HAMBURG. Die ARD hat sich dafür gerechtfertigt, am Montag abend keine Sondersendung zum Brand der Notre-Dame in Paris gezeigt zu haben, sondern statt dessen wie geplant eine Tier-Doku ausstrahlte. Ein „Brennpunkt“ wäre zwar wünschenswert, zu dem Zeitpunkt aber logistisch nicht zu bewerkstelligen gewesen, zitiert die Welt ARD-Chefredakteur Rainald Becker.

Erste Meldungen und Berichte über das Feuer in der Notre-Dame waren allerdings bereits um 19 Uhr verbreitet worden. Zahlreiche private sowie ausländische staatliche Sender berichteten in der Folge live von den Geschehnissen in Paris.

Warum gab es keinen ARD-Brennpunkt zum Brand von Notre Dame, neben dem Eiffelturm das Symbol Frankreichs?
Schwer nachzuvollziehen.

— Ulrich Deppendorf (@DeppendorfU) 15. April 2019

Der frühere Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, äußerte daher auch wenig Verständnis auf Twitter für die Entscheidung seines ehemaligen Senders. Er könne es nicht nachvollziehen, daß es keinen „Brennpunkt“ gebe, wenn eines der Symbole Frankreichs in Flammen stehe.

Mit Unverständnis reagierte auch die frühere Fernsehchefredakteurin beim WDR, Sonia Seymour Mikich. Auf Twitter fragte sie: „Warum muß ich so lange bei CNN oder BBC einschalten?“

@ARDStudioParis okay, gut. Aber warum muss ich so lange bei #cnn oder #bbc einschalten? Tagesschau24 ist doch genau dafür geeignet? https://t.co/LTbBNAhvn2

— Sonia Seymour Mikich (@SoniaMikich) 15. April 2019

ARD-Chefredakteur Becker wiederum wies die Kritik zurück. Er rate zu etwas mehr Sachlichkeit, schrieb er auf dem Kurzmitteilungsdienst. Das Erste sei kein „24h Nachrichtenkanal“ und mache auch kein „Gaffer TV“. Man arbeite an „fundierter Berichterstattung“, die in Kürze folge.

Rate zu etwas mehr Sachlichkeit. Das Erste ist kein 24h Nachrichtenkanal und Gaffer TV machen wir auch nicht. An fundierter Berichterstattung wird gerade gearbeitet. Folgt in Kürze. @DeppendorfU @SoniaMikich https://t.co/zfMZkJNB2S

— Rainald Becker (@BeckerRainald) 15. April 2019

Für seine recht barsche Antwort erntete Becker dann Spott und Häme in den sozialen Netzwerken. „Gaffer-Berichterstattung machen wir nicht. Also bei Terror, Wetter, Sport, Royale Hochzeiten, Beerdigungen ja, aber sonst nie“; schrieb ein Nutzer auf Twitter. Und einer anderer fragte: „Aber wenn im Winter Schnee fällt, ist es einen Brennpunkt wert, gelle?“ (krk)

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