LINDAU. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern für das Tragen eines Kopftuchs nach dem Anschlag von Christchurch gelobt. „Die Premierministerin hat ein Zeichen gesetzt, indem sie direkt nach den Morden, ein Kopftuch tragend, die muslimischen Gemeinschaften besucht hat“, sagte Bedford-Strohm vor der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Er betonte: „Wir stehen an der Seite von Musliminnen und Muslimen.“

Auch zu den Fridays-for-future-Demonstrationen jugendlicher Klimaschützer äußerte sich der bayerische Landesbischof. „Es ist für mich ein großes Hoffnungszeichen, daß, ausgehend von einer hartnäckigen Jugendlichen in Schweden, inzwischen Schülerinnen und Schüler in aller Welt auf die Straße gehen, um für wirksame Maßnahmen des Klimaschutzes zu demonstrieren“, freute er sich. Zudem lobte er das „integrierte Klimaschutzkonzept“ seiner Kirche.

Kritik an „irrsinnigen“ Militärausgaben

In seinem Bischofsbericht streifte Bedford-Strom zudem die Verteidigungspolitik. Die weltweiten Militärausgaben hätten 2017 „die irrsinnige Höhe von rund 1,74 Billionen Dollar erreicht“, in Deutschland seien es 44,3 Milliarden Euro. „Angesichts dieser Zahlen ist es für mich nicht nachvollziehbar, wenn jetzt der Verteidigungsetat in Deutschland ausgeweitet werden, während der Entwicklungsetat gekürzt werden soll.“

Es sei „ein moralisches Armutszeugnis“, daß Deutschland weltweit viertgrößter Waffenexporteur sei. Das wichtigste Mittel, um Frieden in der Welt zu erreichen, sei die Prävention, etwa durch zivile Friedensdienste. Außerdem müsse die Rolle der Vereinten Nationen und das Engagement der Kirchen in der Zivilgesellschaft gestärkt werden. (tb/idea)

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