WELLINGTON. Neuseelands größte Buchhandelskette Whitcoulls hat den Boykott gegen den kanadischen Psychologie-Professor und Erfolgsautor Jordan B. Peterson aufgehoben. Das Unternehmen wollte sich nicht zu dem Umschwenken äußern, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

Nach dem Anschlag von Christchurch, bei dem 50 Moslems getötet worden waren, hatte die Kette die Bücher aus dem Sortiment genommen. Zuvor war in den Medien ein Foto verbreitet worden, das Peterson neben einem Leser zeigt, auf dessen T-Shirt „I´m a proud Islamophobe“ („Ich bin ein stolzer Islamfeind“) stand. Daraufhin entfernte Whitcoulls Petersons Bücher und begründete dies mit „verstörendem Material“, das über den Autor kursiere. Es sei falsch, ihn derzeit zu unterstützen, begründete ein Sprecher gegenüber dem britischen The Guardian.

Historiker Ferguson unterstützt Peterson

Der britische Historiker Niall Ferguson nahm Peterson gegen Kritik in Schutz. Welcher Autor prüfe vor einem Foto die politische Einstellung seiner Leser, fragte Ferguson auf Twitter.

Silliest justification ever for rescinding an invitation: https://t.co/BOyy6h99Zm God knows what absurd T-shirts I’ve stood next to over the years. When fans asks for photos at a book-signing, what author vets their apparel for non-PC messages? @jordanbpeterson @Cambridge_Uni

— Niall Ferguson (@nfergus) 26. März 2019

Der Kulturkritiker Peterson war 2017 wegen seines Widerstandes gegen ein Gesetz in Kanada bekannt geworden, das verlangt, Personen mit dem von ihnen gewünschten Geschlecht anzusprechen. Der Autor, dessen Buch „12 Rules for Life“ (12 Regeln für das Leben) international ein Verkaufserfolg wurde, ist ein Kritiker linker Kulturpolitik und des radikalen Feminismus. (ag)

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