PARIS. Die französische Regierung hat mit Empörung auf ein Treffen des italienischen Vize-Regierungschefs Luigi di Maio mit Vertretern der Gelbwesten-Bewegung reagiert. „Diese neue Provokation ist inakzeptabel zwischen benachbarten Ländern und Partnern in der Europäischen Union“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Aus Protest beorderte Paris am Donnerstag seinen Botschafter in Rom, Christian Masset, zu Konsultationen zurück nach Frankreich.

Di Maio müsse aufpassen, mit solchen Treffen die bilateralen Beziehungen der beiden Länder nicht zu untergraben. Der Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung bezeichnete die Zusammenkunft am Dienstag in der Kleinstadt Montargis südlich von Paris als „ein erstes von vielen“ Treffen.

Botschafterin einbestellt

Dem Gelbwesten-Sprecher Christophe Chalencon zufolge habe man über die Europawahlen im Mai, eine mögliche Zusammenarbeit und inhaltliche Gemeinsamkeiten gesprochen. „Das gibt unserem Handeln internationalen Wert“, freute sich Chalencon. Di Maio postete im Anschluß an das Treffen auf Twitter ein Foto mit den Worten: „Der Wind des Wandels hat die Alpen überquert.“

Bereits zuvor hatte sich Italiens Innenminister Matteo Salvini hinter die Bewegung gestellt, die aus Protest gegen höhere Steuern auf Treibstoff entstanden war. Der Lega-Chef nannte die Mitglieder der Bewegung „ehrenhafte Bürger“ und warf Staatspräsident Emmanuel Macron vor, gegen sein Volk zu regieren. Im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT sagte er über den französischen Staatschef, Macron sei „nicht der Anführer eines neuen Europas, sondern ein Produkt eines Versuchslabors, das die Reform der EU blockieren soll“.

Im Januar hatte Paris wegen Äußerungen di Maios bereits die italienische Botschafterin einbestellt. Er hatte Frankreich vorgeworfen, immer noch afrikanische Länder zu kolonisieren und damit zur Massenflucht vom schwarzen Kontinent beizutragen. (tb)

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