BERLIN. Der Vorstand der AfD-Bundestagsfraktion hat am Montag beschlossen, das Arbeitsverhältnis mit ihrem ehemaligen Pressesprecher Christian Lüth endgültig zu beenden. Begründet wurde die Entscheidung, die laut Informationen der JUNGEN FREIHEIT einstimmig ausfiel, unter anderem mit Äußerungen Lüths in einer TV-Dokumentation.

In der am heutigen Montag abend ausgestrahlten Film „ProSieben spezial: Deutsch, rechts, radikal“ sagt Lüth laut Zeit Online im Gespräch mit einer YouTuberin: Es sei im Interesse der AfD, wenn noch mehr Migranten kämen. „Weil dann geht es der AfD besser. Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!“

Luth: Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD

Je schlechter es Deutschland gehe, desto besser sei dies für die AfD. „Das ist natürlich scheiße, auch für unsere Kinder. … Aber wahrscheinlich erhält uns das.“ An anderer Stelle sagt er demnach, Deutschland sei ihm erstmal egal, alles in der AfD sei darauf ausgerichtet, als Partei erfolgreich zu sein. Der Entscheidung im Vorstand vorausgegangen war ein Eilantrag von mehr als 30 AfD-Abgeordneten, Lüth mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Das Treffen zwischen Lüth und der YouTuberin habe am 23. Februar 2020 stattgefunden. Damals war Lüth noch Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Zwei Monate später stellte ihn die Fraktion frei. Zuvor war ein Chat-Gespräch aufgetaucht, in dem sich Lüth als „Faschist“ bezeichnet und geschrieben hatte, er sei stolz auf seine „arische“ Abstammung sowie auf einen Verwandten, der von den Nationalsozialisten als Kriegsheld gefeiert wurde. Lüth war daraufhin beurlaubt worden. Demnächst sollte er wieder eine Stelle in der Fraktion erhalten. (ls)

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