ROM. Der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) hat der deutschen Flüchtlingshilfsorganisation Sea Eye die Einfahrt in einen italienischen Hafen verweigert. Die Organisation, der Kritiker Schlepperdienste vorwerfen, hatte vor der libyschen Küste mehr als 60 Afrikaner an Bord genommen. Ihr Schiff, die Alan Kurdi, fährt unter deutscher Flagge.

„Sie hat in libyschen Gewässern eingegriffen und fordert einen sicheren Hafen. Gut, dann soll sie nach Hamburg fahren“, sagte Salvini. Als Begründung zählte er auf: „Schiff mit deutscher Flagge, deutsche NGO, deutscher Reeder und Kapitän aus Hamburg.“

Tankschiff entführt

Der libyschen Küstenwache, die eigentlich für die Rettung zuständig gewesen wäre, machte Sea Eye schwere Vorwürfe. „Entweder ist die libysche Küstenwache als Partner der EU nicht in der Lage zu helfen, weil man Informationen nicht verwertet und weiterleitet, oder man ist nicht willens, aktiv nach Schiffbrüchigen zu suchen.“

Vergangene Woche hatten Afrikaner vor der Küste Nordafrikas ein Tankschiff gekapert und die Besatzung gezwungen, ihren Kurs Richtung Europa zu ändern. Drei der Männer aus Guinea und der Elfenbeinküste müssen sich wegen der Entführung der El Hiblu 1, die unter der Flagge Palaus fuhr, nun vor einem maltesischen Gericht verantworten. Die übrigen über hundert illegalen Einwanderer des Schiffes durften in Malta an Land gehen und befinden sich nun in einem Aufnahmezentrum. (tb)

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