Im Schatten der Coronavirus-Krise hat sich der bewaffnete Konflikt im nordafrikanischen Staat Libyen weiter verschärft. Ein durch die Libyenkonferenz der deutschen Bundesregierung ausgerufener Stopp von Waffenlieferungen nach Libyen wird von allen Konfliktparteien ignoriert. Die EU-Mission „Irini“ im Mittelmeer zur Überwachung von Waffentransporten stößt vor allem innerhalb der NATO-Mitglieder auf Widerstand. Hinter diesem Widerstand steht die Türkei, die selbst mehr oder weniger verdeckt als Kriegspartei in Libyen aktiv ist.

Das Regime von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara unterstützt dabei die libysche Nationale Konsensregierung (GNA) unter Führung von Ministerpräsident Fayiz Sarradsch mit Lieferungen von Waffen und Söldnern für den Bürgerkrieg. Die türkische Regierung stellt ihr eigenes Mittelmeerabkommen und den Beistandspakt mit Sarradsch also gegen die EU-Mission „Irini“.

Libyen Konfliktschauplatz zwischen Türkei und Frankreich

Libyen ist schon längst zum Schauplatz eines Stellvertreterkrieges zwischen den Anrainerstaaten des Mittelmeers geworden. Während Erdogan die sogenannte GNA-Regierung unter Sarradsch unterstützt, steht Frankreich hinter der libyschen Nationalarmee (LNA) unter Führung von General Chalifa Haftar. Auf Seiten Haftars mischen auch Russland bzw. bewaffnete Einheiten der sogenannten „Gruppe Wagner“ mit.

Eigene Interessen in diesem sich längst auf den ganzen Mittelmeerraum erstreckenden Konflikt haben auch Israel, Zypern und Griechenland, die ihre Interessen an einer eigenen Mittelmeer-Pipeline für Erdgas nach Europa durch Erdogans osmanische Großmacht-Interessen bedroht sehen.

Flughafen Tripolis

Der Beitrag EU-Mission „Irini“ gegen Waffenlieferungen geht bei Kriegsparteien ins Leere erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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