SCHWERIN. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist von seinem Amt zurückgetreten. Als Grund gab der Politiker die Berichterstattung über seinen Waffenkauf bei einem Ex-Mitglied der Preppergruppe „Nordkreuz“ und seinen eigenen Umgang mit dem Fall an. „Es verletzt mich jedoch zutiefst und ist für mich eine extrem große Belastung, daß in der Berichterstattung irgendeine Nähe zu rechten Kreisen suggeriert wird. Ich kann diesen Vorwurf nur in aller Schärfe zurückweisen. Die Schlagzeilen haben sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt“, teilte er mit.

Daher habe er nun die Konsequenzen gezogen. „Ich muß erkennen, daß ich in dieser Situation nicht mehr die nötige Autorität besitze, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können.“

Caffier räumte ein, die Waffe bei jemanden gekauft zu haben, bei dem er das aus heutiger Sicht nicht habe tun dürfen. Zwar sei der Kauf kein Fehler gewesen, sondern sein Umgang damit. „Dafür entschuldige ich mich.“

Caffier habe nichts „Nordkreuz“-Mitgliedschaft des Verkäufers gewußt

In den vergangenen Tagen hatte der Christdemokrat Kritik an dem Waffenkauf zurückgewiesen. Er bezeichnete dies als eine Privatangelegenheit. Gegenüber dem Spiegel hatte er angegeben, die Pistole Anfang 2018 erworben zu haben. Dabei habe er jedoch nicht gewußt, daß der Verkäufer ein ehemaliges „Nordkreuz“-Mitglied sei.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte das Bundeskriminalamt 2017 eine Liste mit 25.000 Namen sichergestellt, die vom Prepper-Netzwerk „Nordkreuz“ stammen soll. Die Mitglieder werden der rechtsextremen Szene zugeordnet. Sogenannte Prepper (to prepare = sich vorbereiten) horten Vorräte, bauen Bunker oder planen minutiöse Exit-Strategien für den Fall einer Katastrophe. (ag)

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