BERLIN. Mehrere Mitglieder der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) sind am Sonntag abend von Linksextremen attackiert und verletzt worden. Die JA-Anhänger waren einer Einladung des scheidenden Berlinale-Chefs Dieter Kosslick gefolgt, der alle AfD-Mitglieder und -Abgeordneten den kostenlosen Eintritt zur Aufführung des Holocaust-Dokumentation „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“ zugesichert hatte.

Vor dem Kinoeingang im Stadtteil Friedrichshain griffen mehrere Linksextreme unter „Scheiß Nazis“-Rufen die vier JA-Mitglieder an. Dabei sollen sie auch „scharfe Gegenstände“ verwendet haben, wie beteiligte JA-Anhänger berichteten. Laut Polizei wurden zwei Personen verletzt. Ein JA-Mitglied mußte mit einer Kopfplatzwunde notärztlich behandelt werden. Nun ermittelt der Staatsschutz. Der JA zufolge befand sich auch ein jüdisches AfD-Mitglied unter der Gruppe, die den Dokumentarfilm hatte sehen wollen.

JA-Mitglied mit Kopfplatzwunde Foto: JA

„Daß es für AfD-Mitglieder inzwischen nicht mehr möglich ist, unverletzt einem Kinobesuch nachzugehen, ist eine gefährliche Entwicklung. Gestern Abend wurden mitten in Berlin politisch Andersdenkende und Juden gejagt, attackiert und verletzt“, kritisierte der Berliner JA-Vorsitzende David Eckert. Er forderte die Sicherheitsbehörden auf, stärker gegen Linksextremismus vorzugehen.

AfD-Abgeordneter Bystron gibt Kosslick Mitschuld an Überfall

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron, der ebenfalls vor Ort war, gab Berlinale-Chef Kosslick eine Mitschuld an dem Überfall. „Herr Kosslik ist ein Paradebeispiel dafür, was derzeit in Deutschland passiert. Er wollte sich mit Hetze gegen die AfD profilieren und hat uns in die Nähe des Antisemitismus gerückt. Insofern hat auch er eine Verantwortung, wenn es dann zu solchen Attacken kommt“, sagte er der JUNGEN FREIHEIT.

Das gleiche gelte laut Bystron für zahlreiche Medien, die absichtlich diffamierende Berichte über die AfD verbreiteten und deren Mitglieder als Unmenschen darstellten. „Das führt zu genau dem politischen Klima in Deutschland, in dem dann Überfälle auf die AfD an der Tagesordnung sind.“

Als Beispiel nannte Bystron einen Bericht der Nachrichtenagentur dpa zu dem Angriff vom Sonntag abend. Dieser erhebt zu Beginn den Vorwurf, die AfD habe kein großes Interesse an der Einladung des Berlinale-Direktors gezeigt. „Unmittelbar vor dem Kino International in Berlin gab es bis zur Vorstellung keine besonderen Vorkommnisse. Allerdings wurden nach AfD-Angaben in der Nähe des Kinos mehrere Parteimitglieder attackiert“, schreibt die Agentur.

Kritik an Berichterstattung

Bebildert ist der Artikel mit einem Foto Bystrons vor dem Kino nach der Attacke. Es trägt die Bildunterschrift: „Der AfD-Bundestagsabgeordneter Petr Bystron zeichnete vor dem Berlinale-Kino einen kurzen Kommentar auf. Für den Film über das Warschauer Getto interessiert er sich nicht.“

Bystron wies die Art der Berichterstattung als „bizarr“ zurück. „Ich bin extra einen Tag früher von München nach Berlin geflogen, um die Dokumentation zu sehen. Aber wir gehen doch nicht ins Kino, wenn unsere Mitglieder kurz vor der Vorstellung zusammengeschlagen werden. Daß ich nicht zu den Opfern gehörte, lag nur daran, daß ich aus einer anderen Richtung kam. Nach der Attacke kam dann die Polizei und hat die Beteiligten befragt. Die Verletzten mußten versorgt werden, da hatte der Film doch schon längst begonnen.“

Es sei zudem bezeichnend, kritisierte Bystron, daß die Nachrichtenagentur schreibe, es habe vor dem Kino „bis zur Vorstellung keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben, obwohl AfD-Mitglieder genau vor Beginn der Vorstellung vor dem Kino überfallen und verletzt wurden. „Aber für die dpa ist es kein besonderes Vorkommnis mehr, wenn AfD-Mitglieder zusammengeschlagen werden.“ (krk/ls)

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