BERLIN. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat den Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg dafür kritisiert, den Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen die Corona-Pandemie abzulehnen. Indem sich der rot-rot-grün regierte Bezirk gegen die Hilfe der Truppe stelle, riskiere er „eine Verschärfung der Lage für ganz Berlin“, sagte Kramp-Karrenbauer am Donnerstag dem Tagesspiegel.

Ihr fehle jedes Verständnis dafür, daß der Bezirk trotz steigender Fallzahlen, Infektionsketten lieber nicht nachverfolge, statt die Unterstützung der Bundeswehr in Anspruch zu nehmen. „Und das ausschließlich aus ideologischen Gründen“, machte sie deutlich. Dennoch dränge sie die Hilfe der Soldaten nicht auf, die „überall sonst“ dankbar angenommen werde.

Jeder, der sich gegen den Einsatz der Bundeswehr in Friedrichshain-Kreuzberg ausspreche, müsse sich dann aber auch „dafür verantworten, wenn Patienten nicht mehr behandelt werden können, weil etwa Beatmungsplätze in Krankenhäusern fehlen, wenn deshalb Kinder nicht in die Schule gehen können und Ihre Eltern möglicherweise den Arbeitsplatz verlieren“, führte die CDU-Politikerin aus.

Berliner Linkspartei-Chefin verweist auf deutsche NS-Vergangenheit

Sie habe gemeinsam mit der Bundeswehr ein 15.000 Mann starkes Kontingent zur Unterstützung bei der Bekämpfung der Corona-Krise aufgestellt, betonte Kramp Karrenbauer. „Wo immer wir gefordert sind und sich das mit unserer Gesetzeslage vereinbaren läßt, helfen wir.“

In elf Berliner Bezirken ist die Truppe bereits bei der telefonischen beziehungsweise IT-gestützten Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten im Einsatz. Nur Friedrichshain-Kreuzberg lehnt dies ab. Grund dafür sei der Wunsch nach einer strikten Trennung von Zivilem und Militärischem, sagte die Berliner Linkspartei-Chefin Katina Schubert der Welt. „Das gehört zu den vielen Lehren, die die Bundesrepublik aus der NS-Geschichte gezogen hat“, führte sie aus. (zit)

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