BERLIN. Polens Außenminister Jacek Czaputowicz sieht bei der Forderung nach Reparationszahlungen mögliches Entgegenkommen von Seiten der Bundesregierung. „Die Sache wird gerne wie ein Konflikt dargestellt, aber ich habe den Eindruck, daß die deutsche Seite durchaus offen für unsere Forderungen ist“, sagte Czaputowicz der Welt.

Das Verhältnis beider Regierungen sei auch vor dem Hintergrund dieser Frage „grundsätzlich gut“. Gleiches gelte auch für sein persönliches Verhältnis zu Amtskollege Heiko Maas (SPD), betonte er. „Die Verbrechen liegen zwar, das ist wahr, schon weit zurück, aber die Zahlung von Reparationen als Thema überhaupt ist wichtig für uns als Nation, für unsere Identität.“ Auf Regierungsebene habe es darüber aber bisher noch keine Gespräche gegeben.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung entsprechende Forderungen der Regierung in Warschau zurückgewiesen. Polens Staatspräsident Andrzej Duda hatte damals klargestellt, die Frage der Reparationen sei für ihn „kein erledigtes Thema“. Es sei „eine Frage von Wahrheit und Verantwortung“. Berlin stand bisher dagegen auf dem Standpunkt, das Thema Wiedergutmachung sei mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag abgeschlossen. (tb)

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