Spatz: Wie sagt man‘s nur dem Kinde

On March 10, 2019, in Spatz, by admin

Wie sagt man‘s nur dem Kinde

Der Spatz im Gebälk

Nach einem indischen Angriff auf ein Terroristenlager der islamistischen „Jaish-e Mohammed“ im pakistanischen Kaschmir Ende Februar kam es zu einem Luftgefecht zwischen acht indischen Kampfflugzeugen meist russischer Bauart und 24 pakistanischen, darunter acht amerikanischen F-16. Die Terroristen hatten sich zum Selbstmordanschlag vom 14.2. im nordindischen Bundesstaat Jammu bekannt, bei dem 45 Menschen getötet worden waren. Dagegen gingen die Inder auf pakistanischem Territorium vor – etwa wie die USA in Syrien (wenn man deren vorgetäuschte Absicht für wahr halten will). In dem Luftgefecht ist eine indische MiG-21 abgeschossen worden, nachdem sie zuvor eine pakistanische F-16 abgeschossen haben soll. Neu-Delhi hatte den Verlust ihres Flugzeugs offiziell zugegeben, Islamabad den ihren aber nicht. Ein Abschuss einer F-16 durch eine veraltete MiG-21 würde die Verkaufsaussichten des US-Herstellers auf dem Weltmarkt sehr beeinträchtigen.

Kaschmir ist ein Zankapfel zwischen Pakistan und Indien, der bei der Unabhängigkeit und Teilung der britischen Kolonie 1947 installiert worden war, nachdem sich der Maharadscha Hari Singh angeblich zunächst nicht entscheiden wollte, ob er sich Pakistan oder Indien zuschlagen solle, bis es dann zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen kam. Seitdem kommt das Gebiet nicht zur Ruhe. Daran hat leider auch der Betritt beider Staaten zur Shanghai Cooperation Organisation (SCO) nichts ändern können. Dieser Konflikt ist für die USA ein willkommenes außenpolitisches Instrument.

Für China ist die Region wegen seines großen internationalen Infrastrukturprojekts, der „Neuen Seidenstraße“ (One Belt one Road) sehr interessant. China plante in den nächsten Jahren im Wert von 57 Mrd. US-Dollar in den „Chinesisch-Pakistanischen Wirtschaftskorridor“ zu investieren. Denn China sucht zur Umgehung der im Krisenfall leicht zu blockierenden Straße von Malakka in Südostasien einen anderen Zugang zum Indischen Ozean. Man will die Transportwege von und nach China diversifizieren. Der Korridor würde zum Teil durch den pakistanischen Teil Kaschmirs verlaufen, der von Indien beansprucht wird. Die enge Bindung Pakistans an China ist für Pakistans Rivalen in Neu-Delhi ein Problem. Indien hatte aufgrund dieses Plans schon die Teilnahme am Seidenstraßen-Gipfel in Peking Mitte Mai 2018 abgelehnt.

Das enge Verhältnis zwischen Islamabad und Washington haben die USA in den letzten Jahren stark abkühlen lassen. US-Präsident Donald Trump „twitterte“ zum Beispiel: „Die USA haben Pakistan in den letzten 15 Jahren fälschlicherweise mehr als 33 Mrd. Dollar gegeben. Wir haben im Gegenzug nichts außer Lügen und Täuschung zurückbekommen.“ Auch das Vorgehen der USA in Pakistan im Zusammenhang mit ihrem Afghanistan-Krieg hatte das Verhältnis sehr gestört. Dagegen versuchten die USA in den letzten Jahren wiederholt ihr Verhältnis zu Indien zu intensivieren, um den Konflikt zwischen Indien und China wieder aufleben zu lassen und diesen zur Rückgewinnung ihres außenpolitischen Einflusses in Südostasien zu nutzen. Den USA kommt der neuste Konflikt daher sehr gelegen nicht nur, um seinen Handelsrivalen, China, zu schwächen und Zwiespalt innerhalb der SCO zu sähen. Das war ihnen zuvor schon in der BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gelungen, als die „Kompradoren-Bourgeoisie“ Brasiliens auf juristisch fragwürdige Weise die „linke“ Präsidentin Dilma Rousseff aus dem Amt hebelte und durch den amerika-hörigen Jair Bolsonaro ersetzte. Das Seidenstraßenprojekt bedroht die Vormachtstellung der USA nicht nur in Südostasien, sondern weltweit und hindert sie, ihre wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen global durchzusetzen.

Das Projekt Seidenstraße hat das Potential in Eurasien und Afrika enormen materiellen Wohlstand zu erzeugen, an dem die USA mit ihrer hegemonialen Einstellung nicht teilhaben würden und der ihnen sogar ihre Vasallen in Europa abspenstig machen könnte. Neben dem wirtschaftlichen Potential könnte die neue Seidenstraße der Region auch endlich Stabilität und Frieden bringen. Dazu müsste der Kaschmir eindeutig und allgemein anerkannt aufgeteilt, die jeweiligen Gebiete eindeutig als Provinzen Indien und Pakistan angegliedert und die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten im Zusammenhang mit dem geplanten Seidenstraßenprojekt (und der Öl-Versorgung Indiens durch die Pipeline durch Pakistan aus dem Iran) ausgebaut werden. An einer solchen Lösung wären Russland und China interessiert aber offensichtlich nicht die USA, die in dem jüngsten Konflikt überraschend klar und einseitig Stellung für Indien bezogen haben.

Vielleicht haben jüngste Vorgänge in den BRICS-Staaten in den USA die Alarmglocken läuten lassen und das Vorgehen der USA forciert. Denn das noch bestehende Staatenbündnis arbeitet – wie kürzlich die russische Zeitung Iswestija bekannt gemacht hat, gemeinsam an einem neuen Zahlungssystem, um die eigene Souveränität im Bereich des internationalen Finanzsystems zu stärken und für sich mehr „Unabhängigkeit vom Westen“ zu erreichen. Im Rahmen des eigenen Zahlungssystems „BRICS Pay“ soll ein spezielles „Online-Wallet“ zur Integration der nationalen Zahlungssysteme der fünf Mitgliedsstaaten eingerichtet und dafür eine spezielle Cloud-Plattform geschaffen werden. Daran arbeitet der russische Vermögensfonds mit seinen Partnern in China und Indien. Die drei sollen der Meldung nach über die notwendigen Technologien zur Einführung des Systems verfügen. BRICS Pay soll demnach in etwa dem bestehenden Zahlungsservice per Handy von Samsung oder Apple entsprechen. Die Benutzer könnten demnach mit einer Smartphone-App ihre Zahlungen unabhängig davon abwickeln, in welcher Währung das Konto des jeweiligen Kunden geführt wird. Ein Testlauf des Zahlungssystems soll laut Iswestija bereits im April in Südafrika durchgeführt werden. Mit einem funktionierenden BRICS Pay würde die Abhängigkeit dieser Länder von us-dollar-basierten transnationalen Zahlungsorganisationen deutlich reduziert. Das erscheint angesichts des unsicheren Dollar-Kurses durchaus sinnvoll. Außerdem ließe sich damit der benötigte Bestand an Dollar-Reserven deutlich senken. Keine gute Nachricht angesichts der wachsenden US Haushaltsdefizite von 891 Mrd. USD allein im Jahr 2018 (laut New York Times vom 7.3.).

Möglicherweise hängt auch der zurzeit zu beobachtende „Goldrausch“ in Russland und China mit diesen Bemühungen zusammen. Jedenfalls hat die Moskauer Zentralbank im letzten Jahr ihre Dollarreserven gegen 274,3 Tonnen Gold eingetauscht und wurde damit 2018 weltweit zum Goldkäufern Nummer 1. Auch Chinas Notenbank hat im letzten Jahr für 45 Mrd. USD wieder Gold gekauft.  China verringert, wenn auch in deutlich geringerem Umfang als Russland, seine dollar-nominierten Fremdwährungsreserven. Das Land erhöhte 2018 zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder seine Goldbestände, offiziell auf 1.853 Tonnen (tatsächlich rechnen Experten mit weit höheren Beständen). Eine Erhöhung ihrer Währungsreserven in Euro spielte für die beiden Länder offensichtlich keine Rolle. Neben Russland und China kauften auch Türkei und Kasachstan vermehrt Gold, um ihre Dollar-Reserven zu reduzieren und finanziell unabhängiger zu werden. In Europa stockten Ungarn und Polen 2018 ihre Reserven mit Gold auf. Ungarn verzehnfachte den Gold-Bestand auf 31,5 Tonnen, die Polen kauften 12 Tonnen Gold.

Ist das der Grund, weshalb der amerikanische Großinvestor und CEO von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, kürzlich vor „Der großen Katastrophe“ warnte, die den „Hurrikan Katrina und Michael in den Schatten stellen“ würde (laut Business Insider). „Wenn eine derartige Megakatastrophe ihren Lauf nimmt, dann werden auch wir unseren Anteil an Verlusten verzeichnen. Und diese werden groß sein – sehr groß“, soll Buffett gesagt haben. Dazu passt vielleicht, was die „renommierte“ Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“ schon am 25.2.2019 schrieb, ihr sei ein Dokument zugespielt worden, wonach die westlichen Zentralbanken am Tag des Brexits wieder eine Art Goldstandard einführen wollen: Gold würde damit wieder wie vor dem Ende von Bretton Woods (1971) offiziell anerkanntes Geld. Das sei hinter verschlossenen Türen beschlossen worden. (Banche, il ritorno del «gold standard»: l’oro nei bilanci diventa moneta – di Alessandro Plateroti). Sollte die Meldung der Wahrheit entsprechen, dann würde sie die sonst unerklärliche Aufregung der „Insider“ wegen des drohenden Brexits erklären. Es könnte sich aber auch um einen Trick zur Ankurbelung der Goldspekulation handeln.

Die deutschen Medien halten die Bevölkerung von solchen Informationen fern und konzentrieren sich zunehmend auf „die ideologische Infiltrierung der Bevölkerung Deutschlands“, die ein Dr. Reinhold Bachofer am 6.3. unter: https://vera-lengsfeld.de/2019/03/06/die-ideologische-infiltrierung-der-bevoelkerung-deutschlands/ sehr treffend beschrieben hat. Statt die Politiker und ihr Vorgehen witzig ironisch zu kritisieren, fügt sich selbst der Karneval dieser Zwecksetzung. Als Beispiel kann die „Hate Speech“ im Stil eines Julius Streicher dienen, mit der der Protokoller die Mainzer Karnevals Show des ZDF gut mainzisch gereimt eingeleitet hat: „Donald Trump, wer will’s bestreiten, der größte Schwindler aller Zeiten! Sadistisch, grausam, primitiv, sexistisch und auch aggressiv. Ein ganz gefährlicher Patron, ‘ne widerwärtige Person… Und keiner, keiner bringt ihn zur Räson, die Kanalratte aus Washington.“ Kein Aufbegehren. Der Saal lachte und applaudierte, auch als er sogar vorschlug die „Ratte“ im Kanal durch Ziehen der Toiletten zu ersäufen.  Empörung erntete dagegen AKK, die es gewagt hatte, die durch Genderismus verunsicherte Männlichkeit angesichts der Einführung der Toiletten für das Dritte Geschlecht einigermaßen witzig anzusprechen. Vielleicht tat sie es, um bei ihren abtrünnigen konservativen Wählern ein paar Punkte gutzumachen – sei‘s drum. Jemand stellte angesichts solcher und entsprechender Karnevals-„Witze“ (vorwiegend über die böse AfD) zurecht fest: „Wieder so ein Tag zum Fremdschämen …“ Zuletzt noch ein Ergebnis der Ideologisierung: Die Gymnasiallehrerin Verena Brunschweiger (SPD, 38) meint, man solle „zum Schutz des Klimas“ auf Kinder verzichten. „ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann“ und Kinder sind „schlimmer als Autos“. (Bild vom 7.3.) Ach, wie herrlich weit haben es die Medien „in diesem unserem“ Land doch gebracht!

Der vom Bundesfinanzhof exemplarisch gegen die Organisation Attac verhängte Entzug der Gemeinnützigkeit passt sich in den allgemeinen Trend zur „Einschränkung“ des Meinungsspektrums in Deutschland ein, wovor die deutsche Sektion von Transparency International warnt. Diese „Einschränkung“ trifft alles, – rechts und links – was vom indoktrinierten Mainstream abzuweichen wagt. Wenn Frankreichs Präsident für die EU eine „Agentur für den Schutz der Demokratie“ fordert, um angebliche „Manipulationen“ aus dem Ausland zu unterbinden, dann folgt er offensichtlich den bisher durch nichts bewiesenen Vorwürfen der USA über Wahlmanipulationen 2016 durch Russland. Wahrscheinlicher hat er aber den Aufstand der „Gelb-Vesten“ gegen seine Politik im Kopf. Die politische Klasse in Paris und Berlin bangt um ihre Anerkennung in der Welt, in der EU und im eigenen Land. Dass man in einer solchen Situation die Kritik nach außen lenkt und im Innern nach Möglichkeit unterdrückt, ist keine neue Erfindung.

Seit 2006 bezahlte die in Deutschland zum Regieren bestimmte Klasse 1,2 Mrd. Euro in über 6.000 Einzelberaterverträge an Weisungsgeber. Was hätte man mit dem Geld nicht alles „verbessern“ können? Doch das für die Regierungsbürokratie angestellte „Fach“-Personal reicht für die fachliche Beratung nicht aus, wahrscheinlich weil man bei der Besetzung mehr auf das Parteibuch und auf Amigos achtete als auf Kompetenz. Weil ihnen inzwischen fachlich nachdenkliche Wähler davonlaufen, scheint man bei Wahlen nun auf leicht beeinflussbare Kinder und Jugendliche zurückgreifen zu wollen. Dafür wird das Wahlrecht für 16- und 17-Jährige ins Gespräch gebracht. Wann werden es die elf-jährigen sein? Wenn nur noch nach Gefühl und Wellenschlag gewählt werden soll, dann ist das auch das „Gute Recht“ der Kinder, dieses zum Ausdruck bringen zu dürfen: Siehe die neue Klima-Fachkraft nach Prof. Latif, Greta und ihr Schulkinder Protest. Sie wissen es dank des „Framings“ durch die anerkannten Medien eben nicht anders.

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