BERLIN. Die ersten Angehörigen von Kämpfern des Islamischen Staats (IS) sind nach Deutschland zurückgeholt worden. „Die Zahl der bereits erfolgten Rückholungen von minderjährigen Kindern nach Deutschland bewegt sich im hohen einstelligen Bereich“, bestätigte das Auswärtige Amt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Genauere Angaben wollte die Bundesbehörde nicht machen.

Am Donnerstag sei zudem eine als Gefährderin eingestufte 31 Jahre alte Frau mit ihren drei Kindern am Stuttgarter Flughafen eingetroffen. Laut dem Anwalt der Familie wurde sie wegen des Vorwurfs der schweren Kindesentziehung sofort in Haft genommen. Die Deutsche war laut dem Bericht im Herbst 2015 mit ihren drei Kindern gegen den Willen des Vaters nach Syrien ausgereist, um sich dort dem IS anzuschließen. Eines der Kinder sei im Ausland gestorben. Die Frau habe dort noch ein weiteres Kind bekommen.

Derzeit sitzen laut Auswärtigem Amt noch acht Deutsche in irakischer Haft, nachdem sie von den dortigen Gerichten als IS-Mitglieder verurteilt worden sind. Keines der Urteile sei aber schon rechtskräftig. Die Bundesregierung will die Möglichkeit schaffen, künftig aktiven Dschihadisten mit doppelter Staatsangehörigkeit den deutschen Paß zu entziehen. Für bisherige IS-Kämpfer gilt dies jedoch nicht. (ha)

Leave a Reply

Premium WordPress Themes



Premium WordPress Themes