DÜSSELDORF. Der WDR-Rundfunkrat hat sich von der Handreichung einer PR-Agentur zur besseren Außendarstellung der ARD distanziert. Das Papier sei „keine vernünftige Grundlage für eine Diskussion“, sagte die Europa-Parlaments-Abgeordnete, Petra Kammerevert (SPD), laut Tagesspiegel bei der Sitzung des Gremiums.

Ziel der sogenannten Framing-Anleitung (Manual) der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sei es gewesen, die Leistung der ARD für die Allgemeinheit zu betonen. Doch das Papier habe „genau das Gegenteil bewirkt und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschädigt“, urteilte die Sozialdemokratin.

Die stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrates, Dagmar Gaßdorf, habe die Handreichung eine „Dummheit“ genannt und distanziere sich ausdrücklich davon. WDR-Intendant Tom Buhrow bedauere, hier sei in bester Absicht etwas entstanden, was aus einer Vielzahl von Gründen nach hinten losgegangen sei.

Wehling ist über Reaktionen schockiert

ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab habe gegenüber dem Rundfunkrat Fehler zugegeben. „Das Manual unter diesem Titel einem größeren Kreis von Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, war unvorsichtig. Das würden wir sicher nicht mehr tun.“

Wehling selbst äußerte im Zeit-Interview, sie sei schockiert über die Vorwürfe, mit ihren Texten die Diskussion über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu manipulieren. Das Papier werde für eine politische Skandalisierung instrumentalisiert.

Unterdessen wurden Vorwürfe laut, bei Wehlings Berkeley International Framing Institute handele es sich um eine Briefkastenfirma. Zudem habe sie durch den Namen den Eindruck erweckt, zur kalifornischen University of Berkeley zu gehören. Sie betonte, seit über zwölf Jahren an der Hochschule zu forschen. Ihr Unternehmen führe sie nebenher alleine. (ag)

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