Der ehemalige Präsident Israels Mosche Katzaw (65) ist am Donnerstag wegen Vergewaltigung seiner weiblichen Untergebenen für schuldig befunden und verurteilt worden. Das Strafmass wird noch verkündet, aber Katzaw könnte bis zu 16 Jahre Gefängnis für die Vergewaltigung von zwei Frauen bekommen, was 1998 als er Tourismusminister war passierte, sowie mehrere Fälle von sexueller Nötigung an zwei weiteren Frauen in seiner Amtszeit als Präsident.

Katzaw verlies den Gerichtsaal sichtlich niedergeschlagen ohne einen Kommentar zu äussern. Er bekam die Auflage seinen Pass abzugeben, während er auf den Termin für die Verkündung der Strafe wartet.

Katzaw war Minister in mehreren rechtsextremen Likud-Regierungen bevor er im Jahre 2000 zum Präsidenten gewählt wurde. Er bestritt stets die Vergewaltigungsvorwürfe und behauptete, er wäre Opfer einer politischen Intrige, hauptsächlich weil er aus der sefardischen Gemeinde Israels stammt. Die sefardischen Juden, welche nach ihrer Vertreibung im 16. Jahrhundert aus der iberischen Halbinsel sich im Osmanischen Reich im mittleren und nahen Osten ansiedelten, galten für lange Zeit als Unterklasse in Israel, im Gegensatz zu den Aschkenasen, die aus Osteuropa stammen. Katzaw wurde 1945 im Iran geboren und siedelte 1951 als Kind mit seiner Familie nach Israel um.

Bei der Urteilverkündung sagte der Richter, die Verteidigung von Katzaw wärer voller Lügen. Katzaw Sohn Boaz versprach, sein Vater würde seinen Namen wieder reinwaschen.

Wir werden weiter mit erhobenen Haupt gehen und die ganze Nation, mit Gottes Hilfe, wird wissen, dass mein Vater, der achte Präsident des Staates Israel, unschuldig ist,“ sagte er.

Der Fall wurde 2006 bekannt, als er als Präsident sich über eine seiner weiblichen Angestellten beschwerte, die ihn erpresste. Die Frau ging dann zur Polizei mit ihrer Version der Geschichte, in dem sie die Details der sexuellen Übergriffe beschrieb. Das führte dazu, dass andere Frauen sich mit den selben Beschwerden meldeten.

Laut Anklageschrift zwang Katzaw eine Frau auf den Boden seines Büros im Tourismusministerium 1998 und vergewaltigte sie. Im gleichen Jahr bestellte er eine zweite Frau in ein Hotel in Jerusalem, um mit ihr Dokumente zu besprechen, dabei vergewaltigte er sie auf dem Bett des Hotelzimmers. In der Klage steht, Katzaw versuchte sie mit den Worten zu beruhigen, „entspann Dich, es wird Dir gefallen.

Weiter steht in der Klageschrift, er hätte zwei Frauen während seiner Amtszeit als Präsident sexuell genötigt, in dem er sie gegen ihren Willen umarmte und anzügliche sexuelle Kommentare abgab.

An seinem 60. Geburtstag im Jahre 2005 wollte eine Assistentin ihm gratulieren. Er umarmte sie dabei länger und liebkoste ihren Nacken, steht in der Anklage. Sie beschwerte sich bei der Polizei und er soll dann die Frau genötigt haben ihre Aussage zu ändern, was ihm eine zusätzliche Klage wegen Behinderung der Justiz einbrachte.

Die meisten Politiker des Likud haben sich bisher einem Kommentar über die Verurteilung des Parteimitglieds enthalten. Nur Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, „ein trauriger Tag für den Staat Israel,“ aber er fügte hinzu, dass das Urteil des Gerichts in Tel Aviv „zwei Botschaften laut und deutlich damit sendet: Das Männer und Frauen unter dem Gesetz gleich sind und das Frauen das volle Recht über ihren Körper haben.

Die Oppositionsführerin Tzipi Livni äusserte sich ähnlich und sagte, „ein Tag in dem ein Vertreter der Öffentlichkeit wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen wird, ist kein einfacher Tag für Israel.“ Das Gerichtsurteil „verkündet eine klare Botschaft an die Offiziellen im Amt, aber noch wichtiger, eine Botschaft an die Opfer. In letzter Zeit gab es das Gefühl, hier geht es um Frauen gegen Männer, aber so ist es nicht. Es geht um Opfer und um die welche sie missbrauchen, sie nötigen, vergewaltigen und ihre Schwäche ausnutzen.

Diese Verurteilung ist nur eines in einer Reihe von Fällen gegen hochrangige Politiker in Israel. Wie der ehemalige Finanzminister Avraham Hirchson, der aktuell im Gefängnis wegen Unterschlagung sitzt. Oder der ehemalige Premierminister Ehud Olmert der wegen Korruption angeklagt ist.

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