Der schwelende Grenzkonflikt zwischen Nord- und Südkorea erreicht jetzt auch die juristische Behördenebene. Südkoreanische Strafbehörden haben ein Untersuchungsverfahren gegen Kim Yo-jong, die Schwester des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un, eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft in Seoul muss sich mit einer Anzeige eines Anwalts im Zusammenhang mit der Sprengung des gemeinsamen Verbindungsbüros von Süd- und Nordkorea im Juni 2020 beschäftigen.

Südkoreanischer Anwalt hat Kim Yo-jong angezeigt

Das Verbindungsbüro war eigentlich als Symbol der Annäherung im September 2018 eröffnet worden. Urheber der Anzeige ist der südkoreanische Anwalt Lee Kyung Jae, der das bisherige Verbindungsbüro in seiner Strafanzeige als „Eigentum Südkoreas“ bezeichnet, weil es mit staatlichen südkoreanischen Mitteln renoviert und erhalten worden sei.

Die Sprengung des Verbindungsbüros hatte international für Aufsehen gesorgt. Neben Diktatorenschwester Kim Yo-jong wird auch der nordkoreanische Militärchef Pak Jong Chon als Beschuldigter geführt.

Todesstrafe für Kim Yo-jong würde eigentlich drohen

Würde das aktuell angestrengte Strafverfahren für Kim Yo-jong erfolgreich zu Ende geführt werden, dann würde der nordkoreanischen Nummer Zwei des kommunistischen Regimes sogar die Todesstrafe drohen. Auf Beschädigung von Eigentum oder Störung des Friedens durch Sprengstoff steht in Südkorea nämlich die Todesstrafe.

Ersatzweise kann es in gelinderen Straffällen zu Gefängnisstrafen von mindestens sieben Jahren kommen. Tatsächlich wurde die Todesstrafe in Südkorea aber seit 1997 nicht mehr vollstreckt. Aktuell haben die südkoreanischen Strafbehörden derzeit auch praktisch keine Möglichkeit, Kim Yo-jong oder Pak vor ein Gericht in Seoul zu stellen.

Kim Yo-jong

Der Beitrag Kim Yo-jong: Südkorea leitet Verfahren gegen nordkoreanische Diktatorenschwester ein erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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