LONDON. Der frühere britische Außenminister, Boris Johnson, hat die Festnahme einer zweifachen Mutter kritisiert, die eine Transsexuelle als Mann bezeichnet hatte. Die 38 Jahre alte Kate Scottow wurde am 1. Dezember im zentralenglischen Hitchin vor den Augen ihrer zehnjährigen autistischen Tochter und ihres 20 Monate alten Sohnes verhaftet.

Vorausgegangen war ein Streit mit der Transgender-Netzwerkerin Stephanie Hayden. Scottow wurde nach eigenen Angaben sieben Stunden in einer Zelle festgehalten. Ihr wurde vorgeworfen, eine Person dem falschen Geschlecht zugeordnet zu haben (misgendering). Sie mußte ihre Fingerabdrücke abgeben und eine DNS-Probe abgeben.

Johnson: „Mißbrauch von Arbeitskräften und polizeilichen Einrichtungen“

Die Polizei bestätigte und rechtfertigte damals die Festnahme: „Wir nehmen alle Berichte über böswillige Kommunikation ernst“, zitiert die Daily Mail die zuständige Behörde. Hayden hatte die Unterhaltung der Polizei gemeldet.

Johnson fragte in seiner Kolumne im Daily Telegraph rhetorisch: „Ist das wirklich die Art und Weise, Verbrechen zu bekämpfen? Ist es das, wofür sich unsere tapferen Polizisten verpflichtet haben?“ Der ehemalige Bürgermeister von London nannte die Festnahme der Mutter einen „Mißbrauch von Arbeitskräften und polizeilicher Einrichtungen“.

Johnson stellte die Verhaftung auch in einen Zusammenhang mit der gestiegenen Kriminalität im Vereinigten Königreich. „Will man mir wirklich erzählen, daß es eine vernünftige Prioritätensetzung darstellt, transphobe Twitter-Nutzer zu verhaften und sie ins Kittchen zu werfen, während zur gleichen Zeit die Gewalt auf den Straßen außer Kontrolle gerät?“ Die Öffentlichkeit sei zurecht verärgert, ergänzte Johnson, wenn „eine beträchtliche Aufwendung öffentlicher Gelder für einen dummen Twitter-Wortwechsel“ erfolge. (tb)

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