ATHEN. Auf den griechischen Inseln haben am Mittwoch Massenproteste gegen die Aufnahme von Asylbewerbern begonnen. Diese stehen unter dem Motto: „Wir wollen unsere Inseln zurück, wir wollen unsere Leben zurück.“ Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, fordern die Demonstranten die sofortige Ausweisung der Asylbewerber auf den Inseln.

Dabei kam es auch zu Arbeitsniederlegungen. Laut der BBC blieben neben den Streiks im öffentlichen Dienst auch zahlreiche Geschäfte, Apotheken und Tankstellen geschlossen. Bis zum Mittag hatten sich auf Lesbos und Samos zudem Tausende auf den Straßen versammelt.

Deutsche Städte wollen Asylbewerber aus Griechenland aufnehmen

Nach Angaben des griechischen Ministeriums für Bürgerschutz leben auf Samos derzeit 7.200 Asylbewerber unter 6.500 Einheimischen. Zusammen leben auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros derzeit rund 42.000 Einwanderer.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Griechenland nach gewaltsamen Ausschreitungen in einem Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos seine Asylpolitik verschärft. Im April 2019 war das Land in die Schlagzeilen geraten, als Hunderte Asylforderer gewaltsam versucht haben, von ihrem Lager bei Thessaloniki nach Europa aufzubrechen. Die EU-Kommission hatte die Zustände in den griechischen Camps damals als „eine Schande für Europa“ bezeichnet.

Über 120 deutsche Städte haben sich inzwischen zur Aufnahme der Asylbewerber von den Inseln bereiterklärt. Grünen-Chef Robert Habeck hatte Ende 2019 verlangt, die in den dortigen Lagern lebenden Kinder nach Deutschland zu holen. (tb)

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