DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat vor neuen kriminellen Clans aus dem Mittleren Osten gewarnt. „Wir haben Anzeichen dafür, daß sich Großfamilien aus dem irakisch-palästinensisch-syrischen Bereich formieren, die versuchen, die bisherigen Platzhirsche zu verdrängen, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Beim Drogenhandel sei diese Veränderung besonders stark bemerkbar. „Da geht es beispielsweise um Leute, die bisher zu den Fußtruppen der etablierten Clans gehörten, und die sich jetzt sozusagen selbstständig gemacht haben.“ Darunter befänden sich auch junge Männer mit Kriegserfahrung. Diese hätten sie in den bewaffneten Konflikten ihrer Herkunftsregion gesammelt.

Kriminelle treten selbstbewußter auf

Durch die neu ins Land gekommenen Kriminellen habe sich auch das Auftreten des organisierten Verbrechens verändert. „Wenn man von der italienischen Mafia spricht, dann arbeitet die ja gerne im Verborgenen. Die Clans sind da schon deutlich weniger lichtscheu. Und die neuen Gruppierungen sind vermutlich noch gewaltbereiter“, äußerte der CDU-Politiker.

Ende März hatte das Landeskriminalamt von Nordrhein-Westfalen eingeräumt, daß sich die Zahl der kriminellen Großfamilien aus dem arabischen Raum verdoppelt habe. Zudem hatte der Bundesnachrichtendienst im Februar vor einer Ausbreitung der als „äußerst brutal agierenden“ nigerianischen Mafia gewarnt. (ag)

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