BERLIN. Der Verdächtige im Fall des erstochenen 19 Jahre alten Karl M. aus Berlin hätte abgeschoben werden sollen. Wie die Bild-Zeitung am Mittwoch berichtete, bestand gegen den rumänischen Staatsbürger seit längerem ein Abschiebehaftbefehl. Zudem war er zur Fahndung ausgeschrieben.

Überdies soll Razvan-Florin C. unter anderem wegen Körperverletzung, Drogendelikten und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vorbestraft sein. Die drohende Abschiebung habe dem Blatt zufolge aber nicht mit den Vorstrafen im Zusammenhang gestanden.

Freizügigkeitsrecht entzogen

Ihm soll das von der EU gewährte sogenannte Freizügigkeitsrecht entzogen worden sein. Der Ausländerbehörde zufolge bestehe dies nach drei Monaten Aufenthalt in einem Land nur dann weiter, wenn der Betroffene eine Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit ausübt oder sucht. Auch weitere Voraussetzungen wie ein Daueraufenthaltsrecht sowie ausreichende eigene Mittel für den Lebensunterhalt und die Krankenversicherung erfüllte Razvan C. offenbar nicht.

Warum der Mann sich dennoch weiterhin in Deutschland aufhalten konnte, ist laut Berliner Zeitung unklar. Unter seiner offiziellen Meldeadresse in Berlin habe er sich in den vergangenen Monaten nicht aufgehalten, sondern bei seiner Lebensgefährtin im brandenburgischen Finsterwalde, wo er am Dienstag festgenommen worden war.

„Soll ich einen von euch stechen?“

Der 19 Jahre alte Karl M. war Anfang Februar mit einem Begleiter im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg von dem Rumänen, der in Begleitung einer Frau war, angesprochen worden. Der Deutsche trug zu dem Zeitpunkt ein Trikot des Berliner Zweitligisten Union, weshalb zunächst in diese Richtung ermittelt worden war.„Hey ihr Schwuchteln, was wollt ihr?“, soll Razvan C. der B.Z. zufolge zu Karl und seinem Kumpel gerufen haben.

Als die beiden weitergehen wollten, stellte sich der Rumäne demnach vor Karl M. und schlug ihm mehrfach auf die Brust. Immer wieder soll er gefragt haben: „Soll ich einen von euch stechen?“ Schließlich drehten sich die beiden um und gingen ein paar Schritte weiter. Karls Begleiter schilderte später: „Ich hörte noch das Klicken, wie sich ein Messer öffnete.“ Anschließend soll Razvan C. zugestochen haben. Der Deutsche erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. (ls)

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