Der ÖVP-Abgeordnete Martin Engelberg ist heute im Vorfeld einer Nationalratsdebatte über die Einführung eines Preises für besonderes zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust völlig ausgerastet. Während vier Parteien den vom Parlament zu verleihenden Preis nach dem als „Nazi-Jäger“ bekannt gewordenen Simon Wiesenthal benennen wollen, bevorzugt die FPÖ die Bezeichnung „Bruno-Kreisky-Preis“.

Name Kreiskys als Verhöhnung der Shoah-Opfer?

Engelberg, der in der Vergangenheit mit einer eigenen Liste bei den Wahlen der Israelitischen Kultusgemeinde angetreten war, ließ sich in einer Presseaussendung zu wüsten Tiraden hinreißen, welche vermuten lassen, dass er den früheren sozialdemokratischen Bundeskanzler Bruno Kreisky für einen Antisemiten hält. Wörtlich ließ Engelberg über die Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs ausrichten:

Wenn die FPÖ den Simon-Wiesenthal-Preis in Bruno-Kreisky-Preis umbenennen will, so ist das eine Verhöhnung des Andenkens an die Opfer der Shoah insgesamt! Sie stellen sich heute nicht nur abseits des politischen und menschlichen Anstandes! Jeder einzelne von Ihnen, der bei Ihrem Abänderungsantrag aufsteht, macht sich zum Outcast unserer österreichischen Gesellschaft. Macht sich selbst zum politischen Außenseiter, mit dem niemand, wirklich niemand mehr, etwas zu tun haben möchte!

FPÖ-Mandatare als „Ausgestoßene“

Sowohl SPÖ als auch FPÖ ließen Engelbergs Verbalattacken bisher unkommentiert. Seine Anwandlungen, Andersdenkende als „Outcast“ – auf Deutsch: Ausgestoßene – „der österreichischen Gesellschaft“ zu bezeichnen, richten sich gerade angesichts des Themas der Debatte ohnehin selbst.

Martin Engelberg

Der Beitrag ÖVP-Abgeordneter beschimpft Freiheitliche als „Ausgestoßene der Gesellschaft“ erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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