BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat es abgelehnt, ein eigenes Schulfach Klimawandel und Klimaschutz einzuführen. „Es werden immer wieder Wünsche laut, neue Fächer einzuführen, generell sehe ich dies skeptisch“, sagte die CDU-Politikerin am Freitag der Augsburger Allgemeinen.

„Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen der Zukunft und sollte daher auch im Unterricht behandelt werden“, ergänzte Karliczek. Dies sei aber bereits an sehr vielen deutschen Schulen in unterschiedlichen Fächern der Fall. „Klimaschutz berührt mehrere Fächer wie Geografie, Biologie, wozu auch Ökologie gehört, oder Gemeinschaftskunde“, verdeutlichte die Ministerin.

„Die Schulen bemühen sich bereits, den Unterricht so zu gestalten, daß sich in ihm die Themen der Zeit widerspiegeln.“ Dazu gehöre auch der Klimaschutz, aber auch die Digitalisierung der Welt. Die Klimafrage sei eines „der wichtigsten Themen der Zukunft und sollte daher auch im Unterricht behandelt werden“.

Italien plant Pflichtschulfach Klimaschutz

Zuvor hatte der italienische Bildungsminister Lorenzo Fioramonti (Fünf-Sterne-Bewegung) angekündigt, Italien werde das erste Land sein, das Klimawandel und Klimaschutz als verpflichtendes Unterrichtsfach einführt. Ab kommenden September sollen alle Schulen 33 Stunden im Jahr, also eine wöchentlich, „sich Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel“ widmen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Fioramonti ergänzte, daß „viele traditionelle Fächer wie Geographie, Mathematik und Physik in einer neuen Perspektive im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung studiert werden“ müßten. Sein gesamtes Ministerium müsse sich so verändern, daß „Nachhaltigkeit und Klima im Zentrum des Bildungsmodelss stehen“. Das italienische Bildungssystem solle das erste der Welt werden, „das die Umwelt und die Gesellschaft in den Mittelpunkt unseres Lernens stellt“. (ls)

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