Liebhaber skurriler bis bizarrer Wortspenden werden ihn vermissen – Christoph Baumgärtel, stellvertretender Vorsitzender und Stimme der „SPÖ Langenzersdorf“ (Bezirk Korneuburg), ist einem Parteiausschluss-Verfahren zuvorgekommen und heute, Mittwoch, selbst mit sofortiger Wirkung aus der SPÖ ausgetreten. Mit seinen oft beleidigenden und geschmacklosen Äußerungen via Facebook hat der Mediziner und Studienkollege von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner den Bogen immer wieder mehr als überspannt und auch vor Gericht öfters teure Verfahren, etwa gegen Ex-FPÖ-Chef HC Strache, verloren (siehe Artikel-Sammlung unter diesem Beitrag).

Schon seit Sommer “Funktionsverbot” in SPÖ

Der verhaltensauffällige Rote hatte wegen seiner zahlreichen Entgleisungen bereits im Sommer ein Funktionsverbot seitens der SPÖ Niederösterreich kassiert. Auslöser war ein Posting nach dem Brandanschlag auf das FPÖ-Büro in St. Pölten am 12. August, in dem Baumgärtel der Polizei empfahl, die Brandstifter in den Reihen der FPÖ (konkret beim Ring Freiheitlicher Jugend RFJ) zu suchen.

Trotz Maulkorb weiter gepöbelt

Der Maulkorb aus der Landesparteizentrale hinderte den 46-jährigen Akademiker nicht daran, weiterhin im Netz zu pöbeln. So brachte er unter dem Titel „#nächsterFPÖAmoklauf“ den Fünffach-Mörder von Kitzbühel am 6. Oktober in einem Posting in Zusammenhang mit der FPÖ  – der Täter sei „glühender FPÖler“ gewesen, habe Worte wie „Nigga“ benutzt und sei „auf der Autobahn 220 gefahren.“

SPÖ-Ortsgruppe mit neuer Seite auf Facebook

Nach einem Donnerwetter und einer Distanzierung samt öffentlicher Entschuldigung der Landes-SPÖ kündigte diese an, gegen Baumgärtel ein Ausschlussverfahren wegen „parteischädigenden Verhaltens“ einleiten zu wollen. Die Facebook-Seite der Langenzersdorfer wurde umgehend vom Netz genommen und der Ortsgruppe die Verfügungsrechte entzogen. Mittlerweile gibt es die Seite unter dem Namen „Die NEUE SPÖ Langenzersdorf“ wieder – ohne Baumgärtel und allfällige Mitstreiter.

Zum Abschied noch kräftige SPÖ-Beschimpfung

Der verabschiedete sich bei den Genossen gar nicht freundlich – und in keiner Weise einsichtig. Seine unter jeglicher Gürtellinie angesiedelten Ergüsse bezeichnet er gar als „aufrechte und pointierte Oppositionsrolle“ (Rechtschreibfehler im folgenden Zitat im Original):

Diese Partei, die es in den letzten Monaten und Jahren massiv verabsäumt hat Profil, Ecken und Kanten zu zeigen, nicht in der Lage war eine vernünftige Oppositionsabeit zu machen und auch nach dem schlechtesten Ergebnis in der Geschichte der Sozialdemokratie nicht gewillt ist ihren Kurs zu ändern ist keine Option mehr.

Das nun sogar mein Team von der eigenen (!) Bundespartei attackiert wird, offenbar weil sie … stets eine aufrechte und pointierte Oppositionsrolle nicht nur eingefordert sondern auch stets konsequent gelebt hat, nun von der eigenen Bundespartei nicht nur nicht mitgetragen sondern sogar boykottiert und verraten hat, ist eine Schande.

Eine Schande für diese einstmals stolze und wehrhafte Partei. Das neue Motto, des angeblich eifrig proklamierten Neustarts, dürfte also im kuschen, ducken, im politischen Mitbewerber gemütlich weiter wohlfühl-kuscheln und vor allem im Beschreiten des offenbar extrem „erfolgreichen“ – einer Selbstaufgabe gleichkommenden – Mission des „Richtung unter 20 Prozent“ – Weges bestehen.

Wo pöbelt Baumgärtel in Zukunft?

Die weiteren Beschimpfungen der SPÖ durch Baumgärtel in diesem Stil ersparen wir unseren Lesern gnädig. Vielleicht sorgt er ja als notorischer Serientäter schon bald für den nächsten Eklat – auf einer privaten Facebook-Seite, für die er jene der SPÖ Langenzersdorf ohnehin gehalten haben dürfte…

Der Beitrag Notorischer FPÖ-Beschimpfer kam SPÖ-Parteiausschluss zuvor erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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