BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit den Länderchefs auf einen „Lockdown Light“ einigen. Laut Bild-Zeitung hat das Bundeskanzleramt bereits vor der turnusmäßigen Ministerpräsidenten-Konferenz am Freitag für einen entsprechenden Schritt geworben. Bereits am morgigen Mittwoch will Merkel mit den Länderchefs mögliche Schritte beraten.

Dem Bericht zufolge richteten sich die geplanten Maßnahmen besonders gegen die Gastronomie. Merkel plädiere dafür, Restaurants und Kneipen zu schließen. Auch Veranstaltungen sollen verboten werden.

Strobl will kurzen aber harten Lockdown

Schulen und Kitas hingegen sollen weiterhin geöffnet bleiben, solange sie keine hohen Infektionszahlen verzeichnen. Auch Geschäfte sollen mit neuen Einschränkungen öffnen dürfen. Merkel hatte die Situation am Montag angesichts der steigenden Infektionszahlen als „hochdynamisch“ und „dramatisch“ bezeichnet.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach sich gegenüber dem Nachrichtenportal „ThePioneer“ für einen strikten einwöchigen Lockdown aus, in dem „gar nichts mehr gehen“ soll. „Der Vorteil dieser Lösung, die eine sehr, sehr harte ist, wäre der, daß es zeitlich begrenzt ist von einem Freitagabend bis zum Sonntag der nächsten Woche und wir dann aber wieder Schritt für Schritt die Wirtschaft hochfahren könnten“, schilderte der CDU-Vizevorsitzende.

Ökonom warnt vor Lockdown

Der Ökonom Thomas Straubhaar warnte hingegen davor, das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut herunterzufahren. Er forderte, die Infektionszahlen in Kauf zu nehmen und stattdessen zu prüfen, ob auch mit kleinen Maßnahmen eine große Wirkung erzielt werden könne. Die Gesellschaft müsse lernen, mit dem Virus zu leben, sagte Straubhaar im Deutschlandfunk.

Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa ergeben hat, erwarten 63 Prozent der Deutschen einen Lockdown. Rund 23 halten das für unwahrscheinlich. (zit)

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