WIESBADEN/BERLIN. Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland bleibt weiterhin hoch. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitgeteilt hat, registrierten die Behörden von März bis Juni 25.100 Abtreibungen, was 2,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal entspricht. Auf das Jahr gerechnet sind das 100.000 gemeldete Abtreibungen.

Allerdings enthielten die neuen Zahlen auch Daten aus dem ersten Quartal, da nicht alle Arztpraxen und Krankenhäuser wegen der Corona-Pandemie ihre Ergebnisse fristgerecht gemeldet hätten. Berücksichtigt man diesen Effekt, liegt die Zahl der Abtreibungen im zweiten Quartal dieses Jahres rund 0,5 Prozentpunkte unter der des Vorjahreszeitraums.

Mit 70 Prozent war der Großteil der betroffenen Frauen zwischen 18 und 34 Jahre alt. 19 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahre alt, acht Prozent älter als 40 und drei Prozent jünger als 18 Jahre. Mehr als 40 Prozent hatten vor ihrer Abtreibung noch kein Kind zur Welt gebracht. In vier Prozent der Fälle gaben die Frauen eine medizinische Indikation oder ein Sexualdelikt als Begründung für die Abtreibung an.

„Marsch für das Leben findet statt“

Der Bundesverband Lebensrecht ruft unterdessen zur Teilnahme am „Marsch für das Leben“ am kommenden Sonnabend auf. „Wir hören oft, daß die Abtreibung eine freie Wahl der Frau sein muß, und daß diejenigen, die sich gegen Abtreibungen wenden, die Freiheit der Frauen einschränken“, heißt es in dem Aufruf. Wahlfreiheit habe aber nur der, der lebe. „Der Tod läßt einem keine Wahl mehr: er ist endgültig. Eine Abtreibung ist eine endgültige Entscheidung.“ Statt dessen solle es mehr Hilfe für Frauen geben, die mit einer Schwangerschaft haderten.

Ein Bündnis von Linksradikalen und Transgender-Anhängern rief zu einer „queerfeministische Rallye“ gegen die Lebensschützer auf. Hierzu seien Kundgebungen an fünf Orten geplant. Bei früheren Märschen für das Leben hatten Linksradikale den Demonstrationszug blockiert und Teilnehmer attackiert. (ls)

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