BERLIN. Die evangelischen Landeskirchen haben zusammen mit katholischen Bistümern zum Fasten für das Klima aufgerufen. Der Klimawandel verursache Leiden und gefährde das Leben von Menschen, Pflanzen und Tieren, heißt es in einer eigens für die Fastenwochen herausgegebenen Broschüre. „So viel du brauchst“ ist das Heft betitelt. Ziel der Aktion, die auch vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz unterstützt wird, sei es, „in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten“. Die Kirchen riefen bereits in den vergangenen Jahren zum Fasten für das Klima und den Verzicht auf das Auto auf.

Weltweit solidarisierten sich Christen mit der „Fridays-For-Future“-Bewegung und setzten sich für „die Bewahrung der Schöpfung“ ein, schreiben die Leiter der Aktion, Irmgard Schwaetzer und die Vizepräsidentin des Zentralrats der deutschen Katholiken, Karin Kortmann. Mit der Aktion wolle man den Einzelnen und die Kirchengemeinden anregen, eine „Ethik des Genug“ einzuüben. Darunter sei zu verstehen, sich dafür einzusetzen, daß „die gegenwärtige Generation wie auch künftige Generationen genug zum Leben haben“ und daß „die, die zu viel haben, es genug sein lassen können“.

Ideen für „klimafreundliche Gemeinde“ am „Lebensbaum“ aufhängen

Für die sieben Wochen der Fastenzeit sind Themen vorgegeben, mit denen sich der Gläubige beschäftigen soll. So gibt es beispielsweise „eine Woche für ein plastikfreies Leben“, für eine „andere Mobilität“ oder fürs „Lebensmittelretten“. In der letzten Woche „für gemeinsame Veränderungen“ erteilen die Autoren den Ratschlag, anderen von den Fastenerfahrungen zu erzählen, denn man wisse, „um andere zu motivieren, braucht es engagierte Vorbilder“. Jesus Christus kommt in dem Informationsheft nicht vor, Gott an einer Stelle, an der Schwaetzer und Kortmann „Gottes Segen“ wünschen.

Auf der Internetseite der Kampagne finden sich auch „theologische Impulse“ zum „Klimafasten“. Ein Link verweist auf Vorschläge für Gottesdienste von dem durch Kirchensteuern finanzierten „Kirchlichen Kompensationsfonds Klimakollekte“. Unter anderem wird empfohlen, Stifte und Papier zu verteilen, damit jedes Kirchenmitglied „Ideen für eine ‘klimafreundliche Gemeinde’“ notieren kann. Die Blätter können dann an einem zuvor an einer Pinnwand aufgehangenem Bild von einem Baum befestigt werden. Der „Lebensbaum“ von Gustav Klimt sei zum Beispiel geeignet.

In den Fürbitten solle auch derer gedacht werden, „die schwanken zwischen Nichtwissenwollen und Resignation“ und die „ihre gewohnten Lebensweisen nicht loslassen wollen“. Ihnen möge „Mut zu unbequemen Schritten“ geschenkt werden. (hr)

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