LONDON. Die britische Schriftstellerin J.K. Rowling sieht sich erneut mit Transphobie-Vorwürfen konfrontiert. Ihr neuer Kriminalroman „Troubled Blood“ (deutscher Titel: Böses Blut), der am Dienstag in Großbritannien erscheint, handelt von einem Serienkiller, der sich als Frau verkleidet, wenn er seinen Opfern nachstellt. Zahlreiche Kritiker warfen ihr vor, damit Haß gegen Transgender zu schüren. Unter dem Hashtag #RIPJKRowling („Ruhe in Frieden, J.K. Rowling“) erklärten sie die Karriere der Autorin für beendet.

Die britische Tageszeitung The Telegraph hatte den fünften Teil der „Comoran“-Reihe, die unter Rowlings Pseudonym Robert Galbraith erscheint, vorab besprochen und gefolgert, die Moral daraus laute: „Traue nie einem Mann im Kleid“.

Nutzer hoffen auf Karrie-Ende

„Im Gedenken an J.K. Rowling. Sie ist nicht tot, aber sie hat ihre eigene Karriere vernichtet, indem sie stolz Transgender gehaßt hat und es würde sie sowieso niemand großartig vermissen“, schrieb ein Nutzer.

Die britische Sketch-Autorin Siobhan Thomspon forderte J.K. Rowling dazu auf, den Mund zu halten und warf der „Harry Potter“-Schöpferin vor, Transmenschen den Tod zu wünschen.

Kritik an „Twitter-Generation“

Die Autorin Suzanne Moore kritisierte Twitter dafür, einen Hashtag zuzulassen, der Morddrohungen und Frauenhaß offenbar legitimiere. Sie forderte die Nutzer dazu auf, sich unabhängig von ihrer Position zu Rowling gegen diese Form von verbalen Attacken zu stellen.

Auch Robbie Coltrane, der den Halbriesen „Hagrid“ in der „Harry Potter“-Filmen gespielt hatte, stellte sich hinter Rowling. „Ich glaube nicht, daß das, was sie sagte, wirklich beleidigend war. Ich weiß nicht warum, aber es gibt eine ganze Twitter-Generation von Leuten, die herumhängen und darauf warten, sich beleidigt zu fühlen“, sagte er der Zeitschrift RadioTimes.

Rowling hatte schon mehrfach für Empörung gesorgt, weil sie sich für einen biologischen statt einen sozialen Geschlechterbegriff ausgesprochen hatte. Zuletzt hatte sie sarkastisch auf einen Beitrag reagiert, in dem von „menstruierenden Menschen“ die Rede war.

Weil sie diese Gruppe als Frauen bezeichnet hatte, war ihr unterstellt worden, „transphob“ zu sein. Daraufhin war sie als „Schlampe“, und „Feminazi“ beleidigt worden. Zudem hatten Twitter-Nutzer gefordert, ihre Bücher zu verbrennen. (zit)

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