STADTALLENDORF. Begleitet von Protesten radikaler Umweltschützer haben am Donnerstag die Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst in Hessen begonnen. Die Polizei schützte die Abholzung mit mehreren Hundertschaften vor möglichen Angriffen, berichtet die „Hessenschau“.

Seit Wochen halten sich Personen in dem Waldgebiet auf, um zu verhindern, daß Flächen für den Weiterbau der A49 abgeholzt werden. Laut Polizei haben die Umweltschützer mindestens sieben Baumhäuser errichtet, in denen sich zeitweise bis zu 40 Personen aufhielten. Spezialeinsatzkräfte versuchten, die Unterkünfte in mehreren Metern Höhe zu räumen. Die Sicherheitskräfte stellten sich auf einen längeren Einsatz ein.

Als Polizisten eine Sitzblockade im Wald auflösten, sei es zu „handfesten Auseinandersetzungen“ gekommen. Einige Personen sollen Messer und Rasierklingen bei sich gehabt haben.

Carola Rackete unterstützt Waldbesetzer

Zeitgleich besetzten Unterstützer der Waldbesetzer ein Stück der Autobahn 5 bei Alsfeld. Sie seilten sich von einer Brücke ab und blockierten die Fahrbahn.

Die Flüchtlingskapitänin Carola Rackete schloß sich den Protestlern an. Gegenüber dem Nachrichtenportal Osthessen News zeigte sie sich überzeugt, daß es „sehr großen Widerstand“ gegen die Rodung geben werde, der mehrere Monate anhalten könne. Den geplanten Weiterbau der Autobahn durch den Wald bezeichnete sie als „absolutes Unding“.

Die Situation erinnert an die Vorgänge rund um den Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen. Dort waren im vergangenen Jahr Baumhäuser von Waldbesetzern nach monatelangen Auseinandersetzungen zwischenzeitlich geräumt worden. Zuvor hatte es wiederholt Angriffe der linksradikalen Umweltschützer auf Arbeiter des Energieunternehmens RWE und Polizisten gegeben. Die Proteste sollen die Abholzung für den dortigen Braunkohletagebau verhindern. (ag)

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