BERLIN. Der Chef der „Querdenken 711“-Initiative, Michael Ballweg, will vorerst keine Demonstrationen mehr in Berlin veranstalten. „Wir haben jetzt zwei große Demos gemacht in Berlin, sind aber eigentlich Querdenken 711, also die Organisatoren für Stuttgart, und haben jetzt beschlossen, daß wir keine Demo in Berlin machen, sondern in die Heimat zurückgehen“, sagte Ballweg dem SWR. In der Hauptstadt solle künftig der für Berlin zuständige Ableger „Querdenken 30“ Proteste gegen die Corona-Beschränkungen organisieren.

Laut dem RBB-Journalisten Olaf Sundermeyer sei die Entscheidung Ballwegs darauf zurückzuführen, daß zu den Demonstrationen am vergangenen Wochenende in Berlin auch Rechtsextreme gekommen seien. Das habe ihm Ballweg im Anschluß an eine gemeinsame Talksendung gesagt, berichtete Sundermeyer auf Twitter. Zudem habe Ballweg für den 3. Oktober eine Anti-Corona-Großdemonstration im „Vierländereck Konstanz“ angekündigt.

Bereits in der Sendung hatte Sundermeyer Ballweg vorgeworfen, den Schulterschluß mit Rechtsextremen vollzogen zu haben. „Sie sind das Bündnis eingegangen mit Rechtsextremisten, nutzen deren Stärke.“

Querdenken: Distanzieren uns von Extremismus

Der Querdenken-Chef wies dies entscheiden zurück. Er lasse sich nicht vor den rechtsextremen Karren spannen. „In jeder meiner Rede ist ein Passus eingebaut, wo wir sagen, von rechtsradikalem, rechtsextremem, linksextremem, linksradikalem, gewalttätigem, antisemitischen Gedankengut distanzieren wir uns“, betonte Ballweg.

Dem Deutschlandfunk sagte der Querdenken-Initiator zudem, zu Demonstranten mit schwarzweißroten Reichsflaggen habe man am Wochenende Ordner hingeschickt, die diese dann gebeten hätten, die Kundgebung zu verlassen. Viele dieser Teilnehmer hätten gar nicht gewußt, um was für Fahnen es sich dabei handle und hätten ausgesagt, die Flaggen seien verteilt worden. (krk)

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