BERLIN. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, hat US-Präsident Donald Trump scharf für dessen Stellungnahme zum Brand in der Kathedrale von Notre-Dame kritisiert. Trumps Forderung, Löschflugzeuge einzusetzen, sei „absoluter Humbug“, sagte Ziebs der Nachrichtenagentur dpa.

So horrible to watch the massive fire at Notre Dame Cathedral in Paris. Perhaps flying water tankers could be used to put it out. Must act quickly!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) April 15, 2019

„Das macht ja überhaupt keinen Sinn, wenn man mehrere Tonnen Wasser auf einmal auf das Objekt schmeißt von oben aus der Luft.“ Dies führe zu einem Gebäudeeinsturz. „Dann hat man genau das Gegenteil von dem erreicht, was man will“, ergänzte Ziebs.

Spekulation um Zündquelle

Auch die französische Zivilschutzbehörde „Sécurité Civile“ wies auf Twitter Trumps Einlassungen zurück: „Hunderte Feuerwehrleute der Pariser Feuerwehr tun alles, was sie können, um das schreckliche Feuer in Notre-Dame unter Kontrolle zu bringen. Alle Möglichkeiten kommen zum Einsatz, außer Löschflugzeuge, die, wenn sie eingesetzt würden, zum Einsturz der gesamten Struktur der Kathedrale führen könnten.“

Die Schriftführerin der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister, Regine Hartkopf, kann die Intensität des gestrigen Feuers dagegen „kaum begreifen“, sagte sie dem Nachrichtenportal t-online. Zwar wolle sie „keinesfalls sagen“, daß es Brandstiftung gewesen sein könnte. Aber: „Einfach so entsteht im Holzdachstuhl nicht so ein Brand.“

Man müsse deswegen davon ausgehen, daß es „eine andere Zündquelle gegeben“ habe. Andere Experten nannten hier unter anderem das Bleidach der Kirche. Zwar sei das Holz sehr trocken gewesen, entwickele aber mit der Zeit auch einen Schutz. „Ein alter Dachstuhl in einer Kirche mit jahrhundertealtem Holz brennt jedoch auch nicht so schnell.“ Wenn Holz allerdings einmal brenne, sei „kaum etwas zu machen“.

Staatsanwaltschaft geht von Unfall aus

Die Pariser Staatsanwaltschaft geht weiter davon aus, daß die Brandursache ein Unfall im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten ist. „Nichts weist derzeit in die Richtung einer vorsätzlichen Tat“, sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz.  Es habe am Montag zwei Mal Alarm gegeben: Zunächst um 18.20 Uhr, dabei sei aber noch kein Feuer entdeckt worden. Der zweite Alarm kam um 18.43 Uhr ausgelöst, bei dem der Brand im Dachstuhl bemerkt wurde. (tb)

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