BERLIN. Der Deutschlandfunk hat sich dafür gerechtfertigt, in seinen Nachrichtensendungen nicht über den Schwert-Mord von Stuttgart berichtet zu haben. „In den Nachrichten des Deutschlandfunks spielen einzelne Kriminalfälle nur selten eine Rolle. Voraussetzung für die Berichterstattung ist eine bundesweite und gesamtgesellschaftliche Bedeutung“, schrieb der Sender in einer Stellungnahme.

„Das Verbrechen von Stuttgart ist grausam und erfüllt auch unsere Redaktion mit Trauer und Fassungslosigkeit. Die bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz sehen wir aber derzeit nicht.“ Allein die Staatsangehörigkeit eines Menschen reiche nicht aus, um der Tat eine solche Bedeutung zu verleihen, daß der Deutschlandfunk über sie berichte. Zudem würden zahlreiche Medien über den Stuttgarter Fall informieren. Diese Berichte seien im Internet und in den Sozialen Medien für jedermann verfügbar.

In eigener Sache: Warum wir nicht über den Stuttgarter „Macheten-Mord“ berichten https://t.co/C87SzQ5Y2J #Machete #Macheten #MachetenMörder #Stuttgart

— Die Nachrichten (@DLFNachrichten) August 1, 2019

Am Mittwoch hatte ein 28 Jahre alter Syrer in Stuttgart einen 36jährigen mit einer Machete niedergemetzelt. Laut Polizei war der mutmaßliche Täter 2015 nach Deutschland gekommen und wegen Diebstahls und Sachbeschädigung bereits bekannt. Bei dem Opfer soll es sich um einen „Deutsch-Kasachen“ gehandelt haben. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus und schließt politische oder religiöse Motive aus.

Nicht der erste Fall ausbleibender Berichterstattung

Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung soll der Verdächtige seit vier Jahren unter einer falschen Identität in Deutschland gelebt haben. Bei den Behörden sei er als 28jähriger mit syrischer Staatsbürgerschaft registriert. Möglicherweise sei er aber in Wirklichkeit 30 Jahre alt und Palästinenser.

Es ist nicht das erste Mal, daß der öffentlich-rechtliche Rundfunk wegen ausbleibender Berichterstattung über Verbrechen von Asylbewerbern in der Kritik steht. Als der Mörder der Freiburger Studentin Mari L. gefaßt wurde, hielt das die „Tagesschau“ ebenfalls nicht für berichtenswert. Der Fall, so der Chefredakteur der ARD-„Tagesschau“, Kai Gniffke, habe keine überregionale Relevanz gehabt.

Ähnlich verhielt es sich, als vor einem Jahr ein somalischer Asylbewerber in Offenburg einen Arzt mit einem Messer ermordete und eine Arzthelferin schwer verletzte. Auch damals rechtfertigte Gniffke die ausgebliebene Berichterstattung. „Wir müssen einfach nur gucken, ob jeder Mordfall, jede Tötung tatsächlich auch ein Fall ist, der in der ‘Tagesschau’ vorkommen soll. Wir sind eine Sendung, die über das berichtet, was Relevanz hat für eine gesamte Bevölkerung in diesem Land. Einzelne Kriminalfälle haben in dieser Tagesschau nicht ihren Platz. Wir wären sonst ein Kriminalmagazin, was wir nicht sein wollen“, erläuterte er. (krk)

3 Responses to “DeutschlandfunkStuttgart-Mord: Deutschlandfunk verteidigt Nichtberichterstattung”

  1. Arne says:

    Über den Mord des Afghanen in Dortmund, der das 21 jährige Mädel mit 70 Messerstichen abgeschlachtet hat, wurde auch nicht berichtet!

    Der Afgane hat die Leiche einfach in einem Koffer deponiert..!

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