HAMBURG. Der Hamburger Verfassungsschutz hat vor dem Fußballverein Adil e. V. gewarnt, der eine Tarnorganisation der verbotenen islamischen Vereinigung Hizb ut-Tahrier (HuT) sein soll. Lauf der Behörde sind sechs der zehn Gründungsmitglieder des Sportclubs der Gruppierung zuzurechnen. Zudem stuft sie den dreiköpfigen Vorstand als HuT-Angehörige ein.

Die 2003 verbotene Islamistengruppe habe mit dem Verein das Ziel verfolgt, Mitglieder im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zu rekrutieren. Das gehe aus einem Strategiepapier der HuT hervor, das dem Verfassungsschutz vorliegt. Adil e. V. war im April 2016 gegründet worden.

Auch solle auf diese Weise die Akzeptanz für die Ideologie der HuT unter den Moslems in der Stadt gesteigert werden. Hierzu dienten ihnen auch Veranstaltungen in Moscheen, gezielte Ansprachen in Universitäten und politische Diskussionen mit Islambezug. „Durch den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen wird zunächst ein Vertrauensverhältnis geschaffen, indem besonders häufig religiöse und weltanschauliche Themen angesprochen und diskutiert werden“, heißt es in einer Einschätzung des Landesamtes für Verfassungsschutz. Der Fußball diene als ein möglicher Anknüpfungspunkt.

Spieler sollen der verbotenen Islamistenorganisation angehören

Derzeit spielt die erste Herrenmannschaft von Adil e. V. in der Hamburger Kreisklasse. Die Mehrheit der Spieler soll der HuT angehören. Weitere Mannschaften des Vereins gibt es nach den Erkenntnissen der Verfassungsschützer derzeit nicht.

Die Hizb-ut Tharier (Partei der Befreiung) war 1953 in Jerusalem entstanden. Die länderübergreifende Islamistengruppe ging aus der Moslembruderschaft hervor und strebt die Einführung der Scharia und die Errichtung eines Gottesstaates an. Sie lehnt die parlamentarische Demokratie ab. In der Verbotsbegründung verweist das Bundesinnenministerium auch auf Gewalt- und Mordaufrufe der Organisation.

Im vergangenen Jahr war bereits der Marokkanische Sportverein Bonn wegen seines salafistischen Trikotsponsors in die Kritik geraten. Zwei Herrenmannschaften hatten für die islamische Organisation „Ansaar International“ geworben. (ag)

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