BERLIN. Künftig soll es bei der Bundeswehr weibliche Dienstgrade wie „Feldwebelin“, „Bootsfrau“ und „Obersleutnantin“ geben. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) werde in der kommenden Woche über einen entsprechenden Antrag entscheiden, berichtete die Welt unter Berufung auf ein Gesprächsprotokoll, das unter anderem von Staatssekretär Gerd Hoofe abgesegnet wurde.

Bislang wird bei weiblichem Personal die Anrede „Frau“ vor dem Dienstgrad genannt. Jedoch soll es demnach keine „Hauptfrau“ oder „Oberstin“ geben.

Hintergrund der Reformpläne sei, knapp 20 Jahre nach der Öffnung der Armee für Frauen, die Gleichstellung der Geschlechter auch in dieser Form zum Ausdruck zu bringen. Zudem erleichterten weibliche Dienstgrade die Rekrutierung von Frauen.

SPD: Bundeswehr braucht Ausrüstung

Die Pläne stoßen laut Welt jedoch nicht nur auf Zustimmung in der Truppe. So ergab eine Umfrage vor zwei Jahren, daß eine Mehrheit der Frauen in der Bundeswehr weibliche Dienstgrade ablehnte.

Kritik kommt auch aus den Parteien. So äußerte der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Henning Otte (CDU), gegenüber der Bild-Zeitung: „An der Truppe vorbei! Wir brauchen einsatzbereite Streitkräfte und jetzt keine Diskussion über genderkonforme Dienstgradbezeichnungen von Soldaten – wir haben aktuell Wichtigeres zu tun.“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, die Mitglied im Verteidigungsausschuß ist, erklärte: „Wenn ich mit weiblichen Angehörigen der Bundeswehr spreche, dann klagen die allerdings nicht über einen nicht gegenderten Dienstgrad, sondern über fehlende Schutzwesten, zu wenig Stiefel oder leergefegte Kleiderkammern, sodaß sie keinen Fliegeranzug in ihrer Größe haben.“ (ag)

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