Willens und damit Herr deines
    Schicksals. Darin hat uns der Schöpfer ganz eindeutig weit über das Tier
    hinausgehoben.

    Dieser Wille ist der göttliche Funken in dir, der dich zum Herren deines
    Erbes, zum mitverantwortlichen Gestalter deines Schicksals macht. „Wo ein
    Wille ist, da ist immer auch ein Weg.”
    Du bist nicht heute und bist nicht morgen. Du bist tausend Jahre vor dir und
    bist tausend Jahre nach dir.
    Tausend Jahre vor dir haben ihr Blut gehütet, daß du so wurdest, wie du bist.
    Hüte dein Blut, daß die Geschlechterfolgen der tausend Jahre nach dir dir
    Dank wissen.
    Das ist der Sinn des Lebens, daß Gott wach wird im Blute. Aber nur
    im reinen Blute ist Gott.

    D e i n e Ahnen sind unser Volk von einst:

    In dir lebt das Erbgut von Millionen Ahnen, das Blut deines ganzen Volkes.
    Hinter deinen 2 Eltern stehen 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern und so fort. Mit jeder
    früheren Ahnenfolge verdoppelt sich die Zahl deiner Ahnen. In der 25.
    Generation sind es schon mehr als 33 Millionen. 25 Generationen, das sind etwa
    600 Jahre. Von jedem dieser 16 Millionen Männer und 16 Millionen Frauen bist
    du ein Teil, ein Hauch, eine Empfindung, ein Gedanke. Alle leben sie noch in
    deiner Gestalt und deinem Wesen unsterblich bis heute. 16 Millionen Männer
    und 16 Millionen Frauen haben an dir gewoben, haben vererbt, verstärkt oder
    ausgelöscht. Das ganze Volk von damals sind deine Ahnen, wie sie unser aller
    Ahnen sind. So ist auch die Geschichte deines Volkes deine eigene Geschichte.
    Unser gemeinsames Blut und unsere gemeinsame Geschichte macht uns zu
    Brüdern. In dieser großen Gemeinschaft lebt auch dein Blut, deine Seele weiter.
    Es lebt in deinen Taten und Werken, deinem Denken und Träumen . und wird
    einmal in deinen Kindern und Enkeln sein.

    Das starke Blut der germanischen Bauern und Krieger, der Recken und
    Helden der Völkerwanderung, der edlen Ritter und mächtigen Könige aus der
    Glanzzeit des Ersten Reiches lebt in dir.
    In dir ist das Blut der Sänger und Dichter der Volkslieder und Heldensagen,
    der Meister, die Dome erbauten, und der Maler und Bildschnitzer unsterblicher
    Kunstwerke.
    Das Blut der Bürger lebt in dir, der reichen und stolzen Erbauer der Städte
    und Burgen, der kühnen Kaufleute und Hanseaten, die den deutschen Namen in
    alle Welt trugen.
    In dir pulst auch das Blut der Siedler, die nach Ostland zogen und mit
    Schwert und Blut dem Reiche neues Land gewannen.
    Aber ebenso ist in dir das Blut der armen und geknechteten Bauern, die in
    furchtbaren Aufständen sich gegen Knechtschaft und Herrenwillkür erhoben.
    Und es lebt das Blut der Freiheitskämpfer von 1813 in dir, die die
    napoleonischen Ketten zerbrachen und das Vaterland retteten.
    In dir ist das Blut der Helden des Weltkrieges, die in den Gräben
    und Trichtern Frankreichs, in den Ebenen Rußlands, auf den Felsen
    der Alpen oder in den Wüsten Afrikas ihr Leben für Deutschland
    hingaben.

    Kämpfe auch du für die Zukunft dieses Blutes! Im Blute
    deines Volkes bist du unsterblich.
    https://archive.org/details/BelstlerHansDuStehstImVolk194354S.
    https://archive.org/details/HelmutStellrechtGlaubenUndHandelnEinBekenntnisDerJungenNation194378S.ScanFraktur/page/n3/mode/2up

Leave a Reply

Premium WordPress Themes


Free WordPress Themes