Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan verlässt sich nicht allein auf reguläre Militär- und Polizeiverbände für seine innen- und außenpolitischen Einsätze. Seit vielen Jahren operiert für Erdogan auch eine paramilitärische Geheimarmee unter dem Kürzel SADAT. Jetzt ist der libysche Bürgerkrieg das Einsatzgebiet von SADAT. Aktuell rekrutiert, koordiniert und befiehlt SADAT syrische Söldnertruppen in Libyen.

Seit 2013 in Libyen aktiv

In Libyen ist SADAT bereits seit 2013 aktiv. Nach dem offiziellen Parlamentsbeschluss in Ankara für eine militärische Intervention der Türkei auf libyschem Staatsgebiet, ist SADAT jetzt als Anker-Organisation tätig. Da der türkische Präsident bis heute seiner offiziellen Armee nicht vertraut, sind diese paramilitärischen Einheiten eine Art „Revolutionsgarde“ nach dem Vorbild des Irans.

Chef dieser Geheimarmee ist Adnan Tanriverdi, der seit dem mutmaßlichen Putschversuch im Juli 2016 der wichtigste Militärberater von Erdoğan ist. SADAT wurde von Tanriverdi 2012 offiziell als privates Sicherheitsunternehmen gegründet.

Tanriverdi beruft sich auf Ankunft des Mahdi

Mit der Neubelebung der sogenannten Mahdi-Ideologie ließ Tanriverdi im vergangenen Dezember in einem öffentlichen Auftritt aufhorchen. Nach dieser Mahdi-Ideologie solle das jüngste Gericht, Armageddon, bald kommen – ein Glaube der im Judentum, im Christentum, im sunnitischen wie im schiitischen Islam besteht. Der Mahdi ist der letzte der zwölf Imame, tritt er in Erscheinung, dann hat die Endschlacht zwischen Gut und Böse begonnen.

Nach Kritik an diesem Auftritt trat Tanriverdi als Militärberater des türkischen Präsidenten offiziell zurück. Die Operation in Libyen soll aber weiter unter seinem Kommando stehen.

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