DÜSSELDORF. Waren die protestierenden Bergleute im Düsseldorfer Landtag keine echten Kumpel? Diese Vorwürfe haben sich nun aufgeklärt. Die von der Ruhrkohle AG entlassenen Bergmänner stellten in einem Brief an Landtagspräsident André Kuper (CDU) klar, daß bei den Protesten auch „einige wenige“ Familienangehörige in Bergbaukleidung dabei waren, berichtete der WDR. Sie hätten aus Solidarität die Arbeitskluft angezogen.

Zugleich entschuldigten sich die Kohlekumpel in dem Schreiben für ihr Verhalten. Nachdem ein AfD-Antrag gegen Stellenstreichungen im Steinkohlebergbau am vergangenen Mittwoch abgelehnt worden war, hatten die Bergleute lautstark protestiert und waren daraufhin von der Besuchertribüne verwiesen worden.

Kumpel legen Unterschriftenliste vor

Am Wochenende hatte die Ruhrkohle AG, der frühere Arbeitgeber der Bergmänner, betont, unter den Männern seien mehrere „falsche“ Bergleute gewesen. Um zu beweisen, daß es sich dabei um einzelne Familienangehörige gehandelt habe, legten die Kumpel dem Brief an den Landtagspräsidenten demnach eine Unterschriftenliste aller Betroffenen bei.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Markus Wagner sagte am Dienstag gegenüber der JUNGEN FREIHEIT: „Es ist schäbig, diesen Menschen, auf deren Rücken ein unwürdiger politischer Streit ausgetragen wird, unlauteres Verhalten zu unterstellen.“ Statt mit den Arbeitern zu reden, würden groteske Ablenkungsmanöver gefahren. So solle sich der CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen lieber um die Menschen kümmern, als Unsinn zu twittern.

CDU wirft AfD Zusammenarbeit mit MLPD vor

Löttgen hatte am Wochenende behauptet, unter den Bergleuten hätten sich Angehörige der linksextremen MLPD befunden. Auf Twitter warf er der AfD vor, mit der vom Verfassungsschutz beobachteten Kleinstpartei „Hand in Hand“ zu arbeiten.

Bergleute? Nicht alle. Der von der #AfD provozierte Tumult im #ltnrw wird endgültig zu einer traurigen Farce. Die vom #Verfassungsschutz #NRW beobachtet #MLPD Hand in Hand mit derAfD bei ihrer „Lieblingsbeschäftigung“: #Demokratie verächtlich machen. pic.twitter.com/EbHIBSgpgG

— Bodo Löttgen (@bodoloettgen) July 13, 2019

Am vergangenen Mittwoch waren rund 100 Bergleute der Einladung der AfD in den Landtag gefolgt. Ihr Auftreten war von den übrigen Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP scharf kritisiert worden. (ag)

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1 Response » to “Landtag von Nordrhein-WestfalenDüsseldorf: „Falsche“ Bergleute waren Angehörige der Kohlekumpel”

  1. Morgenrot says:

    Ach so, die wegrationalisierten Bergleute tun nur so, als ob ihnen das Hinausgeworfenwerden weh tue. Und deren Angehörige fühlen sich auch betroffen, wagen sogar zusammen und im Namen ihrer Familienväter oder Geschwister ihren Mißmut im Landtag kundzutun und die armen Schleimsäcke, die dort als „Volksvertreter“ eine wichtige Stufe im finanziellen und sonstigen Fortkommen in dieser jetztigen tatsächlich existierenden und Gewalt ausübenden brd hochsteigen, zu kritisieren! Unglaublich, dieses undankbare Pack! Sehen diese Leute denn nicht, daß man als Abgeordneter, d.h. bezahlter Jasager, die Landtagsbank um ihretwillen drückt!
    Im Ernst: Wie lange kann dieses widerliche Affentheater noch weitergehen.

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