BERLIN. Verbraucherschützer haben trotz der sinkenden Preise an den Strombörsen vor steigenden Stromkosten für Endverbraucher gewarnt. „Aufgrund des höheren Stromverbrauchs durch Corona-Quarantänemaßnahmen werden die jährlichen Mehrkosten schnell 100 Euro überschreiten“, sagte der Gründer des Tarifüberwachungsdienstes Switchup, Arik Meyer, Focus Online.

Die Verbraucher säßen wegen der Coronakrise mehr vor dem Fernseher oder müßten wegen der Tätigkeit im Heimbüro viel mit dem Computer arbeiten. Ein weiterer Grund für die höheren Stromkosten seien aber auch die Anbieter. Etliche davon hätten die Preise in den vergangenen Wochen erhöht, obwohl der Preis an den Strombörsen um rund 17 Prozent abgerutscht sei.

„Trotz der jetzigen Senkungen halten Stromanbieter an den Preiserhöhungen weiter fest“, betonte Meyer. „Und das obwohl zahlreiche Preiserhöhungen erst noch zum 1. Mai erfolgen und Anbieter somit die gefallenen Stromkosten noch berücksichtigen könnten.“

Führungskräfte erwarten Personalabbau bei Stadtwerken

Auch Führungskräfte in der Energiewirtschaft gehen von steigenden Strompreisen aus. Eine Befragung des Instituts Civey im Auftrag der Zeitung für kommunale Wirtschaft, über die die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ergab, daß lediglich fünf Prozent der Entscheider wegen der erwarteten Rezession mit sinkenden Strompreisen rechnen.

Deutliche folgen habe die Coronakrise demnach für kommunale Stadtwerke. Jeder fünfte Befragte geht davon aus, daß ihre örtlichen Stadtwerke Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichnen werden. Zudem befürchten sie einen Einstellungsstopp und Personalabbau. (ls)

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