WASHINGTON. Bei der US-Präsidentschaftswahl hat sich ein knapperes Rennen abgezeichnet, als zunächst erwartet worden war. Amtsinhaber Donald Trump erreichte ersten Prognosen zufolge die Mehrheit der Stimmen in Florida. Der Bundesstaat im Südosten der USA zählt zu den besonders umkämpften Swing States und ist wahlentscheidend für Trump.

Der Republikaner würde sich in Florida die Stimmen von 29 Wahlmännern sichern. Um Präsident zu werden, braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlmännern. Ebenso soll sich Trump laut dem Sender Fox News die Mehrheit in Texas (36 Wahlmännerstimmen) sowie Ohio (18) geholt haben. Beide Bundesstaaten gelten aus Trump-Sicht als notwendig für einen Sieg.

Wahl könnte sich erneut im Mittleren Westen entscheiden

Nach aktuellen Stand entscheidet sich die Wahl in den Gliedstaaten des Mittleren Westen. Sollte die sogenannte „Blue Wall“, die blaue Wand halten, dürfte Herausforderer Joe Biden gewinnen. 2016 hatte Trump Wisconsin (zehn Wahlmännerstimmen), Michigan (16) und Pennsylvania (20) gewonnen.

Bei der Wahl zeichnet sich eine Rekordbeteiligung ab. Aufgrund der zahlreichen Briefwahlstimmen könnte die Auszählung länger andauern als sonst.

Biden wendet sich mit Rede an Anhänger / Trump reagiert mit Tweet

Herausforderer Biden gab sich Mittwoch morgen in einer ersten Stellungnahme zuversichtlich. „Wir glauben, wir sind auf dem Weg, die Wahl zu gewinnen“, sagte der frühere Vizepräsident bei der Ansprache in seinem Heimatstaat Delaware. Er mahnte seine Anhänger zu Geduld. „Wir haben gewußt, daß es lange dauern wird.“ Es könne noch Tage dauern, bis alle Stimmen ausgezählt werden. Vorteile versprach er sich aus den Briefwahlstimmen.

Kurze Zeit nach Bidens Rede äußerte sich Trump auf Twitter. „Wir liegen weit vorne, aber sie versuchen, die Wahl zu stehlen“, schrieb der US-Präsident. „Wir werden das niemals zulassen. Stimmen können nicht abgegeben werden, nachdem die Wahllokale geschlossen haben!“ Twitter markierte den Eintrag als „umstritten und möglicherweise irreführend“.

Demokraten halten Mehrheit in Repräsentantenhaus

Die US-Bürger waren aufgerufen, ihre Präsidenten, die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie rund ein Drittel der 100 Senatoren zu wählen. Der Präsident wird nicht direkt, sondern über Wahlleute gewählt. Wer in einem Bundesstaat die meisten Stimmen bekommt, gewinnt die Wahlmänner, die wiederum im Dezember den Präsidenten wählen. Die letzten Wahllokale schließen planmäßig um sieben Uhr mitteleuropäischer Zeit. „Behaltet den Glauben“, rief Biden seinen Anhängern zu.

Laut Hochrechnungen konnten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten. Das Rennen um den Senat ist weiter offen. Dort haben die Republikaner eine knappe Mehrheit. (ls)

Diese Meldung wird fortlaufend aktualisiert …

(0)

Leave a Reply

Free WordPress Themes



Premium WordPress Themes