Nachdem Chefarzt Fritz von Weizsäcker in der Berliner Schlosspark-Klinik Dienstag Abend bei einem Vortrag erstochen wurde, äußerste sich der mutmaßliche Mörder zu seinem Tatmotiv: Der Sohn des früheren deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (1984 bis 1994) musste als „Stellvertreter“ für seinen 2015 verstorbenen Vater sterben, dem der vermutlich psychisch kranke Täter vorwirft, an der Herstellung des im Vientam-Krieg von den USA großflächig eingesetzten Nervengiftes „Agent Orange“ beteiligt gewesen zu sein.

Killer plante schon Anschlag auf Weizsäckers Vater

Wie auch Bild berichtet, geht die Staatsanwaltschaft von einer „wahnbedingten allgemeinen Abneigung des Beschuldigten gegen die Familie des Getöteten“ aus: Der 57-Jährige Gregor S. wurde bei seiner Wahnsinns-Tat von seinem unbändigen Hass auf die Familie von Weizsäcker getrieben.  Schon vor drei Jahrzehnten soll S. einen Anschlag auf den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker geplant haben.

Sein Motiv soll in seiner Vorliebe für Vietnam und der Mitgliedschaft von Weizsäckers in der Geschäftsführung des Pharma- und Chemiekonzerns Boehringer Ingelheim in den 1960er-Jahren gelegen haben. Boehringer Ingelheim unterstützte damals den amerikanischen Chemie-Riesen Dow Chemical, der „Agent Orange“ produzierte, das im Vietnam-Krieg (1955 bis 1975) auch gegen Zivilisten eingesetzt wurde. Weizsäcker selbst hatte stets beteuert, erst nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen von „Agent Orange“ erfahren zu haben.

Anschlag auf Bundespräsident Weizsäcker hatte gleiches Motiv

Da Alt-Bundespräsident Richard Freiherr von Weizsäcker bereits 2015 starb, attackierte Gregor S. nun dessen Sohn, den 59-jährigen Universitäts-Professor Dr. Fritz von Weizsäcker während einer populärwissenschaftlichen Vorlesung über Leberkrankheiten. S. stürmte nach 55 Minuten auf von Weizsäcker zu und tötete diesen mit einem Stich in den Hals. Das Motiv des Attentäters erinnert an Attacke auf den Alt-Bundespräsidenten im Jahr 1993.

Damals schlug der ehemalige Gewichtheber Günther Roersch auf den Bundespräsidenten ein, als dieser mit seiner Frau eine Theateraufführung in Hamburg besuchte. Auch Roersch war davon überzeugt, dass der CDU-Politiker mitverantwortlich für die Produktion von „Agent Orange“ war – außerdem soll er seinen Vater, Ernst von Weizsäcker, bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen verteidigt haben. 1994 lauerte er von Weizsäcker auf und beschimpfte ihn als „Nazi“, im Jahr darauf verteilte er sogar Flugblätter über seine Prügelattacke gegen den Bundespräsidenten.

Gregor S., der nun Fritz von Weizsäcker getötet haben soll, leidet nach Angaben der Staatsanwaltschaft an einer „akuten psychischen Erkrankung“ – er wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Da S. auch einen Mitarbeiter der Klinik, der bei dem Anschlag eingreifen wollte, schwer verletzt hatte, wird ihm nun wegen Mordes und versuchten Mordes der Prozess gemacht.

Der Beitrag Völlig irr: Chefarzt Weizsäcker musste für angebliche Sünden seines Vaters sterben erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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