BERLIN. Die Berliner Tageszeitung (Taz) und das Magazin Stern haben beschlossen, am Tag des „Globalen Klimastreiks“ ihre redaktionelle Arbeit teilweise Klimaschützern zu überlassen. Bei der Taz sollen „Klimaaktivist:innen“ am morgigen Freitag sogar die vollständige digitale und gedruckte Ausgabe übernehmen.

„Leute von Fridays for Future sind dabei, von Ende Gelände, von Bürger:inneninitiativen, aber auch Gewerkschafter:innen, Mitglieder traditioneller Umweltverbände, queere und nicht so queere Menschen, ganz junge und deutlich ältere, und rein kartoffelig ist die Gruppe auch nicht“, gab das Blatt in einem Beitrag mit dem Titel „Freundliche Übernahme“ bekannt.

Die Klimaschützer hätten das herkömmliche Ressortkonzept nahezu vollständig verändert. „Viel Platz bekommen Bildung und Wissenschaft; die klassischen Ressorts Inland, Wirtschaft und Umwelt sowie Ausland werden aufgelöst und die Welt in Lokales und Globales unterteilt.“ Zudem bekämen „Systemwandel“ und „Bewegung“ eigene Seiten. Kommentare würden nicht in einem eigenen Ressort, sondern dürften überall vorkommen.

Klimakrise sei längst da – „Es ist Zeit zu handeln!“

Inhaltlich sollen das Selbstverständnis und die Selbstverständigung der Klimaschützer viel Raum erhalten. „Bleiben wir Aktivist:innen? Auf der Straße und außerparlamentarisch? Gehen wir in die Parlamente?“ Es seien aber auch Artikel geplant, die sich unter anderem damit beschäftigen, ob die „Klimabewegung auch eine feministische sein muß“ und „Klimagerechtigkeit nur mit queeren Perspektiven funktionieren“ könne.

Das Hamburger Magazin Stern teilte mit, seine Social-Media-Accounts am Freitag zusammen mit „Fridays for Future“-Mitgliedern zu gestalten. Überdies sei die neue gedruckte Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Klimaschutz-Organisation entstanden. Zur Begründung gab der Sternan, die Klimakrise sei längst da. „Es ist Zeit zu handeln!“

Bei der sechsten Auflage des „Globalen Klimastreiks“ wollen Klimaschützer weltweit ein „Zeichen für Klimagerechtigkeit“ setzen. In Deutschland fordert „Fridays for Future“ von der Bundesregierung, den für 2036 geplanten Kohleausstieg bereits bis 2030 zu vollziehen. Überdies solle das Land 2035 klimaneutral sein, nicht erst 2050. (ls)

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