HANNOVER. Die Jusos haben mit einer Anti-Patriotismus-Kampagne einen Sturm der Empörung entfacht. Mehrere Unionspolitiker kritisierten den SPD-Nachwuchs scharf. Anlaß war ein Beitrag der Jusos Hannover vom 21. Januar auf Facebook, in dem sie vor der Begeisterung für Schwarz-Rot-Gold warnten.

„Party-Patriotismus ist Nationalismus und darf nicht verharmlost werden, sondern führt zu denselben Problemen wie Nationalismus“, hieß es in dem Post. Bebildert war der Beitrag mit einem Kaffeebecher der Jusos mit dem Aufdruck: „Mein Vaterland interessiert mich nicht die Bohne“.

Die Anti-Patriotismus-Kampagne „Kein Gott. Kein Staat. Kein Patriarchat.“ blieb aber weitgehen unbeachtet. Erst als die stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Mecklenburg-Vorpommern, Lilly Blaudszun, ein Bild des Kaffeebechers auf Twitter veröffentliche, begann die Debatte Fahrt aufzunehmen. Blaudszun hatte sich mit dem Foto gegen einen Beitrag des SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs ausgesprochen, der im Vorwärts für einen aufgeklärten Patriotismus warb.

you vs. the guy she tells you not to worry about pic.twitter.com/ogjqhlK6Iz

— Lilly Blaudszun (@LillyBlaudszun) 1. Februar 2019

Nachdem der Blogger Don Alphonso am Samstag abend auf den Tweet aufmerksam machte, erreichte die Jusos eine Welle der Kritik.

Was für meine Sammlung „Warum es die SPD so schwer hat“, heute in der antideutschen Umweltzerstörer-Version. #nehmtwenigstensporzellan https://t.co/Dcfcf22xYg

— Don Alphonso (@_donalphonso) 2. Februar 2019

„Kein Wunder, daß die SPD in den Umfragen da steht, wo sie steht“, schrieb der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß (CDU), nannte den SPD-Nachwuchs „vaterlandslose Gesellen“. Ähnlich äußerte sich auch der CSU-Abgeordnete Florian Hahn.

Offensichtlich vaterlandslose Gesellen bei den @jusos in #Hannover https://t.co/QjS7DK6Ao8

— Florian Hahn (@hahnflo) 3. Februar 2019

(krk)

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